{"id":44286,"date":"2015-05-29T07:00:00","date_gmt":"2015-05-29T05:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/?p=44286"},"modified":"2025-06-25T15:36:35","modified_gmt":"2025-06-25T13:36:35","slug":"von-fischen-und-monstern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/hintergrund\/44286\/von-fischen-und-monstern\/","title":{"rendered":"Von Fischen und Monstern"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Riesige europ\u00e4ische Fischtrawler pl\u00fcndern die Meere leer und lassen dabei die einheimischen Handwerksfischer leer ausgehen.<\/strong><\/p>\n\n<p><span class=\"dropcap\">O<\/span>ft sitzt der Fischer Amuera Tebiri einfach nur so da und wartet. Er hat dann eine Tasse starken Tee in der Hand und schaut von seiner H\u00fctte aus \u00fcbers Meer. Amuera Tebiri, 53, h\u00e4lt Ausschau nach seinen Kollegen, die mit ihren Motorbooten an seinem Strand ankommen. Er lebt auf Tarawa, einem kleinen Atoll, das zum Inselstaat Kiribati geh\u00f6rt und das auf halber Strecke zwischen Hawaii und Australien liegt. Fr\u00fcher sind sie zusammen hinaus gefahren. Doch heute lohnt sich das nicht mehr. Sie fangen kaum noch Fisch, denn vor den K\u00fcsten pl\u00fcndern gigantische Industrieschiffe aus Europa das Meer.<\/p>\n\n<figure class=\"wp-block-image alignnone  caption-style-blue-overlay caption-alignment-center\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2020\/04\/f650ec43-0bceba2b403c54e7994cca2dc586691e.jpg\" alt=\"\"\/><figcaption>Amuera Tebiri hat die Fischerei aufgegeben. Die kleinen F\u00e4nge bereiten ihm grosse Sorgen, da Thunfisch die Hauptnahrung der Einheimischen ist. \u00a9 Christian \u00c5slund \/ Greenpeace<\/figcaption><\/figure>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Aus Leben wird Abfall<\/h2>\n\n<p>Besonders zerst\u00f6rerisch sind Thunfisch-Trawler, die sogenannte Fischsammler einsetzen. Fischsammler sind pilzf\u00f6rmige Ger\u00e4te, unter denen sich Thunfische sammeln, um in ihrem Schatten Schutz zu suchen. Sie ziehen aber auch andere Tiere, wie Haie, Schildkr\u00f6ten und Jungfische an. Schliessen sich sp\u00e4ter die Netze um die Sammler, werden sie ebenfalls gefangen. Dieser ungewollte Beifang wird danach wieder \u00fcber Bord geworfen \u2014 doch dann sind die Tiere in den meisten F\u00e4llen l\u00e4ngst erstickt.<\/p>\n\n<figure class=\"wp-block-image alignnone  caption-style-blue-overlay caption-alignment-center\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2020\/04\/3b1247ee-1e3abe2231d3e4818c373b4b12394203.jpg\" alt=\"\"\/><figcaption>In den riesigen Netzen der Industrieschiffe sterben auch Tiere, die die F\u00e4nger nicht wollen. Tausende Fische gehen als unerw\u00fcnschter Beifang wieder \u00fcber Bord \u2013 und damit ebenso viele Mahlzeiten. \u00a9 Western Sahara Resource Watch<\/figcaption><\/figure>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Monster fressen die Meere leer<\/h2>\n\n<p>Laut der UN-Landwirtschaftsorganisation FAO waren 2010 etwa 3,2 Millionen Fangschiffe auf den Weltmeeren aktiv. Das sind rund 75 Prozent mehr als noch vor 30 Jahren. Nur drei Prozent der Fangschiffe sind l\u00e4nger als\u2028 24 Meter. Diese drei Prozent f\u00e4ngt jedoch mehr Fisch als alle kleinen Boote zusammen, arbeitet mit zerst\u00f6rerischen Fangger\u00e4ten und geht unverantwortlich mit der Umwelt um.<\/p>\n\n<p>Jahrelang liess die Europ\u00e4ische Union zu, dass die eigenen Fischereiflotten immer gr\u00f6sser wurden und mehr Fisch fingen, als durch nat\u00fcrliche Vermehrung nachwachsen kann. Inzwischen m\u00fcssen die Trawler auf der Suche nach Fisch bis nach Westafrika, in den S\u00fcdpazifik und andere Weltregionen fahren. Denn rund 90 Prozent der Speisefischbest\u00e4nde sind \u00fcberfischt oder werden bis an ihre Grenzen ausgebeutet. Reichlich sp\u00e4t hat die Politik das Problem nun immerhin erkannt: Vor kurzem wurden die Regularien f\u00fcr die EU-Fischereiflotten reformiert.<\/p>\n\n<p>Die neuen Regeln sehen vor, dass Regierungen jene Fischerei f\u00f6rdern sollen, die geringere Auswirkungen auf die Umwelt hat. Doch die Fischereikonzerne bedienen sich zahlreicher Tricks, um die Gesetze zu umgehen und maximalen Profit zu erwirtschaften. Dazu z\u00e4hlen die Nutzung von Tarnfirmen und Steueroasen sowie ein h\u00e4ufiger Wechsel des Staates, unter dessen Flagge das Schiff unterwegs ist. Der 119 Meter lange, niederl\u00e4ndische <a href=\"http:\/\/www.greenpeace.de\/fairfischen\/boat_profile10.html\">Supertrawler Franziska<\/a> tauschte beispielsweise zwischen 2005 und 2014 viermal die Flagge: von den Niederlanden zu Belize, zur\u00fcck zu den Niederlanden weiter zu Peru und schliesslich wieder zu den Niederlanden. So lassen sich Steuervorteile, Fangquoten und Subventionen optimal ausnutzen.<\/p>\n\n<figure class=\"wp-block-image alignnone  caption-style-blue-overlay caption-alignment-center\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2020\/04\/4894ab16-471211cbac11de81e19b569f50d2615e.jpg\" alt=\"\"\/><figcaption>Mit seiner riesigen Fangkapazit\u00e4t ist der Supertrawler Franziska an der \u00dcberfischung in globalem Ausmass beteiligt. \u00a9 Pierre Gleizes \/ Greenpeace<\/figcaption><\/figure>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Global Fishing Watch \u2014 Hoffnung auf bessere Kontrolle?<\/h2>\n\n<p>Rund 71 Prozent der Erdoberfl\u00e4che ist von Wasser bedeckt, davon rund 97 Prozent Meerwasser. Alleine der Pazifik bedeckt fast ein Drittel der gesamten Erdoberfl\u00e4che. Angesichts dieser Dimensionen ist die Kontrolle der Aktivit\u00e4ten er Fischereiflotten eine schier unm\u00f6gliche Aufgabe.<\/p>\n\n<p>Das Projekt \u00abGlobal Fishing Watch\u00bb k\u00f6nnte zuk\u00fcnftig einen wichtigen Beitrag zur A\ufdeckung illegaler Aktivit\u00e4ten beisteuern. \u00abGlobal Fishing Watch\u00bb wird gemeinsam von Oceana, Google Earth und Skytruth entwickelt. Dabei werden mittels Satellitendaten die Bewegungen und Positionen der Schiffe auf den Weltmeeren zeitgenau sichtbar gemacht. Somit k\u00f6nnen Konsumentinnen und Konsumenten k\u00fcnftig die Routen der Schiffe verfolgen, Organisationen k\u00f6nnen sehen, ob Schiffe in illegalen Schutzzonen fischen, Superm\u00e4rkte, k\u00f6nnen die Routen ihrer Lieferanten verfolgen, Auflagen von Seiten Regierung k\u00f6nnen bei Verst\u00f6ssen besser durchgesetzt werden, Wissenschaftler haben einfachen Zugang zu einer F\u00fclle von Daten und die Fangschiffe wissen, dass sie auch bei Nacht- und Nebelaktionen auf hoher See gesehen und zur Verantwortung gezogen werden k\u00f6nnen.<\/p>\n\n<p><a href=\"http:\/\/www.globalfishingwatch.org\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">\u00abGlobal Fishing Watch\u00bb<\/a> wurde im November 2014 in einer Betavesion aufgeschaltet.<\/p>\n\n<figure class=\"wp-block-image alignnone  caption-style-blue-overlay caption-alignment-center\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2020\/04\/e86cb925-3f3a78ebd77b77df1170e559986bb5a9.jpg\" alt=\"\"\/><figcaption>Global Fishing Watch zeigt auf, wo gefischt wird. So sollen illegale Machenschaften aufgedeckt werden. \u00a9 Global Fishing Watch<\/figcaption><\/figure>\n\n<figure class=\"wp-block-image  caption-style-blue-overlay caption-alignment-center\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2020\/04\/121c2df6-98094d65203aad8f57879f5f1343d3a2.jpg\" alt=\"\"\/><\/figure>\n\n<figure class=\"wp-block-image  caption-style-blue-overlay caption-alignment-center\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2020\/04\/9a934dc7-fbc181c317df13ae33e3bfeeee4ef775.jpg\" alt=\"\"\/><\/figure>\n\n<p>Die EU-Regierungschefs m\u00fcssten die Fangkapazit\u00e4ten ihrer Flotten ehrlich unter die Lupe nehmen und \u00dcberkapazit\u00e4ten abbauen. Dabei sollten sie vor allem auf besonders umweltsch\u00e4dliche Fischereimethoden ein Auge haben, pr\u00fcfen, ob Eigent\u00fcmer die Gesetze einhalten und Anreize f\u00fcr schonende Fangmethoden schaffen.<\/p>\n\n<p><em>Der Greenpeace-Fischratgeber:<\/em><\/p>\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li><em>als App im\u00a0<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/itunes.apple.com\/de\/app\/einkaufsratgeber-fisch\/id919132144\" target=\"_blank\">Apple Store<\/a><\/em><\/li><li><em>als\u00a0<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/issuu.com\/greenpeacede\/docs\/greenpeace_fischratgeber_2016\" target=\"_blank\">PDF<\/a>\u00a0herunterladen<\/em><\/li><\/ul>\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Riesige europ\u00e4ische Fischtrawler pl\u00fcndern die Meere leer und lassen dabei die einheimischen Handwerksfischer leer ausgehen.<\/p>\n","protected":false},"author":49,"featured_media":44293,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"_planet4_optimize_post_is_variant":false,"_planet4_optimize_experiment_name":"","_planet4_optimize_variant_name":"","ep_exclude_from_search":false,"p4_og_title":"","p4_og_description":"","p4_og_image":"","p4_og_image_id":"","p4_seo_canonical_url":"","p4_campaign_name":"not set","p4_local_project":"not set","p4_basket_name":"not set","p4_department":"","footnotes":""},"categories":[47],"tags":[41],"p4-page-type":[194],"gpch-article-type":[],"class_list":["post-44286","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-greenpeace","tag-meer","p4-page-type-hintergrund"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/44286","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/49"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=44286"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/44286\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":122563,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/44286\/revisions\/122563"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/44293"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=44286"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=44286"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=44286"},{"taxonomy":"p4-page-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/p4-page-type?post=44286"},{"taxonomy":"gpch-article-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/gpch-article-type?post=44286"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}