{"id":44314,"date":"2015-06-19T07:00:00","date_gmt":"2015-06-19T05:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/?p=44314"},"modified":"2020-05-20T15:21:54","modified_gmt":"2020-05-20T13:21:54","slug":"feiern-wir-das-leben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/hintergrund\/44314\/feiern-wir-das-leben\/","title":{"rendered":"Feiern wir das Leben"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Greenpeace-Wissenschaftlerin Reyes Tirado \u00fcber ein kaputtes Landwirtschaftssystem und den Gewinn, der in den Alternativen liegt.<\/strong><\/p>\n\n<p><em>Greenpeace k\u00e4mpft seit vielen Jahren gegen gentechnisch ver\u00e4ndertes Saatgut. Die Landwirtschaftskampagne geht das Thema inzwischen viel breiter an. Wie kam es dazu?<\/em><\/p>\n\n<p>Die Gentechnik ist nur ein Teil des Problems. Uns ist klar geworden, dass das System viel fundamentaler gest\u00f6rt ist \u2014 dass es kaputt ist. Im Moment wollen alle m\u00f6glichst grosse Mengen m\u00f6glichst billiger Produkte erzeugen. Die \u00f6kologischen Folgen sind dramatisch. Dabei geht es in der Landwirtschaft um so viel mehr: Um die Menschen! Um unsere Lebensgrundlagen! Um Ern\u00e4hrungssicherheit! Die Biodiversit\u00e4t geht uns immer mehr verloren \u2014 die Landwirtschaft wird immer eindimensionaler. Dazu all die Probleme wie Klimawandel, Bodenverlust, Wasser \u2026 die moderne Nahrungsmittelproduktion schafft \u00fcberall Probleme.<\/p>\n\n<figure class=\"wp-block-image alignnone  caption-style-blue-overlay caption-alignment-center\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2020\/04\/b7216dc9-82502cbabfc67d7e2f884f17ffab9345.jpg\" alt=\"\"\/><figcaption>Zusammen mit Gunapaneni Narashimha und Kotnak Bhimrao, zwei Baumwollanbauern, sammelt Tirado Daten im Gondukosaram Dorf. \u00a9 Peter Caton \/ Greenpeace<\/figcaption><\/figure>\n\n<p><em>Was fordert Greenpeace stattdessen?<\/em><\/p>\n\n<p>Wir wollen wieder die Menschen in den Mittelpunkt r\u00fccken. Vielfalt, Biodiversit\u00e4t ist uns besonders wichtig. Die Agrar\u00f6kologie ist ein modernes Konzept, das sich ganz bewusst auf die Wissenschaft <em>und<\/em> auf die Praxis gr\u00fcndet. F\u00fcr den Report habe ich viele praktische Beispiele und viele wissenschaftliche Studien aus unterschiedlichsten L\u00e4ndern gesammelt, die zeigen, dass Agrar\u00f6kologie von Indien bis in die USA funktioniert. Manche L\u00f6sungen werden eher f\u00fcr den Westen gut sein, andere eher im S\u00fcden. \u00d6kologische Landwirtschaft heisst ja nicht ein System f\u00fcr alle wie in der konventionellen Landwirtschaft, sondern ist sehr kontextbasiert. Die sieben Prinzipien, die wir formuliert haben, gelten allerdings \u00fcberall (siehe Kasten).<\/p>\n\n<p><em>Die geforderten Ver\u00e4nderungen sind so grundlegend, dass es starken Widerstand geben wird.<\/em><\/p>\n\n<p>Der ist zu erwarten. Die moderne Landwirtschaft lebt von Geldfl\u00fcssen. Fast das gesamte Geld von Regierungen, Forschungsf\u00f6rderungsfonds, Entwicklungshilfe- und auch philanthropischen Organisationen fliesst derzeit in das alte, falsche System. Wir fordern, dass es in die Agro\u00f6kologie umgeleitet wird.<\/p>\n\n<p>Wir wollen hier wirklich Druck aufbauen. Wenn alle an einem Strang ziehen und gegen die falschen Strukturen k\u00e4mpfen, m\u00fcssen die Regierungen irgendwann reagieren. Weltweit gibt es schon viel Bewegung in diese Richtung: In St\u00e4dten spriessen auf jeder Fensterbank Pflanzen, es gibt immer mehr Gemeinschaftsg\u00e4rten, die Bauernm\u00e4rkte florieren \u2026 immer mehr Menschen ist es nicht mehr egal, was sie essen.<\/p>\n\n<figure class=\"wp-block-image alignnone  caption-style-blue-overlay caption-alignment-center\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2020\/04\/e9808bf7-8dbc2cc94213610dceec17b0e4e1a2e7.jpg\" alt=\"\"\/><figcaption>Tirado entnimmt einer Wasserpumpe eine Probe im Dorf Jagdishpur Tiyari. \u00a9 Swapan Nayak \/ Greenpeace<\/figcaption><\/figure>\n\n<p><em>Du hast zuletzt selber Erfahrungen in der \u00f6kologischen Landwirtschaft gesammelt: auf einem kleinen Biohof.<\/em><\/p>\n\n<p>Ich habe nach der Geburt meiner Tochter mit ein paar Bauern in S\u00fcdspanien Gem\u00fcsekisten hergestellt. Ich musste leider wieder damit aufh\u00f6ren, es war mir einfach zu viel. Das Erste, was ich gelernt habe, war, was f\u00fcr wirklich harte Arbeit das ist \u2014 man muss diese Menschen wirklich bewundern. F\u00fcr mich war es ja nur ein Hobby, aber so viele leben davon!<\/p>\n\n<p>Darum denke ich, Bauer, B\u00e4uerin zu sein, ist auch einer der erf\u00fcllendsten Berufe auf der Welt. Es macht einfach gl\u00fccklich, f\u00fcr die eigene Gemeinschaft, die Familie, die Bekannten gutes, gesundes Essen zu produzieren.<\/p>\n\n<p>Essen ist Leben! Oder sollte Leben sein. Leider haben viele diese Verbindung verloren, nicht nur in der Stadt, sondern auch viele Bauern und B\u00e4uerinnen, denen es nur noch um den Profit geht. Aber diese unmittelbare Verbindung zum Leben ist etwas, das ganz tief in uns drinsteckt, an der Wurzel unseres Seins. Ohne sie fehlt uns etwas.<\/p>\n\n<p>Wir verlieren dann auch Achtung und Respekt: Wer st\u00e4ndig billiges Fleisch isst oder unreife Tomaten, respektiert ihren Wert nicht. Einmal alle ein, zwei Wochen ein guter Sonntagsbraten ist ein Fest. Eine reife, duftende Tomate ist ein Fest. Eine geschmacklose Glashaustomate ist respektlos. Wenn wir das Essen, gutes Essen zelebrieren, feiern wir das Leben.<\/p>\n\n<figure class=\"wp-block-image alignnone  caption-style-blue-overlay caption-alignment-center\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2020\/04\/3552c2ff-749f9e9be5476ea45ed59a0e71e41d16.jpg\" alt=\"\"\/><figcaption>Reyes Tirado ist Biologin und Wissenschaftlerin am Greenpeace-Forschungslaboratorium der Universit\u00e4t Exeter in England und Mutter einer vierj\u00e4hrigen Tochter. \u00a9 Swapan Nayak \/ Greenpeace<\/figcaption><\/figure>\n\n<p><em>Der Bodenfl\u00e4chenverlust betr\u00e4gt inzwischen weltweit 350 bis 400 km2 t\u00e4glich, das ist (mit 350 gerechnet) dreimal die Grundfl\u00e4che der Schweiz pro Jahr.(Quelle: Universit\u00e4t f\u00fcr Bodenkultur in Wien)<\/em><\/p>\n\n<p><em>Die spannenden Video-Interviews k\u00f6nnen Sie\u00a0<a href=\"http:\/\/bienenschutz.ch\/loesungen\/\">hier<\/a>\u00a0sehen.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Greenpeace-Wissenschaftlerin Reyes Tirado \u00fcber ein kaputtes Landwirtschaftssystem und den Gewinn, der in den Alternativen liegt.<\/p>\n","protected":false},"author":49,"featured_media":44318,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"_planet4_optimize_post_is_variant":false,"_planet4_optimize_experiment_name":"","_planet4_optimize_variant_name":"","ep_exclude_from_search":false,"p4_og_title":"","p4_og_description":"","p4_og_image":"","p4_og_image_id":"","p4_seo_canonical_url":"","p4_campaign_name":"not set","p4_local_project":"not set","p4_basket_name":"not set","p4_department":"","footnotes":""},"categories":[47],"tags":[33],"p4-page-type":[194],"gpch-article-type":[],"class_list":["post-44314","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-greenpeace","tag-ernaehrung","p4-page-type-hintergrund"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/44314","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/49"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=44314"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/44314\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/44318"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=44314"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=44314"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=44314"},{"taxonomy":"p4-page-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/p4-page-type?post=44314"},{"taxonomy":"gpch-article-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/gpch-article-type?post=44314"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}