{"id":44611,"date":"2016-05-18T07:00:00","date_gmt":"2016-05-18T05:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/?p=44611"},"modified":"2020-05-21T15:25:51","modified_gmt":"2020-05-21T13:25:51","slug":"moeglichkeiten-und-grenzen-der-pflanzenzucht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/hintergrund\/44611\/moeglichkeiten-und-grenzen-der-pflanzenzucht\/","title":{"rendered":"M\u00f6glichkeiten und Grenzen der Pflanzenzucht"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Umweltsch\u00fctzer sind alarmiert: Gentechniker wollen mit neuen Hightech\u2010Verfahren das Erbgut von Pflanzen ver\u00e4ndern. Doch es gibt auch biotechnologische Verfahren, die Chancen f\u00fcr eine nachhaltige Landwirtschaft bieten.<\/strong><\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die alte Schule: Gentransfer mit Gesch\u00fctzen<\/h2>\n\n<figure class=\"wp-block-image alignnone  caption-style-blue-overlay caption-alignment-center\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2020\/04\/6832b299-186565f6ce7f05a6b2af75bfd7732d88.png\" alt=\"\"\/><figcaption>\u00a9 Jalscha R\u00f6mer<\/figcaption><\/figure>\n\n<p><span class=\"dropcap\">D<\/span>ie Gentechnikbranche hat ein \u00e4hnliches Problem wie die Atomindustrie: Ihrem Selbstverst\u00e4ndnis nach ist sie modern, doch viele ihrer Methoden sind veraltet. In den 80er Jahren gelang es Forschern, DNA-St\u00fccke aus Organismen zu isolieren und in den Zellkern von Nutzpflanzen zu \u00fcbertragen. Sie schossen das fremde Erbmaterial mithilfe mikroskopisch kleiner Metallk\u00fcgelchen in die Zellen (\u00abGenkanone\u00bb) oder nutzten Bakterien als \u00abGenf\u00e4hren\u00bb. Fast alle auf dem Markt befindlichen genver\u00e4nderten Sorten wurden mit diesen Methoden erzeugt.<\/p>\n\n<p>Ihr Nachteil: Der Ort, an dem die Fremd\u2010DNA ins Erbgut eingebaut wird, bleibt dem Zufall \u00fcberlassen. Kritiker bef\u00fcrchten, es k\u00f6nnte unbemerkt auch an anderen Stellen zu Mutationen kommen. \u00abDas Wechselspiel zwischen Erbmaterial und Organismus ist viel komplexer als fr\u00fcher angenommen\u00bb, sagt Christoph Then vom gentechnikkritischen Verein Testbiotech. M\u00f6gliche Langzeitfolgen seien v\u00f6llig unzureichend untersucht. Viele Wissenschaftler halten das f\u00fcr Panikmache. Sie erkl\u00e4ren, dass Millionen Amerikaner Produkte aus gentechnisch ver\u2010\u00e4nderten Pflanzen essen, ohne krank zu werden. Insbesondere Eigenschaften, die nur durch ein einzelnes Gen kodiert seien, k\u00f6nnten ohne Nebenwirkungen \u00fcbertragen werden.<\/p>\n\n<p>Fakt ist: 2014 stieg die Anbaufl\u00e4che von Gentech\u2010Pflanzen um drei Prozent auf 1,8 Millionen Quadratkilometer \u2014 mehr als ein Zehntel der globalen Agrarfl\u00e4che. Allerdings werden fast nur Soja, Mais, Baumwolle und Raps genver\u00e4ndert ausges\u00e4t. Neunzig Prozent des Anbaus beschr\u00e4nken sich auf f\u00fcnf L\u00e4nder vor allem in Nord\u2010 und S\u00fcdamerika; Europa hat die grossfl\u00e4chige Aussaat bisher verhindert. Nun erlaubt eine neue EU-Richtlinie den Mitgliedsstaaten, eigenst\u00e4ndig Anbauverbote auszusprechen. K\u00fcnftig k\u00f6nnen auch umwelt\u2010 und agrarpolitische Gr\u00fcnde ausschlaggebend sein, etwa wenn Regierungen eine \u00f6kologische und kleinstrukturierte Landwirtschaft f\u00f6rdern wollen.<\/p>\n\n<p>Die Gentechniker m\u00fcssen einr\u00e4umen, dass sich erst zwei von ihnen errungene Eigenschaften durchsetzen konnten: Fast alle angebauten Gen\u2010Pflanzen sind entweder gegen bestimmte Unkrautvernichtungsmittel resistent oder erzeugen eigenst\u00e4ndig Insektengifte. Ber\u00fchmtheit haben die Sojapflanzen des Marktf\u00fchrers Monsanto erlangt, die Duschen mit dem Herbizid Glyphosat schadlos \u00fcberstehen. Der Konzernverkauft Saatgut und Pflanzengift (Roundup) im Kombipack. Schneller als erwartet breiteten sich auf den Feldern jedoch \u00abSuper\u2010Unkr\u00e4uter\u00bb aus, welche die Glyphosat\u2010Duschen ebenfalls \u00fcberleben. \u00abEs gibt ein Wettr\u00fcsten auf dem Acker\u00bb, kritisiert Christoph Then. \u00abSo gelangen immer mehr Giftstoffe in die Umwelt und in die Nahrungskette.\u00bb Im M\u00e4rz hat die Weltgesundheitsorganisation WHO das umstrittene Glyphosat als \u00abwahrscheinlich krebserregend\u00bb eingestuft. Die Branche braucht dringend neue Produkte und Ideen.<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Neue Z\u00fcchtungstechniken: Ist das noch Gentechnik oder schon Super\u2010Gentechnik?<\/h2>\n\n<figure class=\"wp-block-image alignnone  caption-style-blue-overlay caption-alignment-center\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2020\/04\/030d33c7-b4382467b01d2128adad93c33a32768a.png\" alt=\"\"\/><figcaption>\u00a9 Jalscha R\u00f6mer<\/figcaption><\/figure>\n\n<p><span class=\"dropcap\">R<\/span>affinierte Z\u00fcchtungstechniken mit komplizierten Namen er\u00f6ffnen den Bio\u2010Ingenieuren derzeit neue M\u00f6glichkeiten. Sie k\u00f6nnen einzelne Genabschnitte synthetisch nachbauen oder gar die Pflanzen\u2010DNA auf molekularer Ebene \u00abumschreiben\u00bb wie ein Computerprogramm. Man spricht von \u00abGenome Editing\u00bb oder \u00absynthetischer Gentechnik\u00bb.<\/p>\n\n<p>Es sind ganz unterschiedliche Eingriffe, die so zusammengefasst werden. Die Cisgentechnik etwa \u00e4hnelt der klassischen Gentechnik, nur dass DNA-Abschnitte innerhalb einer Art \u00fcbertragen werden, etwa von einer Apfelsorte auf die andere. Revolution\u00e4rer ist eine Methode namens CRISPR-Cas: Sie soll es zum Beispiel erm\u00f6glichen, k\u00fcnstlich erzeugte DNA-Schnipsel gezielt ins Erbgut einzubauen. Wieder andere Techniken ver\u00e4ndern nicht die DNA selbst, sondern beeinflussen die Genregulierung, also die Aktivit\u00e4t bestimmter Gene.<\/p>\n\n<p>Gemeinsam ist den neuen Methoden, dass keine artfremden Gene \u00fcbertragen werden. Damit er\u00fcbrigt sich die von vielen als unethisch oder unheimlich empfundene Praxis, Erbmaterial unterschiedlicher Organismen zu vermischen. Nun hoffen die Saatgutfirmen, dass zumindest einige der so entwickelten Pflanzen nicht den strengen EU-Gentechnikregeln unterworfen werden. Das w\u00fcrde ihnen teure Sicherheitspr\u00fcfungen ersparen und die Zulassung erheblich erleichtern. Es k\u00f6nnte aber den Einzug der Gentechnik durch die Hintert\u00fcr bedeuten.<\/p>\n\n<p>Streit gibt es derzeit um die sogenannte Oligonukleotid\u2010Technik. Mit ihrer Hilfe hat die kalifornische Firma Cibus eine herbizidresistente Rapssorte entwickelt, die sie auf den europ\u00e4ischen Markt bringen m\u00f6chte. Im Februar hat das deutsche Bundesamt f\u00fcr Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) entschieden, der Raps sei \u00abnicht als Gentechnik im Sinne des Gentechnikgesetzes\u00bb einzustufen. Umwelt\u2010und Bioverb\u00e4nde laufen dagegen Sturm. Die Oligonukleotid\u2010Technik sei \u00abeindeutig Gentechnik\u00bb, der Anbau m\u00fcsse verboten werden.<\/p>\n\n<p>Wie kommt es zu den gegens\u00e4tzlichen Urteilen? Bei dieser Methode schleusen die Biotechniker sehr kurze DNA-Abschnitte (Oligonukleotide) in die Zellen ein. Sie wurden im Labor nat\u00fcrlichen Gensequenzen nachempfunden, aber mit einer gew\u00fcnschten Eigenschaft erg\u00e4nzt. Die synthetischen DNA-Schnipsel werden laut ihren Entwicklern nicht ins Erbgut eingebaut. Sie sollen an vorgegebenen Stellen Punktmutationen ausl\u00f6sen und anschliessend von der Zelle abgebaut werden. Kompliziert wird es, weil sich so erzeugte Ver\u00e4nderungen nachtr\u00e4glich nicht von nat\u00fcrlich entstandenen Mutationen unterscheiden lassen.<\/p>\n\n<p>Das BVL argumentiert, die Methode sei \u00abrisikoarm, weil sie zielgerichtet ist\u00bb. In der konventionellen Pflanzenzucht werde die Mutationsrate teils durch Bestrahlung oder Chemikalien erh\u00f6ht \u2014 das sei viel rabiater. Die Gegner aber weisen darauf hin, dass laut EU-Richtlinie alle Verfahren als Gentechnik einzustufen seien, \u00abbei denen in einen Organismus direkt Erbgut eingef\u00fcgt wird, das ausserhalb des Organismus zubereitet wurde\u00bb. Christoph Then erkl\u00e4rt, man zwinge der Zelle Ver\u00e4nderungen durch ein Verfahren auf, das in der Natur nicht vorkomme. Was dabei im Erbgut geschehe, sei nicht ausreichend verstanden. \u00abDer Cibus\u2010Raps droht zum T\u00fcr\u00f6ffner f\u00fcr eine Reihe neuer Produkte zu werden, die mithilfe von Genome Editing hergestellt werden\u00bb, f\u00fcrchtet er. Auch gr\u00f6ssereTeile des Erbguts k\u00f6nnten k\u00fcnftig \u00abradikal umgebaut\u00bb und die genetischen Ver\u00e4nderungen in der Umwelt verbreitet werden, ohne dass der Gesetzgeber dies noch kontrollieren k\u00f6nne.<\/p>\n\n<p>Ende Juni schaltete sich die Europ\u00e4ische Kommission ein. Sie empfahl den Beh\u00f6rden in den Mitgliedsl\u00e4ndern, die Freisetzung des Rapses vorerst nicht zu genehmigen. Bis Ende des Jahres will sie untersuchen lassen, ob und welche der neuen Z\u00fcchtungstechniken unter die Gentechnikregulierung fallen.<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Schlaues Z\u00fcchten:Der Hightech\u2010Blick ins Erbgut<\/h2>\n\n<figure class=\"wp-block-image alignnone  caption-style-blue-overlay caption-alignment-center\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2020\/04\/491b9945-af3561d24e1b5fd7bf0027b4b5ff17d9.png\" alt=\"\"\/><figcaption>\u00a9 Jalscha R\u00f6mer<\/figcaption><\/figure>\n\n<p><span class=\"dropcap\">A<\/span>uch Jahrtausende nach der Kultivierung der ersten Getreide\u2010 und H\u00fclsenfruchtsorten im Nahen Osten sind die M\u00f6glichkeiten der konventionellen Pflanzenzucht nicht ausgereizt. Doch die Methoden \u00e4ndern sich \u2014 teils \u00e4hneln sie gar denen der Gentechnik. \u00abSmart Breeding\u00bb wird das genannt, \u00abschlaues Z\u00fcchten\u00bb. Der Unterschied: Es wird kein Erbgut in die Zellen ge\u2010schleust. Stattdessen scannt man die DNA molekularbiologisch auf positive Merkmale.<\/p>\n\n<p>F\u00fcr diese Methode gibt es Beifall von ungewohnter Seite: Im Report \u00abSmart Breeding \u2014 the Next Generation\u00bb hat Greenpeace die Erfolge und Potenziale der markergest\u00fctzten Selektion (MAS) dokumentiert und gelobt. Die Ablehnung der Gentechnik habe schliesslich nichts mit Wissenschaftsfeindlichkeit zu tun, erkl\u00e4ren die Umweltsch\u00fctzer. Gerade komplexere Eigen\u2010schaften, etwa Ertragssteigerungen oder die Anpassung an den Klimawandel, liessen sich mit MAS-Hilfe viel besser erreichen.<\/p>\n\n<p>Die Z\u00fcchter machen sich zunutze, dass erw\u00fcnschte Pflanzeneigenschaften oft mit genetischen Markern verbunden sind. Diese lassen sich mithilfe von DNA-Tests leicht aufsp\u00fcren \u2014 so spart man sich aufwendige und langwierige Anbauversuche. \u00abSmart Breeding kann aufgrund seiner Schnelligkeit und Genauigkeit die konventionelle Zucht dramatisch beschleunigen\u00bb, res\u00fcmiert der Greenpeace\u2010Bericht.<\/p>\n\n<p>Die Methode ist nicht auf Konzerne beschr\u00e4nkt, sondern in jedem Labor anwendbar und wird bereits in grossem Stil genutzt. Mit MAS-Hilfe wurden Virus\u2010, Pilz\u2010 und Insektenresistenzen in Weizen gez\u00fcchtet, Reissorten widerstandsf\u00e4higer gegen Trockenheit und Salz gemacht und Ertr\u00e4ge gesteigert. Die pr\u00e4zise Selektion erleichtert es auch, Gene aus robusten Wildformen oder alten Landsorten in Kulturpflanzen einzukreuzen. Diesen Schritt scheuen Z\u00fcchter h\u00e4ufig, weil sie sinkende Ertr\u00e4ge f\u00fcrchten. Mithilfe von MAS k\u00f6nnen sie aber aus den durch Kreuzung entstandenen Nachkommen gezielt jene Pflanzen ausw\u00e4hlen, die alle gew\u00fcnschten Eigenschaften der Hochertragssorte aufweisen, und zus\u00e4tzlich das erw\u00fcnschte Merkmal der Wildform, die zum Beispiel Trockenheit besser vertr\u00e4gt.<\/p>\n\n<p>\u00abSmart Breeding ist besser als Gentechnik\u00bb, sagt Greenpeace\u2010Experte Dirk Zimmermann. \u00abAusserdem st\u00f6sst es auf eine hohe Akzeptanz und ist auch f\u00fcr \u00d6ko\u2010Landwirte zugelassen.\u00bb Es gibt nur einen Wermutstropfen: F\u00fcr einen Arbeitsschritt der MAS-Analyse braucht man, wie f\u00fcr alle Gentests, ein Enzym, das oft durch gentechnisch ver\u00e4nderte Bakterien erzeugt wird.<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">\u00d6kologische Pflanzenz\u00fcchtung: Freiheit f\u00fcrs Gem\u00fcse!<\/h2>\n\n<figure class=\"wp-block-image alignnone  caption-style-blue-overlay caption-alignment-center\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2020\/04\/a3c7b8df-ba688f3778833fc438fc5bcd2421a091.png\" alt=\"\"\/><figcaption>\u00a9 Jalscha R\u00f6mer<\/figcaption><\/figure>\n\n<p><span class=\"dropcap\">I<\/span>n einer idyllischen Rheinschleife unweit von Schaffhausen wachsen in langen Reihen R\u00fcebli, Kohlrabi und Zuckermais. Die Firma Sativa Rheinau z\u00e4hlt zu den wenigen Dutzend Betrieben, die sich der \u00abbiologischen Pflanzenz\u00fcchtung\u00bb verschrieben haben. 30 Mitarbeiter kultivieren neue und alte Sorten und vermehren Saatgut speziell f\u00fcr Biog\u00e4rtner. In T\u00fcten und S\u00e4cken verschicken sie es auch nach Deutschland, Frankreich und Italien, wo die meisten Biog\u00e4rtner und \u2010b\u00e4uerinnen noch immer mit den gleichen Sorten wie ihre konventionell wirtschaftenden Kollegen arbeiten. Diese \u2014 auch ohne Gentechnik \u2014 auf Hochleistung getrimmten Pflanzen liefern gute Ertr\u00e4ge, wurden aber nicht f\u00fcr die Bedingungen auf \u00d6ko\u00e4ckern optimiert, auf die weder Gift noch Kunstd\u00fcnger darf.<\/p>\n\n<p>\u00abWeltweit werden rund achtzig Prozent des Zuckermaises aus Samen gezogen, die aus einem Tal in Idaho stammen, in dem auch Gentech\u2010Mais w\u00e4chst\u00bb, erkl\u00e4rt Sativa\u2010Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Amadeus Zschunke. So kam er zur \u00dcberzeugung, es m\u00fcssten Alternativen her. Nun streifen seine Mitarbeiter durch die Reihen der Pflanzen, best\u00e4uben Bl\u00fcten von Hand und st\u00fclpen T\u00fctchen dar\u00fcber, damit nicht der falsche Pollen darauf fliegt. Im Herbst wird geerntet, begutachtet, probiert, sortiert. In m\u00fchevoller Arbeit kreuzen die Z\u00fcchter aus Hochleistungssorten mit grossem Ertrag und alten Sortenmit gutem Aroma neue Varianten. \u00ab\u00d6kosorten sollen robust sein, Krankheiten widerstehen und ausserdem besonders gut schmecken\u00bb, sagt Zschunke.<\/p>\n\n<p>Das alles erfordert einen langen Atem \u2014 15 Jahre k\u00f6nnen bis zur Zulassung einer neuen Sorte vergehen. Und weil jede Neuzucht entsprechend teuer ist, sind \u00d6koz\u00fcchter auf finan\u2010<\/p>\n\n<p>zielle Unterst\u00fctzung angewiesen. Gr\u00f6sster F\u00f6rderer solcher Projekte ist der Saatgutfonds der Zukunftsstiftung Landwirtschaft in Bochum. Sein Ziel: die Bauern aus ihrer Abh\u00e4ngigkeit zu befreien.<\/p>\n\n<p>\u00abDie Agrarunternehmen z\u00fcchten gezielt die Fruchtbarkeit aus den Pflanzen hinaus, sodass die Landwirte jedes Jahr neues Saatgut kaufen m\u00fcssen\u00bb, sagt Oliver Willing, Gesch\u00e4fts\u2010f\u00fchrer der Zukunftsstiftung. \u00d6koz\u00fcchter dagegen entwickeln \u00absamenfeste\u00bb Sorten, die Bauern oder andere Z\u00fcchter auch in den Folgejahren nutzen und vermehren k\u00f6nnen \u2014 Open Source auf dem Acker.<\/p>\n\n<p>Doch ganz verschliesst man sich den Labors auch in Rheinau nicht. Auch hier kommen molekulare Marker (MAS) zum Einsatz: \u00abWenn man alte Tomatensorten im Gew\u00e4chshaus zieht, verursacht die Samtfleckenkrankheit oft grosse Ertragseinbussen\u00bb, sagt Amadeus Zschunke. Also liess er Proben einschicken \u2014 kurz darauf waren jene Pflanzen zur Weiterzucht ausge\u2010w\u00e4hlt, bei denen die Einkreuzung einer Resistenz gegen den fatalen Pilz gelungen war. Um Kritik vorzubeugen, verlangt Sativa Rheinau, dass die Selektion mit Enzymen erfolgt, die aus der Natur gewonnen wurden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Umweltsch\u00fctzer sind alarmiert: Gentechniker wollen mit neuen Hightech\u2010Verfahren das Erbgut von Pflanzen ver\u00e4ndern. 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