{"id":44623,"date":"2016-05-05T07:00:00","date_gmt":"2016-05-05T05:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/?p=44623"},"modified":"2020-05-21T15:13:50","modified_gmt":"2020-05-21T13:13:50","slug":"menschenstrom-gegen-atom","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/hintergrund\/44623\/menschenstrom-gegen-atom\/","title":{"rendered":"MenschenStrom gegen Atom"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Aufruf zur Kundgebung am 19. Juni 2016. Interview mit Leo Scherer, Mitorganisator seit 2010.<\/strong><\/p>\n\n<p><em>Wende-Blatt*: Leo Scherer, seit 2010 or\u00adganisiert ihr den \u00abMenschenStrom gegen Atom\u00bb. Was d\u00fcrfen wir am 19. Juni 2016 erwarten?<\/em><\/p>\n\n<p><strong>Leo Scherer<\/strong>: In diesem Jahr ist das Uralt-Atomkraftwerk Beznau unser Hauptziel. Beznau-1 \u2013 im Betrieb seit 1969 und nun das weltweit \u00e4lteste AKW \u00fcberhaupt \u2013 ist inzwi\u00adschen zum untragbaren Risiko geworden. Das Problem ist der Reaktordruckbeh\u00e4lter. Schon vor sechs Jahren hat die Atomaufsichtsbe\u00adh\u00f6rde ENSI festgestellt, dass die Sicherheits\u00admarge gegen den Spr\u00f6dbruch bereits zu 95 % aufgebraucht ist. So ein Bruch kann passie\u00adren, wenn im Notfall kaltes Notk\u00fchlwasser in den Reaktor gepumpt werden muss. Nun sind aber auch noch an die tausend \u00abL\u00f6cher\u00bb zum Vorschein gekommen, von denen niemand weiss, wie sie entstanden sind und wie sie die Sicherheit korrumpieren.<\/p>\n\n<p>Auch ein Problem ist die Uneinsichtigkeit der Axpo. W\u00e4hrend die BKW f\u00fcr das AKW M\u00fch\u00adleberg schon das Stilllegungsprojekt ein\u00adgereicht haben, weigern sich die Axpo und deren Mehrheitseigent\u00fcmer, die Kantone Z\u00fcrich und Aargau, dieses gef\u00e4hrliche Pr\u00f6\u00adbeln in Beznau endlich zu beenden. Darum unsere Forderung: Beznau stilllegen \u2013 jetzt!<\/p>\n\n<p><strong>Nun zum MenschenStrom: <\/strong>Der Jahrgang 2016 bietet drei Wander-Routen zum zentra\u00adlen Kundgebungsplatz, dem Amphi-Theater in Windisch. <strong>Die lange Route <\/strong>startet am Bahnhof D\u00f6ttingen und f\u00fchrt am AKW Bez\u00adnau vorbei (15 km \/ rund 4 Std.). <strong>Die mittle\u00adre Route <\/strong>beginnt beim Bahnhof Siggenthal-W\u00fcrenlingen und ist Kinderwageng\u00e4ngig (6,5 km \/ rund 2 Std.). <strong>Die dritte Route <\/strong>beginnt auf dem B\u00f6zberg, einem f\u00fcr die Atomm\u00fcll-Tiefenlagerung vorgesehenen Ge\u00adbiet, und ist ebenfalls Kinderwageng\u00e4ngig (alles bergab; 5,5 km \/ rund 1,5 Std.). Vom Bahnhof Brugg ist das Amphi-Theater in 10 Minuten auch direkt erreichbar. Alle Routen verlaufen gr\u00f6sstenteils auf markier\u00adten Wanderwegen.<\/p>\n\n<p><em>Es gelingt Euch jedes Mal, auch viele jun\u00adge Menschen anzusprechen. Was ist Euer \u00abErfolgsrezept\u00bb?<\/em><\/p>\n\n<p>Ich vermute, es liegt daran, dass unsere MenschenStr\u00f6me ein farbiges, friedliches und fr\u00f6hliches Happening sind und gleich\u00adzeitig ernsthaft und entschieden fordern, dass die Atomgefahren f\u00fcr alle Zukunft aus der Welt geschafft werden m\u00fcssen.<\/p>\n\n<p><em>Wie sehr organisieren die Jungen den MenschenStrom mit?<\/em><\/p>\n\n<p>Es arbeiten mehrere Junge bereits jetzt im Kernteam, das Polizeibewilligungen, Miete Kundgebungsplatz, Routen, Hauptbotschaf\u00adten etc. vorbereitet. Es werden aber sicher noch viele junge Menschen in den Ar\u00adbeitsgruppen&nbsp;dazu kommen, welche am Tag des Anlasses f\u00fcr alles Wichtige wie Essen und Trinken, Peacekeeping, Infrastrukturaufbau und -ab\u00adbau etc. schauen.<\/p>\n\n<p><em>Atomausstieg und Energiewende sind seit 2011 beschlossene Sache. Wozu sollen wir uns jetzt noch engagieren?<\/em><\/p>\n\n<p>Sch\u00f6n w\u00e4r\u2018s! Unwiderruflich beschlossen ist noch gar nichts. Sogar die drei Neubaugesu\u00adche f\u00fcr Beznau-3, G\u00f6sgen-2 und M\u00fchleberg-2 sind nur sistiert und schubladisiert, noch kei\u00adnes wurde unwiderruflich zur\u00fcckgezogen.<\/p>\n\n<p>Der Atomausstieg sieht zwar vor, dass keine neuen AKW mehr bewilligt werden sollen. Doch f\u00fcr die bestehenden AKW wurde kein verbindliches Stilllegungsprogramm be\u00adschlossen. Ihr Betrieb darf vielmehr auf un\u00adbestimmte Zeit fortgesetzt werden, solange sie angeblich \u00absicher\u00bb sind. Neuerdings soll sogar nicht einmal mehr das Prinzip gelten, dass die Sicherheit oberste Priorit\u00e4t hat. In Zukunft sollen nicht mehr alle Nachr\u00fcstun\u00adgen verlangt werden k\u00f6nnen, welche nach den Stand von Technik, Wissenschaft und Erfahrung m\u00f6glich und n\u00f6tig sind, sondern bloss noch jene, welche f\u00fcr die Betreiber wirtschaftlich zumutbar sind.<\/p>\n\n<p>Wenn wir den Atomausstieg mit verbind\u00adlichem Terminprogramm und die Energie\u00adwende wirklich wollen, dann m\u00fcssen wir im Schicksalsjahr 2016 nochmals alle Kr\u00e4fte mobilieren und uns f\u00fcr ein JA zur Volksiniti\u00adative der Gr\u00fcnen f\u00fcr den Atomausstieg ein\u00adsetzen. Der MenschenStrom 2016 ist daf\u00fcr der Auftakt, die Volksabstimmung wird im September oder November stattfinden.<\/p>\n\n<p><em>*Das Interview wurde uns vom Wende-Blatt zur Verf\u00fcgung gestellt: Herausgeberin \u00abNie wieder AKW\u00bb <a href=\"http:\/\/www.niewiederakw.ch\/\">www.niewiederakw.ch<\/a><\/em><\/p>\n\n<p><em>Zur Person: Leo Scherer (63), Mitorganisator und ein echtes Urgestein der Bewegung, ist Jurist, Politiker und Bewegter.Er ist seit 25 Jahren Mitglied des Gemeindepar\u00adlamentes Wettingen, ehemaliger Nuclear Cam\u00adpaigner Greenpeace, Mitglied des Vorstandes des VCS Aargau und des Unterst\u00fctzungsvereins ProWOZ, Miteigent\u00fcmer eines auf MinergieP-Standard renovierten Mehrfamilienhauses.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aufruf zur Kundgebung am 19. Juni 2016. 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