{"id":44749,"date":"2016-11-08T07:00:00","date_gmt":"2016-11-08T05:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/?p=44749"},"modified":"2020-05-23T12:27:56","modified_gmt":"2020-05-23T10:27:56","slug":"die-spende-der-grande-dame","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/hintergrund\/44749\/die-spende-der-grande-dame\/","title":{"rendered":"Die Spende der Grande Dame"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Vor bald 10 Jahren entschied sich eine Dame aus der High Society, Greenpeace Schweiz eine siebenstellige Summe testamentarisch zu vermachen, weil sich die Organisation seinerzeit gegen die Atombombentests der USA eingesetzt hatte. Vor der Volksabstimmung \u00fcber den Atomausstieg bekommt diese Geschichte eine besondere Bedeutung.<\/strong><\/p>\n\n<p><span class=\"tx\"><span class=\"dropcap\">S<\/span>ie sei eine \u00abGrande Dame\u00bb gewesen, erz\u00e4hlte mir der \u00e4ltere, sympathische Herr am imposanten runden Holztisch in seiner Villa am Z\u00fcrichberg. Das war im Jahr 2008. Ein paar Wochen zuvor hatten wir die\u00a0Benachrichtigung erhalten, dass eine uns unbekannte Frau \u2013 nennen wir\u00a0sie Ellen Stein \u2013 Greenpeace und ein Kinderhilfswerk gemeinsam als\u00a0Haupterben eingesetzt habe. Der freundliche Herr war ihr Willensvollstrecker. Er breitete eine Vielzahl von Dokumenten aus, darunter dicke\u00a0Bankausz\u00fcge und alte Schwarzweiss\u2010Fotos. Er sei ein Freund der\u00a0Spenderin gewesen, erz\u00e4hlte er, und zeichnete mit blumigen Schilderungen ein Bild der uns so \u00a0wohlgesinnten, verm\u00f6genden Dame.\u00a0Ellen Stein stammte aus einer bayrischen Brauereifamilie, die zu\u00a0Beginn des 20.\u2009 Jahrhunderts in die USA ausgewandert war. Die verm\u00f6genden Eltern hatten sich alsbald vom Biergesch\u00e4ft abgewandt und\u00a0der Kunst verschrieben. Nach ihrem Tod erbten die drei T\u00f6chter ihre\u00a0wertvolle Sammlung. Ellen Stein entschied sich, ihren Anteil zu verkaufen und nur zwei Werke zu behalten. Diese vermachte sie\u00a0sp\u00e4ter testamentarisch einer Schweizer Kunstinstitution.\u00a0Ellen Stein starb mit 87 Jahren. Sie hatte Greenpeace weder in den\u00a0USA noch in der Schweiz jemals unterst\u00fctzt. \u00dcberhaupt sei sie nicht\u00a0der Typ Mensch gewesen, der spendet, erz\u00e4hlte der Willensvollstrecker.\u00a0Vielmehr habe sie das Leben in vollen Z\u00fcgen genossen und ihrem\u00a0Stand entsprechend nobel gelebt, ohne jemals arbeiten zu m\u00fcssen. Sie\u00a0liebte das Reisen und genoss den Luxus von Grandhotels auf der ganzen\u00a0Welt. Zuweilen residierte sie monatelang in \u00a0einem der teuersten Z\u00fcrcher Hotels, um ihren musischen und \u00a0kulturellen Interessen zu fr\u00f6nen.\u00a0Daneben, und das mag erstaunen, war sie aber auch eine dezidierte\u00a0Atomgegnerin. Laut ihrem Willensvollstrecker ersch\u00fctterten sie die\u00a0diversen US-Atombombentests seit den 40er Jahren bzw. der \u00a0Umgang\u00a0der Amerikaner mit der Atomkraft zutiefst. Diese Unzufriedenheit und\u00a0Emp\u00f6rung sei die Motivation gewesen, Greenpeace im \u00a0Testament\u00a0mit einer hohen siebenstelligen Summe zu bedenken. Ich erfuhr, dass\u00a0Ellen Stein sehr strategisch vorgegangen war und sich ganz bewusst\u00a0jene Organisation ausgesucht hatte, die unmittelbar nach ihrer Gr\u00fcndung gegen die US-Atomtests auf Amchitka in Alaska protestiert\u00a0und 1975 nach erbittertem Ringen erreicht hatte, dass die oberirdischen\u00a0Atomtests im S\u00fcdpazifik beendet wurden.\u00a0Ellen Stein hatte ihr Testament 11 Jahre vor ihrem Tod geschrieben.\u00a0Damals lebte sie bereits in der Schweiz, denn sie hatte \u2013 ver\u00e4rgert\u00a0\u00fcber die US-Atompolitik \u2013 ihrem Heimatland den R\u00fccken gekehrt und\u00a0einen Schweizer geheiratet.\u00a0Mit ihrem Willensvollstrecker traf ich mich mehrmals, da es sich um\u00a0die gr\u00f6sste Erbschaft handelte, die Greenpeace jemals erhalten hatte.\u00a0Zusammen besuchten wir auch das Grab von Ellen Stein auf \u00a0einem\u00a0Friedhof am Z\u00fcrichberg. Dort wurde mir einmal mehr bewusst, welche\u00a0Bedeutung ein solcher Entscheid f\u00fcr eine Organisation haben kann.\u00a0Dass es immer wieder Menschen gibt, die sich \u00fcberlegen, was sie dieser\u00a0Welt hinterlassen m\u00f6chten, indem sie eine Organisation bedenken, die\u00a0ihre Werte vertritt, erf\u00fcllte mich mit grosser Dankbarkeit.\u00a0Diese Ereignisse liegen inzwischen bald 10 Jahre zur\u00fcck. Und doch\u00a0hatte ich das Gef\u00fchl, sie jetzt erz\u00e4hlen zu m\u00fcssen. Schliesslich stehen\u00a0wir vor einer wichtigen Volksabstimmung und einem weiteren Meilenstein f\u00fcr den Atomausstieg Schweiz. Dass uns dieser Schritt \u00a0gelingt,\u00a0dass sich Greenpeace daf\u00fcr einsetzt und wir dar\u00fcber berichten, ist \u00a0sicher\u00a0ganz im Sinne von Ellen Stein.<\/span><\/p>\n\n<p>Muriel Bonnardin Wethmar ist Teamleaderin Projektspenden, Stiftungen und Erbschaften. Sie arbeitet seit 25 Jahren bei Greenpeace Schweiz.<\/p>\n\n<p><span class=\"tx\">Bei Fragen zum &nbsp;Thema Testament d\u00fcrfen Sie sich gerne bei Frau Claudia Steiger melden:&nbsp;<\/span><span class=\"tx\">044 447 41 79 (t\u00e4glich 9\u201413 Uhr) oder per E-Mail an claudia.steiger@greenpeace.org.&nbsp;<\/span><span class=\"tx\">Unsere Website <a href=\"https:\/\/give.greenpeace.ch\/legate-und-erbschaften\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">greenpeace.ch\/legate<\/a>&nbsp;<\/span><span class=\"tx\">vermittelt einen ersten&nbsp;<\/span><span class=\"tx\">\u00dcberblick.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor bald 10 Jahren entschied sich eine Dame aus der High Society, Greenpeace Schweiz eine siebenstellige Summe testamentarisch zu vermachen, weil sich die Organisation  seinerzeit gegen die Atom bombentests der USA  eingesetzt hatte. 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