{"id":44751,"date":"2016-11-11T07:00:00","date_gmt":"2016-11-11T05:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/?p=44751"},"modified":"2020-05-23T12:32:34","modified_gmt":"2020-05-23T10:32:34","slug":"weltweite-endlagersuche","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/hintergrund\/44751\/weltweite-endlagersuche\/","title":{"rendered":"Weltweite Endlagersuche"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Weltweit existiert kein Langzeitlager f\u00fcr hochradioaktive Abf\u00e4lle (HLW). Hochradioaktive Abf\u00e4lle, meist abgebrannte Brennelemente und heisse Spaltprodukte aus der Wiederaufarbeitung, stellen lediglich eine Kategorie von Atomabf\u00e4llen dar.<\/strong><\/p>\n\n<p><span class=\"dropcap\">A<\/span>llerdings sind HLW-Abf\u00e4lle das\u00ad giftigste und gef\u00e4hrlichste Erbe, das f\u00fcr eine Million Jahre sicher vor der Umwelt verwahrt werden muss. Die Suche nach einer geeigneten geologischen Formation verursacht Mil\u00adliardenkosten. Die \u00dcbersichtskarte zeigt, \u00adwie und wo sich die Abfallberge t\u00fcrmen.<\/p>\n\n<figure class=\"wp-block-image  caption-style-blue-overlay caption-alignment-center\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2020\/04\/9b9e5f7b-weltkarte-1.jpg\" alt=\"weltkarte\" class=\"wp-image-2446\"\/><\/figure>\n\n<p>Hier geht&#8217;s zur \u00dcbersichtsliste der Standorte&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.greenpeace-magazin.ch\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Bildlegende.pdf\">PDF-Datei<\/a><\/p>\n\n<p>Die Zusammenstellung der Atomm\u00fcllinventare (Karte) vermittelt einen \u00dcberblick \u00fcber die&nbsp;Mengen hochradioaktiver Abf\u00e4lle, die bis Ende 2016 zu erwarten sind und in Zwischenlagern provisorisch gestapelt werden. Nicht ber\u00fccksichtigt sind andere Abfallkategorien wie mittelaktive oder schwachaktive Abf\u00e4lle, deren Volumen ungleich gr\u00f6sser ist.<\/p>\n\n<p>Bei den Ergebnissen handelt es sich um Sch\u00e4tzungen aufgrund der&nbsp;vorhandenen Datenlage. Auch die Internationale Atomenergieagentur IAEA r\u00e4umt bei ihren Erhebungen Ungenauigkeiten ein.<\/p>\n\n<p>Folgende Kriterien sind daf\u00fcr verantwortlich:<br>\nUngeplante Stillst\u00e4nde und zeitliche Verschiebungen der Brennelementwechsel (wie z.\u2009B.&nbsp;in Beznau)<br>\n\u2022 Unterschiedliche Einteilung in Abfallkategorien<br>\n\u2022 Problematische Bewertung der&nbsp;hochaktiven Abf\u00e4lle in Wiederaufarbeitungsanlagen<br>\n\u2022 Unterschiedliche Abgrenzungen von Abf\u00e4llen milit\u00e4rischen Ursprungs (in der Grafik nicht ber\u00fccksichtigt)<br>\n\u2022 Unterschiedliche Kapazit\u00e4t und&nbsp;Auslastung in den Wiederaufarbeitungsanlagen<br>\n\u2022 Intransparenz und fehlende Verl\u00e4sslichkeit der L\u00e4nderangaben (Meldungen an die IAEA erfolgen auf freiwilliger Basis)<\/p>\n\n<p><strong>Gesamtmenge von hochaktiven Abf\u00e4llen weltweit<\/strong><br>\nBis Ende dieses Jahres werden gesch\u00e4tzte 272 750 tHM in Form von hochaktiven Abf\u00e4llen aus kommerziellen Reaktoren anfallen. F\u00fcr das Jahr 2030 werden 390\u2009000 tHM gesch\u00e4tzt. Der j\u00e4hrliche Zu-wachs betr\u00e4gt bis zu 11 500&nbsp;tHM, wovon ein Teil wiederaufgearbeitet werden soll.<\/p>\n\n<p>Die Internationale Atomenergieagentur IAEA geht von folgenden Zahlen f\u00fcr das Jahr 2014 aus:<br>\n\u2022 (Zwischen)gelagerte abgebrannte Brennelemente weltweit: 258 700 tHM<br>\n\u2022 Total entnommene (und zum Teil wiederaufgearbeitete) Brennelemente: 380 500 tHM (Quelle: Nuclear Technology Review 2015, IAEA, Vienna 2015)<\/p>\n\n<p><strong>Faktor Wiederaufarbeitung<\/strong><br>\nDie gerne als Recycling bezeichnete Prozedur hat einen wesentlichen Einfluss auf die Menge der daraus resultierenden radioaktiven Abf\u00e4lle. In der Wiederaufarbeitung werden abgebrannte Brennelemente aufgel\u00f6st und die wieder spaltbaren Produkte Uran und Plutonium herausgefiltert. Dieses Verfahren reduziert zwar die Menge hochradioaktiver Abf\u00e4lle, es entstehen aber grosse Mengen von mittel- und schwachaktiven Abf\u00e4llen und die Umwelt wird radiologisch belastet, wie das in keinen anderen Atomanlagen so&nbsp;stark der Fall ist.<\/p>\n\n<p><strong>Andere Abfallmengen<\/strong><br>\nDer \u00abWaste Counter\u00bb der IAEA registrierte zum Zeitpunkt der Redaktion dieses Artikels weltweit 29\u2009620\u2009000 Kubikmeter schwach- und mittelaktiver Abf\u00e4lle aus 366&nbsp;zivilen Anlagen (damit fehlen wohl \u00fcber 100 kommerzielle Atomreaktoren, in welchen solche Abf\u00e4lle gelagert werden). Nicht eingeschlossen sind die gr\u00f6ssten Verursacher radioaktiver Abf\u00e4lle: die Minengesellschaften. Hunderte von ausgedienten Minen m\u00fcssten saniert werden, darunter die \u00abWismut\u00bb in der ehemaligen DDR,&nbsp;f\u00fcr deren Sanierung Gesamtkosten von rund 5 Milliarden Euro veranschlagt wurden.<\/p>\n\n<p><strong>Kosten der Entsorgung der hochradioaktiver Abf\u00e4lle<\/strong><br>\nBei der Ermittlung der Kosten spielen das Wirtsgestein und der Typus des Lagers eine Rolle sowie die Kapazit\u00e4t, die Baukosten f\u00fcr die&nbsp;dazu notwendige Infrastruktur (Strassen, Zufahrtsgeleise, Bauten an der Oberfl\u00e4che). Kostensch\u00e4tzungen von L\u00e4ndern ohne festgelegte Entsorgungsstrategie sind nicht aufschlussreich. Bereits erstellte konkretere Kostensch\u00e4tzungen variieren stark. Als Annahme kann bestenfalls ein Durchschnittspreis f\u00fcr die Entsorgungskosten \u00fcber die n\u00e4chsten hundert Jahre aufgrund l\u00e4nderspezifischer Kostensch\u00e4tzungen dienen. Dieser Durchschnittspreis liegt bei ungef\u00e4hr 2000 CHF pro Kilogramm Schwermetall. In OECD L\u00e4ndern ist&nbsp;er in der Regel etwas h\u00f6her, in andern Staaten \u2013 wie etwa Russland \u2013 ist er klar tiefer angesetzt.<\/p>\n\n<p>Das heisst: Weltweit ist bis 2030 mit Entsorgungskosten von mindestens 780 Milliarden CHF zu&nbsp;rechnen. Nimmt man die letzte Kostenannahme der Schweiz (2011) als Massstab, ist inklusive Sicherheitszuschlag von rund 1,66&nbsp;Billionen CHF weltweit die Rede. Die veranschlagten Kosten entwickelten sich in den vergangenen Jahren stetig nach oben, sodass weit h\u00f6here Betr\u00e4ge nicht&nbsp;ausgeschlossen sind. Und wir reden nach wie vor nur von den hochaktiven Abf\u00e4llen. Eine teure Hinterlassenschaft f\u00fcr einige Jahrzehnte Stromproduktion.<\/p>\n<lite-youtube style=\"background-image: url('https:\/\/i.ytimg.com\/vi\/GmWadizC8AQ\/hqdefault.jpg');\" videoid=\"GmWadizC8AQ\" params=\"rel=0&#038;enablejsapi=1&#038;origin=https%3A%2F%2Fwww.greenpeace.ch&#038;cc_load_policy=1\"><\/lite-youtube>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Weltweit existiert kein Langzeitlager f\u00fcr hochradioaktive Abf\u00e4lle (HLW). 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