{"id":44766,"date":"2016-11-25T07:00:00","date_gmt":"2016-11-25T05:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/?p=44766"},"modified":"2020-05-23T13:00:25","modified_gmt":"2020-05-23T11:00:25","slug":"oekostromproduzenten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/hintergrund\/44766\/oekostromproduzenten\/","title":{"rendered":"Der Weg in eine hundert  Prozent erneuerbare Stromzukunft"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Damit wir in Zukunft den Atomstrom mit erneuerbaren und einheimischen Energiequellen ersetzen k\u00f6nnen, braucht es eine Nachfrage der Konsumenten, Gemeinschaftsgeist f\u00fcr den Bau von \u00d6kostromanlagen und Menschen, die in diese investieren.<\/strong><\/p>\n\n<p><span class=\"dropcap\">E<\/span>ine Zukunft mit sauberer Energie ist keine Utopie: Die folgenden Beispiele geben Ihnen eine Idee, wie wir in den n\u00e4chsten Jahrzehnten kontinuierlich Atomstrom mit einheimischem Strom aus erneuerbarer Energie ersetzen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n<p><strong>Wasserkraft<\/strong><br>\n<strong>Gemeinschaft Hard, Winterthur<\/strong><\/p>\n\n<p>An der T\u00f6ss in Winterthur begann die Energiezukunft schon vor \u00fcber zweihundert Jahren, konkret 1802. Damals nahm die erste mechanische Fabrikanlage der Schweiz, die Spinnerei Hard, ihre Produktion auf. Die Spinnmaschinen wurden direkt vom Wasser des Flusses angetrieben. Es habe ein ganzes System von unterirdischen Kan\u00e4len gegeben, erz\u00e4hlt die heutige Gesch\u00e4ftsleiterin der <a href=\"http:\/\/www.geha-ag.ch\">Gemeinschaft Hard<\/a>, einer nicht gewinnorientierten AG, Sarah Bolleter: \u00abNoch heute kennen wir nicht alle Kan\u00e4le, Pl\u00e4ne gibt es kaum.\u00bb Aber einen der Kan\u00e4le hat die Gemeinschaft auf das 200-Jahr-Jubil\u00e4um der ehemaligen Fabrik hin zug\u00e4nglich gemacht. Blickt man an seinem Ende auf die T\u00f6ss hinaus, sieht man eine prachtvolle Uferlandschaft mit ausgewaschenen Steinen und kleinen Wasserf\u00e4llen.<\/p>\n\n<p>Die Gemeinschaft Hard, die das Industrieareal 1986 kaufte, plante von Beginn weg eine \u00f6kologische Wohn- und Arbeitsnutzung des historischen Geb\u00e4udes. Dazu geh\u00f6rte auch die Nutzung des Kleinwasserkraftwerks. Leider befand sich die Turbine mitten auf dem Areal und die Lautst\u00e4rke des Wassers wurde mehr und mehr zum Problem, vor allem f\u00fcr das gleich daneben liegende Tonstudio. Verschiedene L\u00e4rmd\u00e4mmungsmassnahmen erzielten nicht den erhofften Effekt. Man beschloss schliesslich, die Anlage rundum zu erneuern: mit einer neuen, gr\u00f6sseren Turbine, einer gr\u00f6sseren Fallh\u00f6he des Wassers und neu am Rand des Areals. 2015 weihte die Gemeinschaft die neue Anlage ein, die 4,5 Millionen Franken kostete. Sie erzeugt doppelt so viel Strom wie die vorherige Anlage und vieles funktioniert jetzt automatisiert. Den Strom speisen die Winterthurer ins lokale Netz ein, bezahlt werden sie daf\u00fcr von Swissgrid \u2013 \u00abzu einem guten Preis\u00bb, wie Bolleter sagt: \u00abWir hatten zeitlich Gl\u00fcck und profitieren von der kostendeckenden Einspeiseverg\u00fctung des Bundes.\u00bb Die n\u00e4chsten 24 Jahre l\u00e4uft der Vertrag. Die Stromerzeugung sei f\u00fcr die Gemeinschaft Hard ein wichtiger Budgetposten. Anfang Oktober, an einem Tag, an dem die Anlage mangels Wasser stillsteht, sagt die Gesch\u00e4ftsleiterin: \u00abKein Grund zur Sorge: Mit rund siebzig solcher Stillstandstage pro Jahr rechnen wir. Und f\u00fcr dieses Jahr haben wir bereits \u00fcber hundert Prozent unseres Jahresbudgets produziert.\u00bb<\/p>\n\n<p>Das Kleinwasserkraftwerk ist in beide Richtungen fischg\u00e4ngig \u2013 und auch ein Biber hat sich niedergelassen. Vor einem Jahr meldete Betriebswart Rolf K\u00fcnzle erfreut: \u00abDas Tier ist wieder bei uns. Der Biber hat den erweiterten Kanal gleich wieder angenommen.\u00bb<\/p>\n\n<figure class=\"wp-block-image  caption-style-blue-overlay caption-alignment-center\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2020\/04\/f9fc0fa9-kw_hard_2016_rgruberzek.jpg\" alt=\"kw_hard_2016_rgruberzek\" class=\"wp-image-2572\"\/><\/figure>\n\n<p><strong>Windkraft <\/strong><br>\n<strong>Genossenschaft Windenergieanlage Diegenstal (GWD)<\/strong><\/p>\n\n<p>Der Wind hat seinen Namen in alle Himmelsrichtungen getragen: <a href=\"http:\/\/www.bauer-fritz.ch\/\">Bauer Fritz<\/a>, der mit dem Biohof, der auch ein Ferienhof ist. Und ausserdem: der mit dem Kraftwerk. Man sieht sie schon von weitem, die allein stehende Windturbine in Diegenstal bei Rickenbach LU, oberhalb von Sursee. \u00dcber 22 Meter ragt sie in die H\u00f6he, 12 Meter betr\u00e4gt der Durchmesser des Rotors. \u00abEine Kleinstanlage\u00bb, sagt Fritz Neuenschwander: \u00abSie produziert die Menge Strom, die zwei Haushalte mit je vier Personen durchschnittlich verbrauchen.\u00bb Das Windkraftwerk steht 250 Meter neben seinem Hof. Der Strom geht aber nicht direkt dorthin, sondern wird ins Netz der Centralschweizerischen Kraftwerke (CKW) eingespiesen. Einspeiser ist allerdings nicht Fritz Neuenschwander, sondern die <a href=\"http:\/\/www.gwd-energie.ch\">Genossenschaft Windenergieanlage Diegenstal (GWD)<\/a>. Neuenschwander hat sie 1991 zusammen mit Gleichgesinnten gegr\u00fcndet, nachdem ein Langl\u00e4ufer \u2013 Alois Fuchs, der heutige Pr\u00e4sident der GWD \u2013 zu ihm gesagt hatte \u00abSie, die Loipe neben Ihrem Haus ist stets windverweht. Hier w\u00e4re doch ein guter Standort f\u00fcr eine Windanlage. Ich h\u00e4tte eine kleine &#8230;\u00bb Neuenschwander und seine Frau befassten sich zu dem Zeitpunkt mit Solarenergie und fanden: Wind? Ok, machen wir! Die Genossenschaft wurde gegr\u00fcndet, weil die CKW damals von Privaten keinen Strom kaufte.<\/p>\n\n<p>2004 ging die Anlage bei einem Windsturm kaputt und musste entsorgt werden. Die Genossenschaft erfuhr von einer Turbine auf dem Titlis, die dort nicht gut funktioniere. \u00abUnser Pr\u00e4sident ging hin und kaufte sie zum symbolischen Preis von f\u00fcnf Franken. Bis sie schliesslich bei uns aufrecht stand, kostete es dann aber schon \u00fcber 50 000 Franken\u00bb, lacht Neuenschwander. Die Anlage war nicht ideal f\u00fcr die Windverh\u00e4ltnisse auf dem 3000 Meter hohen Berg \u2013 aber in Diegenstal lief sie einwandfrei. Gest\u00f6rt f\u00fchle sich aus der Nachbarschaft oder von den G\u00e4sten auf dem Hof niemand. \u00abWenn der Wind bl\u00e4st, \u00fcbert\u00f6nt das Rauschen der B\u00e4ume die Anlage ohnehin\u00bb, sagt Fritz Neuenschwander.<\/p>\n\n<p>Aus der kleinen Windenergie-Genossenschaft ist mittlerweile eine Gruppe von 200 Mitgliedern geworden, die mit Wind-, Sonnen- und Wasserkraft rund 650\u2019000 Kilowattstunden im Jahr produziert. Und man will noch h\u00f6her hinaus. \u00abDas Tolle an der Windenergie ist\u00bb, so der Bauer, \u00abdass man sieht, wie viel Energie in der Umwelt steckt. Allein schon mit so kleinen Anlagen wie unseren sieht man, dass es m\u00f6glich ist, all die Energie, die man braucht, aus erneuerbaren Quellen zu produzieren. Das macht enorm Lust, noch mehr zu machen!\u00bb Freilich: Der Standort muss stimmen, insbesondere beim Wind. Und sich als Genossenschaft oder anderswie zu organisieren, sei auch von Vorteil, weiss der Innerschweizer Produzent, der kein Einzelk\u00e4mpfer sein wollte, aus eigener Erfahrung: \u00abZusammen hat man politisch mehr Gewicht.\u00bb<\/p>\n\n<figure class=\"wp-block-image  caption-style-blue-overlay caption-alignment-center\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2020\/04\/bf492085-image.jpg\" alt=\"image\" class=\"wp-image-2573\"\/><\/figure>\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.greenpeace-magazin.ch\/2016\/11\/04\/gemeinsam-fuer-eine-saubere-stromzukunft\/\">Hier<\/a>&nbsp;gehts zu weiteren drei Beispielen von \u00d6kostromkonsumenten und -produzenten.<\/p>\n\n<p>Infografik: So funktioniert der Atomausstieg.<\/p>\n\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"3508\" height=\"2480\" class=\"alignnone size-full wp-image-2398\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2020\/04\/5b6e651d-energie.png\" alt=\"energie\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Damit wir in Zukunft den Atomstrom mit erneuerbaren und einheimischen Energiequellen ersetzen k\u00f6nnen, braucht es eine Nachfrage der Konsumenten, Gemeinschaftsgeist f\u00fcr den Bau von \u00d6kostromanlagen und Menschen, die in diese investieren.<\/p>\n","protected":false},"author":49,"featured_media":54248,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"_planet4_optimize_post_is_variant":false,"_planet4_optimize_experiment_name":"","_planet4_optimize_variant_name":"","ep_exclude_from_search":false,"p4_og_title":"","p4_og_description":"","p4_og_image":"","p4_og_image_id":"","p4_seo_canonical_url":"","p4_campaign_name":"not set","p4_local_project":"not set","p4_basket_name":"not set","p4_department":"","footnotes":""},"categories":[47],"tags":[42],"p4-page-type":[194],"gpch-article-type":[],"class_list":["post-44766","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-greenpeace","tag-energie","p4-page-type-hintergrund"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/44766","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/49"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=44766"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/44766\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/54248"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=44766"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=44766"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=44766"},{"taxonomy":"p4-page-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/p4-page-type?post=44766"},{"taxonomy":"gpch-article-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/gpch-article-type?post=44766"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}