{"id":44850,"date":"2017-02-10T07:00:00","date_gmt":"2017-02-10T05:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/?p=44850"},"modified":"2020-05-23T15:47:05","modified_gmt":"2020-05-23T13:47:05","slug":"die-wuerde-des-kopfsalats","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/hintergrund\/44850\/die-wuerde-des-kopfsalats\/","title":{"rendered":"Die W\u00fcrde des Kopfsalats"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Haben Pflanzen Rechte, unter Umst\u00e4nden sogar eine W\u00fcrde? Und wenn ja, welche? Je intensiver man sich mit dem Leben der Pflanzen auseinandersetzt, umso deutlicher wird, dass wir auf diese Fragen Antworten finden m\u00fcssen.<\/strong><\/p>\n\n<p>(Text aus dem Buch \u201aSchwatzhafte Tomate, wehrhafter Tabak\u2019, 2016, Lenos-Verlag, \u00fcberarbeitet)<\/p>\n\n<p><span class=\"dropcap\">D<\/span>ie Limabohne warnt ihre Nachbarinnen mit einem speziellen Duftstoff-Cocktail, wenn sie von Frassfeinden angegriffen wird. Am Speichel, der in ihre Bisswunde tropft, erkennt sie, ob es sich um eine Raupe oder um eine Spinnmilbe handelt. Je nachdem variiert sie ihr Duftstoffgemisch und lockt damit N\u00fctzlinge an, die ihr und ihren Nachbarinnen im Kampf gegen den Feind beistehen. Was f\u00fcr eine raffinierte Strategie.<\/p>\n\n<p>Alle Pflanzen kommunizieren mit Duftstoffen. Sie lernen aus Erfahrungen und k\u00f6nnen sich an vergangene Ereignisse erinnern. Pflanzen scannen unabl\u00e4ssig ihre Umgebung und verhalten sich entsprechend. Manche Forscher schliessen nicht aus, dass sie sogar empfindungsf\u00e4hig sind. Wir wissen es nicht. Untersuchungen der letzten Jahre zeigen aber: Etliche Pflanzen kennen ihre n\u00e4chsten Verwandten und bevorzugen diese; sie betreiben also Vetternwirtschaft, bilden Allianzen und konkurrenzieren sich.Unter dem Boden kn\u00fcpfen sie umfangreiche Beziehungsnetze aus Wurzeln und Pilzen, sogenannte Mykorrhizanetze. \u00dcber dieses \u00abInternet der Pflanzengemeinschaften\u00bb tauschen sie untereinander N\u00e4hrstoffe und Informationen aus. Was f\u00fcr ein dynamischer Marktplatz.<\/p>\n\n<p>Bislang galt die Pflanze in der Wissenschaft als eine Art passiver Bio-Automat mit genetisch programmierten Reaktionen. Man ging davon aus, ihn beliebig manipulieren und patentieren zu k\u00f6nnen. Neue Untersuchungen widerlegen dieses Pflanzenbild. Inzwischen wissen wir, dass Pflanzen ein aktives Sozialleben f\u00fchren, und dass ihre Beziehungsnetze viel komplexer und differenzierter sind, als wir dachten.<\/p>\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Der Auftrag des Bundesrats<\/h3>\n\n<p>2004 erteilte der Bundesrat der Eidgen\u00f6ssischen Ethikkommission f\u00fcr Biotechnologie im Ausserhumanbereich (EKAH), der ich angeh\u00f6rte, den Auftrag, zu erkunden, was der Begriff \u00abW\u00fcrde\u00bb in der Schweizer Bundesverfassung auf Pflanzen bezogen bedeuten k\u00f6nnte. Unser Grundgesetz gesteht in Artikel 120, Absatz 2 allen Kreaturen \u2013 also auch den Pflanzen \u2013 eine W\u00fcrde zu, der Rechnung zu tragen sei. Das ist einmalig: Kein anderes Land kennt eine solche Verfassungsnorm.<span style=\"font-size: 15.8333px;\">1<\/span>&nbsp;Doch was bedeutet sie?<\/p>\n\n<p>Anfangs tat ich mich schwer mit dem Begriff. In meinen Ohren haftete ihm etwas Altehr-W\u00fcrdiges, fast ein bisschen Verstaubtes an. W\u00fcrde ist zudem etwas, was dem Menschen zusteht und ihn damit von Tieren und Pflanzen unterscheidet, dachte ich. Der Begriff W\u00fcrde stammt vom althochdeutschen <em>wirdekeit<\/em> ab, das auf Wert, Wertigkeit oder Wertsein verweist. W\u00fcrdig war eine Person, die wegen ihrer grossen Tugendhaftigkeit oder ihres hohen Ranges besondere Wertsch\u00e4tzung genoss. Und nun sollte auch einer Maispflanze oder einem Salatkopf W\u00fcrde zuteil werden? Waren derartige Vermenschlichungen nicht unzul\u00e4ssig oder schlicht l\u00e4cherlich? Anderseits: W\u00fcrde k\u00f6nnte auch ein Zeichen sein, eine Metapher daf\u00fcr, dass Pflanzen einen Eigen-Wert haben: einen Wert um ihrer selbst willen, unabh\u00e4ngig von menschlichen Interessen.<\/p>\n\n<p>Wenn wir Pflanzen als Dinge, als passive Objekte betrachten, die alleinig unsere Interessen und Anforderungen zu erf\u00fcllen haben, ist es tats\u00e4chlich absurd, ihnen W\u00fcrde zu attestieren. Das ergibt keinen Sinn. Wenn wir aber Pflanzen als sensitive Lebewesen anschauen, die vielleicht sogar zu subjektiven Wahrnehmungen f\u00e4hig sind, dann gibt es gute Gr\u00fcnde, ihnen eine W\u00fcrde zuzusprechen.<\/p>\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Hitzige Diskussionen<\/h3>\n\n<p>F\u00fcr unsere Diskussionen in der Ethikkommission hatten wir kein Vorbild und konnten uns nicht auf die Literatur abst\u00fctzen. Wir waren uns kaum je einig; einige Mitglieder hielten es sogar f\u00fcr verfehlt, Pflanzen eine W\u00fcrde zuzusprechen. Also setzten wir uns mit den neusten wissenschaftlichen Erkenntnissen in der Pflanzenbiologie auseinander. Wir suchten Antworten auf die Frage, ob Pflanzen empfindungsf\u00e4hig sind, ob sie etwas als gut oder als schlecht erfahren, Schmerzen versp\u00fcren und auf Grund einer inneren, subjektiven Wahrnehmung darauf reagieren k\u00f6nnen. Und ob sie, als Konsequenz daraus, eigene Interessen haben und eine Verletzung derselben als solche registrieren k\u00f6nnen. Eine Uhr kann das nicht.<\/p>\n\n<p><span class=\"pull-right\">Mit Pflanzen kann man nach wie vor alles machen; es gibt kein Problembewusstsein, keinerlei ethische Bedenken. Warum eigentlich?<\/span><\/p>\n\n<p>Wir stellten fest, dass sich das nach heutigem Wissensstand nicht belegen l\u00e4sst. Es l\u00e4sst sich aber auch nicht ausschliessen. Es gibt manche Indizien daf\u00fcr, dass es sich so verh\u00e4lt, aber es fehlt eine l\u00fcckenlose Beweiskette. Die Behauptung, Pflanzen, k\u00f6nnten keine subjektiven Empfindungen haben, ist also genau so spekulativ wie das Gegenteil. Wir wissen es einfach nicht. Unbestritten ist hingegen, dass wir die F\u00e4higkeit der Pflanzen, ihre Umgebung wahrzunehmen, bisher massiv untersch\u00e4tzt haben.<\/p>\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Fl\u00f6teninstrumente der Empfindung<\/h3>\n\n<p>Den Tieren attestieren wir inzwischen die F\u00e4higkeit, etwas zu empfinden. Wir nehmen wahr, dass sie eine subjektive Sicht auf ihre Umgebung und individuelle Verhaltensweisen haben. Dass sie lernen und das Gelernte verarbeiten k\u00f6nnen. Den Schl\u00fcssel dazu sehen wir im Hirn, im Vorhandensein von Nervenbahnen. Liegen wir mit dieser Definition richtig?<\/p>\n\n<p>Gustav Theodor Fechner (1801\u20131887), ein grossartiger Philosoph und Bef\u00fcrworter der Pflanzenseele, bestand darauf, dass die Absenz von Nerven keineswegs beweise, dass Pflanzen keine Empfindungen haben und fand daf\u00fcr eine h\u00fcbsche Metapher. Er schrieb: \u00abDer Leib ist sozusagen eine Violine, die das innere Spiel ihrer Saiten selbst f\u00fchlt. Nun aber, wenn ich sehe, dass die Fl\u00f6te doch wirklich (\u2026) T\u00f6ne gibt, objektiv Empfindungen erzeugt, ohne Saiten zu haben, so weiss ich nicht, warum nicht auch die Pflanze subjektive Empfindungen soll erzeugen k\u00f6nnen, ohne Nerven zu haben. Die Tiere k\u00f6nnten ja Saiten-Instrumente, die Pflanzen Fl\u00f6ten-Instrumente der Empfindung sein. (\u2026)\u00bb<span style=\"font-size: 15.8333px;\">2<\/span><\/p>\n\n<p>Auch Tiere wurden lange Zeit als seelenlose Maschinen betrachtet. Erst in den letzten Jahrzehnten sind sie \u2013 zumindest teilweise \u2013 dieser Falle entronnen. Das franz\u00f6sische Parlament beschloss beispielsweise erst im Januar 2015, dass Tiere keine M\u00f6bel seien: \u00abLes animaux ne sont pas des meubles.\u00bb Es handle sich um sensible Lebewesen (\u00ab\u00eatres vivants dou\u00e9s de sensibilit\u00e9\u00bb). Diese Selbstverst\u00e4ndlichkeit musste gegen den erbitterten Widerstand von Teilen der republikanischen Partei UMP und der Fleischindustrie errungen werden.<\/p>\n\n<p>In vielen L\u00e4ndern sind Tiere nicht nur keine M\u00f6bel, sondern Kreaturen, die man r\u00fccksichtsvoll behandeln sollte. Als Resultat davon gibt es in der Schweiz (und anderswo) Vorschriften zur artgerechten Haltung von Nutztieren. Genmanipulationen sind bei uns zumindest bei Haus- und Nutztieren in der Landwirtschaft verboten. Wie sich die Zeiten doch ge\u00e4ndert haben: Ich erinnere mich, wie ich als junge Lehrerin mit einer Klasse im Biologieunterricht Ratten sezierte, und wie schwer es war, sie vorher mit Chloroform zu t\u00f6ten. Das w\u00fcrde ich heute um nichts in der Welt mehr tun.<\/p>\n\n<p>Die Diskussion um die W\u00fcrde von Pflanzen ist noch meilenweit von jener bei den Tieren entfernt. Mit Pflanzen kann man nach wie vor alles machen; es gibt kein Problembewusstsein, keinerlei ethische Bedenken. Warum eigentlich?<\/p>\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Willk\u00fcr ist w\u00fcrdelos<\/h3>\n\n<p>In unserer Ethikkommission sassen Philosophen und Ethikerinnen, aber auch Forscher und Molekularbiologinnen. Eine Mehrheit war damit einverstanden, dass W\u00fcrde kein absoluter Wert sei und es immer einer G\u00fcterabw\u00e4gung bed\u00fcrfe: Das Interesse einer Pflanze sollte gegen die Interessen der Menschen abgewogen werden. Die W\u00fcrde einer Rose sei anders zu bewerten als die W\u00fcrde eines Gorillas oder diejenige eines Menschen. Zum Schluss einigten wir uns darauf, dass Pflanzen nicht aus reiner Willk\u00fcr gesch\u00e4digt werden d\u00fcrfen, denn das verletze sie in ihrer W\u00fcrde. Doch \u00fcber die Bedeutung von \u00bbwillk\u00fcrlich\u00ab waren wir uns wiederum nicht einig. F\u00fcr einige fiel darunter bereits das K\u00f6pfen eines L\u00f6wenzahns am Wegrand ohne vern\u00fcnftigen Grund. F\u00fcr andere \u2013 dazu z\u00e4hlte auch ich \u2013 die totale und massive Verindustrialisierung und Instrumentalisierung von Pflanzen.<\/p>\n\n<p>2008, nach vierj\u00e4hriger Diskussion, ver\u00f6ffentlichten wir die Brosch\u00fcre <em>Die W\u00fcrde der Kreatur bei Pflanzen \u2013 Die moralische Ber\u00fccksichtigung von Pflanzen um ihrer selbst willen.<\/em><span style=\"font-size: 15.8333px;\">3<\/span><em>&nbsp;<\/em>Das Echo auf unsere Pressekonferenz war gross. Zeitungen, Radio und Fernsehen verk\u00fcndeten \u00fcberrascht: \u00bbPflanzen haben eine W\u00fcrde!\u00ab Einige Medien gingen sorgf\u00e4ltig auf den Bericht ein, andere \u00fcbersch\u00fctteten uns mit Spott und H\u00e4me. \u00dcber die W\u00fcrde des Kopfsalats oder des Kaktus wurde geh\u00f6hnt oder dar\u00fcber, dass nun auch das J\u00e4ten eines Unkrauts ethisch verwerflich sei. Ich aber war gl\u00fccklich, dass \u00fcberhaupt einmal eine \u00f6ffentliche Debatte \u00fcber den Status der Pflanze stattfand.<\/p>\n\n<p>Etwas sp\u00e4ter erhielten wir f\u00fcr unseren Bericht gar den IG Nobelpreis. IG steht f\u00fcr \u00abignoble\u00bb: Es ist eine satirische Auszeichnung f\u00fcr besonders l\u00e4cherliche Forschung, eine Forschung, die Menschen zuerst zum Lachen und dann zum Nachdenken bringen (\u00abto honor achievements that first make people laugh, and then make them think\u00bb). Ein Mitglied unserer Kommission ging nach Harvard, um die Urkunde in Empfang zu nehmen.<\/p>\n\n<figure class=\"wp-block-image  caption-style-blue-overlay caption-alignment-center\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2020\/04\/21a01ff1-46.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2890\"\/><\/figure>\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Thesenpapier zu Pflanzenrechten<\/h3>\n\n<p>Mich und andere reizte es, weiter \u00fcber dieses Thema nachzudenken. So lancierten wir das Projekt \u00abPflanzen neu entdecken\u00bb. F\u00fcnfzehn Experten und Expertinnen aus der Landwirtschaft, der Botanik, der Philosophie, der Biologie und der G\u00e4rtnerei haben sich seither zu mehreren ganzt\u00e4gigen Diskussionsrunden getroffen. Wir versuchten, uns der Pflanze behutsam von verschiedenen Seiten her anzun\u00e4hern und aus dem neu entstandenen Pflanzenbild heraus nach Grenzen zu suchen. Wir wollten den Versuch wagen, diese Grenzziehungen mit konkreten Forderungen \u2013 den Anspruchsrechten der Pflanze \u2013 zu verdeutlichen, und formulierten 29 Thesen.<\/p>\n\n<p>Pflanzen Rechte zuzugestehen, erscheint auf den ersten Blick ziemlich abwegig. Aber wir waren alle \u00fcberzeugt, dass wir dringend <em>irgendwo<\/em> Grenzen brauchen gegen deren totale Verindustrialisierung. Und dass wir Menschen auch <em>irgendwelche<\/em> Verpflichtungen den Pflanzen gegen\u00fcber haben, dass blosse Appelle zu mehr Respekt nicht genug seien. Dass Pflanzen etwas Verbindlicheres \u2013 ja: Rechte \u2013 brauchen. Man gibt jemandem Rechte, zu dem man eine Beziehung hat, um den man sich k\u00fcmmert. Eine Uhr braucht keine Rechte.<\/p>\n\n<p>Rechte f\u00fcr Pflanzen heisst nat\u00fcrlich nicht, dass wir sie nicht mehr essen, schneiden, pfropfen, m\u00e4hen, j\u00e4ten oder erforschen d\u00fcrfen. So, wie es bei Tieren auch nie darum ging, sie aus dem Nahrungsmittelkreislauf zu entfernen oder Forschung an ihnen zu verbieten. Wir formulierten einfach unsere Visionen und schielten nicht dauernd auf gesellschaftlich durchsetzbare Kompromissvorschl\u00e4ge. Entstanden sind so die \u00abRheinauer Thesen zu Rechten von Pflanzen\u00bb.4<\/p>\n\n<p>Mit der Formulierung von Anspruchsrechten f\u00fcr Pflanzen betraten wir Neuland; wir verstanden diese Rechte quasi als \u00abWegweiser\u00bb f\u00fcr k\u00fcnftige Diskussionen. So sollen Pflanzen ein Recht auf eine gewisse Eigenst\u00e4ndigkeit in Bezug auf Fortpflanzung und Anpassungsf\u00e4higkeit haben. Weiter formulierten wir Rechte auf das \u00dcberleben der eigenen Art und auf Nichtpatentierung.<\/p>\n\n<p>Nat\u00fcrlich ist es schwierig, herauszufinden, wo wir Menschen die Grenzen gegen\u00fcber den Pflanzen \u00fcberschreiten. <span class=\"pull-right\">Pflanzen k\u00f6nnen sich an sehr viele Manipulationen anpassen, ohne dagegen zu protestieren.<\/span> Ein Kopfsalat schreit nicht, wenn seine Grenzen \u00fcberschritten werden. Doch ist dies bei Tieren so anders? Als Kind verbrachte ich in den Ferien manche Stunden im Stall und schaute dem Bauern beim Melken zu. Die K\u00fche sahen auch im Winter ganz zufrieden aus \u2013 obwohl sie immer angebunden waren. Sie wussten nicht, dass zu ihrem \u00abartgerechten Verhalten\u00bb regelm\u00e4ssige Bewegung im Freien geh\u00f6rt. Das \u00e4nderte sich erst, als man freilebende Tiere beobachtete. Aus ihrem Verhalten leitete man Bedingungen f\u00fcr eine artgerechte Viehhaltung ab: K\u00fche m\u00fcssen nun \u00fcbers ganze Jahr regelm\u00e4ssig Auslauf erhalten.<\/p>\n\n<p>Auch Pflanzen zeigen unter Laborbedingungen ein anderes Verhalten als in der freien Natur. Wie komplex pflanzliches Verhalten sein kann, wurde erst entdeckt, als Wissenschafter ihre Arbeitspl\u00e4tze vom Labor in die Natur verlegten. Diese Forschung k\u00f6nnte uns ebenfalls Indizien f\u00fcr Pflanzenrechte liefern. Wir stehen erst am Anfang dieser Diskussion.<\/p>\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">W\u00fcrde ist mehr als Respekt<\/h3>\n\n<p>W\u00e4hrend der \u00fcber viele Jahre dauernden Diskussion um die W\u00fcrde der Pflanze begann ich diesen Begriff zu lieben. W\u00fcrde ist mehr als Respekt oder Wert. Wenn wir f\u00fcr Pflanzen mehr Respekt einfordern w\u00fcrden, t\u00e4te das niemandem weh. Doch der Begriff W\u00fcrde kreiert Unruhe. Und verbindliche Rechte f\u00fcr Pflanzen sind erst recht eine Provokation. Das ist gut so. Und vielleicht, wer weiss, vielleicht werden wir alle in ein paar Jahren lachen \u2013 und es wird dann ein Lachen \u00fcber unsere damalige Arroganz sein.<\/p>\n\n<p><strong>Florianne Koechlin<\/strong>, 1948, studierte Biologie und Chemie; sie wurde bekannt als Gentechnik-Kritikerin und ist Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin des Blauen-Instituts . Sie befasst sich seit Jahren mit neuen Erkenntnissen zu Pflanzen und andern Lebewesen (insbesondere Pflanzenkommunikation und Beziehungsnetze), mit zukunftsf\u00e4higen Konzepten in der Landwirtschaft und den dazu n\u00f6tigen Forschungsstrategien und hat dazu etliche B\u00fccher geschrieben (letztes Buch \u00abSchwatzhafte Tomate, wehrhafter Tabak\u00bb 2016 Lenos-Verlag). Sie besch\u00e4ftigt sich auch mit der Malerei (<a href=\"http:\/\/www.floriannekoechlin.ch\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">www.floriannekoechlin.ch<\/a>).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Haben Pflanzen Rechte, unter Umst\u00e4nden sogar eine W\u00fcrde? Und wenn ja, welche? 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