{"id":45127,"date":"2018-01-23T07:00:00","date_gmt":"2018-01-23T05:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/?p=45127"},"modified":"2020-05-27T11:03:17","modified_gmt":"2020-05-27T09:03:17","slug":"walk-the-talk-serie-55","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/hintergrund\/45127\/walk-the-talk-serie-55\/","title":{"rendered":"Walk the Talk! (Serie: 5\/5)"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Wir haben mit Menschen gesprochen, die sich f\u00fcr die Umwelt engagieren, gerade weil sie sich der enormen Herausforderungen bewusst sind, vor denen unsere Gesellschaften stehen. Ihre Motive und Methoden unterscheiden sich. Aber allen sind zwei Dinge gemein: Sie leben den Wandel, den sie in der Welt sehen wollen. Und sie inspirieren dadurch andere, es ihnen gleichzutun. Xiuhtezcatl Martinez ist einer von ihnen. <\/strong><\/p>\n\n<p>Xiuhtezcatl Martinez ist ein Ph\u00e4nomen: Er ist zu jung zum W\u00e4hlen, zum Autofahren oder Alkoholtrinken, hat aber bereits dreimal vor den Vereinten Nationen gesprochen. \u00abTime Magazine\u00bb, CNN und \u00abNational Geographic\u00bb berichten bereits \u00fcber sein Engagement. Vor einigen Monaten hat er sein erstes Buch \u00abWe Rise\u00bb publiziert und 2018 wird sein erstes Hip-Hop-Album erscheinen. Egal was das heute 17-J\u00e4hrige Energieb\u00fcndel macht \u2013 rappen, mobilisieren, schreiben \u2013, sein Thema ist immer dasselbe: der Klimawandel und dessen B\u00fcrde f\u00fcr seine Generation. \u00dcber Wochen hatte ich versucht, ihn telefonisch zu erreichen, w\u00e4hrend seine Mutter \u2013 sie hatte sich als \u00abMomager\u00bb vorgestellt \u2013 mich per E-Mail dabei unterst\u00fctzte, einen Termin mit ihrem Sohn zu finden. Schliesslich erwischte ich ihn auf dem R\u00fccksitz eines Autos irgendwo in den USA, als er von einem Auftritt zum n\u00e4chsten gefahren wurde.<\/p>\n\n<p>\u00abDer Klimawandel steht \u00fcber allem\u00bb, sagt er. \u00abEr betrifft jeden einzelnen Aspekt unseres Lebens. Wir m\u00fcssen jetzt etwas tun, nicht erst in Zukunft, denn meine Generation hat keine Zeit zu verlieren!\u00bb Xiuhtezcatl ist in Mexiko und den USA aufgewachsen. Sein Vater ist ein indigener Nachfahre der Azteken. Er selber pflegt dieses Erbe behutsam und tr\u00e4gt seinen Vornamen mit Stolz. \u00abMein Vater hat mich die Rituale unserer Vorfahren gelehrt. Deshalb hatte ich schon immer einen ausgesprochen engen Bezug zur Natur.\u00bb Er erinnert sich an lange Tage im Wald und wie er als Kind Fr\u00f6sche gesammelt hat. Die T\u00fcr zum Aktivismus stiess jedoch seine Mutter Tamara auf. Seit \u00fcber zwanzig Jahren ist sie umweltpolitisch aktiv und lebte dem Sohn vom ersten Tag an vor, was es heisst, f\u00fcr seine Ideale einzustehen. Als Ausl\u00f6ser f\u00fcr sein eigenes politisches Engagement erinnert sich Martinez an den Dokumentarfilm \u00abThe 11th Hour\u00bb von und mit Leonardo DiCaprio zum kritischen Zustand unserer Erde. Das war 2007. Im gleichen Jahr erschien der vierte Sachstandsbericht des IPCC und ein Jahr zuvor hatte Al Gores \u00abAn Inconvenient Truth\u00bb die Risiken des Klimawandels bekannt gemacht. \u00abMit einem Schlag wurde mir bewusst, dass es an meiner Generation liegt, L\u00f6sungen f\u00fcr den Klimawandel zu finden.\u00bb Xiuhtezcatl war damals sechs Jahre alt.<\/p>\n\n<p>Seither ist der Tausendsassa Jugendkoordinator der NGO Earth Guardians, die auf eine Initiative seiner Mutter zur\u00fcckgeht. In dieser Funktion geht er an Schulen, h\u00e4lt Vortr\u00e4ge zum Klimawandel und mobilisiert seine Generation. Er l\u00e4uft bei Demonstrationen mit und gibt Hip-Hop-Konzerte. Dort rappt er von der R\u00fcckkehr zur Natur und der Verantwortung zum Widerstand gegen ein System, das die Zerst\u00f6rung der Zukunft seiner Generation in Kauf nimmt. Xiuhtezcatl lebt zusammen mit seiner Mutter und dem j\u00fcngeren Bruder in Boulder im Bundesstaat Colorado. Dort konnte er mit Gleichgesinnten die lokalen Beh\u00f6rden \u00fcberzeugen, eine Geb\u00fchr auf Plastiktaschen einzuf\u00fchren und das Spr\u00fchen von Pestiziden in \u00f6ffentlichen R\u00e4umen zu verbieten. Sp\u00e4ter st\u00fcrmte er mit einer Gruppe Gleichaltriger Sitzungen, bei denen \u00fcber Frackinglizenzen verhandelt wurde, und setzte f\u00fcr Colorado ein f\u00fcnfj\u00e4hriges Moratorium f\u00fcr Fracking durch.<\/p>\n\n<p>Aktuell steckt Xiuhtezcatl mitten in einem epischen \u00abDavid gegen Goliath\u00bb-Kampf: Mit 20 Gleichgesinnten zwischen neun und zwanzig Jahren hat er Klage gegen die amerikanische Regierung erhoben. Sie tue zu wenig, um seine Generation vor den Folgen des Klimawandels zu sch\u00fctzen. Die in der Verfassung verbrieften Rechte auf Leben, Freiheit und Eigentum seien durch die Erd\u00f6lindustrie und die Unt\u00e4tigkeit der US-Regierung akut bedroht. \u00abFalls wir gewinnen, w\u00e4re die Regierung gesetzlich verpflichtet, einen Massnahmenplan gegen den Klimawandel zu erarbeiten\u00bb, sagt Martinez. Im November 2016 hat die Richterin Ann Aiken die Klage unter dem Titel \u00abJuliana v. U.S.\u00bb gutgeheissen und die Forderung der Regierung ignoriert, den Fall abzuweisen. Laut Martinez beginnen im Fr\u00fchling die ersten Anh\u00f6rungen. \u00abSo was gab es noch nie!\u00bb, freut er sich. Seit Donald Trump an der Macht sei und Klimawandel-Leugner und ehemalige Erd\u00f6l-CEOs in Schl\u00fcsselpositionen von Regierung und Verwaltung hieve, sei ihr Kampf noch wichtiger geworden. \u00abDie Menschen sind w\u00fctend und gehen gegen die Trump-Regierung auf die Strasse\u00bb, erz\u00e4hlt er. \u00abWir wollen diese Wut nutzen und sie in konstruktiven Aktivismus verwandeln.\u00bb<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Xiuhtezcatl Martinez: Ein 17-j\u00e4hriger Azteke klagt gegen die US-Regierung<\/p>\n","protected":false},"author":49,"featured_media":45128,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"_planet4_optimize_post_is_variant":false,"_planet4_optimize_experiment_name":"","_planet4_optimize_variant_name":"","ep_exclude_from_search":false,"p4_og_title":"","p4_og_description":"","p4_og_image":"","p4_og_image_id":"","p4_seo_canonical_url":"","p4_campaign_name":"not set","p4_local_project":"not set","p4_basket_name":"not set","p4_department":"","footnotes":""},"categories":[47],"tags":[50],"p4-page-type":[194],"gpch-article-type":[],"class_list":["post-45127","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-greenpeace","tag-klima","p4-page-type-hintergrund"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/45127","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/49"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=45127"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/45127\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/45128"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=45127"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=45127"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=45127"},{"taxonomy":"p4-page-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/p4-page-type?post=45127"},{"taxonomy":"gpch-article-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/gpch-article-type?post=45127"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}