{"id":45262,"date":"2018-09-21T07:00:00","date_gmt":"2018-09-21T05:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/?p=45262"},"modified":"2020-05-27T16:09:00","modified_gmt":"2020-05-27T14:09:00","slug":"fuerchten-beten-und-hoffen-fuer-den-gletscher","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/hintergrund\/45262\/fuerchten-beten-und-hoffen-fuer-den-gletscher\/","title":{"rendered":"F\u00fcrchten, beten und hoffen f\u00fcr den Gletscher"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"p1\"><strong><span class=\"s1\">Am Ende des Jahrhunderts werden lediglich noch letzte Flecken des Aletschgletschers \u00fcbrig bleiben \u2013 das prognostizieren uns Glaziologen mit Klimamodellen. Was bedeutet das f\u00fcr die Menschen vor Ort, die heute schon mit den Auswirkungen des Klimawandels und der Gletscherschmelze leben m\u00fcssen? Eine Spurensuche auf und um den Giganten unter den Alpengletschern.<\/span><\/strong><\/p>\n\n<p class=\"p2\"><span class=\"s1\"><span class=\"dropcap\">V<\/span>on der Riederalp, hoch \u00fcber dem Rhonetal, sind es nochmals knapp zehn Minuten mit der Gondelbahn bis auf die Moosfluh auf 2333 Meter. Wir steigen aus der Gondel, machen wenige Schritte Richtung Krete und pl\u00f6tzlich ist er da: der Aletschgletscher. Mit 82 km\u00b2 der gr\u00f6sste Gletscher der Alpen, 22 Kilometer lang und seit 2001 UNESCO-Weltnaturerbe. <\/span><\/p>\n\n<p class=\"p2\"><span class=\"s1\">Von der Jungfrau auf \u00fcber <\/span><span class=\"s1\">4000 Meter fliesst er bis hinunter zum Aletschwald auf 1650 Meter, wo sein Eis in einen reissenden Bach m\u00fcndet. Lediglich einen Drittel des Gesamtgletschers kann man von hier aus sehen, der Rest wird vom Olmenhorn und Dreieckhorn verdeckt. Welch unfassbar gewaltige Eismasse, die sich da vor uns ausbreitet.<\/span><\/p>\n\n<p class=\"p2\"><span class=\"s1\">Wir gehen einige Schritte weiter hin zum Abhang Richtung Gletscherflanke. Schnell merken wir: Was unendlich und unverr\u00fcckbar scheint, ist instabil und in Bewegung geraten. Gelbe Banderolen versperren den Zugang zu Wanderwegen, die einst zum Gletscher f\u00fchrten. Eine alte Trockensteinmauer liegt zerbrochen am Boden. In der \u00fcppigen Sommervegetation klaffen dunkle, bis zu 20 Meter breite Spalten, fast so, als h\u00e4tte ein Riese mehrmals seinen Keil in den Berg geschlagen.<\/span><\/p>\n\n<p class=\"p2\"><span class=\"s1\">\u00abWahrscheinlich werde ich da nie mehr reingehen k\u00f6nnen\u00bb, klagt Laudo Albrecht. \u00abUnd selbst wenn, wird das Gebiet ein anderes sein.\u00bb Albrecht ist in der Region aufgewachsen. \u00dcber den Gletscher ging er zum ersten Mal als kleiner Knopf mit seinen Eltern w\u00e4hrend eines Familienausflugs. Er studierte Biologie und wurde 1989 Leiter des Pro-Natura-Zentrums Aletsch auf der Riederalp.<\/span><\/p>\n\n<div class=\"wp-block-image  caption-style-blue-overlay caption-alignment-center\"><figure class=\"aligncenter\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2020\/04\/2f5bdf27-aletschgletscher-9194.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5898\"\/><figcaption>Dass der Gletscher schmilzt, ist klar ersichtlich. (\u00a9 Anne Gabriel-J\u00fcrgens)<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n<p class=\"p2\"><span class=\"s1\">Nur wenige waren \u00f6fter auf dem Glet<\/span><span class=\"s1\">scher als er. Im Sommer f\u00fchrt er mit seinen Mitarbeitenden Schulklassen und Interessierte auf den Gletscher \u2013 nicht nur, um ihnen dessen Sch\u00f6nheit zu erschliessen, sondern auch, um sein Leiden zu vermitteln. \u00abWir f\u00fchrten Hunderte von Gruppen diesen Pfad hinunter zum Gletscher.\u00bb Als er einmal alleine \u00fcber die Abschrankungen stieg, um zu schauen, was passiert war, habe <\/span><span class=\"s1\">es ihn emotional erwischt, erz\u00e4hlt Albrecht. \u00abDass der Gletscher schmilzt, wissen wir schon lange. Doch nun geht alles pl\u00f6tzlich viel schneller.\u00bb&nbsp;<\/span><\/p>\n\n<h3 class=\"p2 wp-block-heading\"><span class=\"s1\">Fehlender Gletscher, wankende Berge <\/span><\/h3>\n\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Im Herbst 2016 gerieten bei der Moosfluh 150 Millionen Kubikmeter Fels in Bewegung, eine Fl\u00e4che von 250 Fussballfeldern. Teile der Bergflanke rutschten Richtung Gletscher ab. Unten bewegte sich der Hang 70 bis 80 Zentimeter pro Tag, auf der Moosfluh-Krete bis zu 20 Zentimeter. Zwischenzeitlich herrschte sogar die Bef\u00fcrchtung, dass der gesamte Hang abrutschen k\u00f6nnte. Weil sich der Aletschgletscher in noch nie dagewesenem Tempo zur\u00fcckzieht, werden die angrenzenden H\u00e4nge nicht mehr vom Eis gest\u00fctzt, sie werden instabil und rutschen ab. Bis heute gibt es punktuelle Felsabbr\u00fcche.<\/span><\/p>\n\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Wir sind an diesem Samstagmorgen mit Albrecht auf die Moosfluh gefahren, um ihn auf den Gletscher zu begleiten. Er hat drei Ranger und zwei Praktikantinnen mitgebracht, die ihm helfen, Metall- und Holzstangen zu schleppen. Sie wollen die Ablationsstange auswechseln, mit welcher sich der Verlust an Eisdicke messen l\u00e4sst. Daf\u00fcr werden sie mit dem Metall zuerst ein Loch in die Eisdecke bohren und anschliessend die Holzstange darin versenken. Seit 1995 macht Pro Natura solche Messungen. Seit Beginn verdeutlichen sie: Der Gletscher wird d\u00fcnner. <\/span><\/p>\n<div data-render=\"planet4-blocks\/gallery\" data-attributes=\"{&quot;attributes&quot;:{&quot;multiple_image&quot;:&quot;55323,55322,55321,55320,55319,55318&quot;,&quot;image_data&quot;:[{&quot;url&quot;:&quot;https:\\\/\\\/www.greenpeace.ch\\\/static\\\/planet4-switzerland-stateless\\\/2018\\\/09\\\/d34324cd-aletschgletscher-8726-768x1024-1.jpg&quot;,&quot;focalPoint&quot;:{&quot;x&quot;:0.5,&quot;y&quot;:0.5},&quot;id&quot;:55323},{&quot;url&quot;:&quot;https:\\\/\\\/www.greenpeace.ch\\\/static\\\/planet4-switzerland-stateless\\\/2018\\\/09\\\/fc1bb878-aletschgletscher-9061-768x1024-1.jpg&quot;,&quot;focalPoint&quot;:{&quot;x&quot;:0.5,&quot;y&quot;:0.5},&quot;id&quot;:55322},{&quot;url&quot;:&quot;https:\\\/\\\/www.greenpeace.ch\\\/static\\\/planet4-switzerland-stateless\\\/2018\\\/09\\\/5a04a91e-aletschgletscher-9020-768x1024-1.jpg&quot;,&quot;focalPoint&quot;:{&quot;x&quot;:0.5,&quot;y&quot;:0.5},&quot;id&quot;:55321},{&quot;url&quot;:&quot;https:\\\/\\\/www.greenpeace.ch\\\/static\\\/planet4-switzerland-stateless\\\/2018\\\/09\\\/fd87b251-aletschgletscher-8813-768x1024-1.jpg&quot;,&quot;focalPoint&quot;:{&quot;x&quot;:0.5,&quot;y&quot;:0.5},&quot;id&quot;:55320},{&quot;url&quot;:&quot;https:\\\/\\\/www.greenpeace.ch\\\/static\\\/planet4-switzerland-stateless\\\/2018\\\/09\\\/3e3afe99-aletschgletscher-8955-1.jpg&quot;,&quot;focalPoint&quot;:{&quot;x&quot;:0.5,&quot;y&quot;:0.5},&quot;id&quot;:55319},{&quot;url&quot;:&quot;https:\\\/\\\/www.greenpeace.ch\\\/static\\\/planet4-switzerland-stateless\\\/2018\\\/09\\\/c723cfa5-aletschgletscher-8735.jpg&quot;,&quot;focalPoint&quot;:{&quot;x&quot;:0.5,&quot;y&quot;:0.5},&quot;id&quot;:55318}],&quot;gallery_block_style&quot;:0,&quot;gallery_block_title&quot;:&quot;&quot;,&quot;gallery_block_description&quot;:&quot;&quot;,&quot;gallery_block_focus_points&quot;:&quot;&quot;,&quot;images&quot;:[{&quot;image_src&quot;:&quot;https:\\\/\\\/www.greenpeace.ch\\\/static\\\/planet4-switzerland-stateless\\\/2018\\\/09\\\/d34324cd-aletschgletscher-8726-768x1024-1.jpg&quot;,&quot;image_srcset&quot;:&quot;https:\\\/\\\/www.greenpeace.ch\\\/static\\\/planet4-switzerland-stateless\\\/2018\\\/09\\\/d34324cd-aletschgletscher-8726-768x1024-1.jpg 768w, https:\\\/\\\/www.greenpeace.ch\\\/static\\\/planet4-switzerland-stateless\\\/2018\\\/09\\\/d34324cd-aletschgletscher-8726-768x1024-1-225x300.jpg 225w, https:\\\/\\\/www.greenpeace.ch\\\/static\\\/planet4-switzerland-stateless\\\/2018\\\/09\\\/d34324cd-aletschgletscher-8726-768x1024-1-255x340.jpg 255w&quot;,&quot;image_sizes&quot;:false,&quot;alt_text&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;Ranger und PraktikantInnen helfen Laudo Albrecht, Metall- und Holzstangen zu schleppen. 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Und das vergangene&nbsp;<\/span><span class=\"s1\">Jahr geh\u00f6rte zu den schmelzintensivsten seit Messbeginn.<\/span><\/p>\n\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">\u00abDer Gletscher ist f\u00fcr mich \u00fcber die letzten 30 Jahre eine Art Freund geworden\u00bb, erz\u00e4hlt Albrecht. \u00abDoch dieser Freund verabschiedet sich je l\u00e4nger, je mehr.\u00bb Am Gletscherfuss, wo d\u00fcnne, milchige und blassblaue B\u00e4chlein am Eis zerren, suchen wir nach einer Stelle, um auf den Giganten aufzusteigen. Aus dem Wasser ragt ein drei Meter hoher, kupferroter Findling. Vor zwei Jahren sei der Stein noch komplett mit Eis bedeckt gewesen, erz\u00e4hlt Albrecht. Darunter gab es eine Eish\u00f6hle, die er den Besuchern gerne zeigte. Nun ist sie weg.<\/span><\/p>\n\n<h3 class=\"p1 wp-block-heading\"><span class=\"s1\">Beten f\u00fcr ein erneutes Gletscherwachstum<\/span><\/h3>\n\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Das rapide Schwinden des Gletschers hat sogar die Kirche alarmiert. Der Pr\u00e4fekt des Bezirkes Goms, Herbert Volken, war 2009 beim Papst Benedikt XVI vorstellig, um das jahrhundertealte Gel\u00fcbde f\u00fcr den R\u00fcckzug des Gletschers, der den Bewohnern lange Zeit als grosse Gefahr galt, umkehren zu d\u00fcrfen. Der Papst hiess die Anpassung an den Klimawandel gut. 2012 wurde die Prozession erstmals mit der Bitte durchgef\u00fchrt, dass der Gletscher wieder wachsen m\u00f6ge. Bislang jedoch ohne Erfolg, wie Messungen des nationalen Gletschermessnetzes GLAMOS zeigen. \u00abSelbst wenn wir die Klimaerw\u00e4rmung auf dem heutigen Stand stabilisieren k\u00f6nnten, w\u00fcrde sich der Aletschgletscher noch immer um weitere sechs Kilometer zur\u00fcckziehen\u00bb, erkl\u00e4rt der ETH- Glaziologe und GLAMOS-Leiter Matthias Huss.<\/span><\/p>\n\n<div class=\"wp-block-image  caption-style-blue-overlay caption-alignment-center\"><figure class=\"alignleft\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2020\/04\/3c0b62cb-aletschgletscher-8650-1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5911\"\/><figcaption>2100 soll nicht mehr viel vom Aletschgletscher \u00fcbrig sein. (\u00a9 Anne Gabriel-J\u00fcrgens)<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\"> Er hat auch die Simulation mitentwickelt, die <\/span><span class=\"s1\">im Zeitraffer zeigt, dass bis 2100 wahrscheinlich nur noch letzte Flecken vom Aletschgletscher \u00fcbrig bleiben. F\u00fcr den Glaziologen gibt es nur einen Weg, um zumindest Reste der Gletscher weltweit zu bewahren: die Einhaltung der Vorgaben aus dem Pariser Klimavertrag. \u00abDadurch k\u00f6nnten 20 bis 30 Prozent der Gletscher gerettet werden. Fahren wir jedoch mit den CO2-Emissionen weiter wie bisher, blieben uns noch f\u00fcnf Prozent des heutigen Eisvolumens, vor allem <\/span><span class=\"s1\">in H\u00f6hen \u00fcber 4000 Metern.\u00bb <\/span><\/p>\n\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Gletscher sind nicht nur unendlich faszinie<\/span><span class=\"s1\">rend, sie sind auch f\u00fcr den Wasserhaushalt der Schweiz entscheidend. Wie riesige Wasserspeicher in grosser H\u00f6he halten sie das Wasser zur\u00fcck und geben es dann ab, wenn es die Menschen im Tal brauchen \u2013 vor allem in trockenen Sommern. Das ist sowohl f\u00fcr die Landwirtschaft als auch zum <\/span><span class=\"s1\">F\u00fcllen der Stauseen f\u00fcr die Stromproduktion relevant. <\/span><\/p>\n\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Doch der Speicher ger\u00e4t aus dem Gleichgewicht: Die Schneefallgrenze steigt und die Schneefallmengen nehmen ab. Dadurch fehlt dem Gletscher \u00abNahrung\u00bb zum Regenerieren. Zudem schmilzt der Schnee in der H\u00f6he nun oft bereits im Fr\u00fchling und kann seine Funktion als Schutzschicht f\u00fcr das Eis nicht mehr wahrnehmen.<\/span><\/p>\n\n<h3 class=\"p1 wp-block-heading\"><span class=\"s1\">Beim \u00abgr\u00fcnen Spinner\u00bb und seinen Suonen<\/span><\/h3>\n\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Wir fahren nach Ausserberg, einem 600-Seelen-Dorf an einem steilen Hang an der L\u00f6tschberg-S\u00fcdrampe, 350 Meter \u00fcber Visp. Ausserberg geh\u00f6rt zur Region Jungfrau-Aletsch. Die tieferen Lagen sind klimatisch einzigartig: Visp verzeichnet landesweit die meisten Hitzetage (> 30 \u00b0C) und geh\u00f6rt zu den trockensten Regionen der Schweiz \u2013 nirgends gibt es weniger Regentage. Hier lebt Orlando Schmid. Er hat zehn K\u00fche auf 38 Hektaren Land \u2013 \u00abdas sind eigentlich afrikanische Verh\u00e4ltnisse\u00bb, witzelt er. Heute ist er der letzte Vollerwerbsbauer Ausserbergs. Schmid produziert seit jeher biologisch und nur so viel, wie sein eigenes Land hergibt. Schon fr\u00fch war er der \u00abgr\u00fcne Spinner\u00bb im Dorf.<\/span><\/p>\n\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Wir sind zu Schmid gefahren, um mehr \u00fcbers Gletscherwasser im Rhonetal zu erfahren. Denn seit Jahrhunderten leben die Menschen hier in fruchtbarer Koexistenz mit den zahlreichen Gletschern in der Umgebung. Die Suonen sind vielleicht das beste Symbol daf\u00fcr. Junge M\u00e4nner hauten \u00fcber Jahrhunderte in m\u00fchseliger Arbeit kilometerlange Kan\u00e4le in den Fels, legten sie mit zugeschnittenen Holzst\u00e4mmen an oder gruben sie in den Boden, um Wasser aus den Gletscherb\u00e4chen umzuleiten. Nur so war es ihnen \u00fcberhaupt m\u00f6glich, ihre Felder in den trockenen Sommermonaten zu bestellen.<\/span><\/p>\n\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Schmid f\u00e4hrt uns im gr\u00fcnen Subaru vom Hof hinauf zur \u00abNiw\u00e4rch\u00bb, zur h\u00f6chsten von vier Suonen, welche die Felder rund um Ausserberg mit Wasser versorgen. In einem 30 Zentimeter tiefen Kanal fliesst ein mageres B\u00e4chlein; drum herum ein Hort der Biodiversit\u00e4t: wilde Minze, wilder Wermut, wilder Thymian, Schachbrettfalter und ein halbes Dutzend Schmetterlingsarten. Die Suone verbindet Schmids Feld mit dem Bach des nahe gelegenen Baltschiedertals, der vom Inneren und \u00c4usseren Baltschiedergletscher gespiesen wird. Die \u00abNiw\u00e4rch\u00bb ist die Lebensader von Schmids Betrieb; sie s\u00e4umt seine Felder an&nbsp;<\/span><span class=\"s1\">der Oberkante.<\/span><\/p>\n\n<div class=\"wp-block-image  caption-style-blue-overlay caption-alignment-center\"><figure class=\"alignright\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2020\/04\/39aa4d56-aletschgletscher-8270.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5921\"\/><figcaption>Ein sogenannter Wasserschieber f\u00fcr die Suonen. (\u00a9 Anne Gabriel-J\u00fcrgens)<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Zu klar definierten Zeiten darf er das B\u00e4chlein mit einem \u00abSchieber\u00bb, einem Holzbrett, so breit wie die Suone, an mehreren Stellen staue<\/span>n, wodurch das Wasser die darunterliegenden Felder \u00fcberschwemmt. Damit sich das Wasser regelm\u00e4ssig \u00fcber die Felder verteilt, hat er zus\u00e4tzlich Furchen&nbsp;<span class=\"s1\">in den Boden gezogen. \u00abWie ein Wassernomade gehe ich dann jeweils von Schieber zu Schieber, um einen Fleck nach dem anderen zu bew\u00e4ssern\u00bb, erkl\u00e4rt er. Eine Landwirtschaft, so archaisch wie zu Gotthelfs Zeiten. Bisher hat seine Suone noch nie versagt, das Wasser fliesst, vom rapide schmelzenden Gletscher und den Niederschl\u00e4gen gespiesen.<\/span><\/p>\n\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Trotzdem leidet Schmid am Wassermangel: Er nimmt uns mit auf eine gedankliche Reise in den Hitzesommer 2003: \u00abEs war katastrophal. In Sitten wurden Temperaturen von 39 \u00b0C verzeichnet. In den h\u00f6heren Lagen, die wir nicht bew\u00e4ssern und wo das Vieh im Sommer grast, war alles braun. Wir arbeiteten rund um die Uhr, damit die K\u00fche jeden Tag Wasser und etwas Futter hatten. Am Ende musste ich sie trotzdem ins Tal bringen, weil es hier oben nicht mehr ging.\u00bb Das Schlimmste sei aber nicht die Arbeit gewesen, sondern das zerm\u00fcrbende Gef\u00fchl der Ohnmacht. \u00abMan kann weder Wasser produzieren noch das Klima bestimmen\u00bb, res\u00fcmiert Schmid. \u00abWir waren uns Trockenperioden gewohnt, aber das brachte uns an die Grenzen.\u00bb <\/span><\/p>\n\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Die Trockenperioden w\u00fcrden zunehmend l\u00e4nger, erz\u00e4hlt Schmid. Auch 2017 sei ein schlimmer Sommer gewesen. \u00abZwar nehmen hier im Dorf alle die Ver\u00e4nderungen wahr, doch sie tun sie als nat\u00fcrliche Schwankung ab.\u00bb Das Thema Klimawandel sei in Ausserberg nicht pr\u00e4sent. \u00abDas sind halt schleichende Prozesse\u00bb, begr\u00fcndet Schmid. \u00abDoch schleichende Prozesse enden meist t\u00f6dlich.\u00bb Wenn die Jungen in die St\u00e4dte ziehen, niemand mehr das Gras schneide und die Wiesen verganden, dann komme mit der Hitze auch noch das Feuer.<\/span><\/p>\n\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Schmid hat seinen Hof und seine Tiere mittlerweile verkauft Eine junge B\u00e4uerin, mit der Schmid das Heu von Beginn weg auf der gleichen B\u00fchne hatte, will ihr Gl\u00fcck in Ausserberg versuchen. Er sei froh, dass seine Kinder nicht in seine Fussstapfen treten, sagt er: \u00abDas Bauern in dieser Region wird immer schwieriger\u00bb, ist er \u00fcberzeugt. \u00abWegen der Trockenheit.\u00bb <\/span><\/p>\n\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Das Bundesamt f\u00fcr Umwelt (Bafu) rechnet in seinen Klimaszenarien f\u00fcr die Schweiz in der zweiten H\u00e4lfte des Jahrhunderts mit einer Abnahme der Nieder<\/span><span class=\"s1\">schlagsmengen im Sommer von 18 bis 28 Prozent (ohne globale Klimaschutzmassnahmen) oder 8 bis 10 Prozent (mit globalen Klimaschutzmassnahmen). Das ohnehin trockene Rhonetal wird besonders betroffen sein. L\u00e4ngerfristig werden auch die Schmelzwassermengen der Gletscher r\u00fcckl\u00e4ufig sein; die Suonen k\u00f6nnten in Trockenperioden leerlaufen.<\/span><\/p>\n\n<h3 class=\"p1 wp-block-heading\"><span class=\"s1\">Schmelzende Touristenattraktion<\/span><\/h3>\n\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">In der Gemeinde Riederalp sind 82 Prozent der Wohnh\u00e4user Zweitwohnungen und die Bergbahn ist der weitaus gr\u00f6sste Arbeitgeber. Nach einem tiefgreifenden sozio\u00f6konomischen Wandel ab den 60er-Jahren wurde aus den abgeschiedenen, selbstversorgenden Bauernd\u00f6rfern eine globale Tourismusdestination. Der \u00abGreat Aletsch Glacier\u00bb ist mittlerweile von Boston bis Beijing ein klingender Name. Doch die Abh\u00e4ngigkeit vom Tourismus macht im Hinblick auf den fortschreitenden Klimawandel verletzlich. Denn die Aletschregion ohne Gletscher, das ist ein wenig wie Zermatt ohne Matterhorn. Voraussichtlich w\u00fcssten Tausende Chinesen nicht mehr, weshalb sie noch hierhin reisen sollten.<\/span><\/p>\n<div data-render=\"planet4-blocks\/gallery\" data-attributes=\"{&quot;attributes&quot;:{&quot;multiple_image&quot;:&quot;55329,55328,55327,55326&quot;,&quot;image_data&quot;:[{&quot;url&quot;:&quot;https:\\\/\\\/www.greenpeace.ch\\\/static\\\/planet4-switzerland-stateless\\\/2018\\\/09\\\/3f49c980-aletschgletscher-8593-1024x768-1.jpg&quot;,&quot;focalPoint&quot;:{&quot;x&quot;:0.5,&quot;y&quot;:0.5},&quot;id&quot;:55329},{&quot;url&quot;:&quot;https:\\\/\\\/www.greenpeace.ch\\\/static\\\/planet4-switzerland-stateless\\\/2018\\\/09\\\/9f9817ac-aletschgletscher-8428-768x1024-1.jpg&quot;,&quot;focalPoint&quot;:{&quot;x&quot;:0.5,&quot;y&quot;:0.5},&quot;id&quot;:55328},{&quot;url&quot;:&quot;https:\\\/\\\/www.greenpeace.ch\\\/static\\\/planet4-switzerland-stateless\\\/2018\\\/09\\\/11770093-aletschgletscher-8438-1-768x1024-1.jpg&quot;,&quot;focalPoint&quot;:{&quot;x&quot;:0.5,&quot;y&quot;:0.5},&quot;id&quot;:55327},{&quot;url&quot;:&quot;https:\\\/\\\/www.greenpeace.ch\\\/static\\\/planet4-switzerland-stateless\\\/2018\\\/09\\\/d12b0600-aletschgletscher-8486-768x1024-1.jpg&quot;,&quot;focalPoint&quot;:{&quot;x&quot;:0.5,&quot;y&quot;:0.5},&quot;id&quot;:55326}],&quot;gallery_block_style&quot;:0,&quot;gallery_block_title&quot;:&quot;&quot;,&quot;gallery_block_description&quot;:&quot;&quot;,&quot;gallery_block_focus_points&quot;:&quot;&quot;,&quot;images&quot;:[{&quot;image_src&quot;:&quot;https:\\\/\\\/www.greenpeace.ch\\\/static\\\/planet4-switzerland-stateless\\\/2018\\\/09\\\/3f49c980-aletschgletscher-8593-1024x768-1.jpg&quot;,&quot;image_srcset&quot;:&quot;https:\\\/\\\/www.greenpeace.ch\\\/static\\\/planet4-switzerland-stateless\\\/2018\\\/09\\\/3f49c980-aletschgletscher-8593-1024x768-1.jpg 1024w, https:\\\/\\\/www.greenpeace.ch\\\/static\\\/planet4-switzerland-stateless\\\/2018\\\/09\\\/3f49c980-aletschgletscher-8593-1024x768-1-300x225.jpg 300w, https:\\\/\\\/www.greenpeace.ch\\\/static\\\/planet4-switzerland-stateless\\\/2018\\\/09\\\/3f49c980-aletschgletscher-8593-1024x768-1-768x576.jpg 768w, https:\\\/\\\/www.greenpeace.ch\\\/static\\\/planet4-switzerland-stateless\\\/2018\\\/09\\\/3f49c980-aletschgletscher-8593-1024x768-1-453x340.jpg 453w&quot;,&quot;image_sizes&quot;:false,&quot;alt_text&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;Sepp B\\u00fcrcher betreibt zwei Sportgesch\\u00e4fte auf der Riederalp.(\\u00a9 Anne Gabriel-J\\u00fcrgens)\\n&quot;,&quot;focus_image&quot;:&quot;&quot;,&quot;credits&quot;:&quot;&quot;},{&quot;image_src&quot;:&quot;https:\\\/\\\/www.greenpeace.ch\\\/static\\\/planet4-switzerland-stateless\\\/2018\\\/09\\\/9f9817ac-aletschgletscher-8428-768x1024-1.jpg&quot;,&quot;image_srcset&quot;:&quot;https:\\\/\\\/www.greenpeace.ch\\\/static\\\/planet4-switzerland-stateless\\\/2018\\\/09\\\/9f9817ac-aletschgletscher-8428-768x1024-1.jpg 768w, https:\\\/\\\/www.greenpeace.ch\\\/static\\\/planet4-switzerland-stateless\\\/2018\\\/09\\\/9f9817ac-aletschgletscher-8428-768x1024-1-225x300.jpg 225w, https:\\\/\\\/www.greenpeace.ch\\\/static\\\/planet4-switzerland-stateless\\\/2018\\\/09\\\/9f9817ac-aletschgletscher-8428-768x1024-1-255x340.jpg 255w&quot;,&quot;image_sizes&quot;:false,&quot;alt_text&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;Vor allem dank dem Aletschgletscher ist die Riederalp-Bahn eine Touristenattraktion. 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Doch um einen Skidress zu kompensieren, braucht es viele Sommershorts!\u00bb Die aktuellen Ver\u00e4nderungen machen ihm Angst, L\u00f6sungen fehlen. \u00abWir versuchen, die gemeinhin schwierige Situation im Tourismus irgendwie zu meistern. Dar\u00fcber hinaus k\u00f6nnen wird derzeit nicht denken.\u00bb<\/span><\/p>\n\n<h3 class=\"p1 wp-block-heading\"><span class=\"s1\">Umdenken dank Sander?<\/span><\/h3>\n\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Vor dem Alpmuseum Nagulschbalmu (= Walliserisch f\u00fcr: nicht nigelnagelneu), etwas erh\u00f6ht am Hang \u00fcber den Chalethotels der Riederalp, wird ein grosses Freilichttheater aufgebaut. Brachial schieben sich das Alugest\u00e4nge der Trib\u00fcne und die farbigen B\u00e4nder zur Aufh\u00e4ngung der Lautsprecher vor die 400 Jahre alte, wettergegerbte Alph\u00fctte. Auf dem Vorplatz neben einem uralten Holzbrunnen, wo die Auff\u00fchrung nun allabendlich ge\u00fcbt wird, treffen wir Roberta Brigger in historischer Bauerntracht. Seit einem Jahr ist die ehemalige Skilehrerin Leiterin des Alpmuseums und leidenschaftliche Schauk\u00e4serin. Wenn sie \u00fcber ihre T\u00e4tigkeiten erz\u00e4hlt, glaubt man, sie habe nie etwas anderes gemacht.<\/span><\/p>\n\n<figure class=\"wp-block-image alignnone  caption-style-blue-overlay caption-alignment-center\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2020\/04\/0edae42a-aletschgletscher-9549.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5934\"\/><figcaption>Roberta Brigger im Alpmuseum. (\u00a9 Anne Gabriel-J\u00fcrgens)<\/figcaption><\/figure>\n\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Auf den Gletscher angesprochen, erz\u00e4hlt Brigger von gemeinsamen Touren mit ihrem Lebenspartner Raymond. Im Winter k\u00f6nne man bei guten Bedingungen mit den Skiern vom Jungfraujoch auf 3454 Meter bis hinunter zum \u00abChatzulecher\u00bb am Ende der Gletscherzunge auf 2010 Meter fahren: \u00abMan gleitet, schaut zur\u00fcck, gleitet weiter, schaut nochmals zur\u00fcck \u2013 und es ist, als sei man noch immer am selben Ort\u00bb, schw\u00e4rmt sie. Im Sommer geht <\/span><span class=\"s1\">sie oft mit zur G\u00e4msejagd beim Olmenhorn. Doch in den vergangenen Jahren sei das immer gef\u00e4hrlicher geworden. \u00abWo fr\u00fcher Gletscher war, ist noch keine Vegetation nachgewachsen, die Steine sind lose und rutschen ab. Man muss unglaublich aufpassen, dass man nicht st\u00fcrzt.\u00bb <\/span><\/p>\n\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Beim historischen Freilichtspiel \u00abDer letzte Sander von Oberried\u00bb spielt Brigger Agatha, die <\/span><span class=\"s1\">Mutter der Hauptfigur Anna, die den Sander liebt und um diesen bangt, weil dieser die Suonen an den gef\u00e4hrlichsten Stellen vom Sand reinigen muss. Sand, den das Gletscherwasser mit sich f\u00fchrt. Nur dank dem t\u00fcchtigen Sander haben die Bauern jederzeit Wasser f\u00fcr ihr Vieh und Land. Die gesamte Handlung dreht sich um die zentrale Bedeutung des Wassers f\u00fcr das Leben auf der Riederalp. \u00abIch hoffe wirklich, dass unser Spiel zu einem Umdenken beitr\u00e4gt\u00bb, sagt Brigger. <\/span><\/p>\n\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Dann erz\u00e4hlt sie von einer Freundin aus dem Dorf, mittlerweile 90 Jahre alt, die das Kochwasser von Teigwaren oder Kartoffeln nach dem Abgiessen jeweils aufbewahre. Sie hat die Zeiten noch miterlebt, als Wasser rar war. Was w\u00fcrde wohl sie sagen zum 9-Loch-Golfplatz im Zentrum der Riederalp, der auch im trockenen Sommer mit viel Wasser gr\u00fcn gehalten wird? Die Freilichtg\u00e4ste werden bald von der Trib\u00fcne auf den makellosen Turf hinunterschauen k\u00f6nnen, w\u00e4hrend der Sander f\u00fcr die Wasserverf\u00fcgbarkeit der Bauern k\u00e4mpft.<\/span><\/p>\n<div data-render=\"planet4-blocks\/gallery\" data-attributes=\"{&quot;attributes&quot;:{&quot;multiple_image&quot;:&quot;55334,55333,55332,55331,55330&quot;,&quot;image_data&quot;:[{&quot;url&quot;:&quot;https:\\\/\\\/www.greenpeace.ch\\\/static\\\/planet4-switzerland-stateless\\\/2018\\\/09\\\/cae5e4d9-aletschgletscher-9479-768x1024-1.jpg&quot;,&quot;focalPoint&quot;:{&quot;x&quot;:0.5,&quot;y&quot;:0.5},&quot;id&quot;:55334},{&quot;url&quot;:&quot;https:\\\/\\\/www.greenpeace.ch\\\/static\\\/planet4-switzerland-stateless\\\/2018\\\/09\\\/03aaac5c-aletschgletscher-9529-1-768x1024-1.jpg&quot;,&quot;focalPoint&quot;:{&quot;x&quot;:0.5,&quot;y&quot;:0.5},&quot;id&quot;:55333},{&quot;url&quot;:&quot;https:\\\/\\\/www.greenpeace.ch\\\/static\\\/planet4-switzerland-stateless\\\/2018\\\/09\\\/bcf8fac6-aletschgletscher-9502-768x1024-1.jpg&quot;,&quot;focalPoint&quot;:{&quot;x&quot;:0.5,&quot;y&quot;:0.5},&quot;id&quot;:55332},{&quot;url&quot;:&quot;https:\\\/\\\/www.greenpeace.ch\\\/static\\\/planet4-switzerland-stateless\\\/2018\\\/09\\\/d430fceb-aletschgletscher-9392-768x1024-1.jpg&quot;,&quot;focalPoint&quot;:{&quot;x&quot;:0.5,&quot;y&quot;:0.5},&quot;id&quot;:55331},{&quot;url&quot;:&quot;https:\\\/\\\/www.greenpeace.ch\\\/static\\\/planet4-switzerland-stateless\\\/2018\\\/09\\\/d55d4131-aletschgletscher-9381-1024x768-1.jpg&quot;,&quot;focalPoint&quot;:{&quot;x&quot;:0.5,&quot;y&quot;:0.5},&quot;id&quot;:55330}],&quot;gallery_block_style&quot;:0,&quot;gallery_block_title&quot;:&quot;&quot;,&quot;gallery_block_description&quot;:&quot;&quot;,&quot;gallery_block_focus_points&quot;:&quot;&quot;,&quot;images&quot;:[{&quot;image_src&quot;:&quot;https:\\\/\\\/www.greenpeace.ch\\\/static\\\/planet4-switzerland-stateless\\\/2018\\\/09\\\/cae5e4d9-aletschgletscher-9479-768x1024-1.jpg&quot;,&quot;image_srcset&quot;:&quot;https:\\\/\\\/www.greenpeace.ch\\\/static\\\/planet4-switzerland-stateless\\\/2018\\\/09\\\/cae5e4d9-aletschgletscher-9479-768x1024-1.jpg 768w, https:\\\/\\\/www.greenpeace.ch\\\/static\\\/planet4-switzerland-stateless\\\/2018\\\/09\\\/cae5e4d9-aletschgletscher-9479-768x1024-1-225x300.jpg 225w, https:\\\/\\\/www.greenpeace.ch\\\/static\\\/planet4-switzerland-stateless\\\/2018\\\/09\\\/cae5e4d9-aletschgletscher-9479-768x1024-1-255x340.jpg 255w&quot;,&quot;image_sizes&quot;:false,&quot;alt_text&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;Roberta Brigger ist leidenschaftliche Bauk\\u00e4serin\\u2026(\\u00a9 Anne Gabriel-J\\u00fcrgens)\\n&quot;,&quot;focus_image&quot;:&quot;&quot;,&quot;credits&quot;:&quot;&quot;},{&quot;image_src&quot;:&quot;https:\\\/\\\/www.greenpeace.ch\\\/static\\\/planet4-switzerland-stateless\\\/2018\\\/09\\\/03aaac5c-aletschgletscher-9529-1-768x1024-1.jpg&quot;,&quot;image_srcset&quot;:&quot;https:\\\/\\\/www.greenpeace.ch\\\/static\\\/planet4-switzerland-stateless\\\/2018\\\/09\\\/03aaac5c-aletschgletscher-9529-1-768x1024-1.jpg 768w, https:\\\/\\\/www.greenpeace.ch\\\/static\\\/planet4-switzerland-stateless\\\/2018\\\/09\\\/03aaac5c-aletschgletscher-9529-1-768x1024-1-225x300.jpg 225w, https:\\\/\\\/www.greenpeace.ch\\\/static\\\/planet4-switzerland-stateless\\\/2018\\\/09\\\/03aaac5c-aletschgletscher-9529-1-768x1024-1-255x340.jpg 255w&quot;,&quot;image_sizes&quot;:false,&quot;alt_text&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;\\u2026und Leiterin des Alpmuseums. 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(\\u00a9 Anne Gabriel-J\\u00fcrgens)\\n&quot;,&quot;focus_image&quot;:&quot;&quot;,&quot;credits&quot;:&quot;&quot;},{&quot;image_src&quot;:&quot;https:\\\/\\\/www.greenpeace.ch\\\/static\\\/planet4-switzerland-stateless\\\/2018\\\/09\\\/d55d4131-aletschgletscher-9381-1024x768-1.jpg&quot;,&quot;image_srcset&quot;:&quot;https:\\\/\\\/www.greenpeace.ch\\\/static\\\/planet4-switzerland-stateless\\\/2018\\\/09\\\/d55d4131-aletschgletscher-9381-1024x768-1.jpg 1024w, https:\\\/\\\/www.greenpeace.ch\\\/static\\\/planet4-switzerland-stateless\\\/2018\\\/09\\\/d55d4131-aletschgletscher-9381-1024x768-1-300x225.jpg 300w, https:\\\/\\\/www.greenpeace.ch\\\/static\\\/planet4-switzerland-stateless\\\/2018\\\/09\\\/d55d4131-aletschgletscher-9381-1024x768-1-768x576.jpg 768w, https:\\\/\\\/www.greenpeace.ch\\\/static\\\/planet4-switzerland-stateless\\\/2018\\\/09\\\/d55d4131-aletschgletscher-9381-1024x768-1-453x340.jpg 453w&quot;,&quot;image_sizes&quot;:false,&quot;alt_text&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;Der Golfplatz im Zentrum der Riederalp. (\\u00a9 Anne Gabriel-J\\u00fcrgens)\\n&quot;,&quot;focus_image&quot;:&quot;&quot;,&quot;credits&quot;:&quot;&quot;}]}}\"><\/div>\n<h3 class=\"p1 wp-block-heading\"><span class=\"s1\">37 Zentimeter in vier Tagen<\/span><\/h3>\n\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Laudo Albrecht hat eine passende Stelle gefunden, um auf den Gletscher zu steigen. Wir schnallen die \u00abGr\u00e4ppeni\u00bb an, die Gletscher-Steigeisen. Trotz wolkenlosem Himmel und 33 \u00b0C in Visp weht uns pl\u00f6tzlich ein eisiger Wind um die Ohren. Zuerst laufen wir \u00fcber dunkles Ger\u00f6ll, als h\u00e4tte ein Vulkan das Eis einge\u00e4schert. Dazwischen leuchten blaue Eisspalten, die wie Bullaugen Blicke ins Innenleben des Gletschers freigeben. <\/span><\/p>\n\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Nachdem wir die dunkle Mor\u00e4ne hinter uns gelassen haben,&nbsp;<\/span><span class=\"s1\">schreiten wir aufs blanke Eis. Was aus der Ferne noch nach einer einheitlichen Fl\u00e4che aussah, entpuppt sich nun als Poesie der Formen und Bewegungen: Hier gibt es Mulden, Solit\u00e4re, Verwehungen und sanfte W\u00f6lbungen. Neben uns frisst sich ein reissender Bach in eine tiefe Gletscherspalte; Albrechts langj\u00e4hriger Freund zischt, pl\u00e4tschert, faucht und heult. Nichts ist statisch und stabil, alles ist in Bewegung und verg\u00e4nglich.<\/span><\/p>\n\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Das Team steuert zielsicher auf einen d\u00fcnnen Holzstab zu, der aus dem Eis ragt. Eine Markierung zeigt den Stand des Gletschers vor vier Tagen: 37 Zentimeter hat er seither verloren. \u00abWenn ich den Leuten bei Exkursionen jeweils den Eisverlust an der Ablationsstange zeige, ist die Betroffenheit gross\u00bb, sagt Muriel Ehrbar, Rangerin f\u00fcr Pro Natura. \u00abDie Erwachsenen kommen dann oft in eine Verteidigungshaltung. Einige sagen sogar: Bis 2100 bin ich sowieso tot.\u00bb Die Kinder seien da etwas kreativer. Nachdem sie einmal an der Ablationsstange die anthropogenen Ursachen f\u00fcr den Klimawandel erkl\u00e4rt hatte, h\u00e4tte ein M\u00e4dchen zu ihr gesagt, sie wolle sowieso nie ein Auto und werde sp\u00e4ter einmal alle Wege auf ihrem Pferd zur\u00fccklegen. \u00abSie geh\u00f6rt zur Generation, die noch erleben wird, dass es hier keinen Gletscher mehr gibt.\u00bb <\/span><\/p>\n\n<p><strong>Samuel Schlaefli<\/strong>&nbsp;hat Journalismus, Soziologie und Kulturwissenschaften studiert. Heute arbeitet er als freischaffender Journalist und Redaktor f\u00fcr verschiedene Magazine und schreibt zu Nachhaltigkeit, Klimawandel und Auswirkungen der Globalisierung.<\/p>\n\n<p><strong>Anne Gabriel-J\u00fcrgens<\/strong>&nbsp;ist freiberufliche Fotografin und seit 2010 in der Fotografenagentur 13Photo in Z\u00fcrich t\u00e4tig. Neben Auftragsarbeiten realisiert sie immer wieder freie Projekte wie z. B. ihr aktuelles Buch \u00abGreina\u00bb, wo es um Grenzen und den Naturschutz geht.<\/p>\n\n<p><strong>Unterst\u00fctze unsere Gletscher-Initaitive, damit der Klimaschutz gesetzlich verankert wird:&nbsp;&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/act\/gletscher\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">www.greenpeace.ch\/gletscher<\/a><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Ende des Jahrhunderts werden lediglich noch letzte Flecken des Aletschgletschers \u00fcbrig bleiben \u2013 das prognostizieren uns Glaziologen mit Klimamodellen. 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