{"id":45293,"date":"2018-10-03T07:00:00","date_gmt":"2018-10-03T05:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/?p=45293"},"modified":"2020-05-27T16:55:10","modified_gmt":"2020-05-27T14:55:10","slug":"citizen-science-als-wasserforscherin-im-einsatz-fuer-das-klima-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/hintergrund\/45293\/citizen-science-als-wasserforscherin-im-einsatz-fuer-das-klima-3\/","title":{"rendered":"Citizen Science: Als Wasserforscherin im Einsatz f\u00fcr das Klima"},"content":{"rendered":"\n<p><strong><span class=\"s1\">Mit dem Klimawandel ver\u00e4ndern sich Temperatur und Niederschl\u00e4ge Trockenheit, Hochwasser und Hangrutsche nehmen zu, Pflanzen entwickeln sich anders. Um die Ver\u00e4nderungen zu verstehen und sich den neuen Bedingungen anpassen zu k\u00f6nnen, braucht es Menschen und ihre Beobachtungen. Drei Beispiele, wie die zivilgesellschaftliche Beteiligung in der Wissenschaft und bei der Anpassung an den Klimawandel funktionieren kann.<\/span><\/strong><\/p>\n\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\"><span class=\"dropcap\">\u00abW<\/span>enn es so viel regnet wie in den letzten Tagen, gehe ich jeden Tag zum Wasser\u00bb, sagt Auria Buchs. Die 55-j\u00e4hrige Buchhalterin in einem KMU beteiligt sich als Laienforscherin an einem Citizen-Science-Projekt von Doktorierenden <\/span><span class=\"s1\">der Universit\u00e4t Z\u00fcrich. Sie hat sich im Herbst 2017 die Handy-App CrowdWater heruntergeladen und zuerst einen, bald darauf einen zweiten Ort ausgew\u00e4hlt. Beide sucht sie seither regelm\u00e4ssig auf. <\/span><\/p>\n\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Erstens die Aare bei ihrem Wohnort Zollikofen bei Bern, genauer gesagt jene <\/span><span class=\"s1\">Stelle beim Restaurant Schloss Reichenbach, wo die F\u00e4hre von M\u00e4rz bis Oktober \u00fcber den Fluss setzt, und zweitens ein B\u00e4chlein, dessen Name sie bis jetzt nicht ausfindig machen konnte. Es fliesst mal mehr, mal weniger, mal gar nicht und man muss schon sehr genau hinschauen, um das zurzeit etwas mehr als 20 Zentimeter breite und etwa 10 Zentimeter tiefe Gerinne zu erkennen. Es liegt umgeben von Gr\u00e4sern an einer Bahnlinie.<\/span><\/p>\n\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\"> \u00abHier! Seht ihr die Bachschnecken im Wasser?\u00bb Auria Buchs zeigt auf etwas Braunes, Kugelartiges. \u00abIch habe sie erst k\u00fcrzlich entdeckt. Und einen Molch. Es krabbelt richtig in diesem Gew\u00e4sserchen.\u00bb F\u00fcr die Natur und insbesondere f\u00fcrs Wasser habe sie sich zwar zuvor schon interessiert, aber dieses Stehenbleiben an den immer gleichen Orten und das genaue Hinschauen \u2013 das sei neu f\u00fcr sie. Es habe ihren Blick gesch\u00e4rft, sagt die freiwillige Naturbeobachterin: \u00abIch erkenne Details und nehme Ver\u00e4nderungen bewusster wahr, auch solche in der Vegetation rund ums Wasser, <\/span><span class=\"s1\">die ich eigentlich nicht gezielt im Auge habe.\u00bb Sie freut sich \u00fcber diesen unerwarteten Nebeneffekt.<\/span><\/p>\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Virtualit\u00e4t und Realit\u00e4t<\/h3>\n\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Wenn sie an \u00abihrem\u00bb Platz an der Aare steht, fokussiert sie mit dem Handy auf die immer gleiche Stelle auf der gegen\u00fcberliegenden Seite des Flusses. Beim ersten Mal hat sie dort einen virtuellen Massstab platziert \u2013 so kann sie jetzt die Ver\u00e4nderungen beim Wasserstand festhalten, ohne etwas notieren zu m\u00fcssen. Sie fotografiert und \u00fcbermittelt \u2013 mehr brauche es nicht, sagt die an Wissenschaft und Technik Interessierte. Beim B\u00e4chlein wiederum bietet die App eine Auswahl an zu beschreibenden Zust\u00e4nden: \u00abtrockenes Bachbett\u00bb, \u00abfeuchtes Bachbett\u00bb, \u00abisolierte Pf\u00fctzen\u00bb, \u00abverbundene Pf\u00fctzen\u00bb, \u00abstehendes Wasser\u00bb oder \u00abfliessendes Wasser\u00bb. Auch da muss sie nur ausw\u00e4hlen und \u00fcbermitteln.<\/span><\/p>\n\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Eine weitere M\u00f6glichkeit w\u00e4re, f\u00fcr CrowdWater einen Flecken Boden zu beobachten und zu dokumentieren, aber Auria Buchs hat lieber noch einen zweiten Bach hinzugenommen, einen Zufluss der Aare in unmittelbarer N\u00e4he ihrer anderen Beobachtungsstelle, \u00abweil ich wissen wollte, wie sich das dortige Wasser im Vergleich zur Aare zeigt und verh\u00e4lt.\u00bb Aus ihrem Interesse f\u00fcr Gew\u00e4sser wuchs durch die regelm\u00e4ssige Beobachtung das Interesse f\u00fcr die gr\u00f6sseren Zusammenh\u00e4nge \u2013 auch das hatte sie so nicht erwartet, es passierte einfach. \u00abWenn ein weiterer Nebeneffekt meines Beobachtens w\u00e4re, dass es der Wissenschaft im Vorhersagen und im Umgang mit Hochwasser und D\u00fcrren diente, w\u00fcrde mich das sehr freuen. Das ist ja kein nennenswerter Aufwand, den ich betreibe. Und die Bewegung tut mir gut.\u00bb<\/span><\/p>\n\n<p><strong>Esther Banz<\/strong>&nbsp;ist freischaffende Journalistin und Redaktorin in Z\u00fcrich. Sie vagabundiert f\u00fcr ihre Geschichten gerne bodennah durchs Land.<\/p>\n\n<p><strong>Isabel Truniger&nbsp;<\/strong>arbeitet als selbstst\u00e4ndige Fotografin f\u00fcr diverse Magazine und Auftraggeber. Nebenbei besch\u00e4ftigt sie sich mit ihrer zweiten Leidenschaft \u2013 der Pflanzenwelt \u2013 und arbeitet&nbsp;als G\u00e4rtnerin.&nbsp;<\/p>\n\n<p>Setze auch du dich ein f\u00fcr den Klimaschutz unter\u00a0<a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/act\/gletscher\/\">www.greenpeace.ch\/act\/gletscher\/<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit dem Klimawandel ver\u00e4ndern sich Temperatur und Niederschl\u00e4ge Trockenheit, Hochwasser und Hangrutsche nehmen zu, Pflanzen entwickeln sich anders.<\/p>\n","protected":false},"author":49,"featured_media":45295,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"_planet4_optimize_post_is_variant":false,"_planet4_optimize_experiment_name":"","_planet4_optimize_variant_name":"","ep_exclude_from_search":false,"p4_og_title":"","p4_og_description":"","p4_og_image":"","p4_og_image_id":"","p4_seo_canonical_url":"","p4_campaign_name":"not set","p4_local_project":"not set","p4_basket_name":"not set","p4_department":"","footnotes":""},"categories":[47],"tags":[50],"p4-page-type":[194],"gpch-article-type":[],"class_list":["post-45293","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-greenpeace","tag-klima","p4-page-type-hintergrund"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/45293","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/49"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=45293"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/45293\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/45295"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=45293"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=45293"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=45293"},{"taxonomy":"p4-page-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/p4-page-type?post=45293"},{"taxonomy":"gpch-article-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/gpch-article-type?post=45293"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}