{"id":45307,"date":"2018-10-23T07:00:00","date_gmt":"2018-10-23T05:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/?p=45307"},"modified":"2020-05-27T17:26:52","modified_gmt":"2020-05-27T15:26:52","slug":"vom-smartphone-zombie-zur-umwelt-aktivistin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/hintergrund\/45307\/vom-smartphone-zombie-zur-umwelt-aktivistin\/","title":{"rendered":"Vom Smartphone-Zombie zur Umwelt-Aktivistin?"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"p1\"><strong>Zwischen Selbstverwirklichung, Sinnessuche und Sozialen Medien. Irgendwo unter all den Smartphones, Smart-TVs und Smartwatches begraben. Genau da setzt sich Greenpeace-Praktikantin Danielle mit den Hoffnungen, Herausforderungen und Problemen ihrer Generation Y auseinander \u2013 und fragt sich in ihren kommenden Kolumnen: Wie zum Teufel soll das gr\u00fcn gehen?<\/strong><\/p>\n\n<p>Eine Kolumne von Danielle M\u00fcller<\/p>\n\n<p class=\"p1\">Wie immer am Ende des Tages, scrolle ich vor dem Einschlafen durch Instagram. Eine Influencerin nach der anderen dr\u00e4ngt sich mir auf. Hier ein Beauty-Produkt, das mich 20 Jahre j\u00fcnger machen soll (d.h. sieben Jahre alt, wohlgemerkt), da eine Feriendestination, die sich ein Normalo wie ich niemals leisten k\u00f6nnte. \u00abWieso gucke ich mir das eigentlich an?\u00bb, frage ich mich wie jeden Abend. Und scrolle weiter.<\/p>\n\n<p class=\"p1\">Dann f\u00e4llt mein Blick auf ein Bild, das so gar nicht in meinen Verlauf von \u00abM\u00f6chtegern\u00bb-Beeinflussern passt: eine braune Zahnb\u00fcrste mit pinken Borsten. \u00abDie sieht ja cool aus\u00bb, denke ich mir. Mal etwas anderes, mal etwas Hippes. Ich klicke drauf &#8211; und schon bin ich Umweltaktivistin.<\/p>\n\n<p class=\"p1\">Nun ja, so schnell geht das nat\u00fcrlich nicht. Aber immerhin weiss ich mit einem Klick mehr: Bei der Zahnb\u00fcrste, die normalerweise aus Plastik besteht, handelt es sich um eine Bambus-Variante. Der <a href=\"https:\/\/thebamandboo.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Hersteller<\/a> verkauft eine Art Abonnement: Alle 1, 2, 3 oder 4 Monate kann man sich eine neue Bambus-Zahnb\u00fcrste in einer Papp-Verpackung zukommen lassen.* Das soll nachhaltiger sein, denn Bambus erzeugt erheblich mehr Sauerstoff und bindet w\u00e4hrend des Wachstums deutlich mehr CO<sub>2<\/sub> als B\u00e4ume. Das wirkt sich positiv auf die \u00d6kobilanz des Herstellungsprozesses aus.<\/p>\n\n<p class=\"p1\">\u00abDas ist ja sch\u00f6n und gut\u00bb, denk ich mir, \u00abdoch mal ganz ehrlich, so schlimm k\u00f6nnen diese kleinen Dinger ja nun wirklich nicht sein?\u00bb Dass man hingegen keine Plastikt\u00fcten im Supermarkt mehr nimmt, das kann ich verstehen &#8211; Die volle Gewohnheitstier-Manier in mir. Und doch f\u00e4ngt mein Gehirn an zu rattern. Schnell google ich \u00abWeltbev\u00f6lkerung\u00bb: 7&#8217;642&#8217;176&#8217;065. Rund 7,6 Milliarden Menschen leben zur Zeit auf unserem Planeten. Wenn also jeder Mensch eine Zahnb\u00fcrste besitzt, dann macht das 7,6 Milliarden Zahnb\u00fcrsten. Es rattert weiter. Leben wir denn in einer Welt, in der jeder Mensch Zugang zu einer Zahnb\u00fcrste hat? Die Frage klingt eigentlich schon schlimm genug. Wieso gibt es heutzutage immer noch so viele Menschen, die nicht einmal ein vern\u00fcnftiges Dach \u00fcber dem Kopf haben..? Halt, stopp! Zur\u00fcck zu den Zahnb\u00fcrsten.<\/p>\n\n<p class=\"p1\">Zieht man von den 7,6 Milliarden Menschen also &#8211; Handgelenk mal Pi &#8211; alle laut Statistik in extremer Armut lebenden Menschen ohne Zugang zu Zahnb\u00fcrsten ab, ergibt das grob 6 Milliarden St\u00fcck, die jetzt gerade auf der Welt f\u00fcr saubere Gebisse sorgen. Geht man zus\u00e4tzlich davon aus, dass jeder Mensch aus hygienischen Gr\u00fcnden mindestens einmal im Jahr die Zahnb\u00fcrste wechselt (was ich schwer hoffe), ergibt das 12 Milliarden B\u00fcrsten, die j\u00e4hrlich gebraucht werden. Und danach im M\u00fclleimer verschwinden.<\/p>\n\n<p>12 Milliarden Zahnb\u00fcrsten. Das muss man erstmal sacken lassen. Bei einem durchschnittlichen Gewicht von 8 Gramm pro Zahnb\u00fcrste macht das 96&#8217;000 Tonnen Abfall. Die Plastikverpackungen nicht dazu gerechnet. Das scheint viel? Sch\u00f6n w\u00e4r&#8217;s. Zahnb\u00fcrsten sind ja nicht alles. Laut Statistik landen j\u00e4hrlich rund 25 Millionen Tonnen Plastik unkontrolliert in der Umwelt. Und gehen um die Welt &#8211; als Bilder von Mikroplastik, der in toten Tieren gefunden wird.<\/p>\n\n<div class=\"wp-block-image  caption-style-blue-overlay caption-alignment-center\"><figure class=\"aligncenter\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2020\/04\/857d39d8-gp0stqmqo_pressmedia.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6205\"\/><figcaption>Der Mageninhalt eines toten Albatross. (\u00a9 Chris Jordan)<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n<p class=\"p1\">Reicht es also wirklich aus, wenn ich alleine eine Bambuszahnb\u00fcrste kaufe? Dann sind es immer noch 11&#8217;999&#8217;999&#8217;996 Zahnb\u00fcrsten (ja, ich wechsle sie alle drei Monate), die j\u00e4hrlich im M\u00fcll landen. Wohlgemerkt nicht mal ein Tausendstel des gesamten Plastikverbrauchs. Wo ist denn der eigentliche Ursprung des \u00dcbels? Braucht es nicht viel, viel mehr als nur ein Bambus-Produkt? Und kann ich denn \u00fcberhaupt mehr sein, als nur ein Smartphone-Zombie und mein Leben grundlegend nachhaltig gestalten?<\/p>\n\n<p class=\"p1\">Mein Blick l\u00f6st sich von meinem Handy. Ohne \u00abSmart\u00bb bleibt nur das Phone &#8211; aus einigen Plastik-Bauteilen. Auch die Ikea-Lampe auf meinem Nachttisch: Plastik. Der Plattenspieler im Regal. Der W\u00e4schekorb in der Ecke. Die Handcreme auf der Kommode. Ich besitze sogar eine Plastik-Pflanze&#8230;<\/p>\n\n<p class=\"p1\">Und mit einem Klick auf den Bestell-Button bin ich Umweltaktivistin. Diesmal wirklich. Denn jeder f\u00e4ngt mal klein an. Warum also nicht mit 8 Gramm?<\/p>\n\n<p><em>*In der Schweiz kann man eine Bambuszahnb\u00fcrste direkt unter\u00a0<a rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.changemaker.ch\/produkt\/bamboo\/\" target=\"_blank\">www.changemaker.ch<\/a> bestellen oder in verschiedenen Unverpackt-Einkaufsl\u00e4den erwerben.<\/em><\/p>\n\n<p><strong>Danielle M\u00fcller<\/strong>\u00a0studierte Journalismus und Unternehmenskommunikation in Berlin und schnuppert nun bei Greenpeace rein. Die 27-J\u00e4hrige Baslerin ist stets im Sattel ihres Rennvelos anzutreffen und sagt nie Nein zu einer guten Umwelt-Doku auf Netflix.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zwischen Selbstverwirklichung, Sinnessuche und Sozialen Medien. Irgendwo unter all den Smartphones, Smart-TVs und Smartwatches begraben. 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