{"id":45379,"date":"2018-12-07T07:00:00","date_gmt":"2018-12-07T05:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/?p=45379"},"modified":"2020-06-02T15:36:55","modified_gmt":"2020-06-02T13:36:55","slug":"ein-umweltfreundlicher-spaziergang-ueber-den-weihnachtsmarkt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/hintergrund\/45379\/ein-umweltfreundlicher-spaziergang-ueber-den-weihnachtsmarkt\/","title":{"rendered":"Ein umweltfreundlicher Spaziergang \u00fcber den Weihnachtsmarkt"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Seit rund zwei Wochen ist in der ganzen Stadt Z\u00fcrich wieder Weihnachtsmarkt-Zeit. Wir haben uns auf einen Spaziergang von einem Stand zum N\u00e4chsten begeben und nach \u00f6kologischen Geschenkideen Ausschau gehalten. &nbsp;<\/strong><\/p>\n\n<p><span class=\"dropcap\">K<\/span>aum steht Weihnachten vor der T\u00fcr, beginnt der Geschenke-Kaufrausch von vorne. H\u00e4ufig wird beim schnellen Weihnachtsgeschenk aber das Wichtigste vergessen: die Umwelt. Viele Menschen besorgen einfach blind, was ihnen von Grosskonzernen vor die Nase gehalten wird \u2013 und weder nachhaltig, lokal oder fair produziert wurde. Vor allem f\u00fcr unseren Planeten hat der un\u00fcberlegte \u00dcberkonsum an Weihnachten Folgen: F\u00fcr die Produktion von Verpackungen werden W\u00e4lder abgeholzt und Ressourcen verschwendet. Und durch die Verbrennung von Kohle, \u00d6l und Gas zur Herstellung von allerhand Dingen wird der Klimawandel stets weiter angefeuert.<\/p>\n\n<p>F\u00fcr Weihnachten 2018 sollten wir deshalb auch der Mutter Natur ein Geschenk machen und den Einkauf f\u00fcr Familie und Freunde vor allem aufgrund folgender Kriterien ausw\u00e4hlen: lokal, nachhaltig und fair. Hierf\u00fcr haben wir verschiedene St\u00e4nde am Weihnachtsmarkt in Z\u00fcrich besucht und die eine oder andere umweltfreundlichere Alternative zur herk\u00f6mmlichen Geschenkidee gefunden.<\/p>\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">F\u00fcr Weiterdenker: Helvetas Fairshop<\/h3>\n\n<p>Am Stand des <a href=\"https:\/\/www.helvetas.org\/de\/schweiz\/wer-wir-sind\/veranstaltungen\/weihnachtsmarkt-2018\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Helvetas Fairshop<\/a>, welchen die Organisation gemeinsam mit <a href=\"https:\/\/www.changemaker.ch\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Changemaker<\/a>&nbsp;am Bellevue betreibt, wird man von der dick eingepackten Daniela in Empfang genommen. Sie scheint von A bis Z alles \u00fcber die riesige Auswahl an Artikeln zu wissen, wobei es ihr eine Frischhaltefolie aus Biobaumwolle und Bienenwachs besondern angetan hat.&nbsp;Bei dem Produkt handelt es sich um eine Alternative zur Plastik-Folie, die sogar bis zu einem Jahr halten kann. \u00abDie habe ich auch schon selber gemacht, das funktioniert gut\u00bb, erz\u00e4hlt sie.<\/p>\n\n<figure class=\"wp-block-image alignnone  caption-style-blue-overlay caption-alignment-center\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2020\/04\/3bc930e7-dsc3709.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6631\"\/><figcaption>Die Bienenwachs-Frischhaltefolie ist Teil des Sortiments der Hilfsorganisation Helvetas. (\u00a9 Piero Good)<\/figcaption><\/figure>\n\n<p>Alle Produkte des Fairshops am Weihnachtsmarkt stammen aus Fairtrade und sind nachhaltig produziert. Wie beispielsweise auch das Sonnenglas, eine Leselampe, die aus einer Art Einmachglas und einem Verschluss aus kleinen Solarpanels besteht.&nbsp;\u00abDie entstand aus einem Township-Projekt in S\u00fcdafrika, wo die meisten Menschen keinen Zugang zu Strom haben\u00bb, erkl\u00e4rt Daniela. \u00abMittlerweile wird sie dort von 60 Arbeitern zu fairen L\u00f6hnen hergestellt.\u00bb<\/p>\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">F\u00fcr Bodenst\u00e4ndige: Grassrooted<\/h3>\n\n<div class=\"wp-block-image  caption-style-blue-overlay caption-alignment-center\"><figure class=\"alignleft\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2020\/04\/efd25678-dsc4652-e1544086767218-scaled.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6666\"\/><figcaption>Den Shop von Grassrooted findet man im ShopVille im HB Z\u00fcrich. (@ Grassrooted)<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n<p>Einmachgl\u00e4ser so weit das Auge reicht &#8211; gef\u00fcllt mit Kimchi, Sauerkraut, Rotkraut, Zwiebeln, Randen, Rotkohl, und, und, und. Das ist der Weihnachtsmarkt-Stand von <a href=\"https:\/\/www.grassrooted.ch\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Grassrooted<\/a>.&nbsp;\u00abUnser Sortiment umfasst diverses zweitklassiges und \u00fcbersch\u00fcssiges Frischgem\u00fcse oder Obst\u00bb, erkl\u00e4rt Dominik Waser, einer der Gr\u00fcnder des Vereins. Also Nahrungsmittel, die eigentlich im M\u00fclleimer h\u00e4tten landen sollen.<\/p>\n\n<p>Auch das Stichwort Nachhaltigkeit wird bei der Non-Profit-Organisation gross geschrieben: \u00abT\u00e4glich versuchen wir Zero Waste anzustreben\u00bb, erl\u00e4utert Dominik. \u00abDas Gem\u00fcse beziehen wir direkt ab Hof, verarbeiten es im Mehrweg-Glas und regen auch unsere Kunden dazu an, eigene Mehrwegtaschen mitzubringen.\u00bb Das Projekt, welches erst im Sommer ins Leben gerufen wurde, kann dabei auf grosse Unterst\u00fctzung von Familie und Freunden z\u00e4hlen. Langfristig haben Dominik und Mitgr\u00fcnder Martin Schiller vor allem ein Ziel:&nbsp;\u00abEine Welt zu schaffen, die auch f\u00fcr unsere Enkelkinder noch geniessbar ist.\u00bb<\/p>\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">F\u00fcr Abgefahrene: Schreif<\/h3>\n\n<p>Auf den ersten und etwas entfernteren Blick sehen die Taschen am Stand von Patrick Zanini eigentlich ganz normal aus. Doch h\u00e4lt man sie in der Hand, f\u00e4llt einem sogleich auf: Die sind aus einem ganz speziellen Material.&nbsp;\u00abReifen, Schlauch; Schlauch, Reifen &#8211; <a href=\"https:\/\/schreif.ch\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Schreif<\/a>\u00bb, erkl\u00e4rt der Gesch\u00e4ftsinhaber seine Produkte kurz und knapp. Was er damit meint: Taschen aus ehemaligen Lastwagen-Reifenschl\u00e4uchen, die in einer Neun-Mann-Manufaktur in El Salvador hergestellt werden.<\/p>\n\n<figure class=\"wp-block-image alignnone  caption-style-blue-overlay caption-alignment-center\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2020\/04\/fcdb9df1-dsc3730.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6632\"\/><figcaption>Schreif findet man am Weihnachtsmarkt im Hauptbahnhof oder am Bellevue. (\u00a9 Piero Good)<\/figcaption><\/figure>\n\n<p>Die Idee f\u00fcr das Produkt kam Patrick Zanini w\u00e4hrend einer Reise in S\u00fcdamerika, wo die Schl\u00e4uche haufenweise am Strassenrand liegen.&nbsp;\u00abBegonnen hat das Ganze damals als Weltrettungs-Projekt, um das Abfallproblem zu bew\u00e4ltigen\u00bb, so der ehemalige Geschichts-Student. \u00abDaraus entwickelt hat sich nun ein Musterbetrieb, der ein hochwertiges Produkt zu fairen L\u00f6hnen und Arbeitsbedingungen herstellt.\u00bb Und vor allem: ein Abfallprodukt wiederverwertet.<\/p>\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">F\u00fcr Eidgenossen: Alpin Nat\u00fcrlich<\/h3>\n\n<div class=\"wp-block-image  caption-style-blue-overlay caption-alignment-center\"><figure class=\"alignleft\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2020\/04\/13f0ee85-dsc3661.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6628\"\/><figcaption>Der K\u00e4se- und Fleisch-Hobel kann auch f\u00fcr Gem\u00fcse verwendet werden. (\u00a9 Piero Good)<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n<p>Beim Stand von <a href=\"https:\/\/www.xn--alpin-natrlich-osb.ch\/de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Alpin Nat\u00fcrlich<\/a>&nbsp;im Hauptbahnhof weiss man nicht so richtig, wohin man zuerst blicken soll: auf die gestapelten K\u00e4se- und Fleisch-Hobel links, den etwas st\u00e4mmigen Verk\u00e4ufer in der Mitte oder doch die Salben in verschiedenen Gr\u00f6ssen und Formen auf der rechten Seite? Irgendwie passt alles nicht so richtig zusammen. Doch einen gemeinsamen Nenner haben sie: Sie sind durch und durch schweizerisch.<\/p>\n\n<p>\u00abDer Hobel ist aus Schweizer Holz und wird in den Kantonen Wallis und Uri in Behinderten-Werkst\u00e4tten produziert\u00bb, erz\u00e4hlt Verk\u00e4ufer Martin mit B\u00fcndner-Dialekt. Dass das Material aus dem eigenen Land kommt und auch nachhaltig verarbeitet wird, sei dem Familien-Unternehmen sehr wichtig.&nbsp;\u00abAndere Anbieter holen das Holz etwa 30 Prozent billiger aus dem Ausland.\u00bb Ob es deswegen nicht schwieriger ist, im Wettbewerb mithalten zu k\u00f6nnen?&nbsp;\u00abDie Konkurrenz interessiert uns nicht\u00bb, meint Martin darauf grinsend.&nbsp;\u00abWir stehen auf Schweizer Produkte.\u00bb<\/p>\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">F\u00fcr Smartphone-Junkies: Avenwood<\/h3>\n\n<p>Hinter dem Holz am Weihnachtsmarkt-Stand von <a href=\"https:\/\/www.avenwood.ch\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Avenwood<\/a> steckt eine ganz andere Geschichte &#8211; n\u00e4mlich die aus einem fernen Land. \u00abUnsere Produkte bestehen alle aus Bambus\u00bb, erz\u00e4hlt Lena, die f\u00fcr das Start-Up am Weihnachtsmarkt arbeitet. Und tats\u00e4chlich: Handyh\u00fcllen, Uhren, Postkarten, Schl\u00fcsselanh\u00e4nger &#8211; sie alle sind aus dem asiatischen S\u00fcssgras gefertigt.<\/p>\n\n<figure class=\"wp-block-image alignnone  caption-style-blue-overlay caption-alignment-center\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2020\/04\/2eb4c1b7-dsc3694.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6629\"\/><figcaption>Der Stand von Avenwood steht ebenfalls im Hauptbahnhof von Z\u00fcrich. (\u00a9 Piero Good)<\/figcaption><\/figure>\n\n<p>\u00abDie beiden Gr\u00fcnder haben Bambus f\u00fcr ihre Produkte ausgesucht, weil es vor allem sehr nachhaltig ist\u00bb, kl\u00e4rt Lena auf. Denn Bambus erzeugt erheblich mehr Sauerstoff und bindet w\u00e4hrend des Wachstums deutlich mehr CO<sub>2<\/sub>&nbsp;als B\u00e4ume. Auch wenn laut Lena der Verkauf gut l\u00e4uft, g\u00e4be es trotzdem noch viele Menschen, die mit einer Plastik-Handyh\u00fclle unterwegs sind.&nbsp;\u00abVermutlich, weil die g\u00fcnstiger sind, deswegen gehen sie aber auch schneller kaputt.\u00bb Sie selbst w\u00fcrde keine Kunststoffh\u00fcllen verkaufen wollen &#8211; denn die Welt versinkt schon genug im Plastik.<\/p>\n\n<p class=\"no-underline\"><strong>Danielle M\u00fcller<\/strong>&nbsp;studierte Journalismus und Unternehmenskommunikation in Berlin und schnuppert nun bei Greenpeace rein. Die 27-J\u00e4hrige Baslerin ist stets im Sattel ihres Rennvelos anzutreffen und sagt nie Nein zu einer guten Umwelt-Doku auf Netflix.<\/p>\n\n<p><strong>Piero Good<\/strong> ist freischaffender <a rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.pierogood.com\/\" target=\"_blank\">K\u00fcnstler und Fotograf<\/a>. In seinen Kunstprojekten spielen die Natur und die Umwelt eine zentrale Rolle. Sein Interesse liegt darin, gegebene Umst\u00e4nde zu verstehen, um schliesslich zu interagieren. Er ist Mitgr\u00fcnder des Fotografie-Magazins <a rel=\"noopener noreferrer\" href=\"http:\/\/www.pirlo-magazine.ch\/\" target=\"_blank\">Pirlo<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit rund zwei Wochen ist in der ganzen Stadt Z\u00fcrich wieder Weihnachtsmarkt-Zeit. 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