{"id":45507,"date":"2019-03-12T07:00:00","date_gmt":"2019-03-12T05:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/?p=45507"},"modified":"2023-08-22T16:32:11","modified_gmt":"2023-08-22T14:32:11","slug":"kippenspicken-kannst-du-knicken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/hintergrund\/45507\/kippenspicken-kannst-du-knicken\/","title":{"rendered":"Kippenspicken kannst du knicken"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Zwischen Selbstverwirklichung, Sinnessuche und sozialen Medien. Irgendwo unter all den Smartphones, Smart-TVs und Smartwatches begraben. Genau da setzt sich Greenpeace-Praktikantin Danielle mit den Hoffnungen, Herausforderungen und Problemen ihrer Generation Y auseinander \u2013 und fragt sich in ihren kommenden Kolumnen: Wie zum Teufel soll das gr\u00fcn gehen?<\/strong><\/p>\n\n<p>Das mit meiner Generation ist so eine Sache. Wir sind von allem ein bisschen, doch vollkommen etwas zu sein, das geht uns zu weit. Die Generation Maybe halt, wie wir neben Y gerne noch betitelt werden. Wir sind weder links, noch rechts, wir essen weder Fleisch, noch sind wir vegan, wir sind weder Vollzeitstudenten, noch arbeiten wir fix in einem Beruf. Eines aber sind wir mit Sicherheit: kompliziert. Ganz anders, als es noch fr\u00fcher war; da geh\u00f6rtest du entweder zu den Skatern oder Hip-Hoppern \u2013 Ende Gel\u00e4nde.<\/p>\n\n<p>Kein Wunder, ist in unserer Generation auch der Begriff Gelegenheitsraucher gang und g\u00e4be. Wenn du jemanden aus der Generation Y auf der Strasse rauchen siehst, nehme bloss nicht an, dass diese Person Kettenpaffer ist. Eventuell hatte sie gerade Pr\u00fcfungszeit und raucht nur, um den Stress zu vergessen. Vielleicht aber handelt es sich beim Glimmst\u00e4ngel auch nur um eine Genusszigarette, die ab und an nach einem leckeren Nachtessen angez\u00fcndet wird. Oder m\u00f6glicherweise ist die Person einfach betrunken und konnte nicht widerstehen. Zu letzterem z\u00e4hle ich mich dazu.<\/p>\n\n<p>Ich weiss nicht mehr, wann ich mit dem gelegentlichen Rauchen angefangen habe. Vermutlich damals, als es cool war, wenn du in der rechten Hand dein Skateboard und in der linken eine Fluppe hattest. Da war das alles noch Show, denn konnte ich weder mit dem Rollbrett eine anst\u00e4ndige Kurve fahren, noch schmeckte mir der Qualm in meinem Mund. Mittlerweile ist es bei mir aber so, dass sich die Kippe vom coolen Gimmick zum Alkohol-Laster gewandelt hat. Wieso mich jedes Mal, wenn ich zu tief ins Glas schaue, der Zigarettenautomaten breit angrinst, weiss ich nicht. Aber Alkohol und die Frage nach dem Warum gehen ja sowieso Hand in Hand.<\/p>\n\n<p>Nat\u00fcrlich weiss ich, dass Rauchen ungesund ist. Wer weiss das schon nicht. Doch mit meiner Familiengeschichte, in der die Krankheit Krebs ein Dauergast zu sein scheint, gehe ich sowieso von einem in Stein gemeisselten Ende aus. Da kann ich die Reise dorthin ja immerhin geniessen. Nat\u00fcrlich weiss ich auch, dass das Rauchen die Mitmenschen negativ beeinflusst. Doch mal ganz ehrlich: jeder, der ein Auto f\u00e4hrt, belastet mit seinen Abgasen mein Leben genauso \u2013 der Klimawandel kommt ja nicht von jeher. Was mir aber nicht bewusst war, ist, wie sehr das Rauchen auch die Umwelt belastet. Und dass ich eigentlich mein Klimawandel-Argument gleich wieder zur\u00fccknehmen kann.<\/p>\n\n<p>Weltweit werden laut einer Studie der WHO j\u00e4hrlich \u00fcber 6 Billionen Zigaretten produziert, daf\u00fcr braucht der Tabakanbau vier Milliarden Hektar Land auf unserem Planeten. Nat\u00fcrlich steht dieses Land nicht einfach so zur Verf\u00fcgung, nein, daf\u00fcr werden jedes Jahr 270&#8217;000 Fussballfelder Waldfl\u00e4che gerodet. Und auch der Wasserverbrauch ist enorm: Eine Tonne rauchfertiger Tabak ben\u00f6tigt in der Produktion fast drei Millionen Liter Wasser. Ein Raucher, der also 50 Jahre lang 20 Zigaretten am Tag verschlingt, ist in seinem Leben f\u00fcr den Verbrauch von 1,4 Millionen Liter Wasser verantwortlich und ben\u00f6tigt eine Anbaufl\u00e4che von 3200 Quadratmetern und 1,3 Tonnen \u00d6l an fossiler Energie. Was das Thema Klimawandel betrifft, sieht es also f\u00fcr Raucher alles andere als rosig aus.<\/p>\n\n<p>Ich k\u00f6nnte jetzt sagen \u00abIch rauche aber keine 20 Zigaretten am Tag\u00bb und bin deswegen fein raus. Aber das geht leider nicht, denn bin ich zumindest Teil eines anderen Problems des Rauchens: der Abfallproduktion. Laut der Studie der Weltgesundheitsorganisation landet weltweit ein Drittel aller Kippen auf dem Boden, was in etwa 680&#8217;000 Tonnen Abfall entspricht. Laut dem UN-Umweltprogramm sind sogar 40 Prozent des M\u00fclls in den Weltmeeren Zigaretten und deren Verpackungen. Es w\u00fcrden sogar j\u00e4hrlich doppelt so viele Lunten gefunden werden wie Plastikt\u00fcten. Dabei sei nicht nur der M\u00fcll ein Problem, sondern auch die durch den Regen aus Filtern abgetragenen Giftstoffe, die unser Grundwasser verseuchen.&nbsp;<span class=\"\">Zu diesen problematischen Schadstoffen geh\u00f6ren unter anderem Arsen, Blei, Kadmium, aromatische Kohlenwasserstoffe, Nikotin sowie Teer. Diese R\u00fcckst\u00e4nde wurden laut NBC-News in 70% aller untersuchten Wasserv\u00f6gel gefunden.&nbsp;<\/span>Was also in f\u00fcnf Minuten geraucht wird, hat einen weit l\u00e4ngeren Einfluss auf die gesamte Umwelt.<\/p>\n\n<p>Wie viele Zigaretten ich in meinem Leben schon weggespickt habe, weiss ich nicht. Wie viele Schritte es zum n\u00e4chsten M\u00fclleimer sind, aber schon: Zu wenige, um sie fortan zu vermeiden. Schliesslich konnte ich im Suff auch schon nach Hause laufen. Wem das trotzdem zu viel ist, kann sich einen <a href=\"https:\/\/pocketbox.ch\/de\/information\/die-idee\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Taschenaschenbecher<\/a> besorgen \u2013 ganz ohne einen Schritt zu tun.<\/p>\n\n<p><strong class=\"no-underline\">Danielle M\u00fcller<\/strong>&nbsp;studierte Journalismus und Unternehmenskommunikation in Berlin und schnuppert nun bei Greenpeace rein. Die 27-J\u00e4hrige Baslerin ist stets im Sattel ihres Rennvelos anzutreffen und sagt nie Nein zu einer guten Umwelt-Doku auf Netflix.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zwischen Selbstverwirklichung, Sinnessuche und sozialen Medien. Irgendwo unter all den Smartphones, Smart-TVs und Smartwatches begraben. 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