{"id":45520,"date":"2019-03-29T07:00:00","date_gmt":"2019-03-29T05:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/?p=45520"},"modified":"2020-06-02T17:46:23","modified_gmt":"2020-06-02T15:46:23","slug":"der-greta-effekt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/hintergrund\/45520\/der-greta-effekt\/","title":{"rendered":"Der Greta-Effekt"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Vier Kolumnisten, zwei Generationen, ein Thema. Unseren beiden Kolumnistinnen der j\u00fcngeren Generation, Inga Laas und Danielle M\u00fcller, und unsere zwei Schreiber der \u00e4lteren Generation, Markus Waldvogel und Kuno Roth haben sich in vier verschiedenen Kolumnen mit dem Thema Ohnmacht und Klima auseinandergesetzt.&nbsp;<\/strong><\/p>\n\n<p class=\"p1\">Die 16-j\u00e4hrige Greta Thunberg hat unter Klima-Sch\u00fctzerinnen und -Sch\u00fctzern viel Hoffnung ausgel\u00f6st. Ihr zuerst einsamer Schulstreik ist zu einer Protestbewegung gewachsen. Abertausende Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler auf der Welt tun es ihr nach und streiken f\u00fcr Klimaschutz. Das gibt Hoffnung. Hoffnung daf\u00fcr, dass die jungen Menschen mit ihren Protesten endlich erreichen, was wir seit drei Jahrzehnten ohnm\u00e4chtig versuchen zu tun.<\/p>\n\n<p class=\"p1\">Als ich vor \u00fcber dreissig Jahren umweltaktiv wurde, war ich emp\u00f6rt \u00fcber die zunehmende Luftverschmutzung. Ein Waldsterben schien zu drohen. Protest war mein Ventil, Ohnmacht das Gef\u00fchl dahinter. <span class=\"s1\">Ich f\u00fchlte mich wie ein Streichholz, das den Traum eines Fl\u00e4chenbrandes tr\u00e4umt und doch nur ein Strohfeuer zustande bringt. Da <\/span>schloss ich mich Greenpeace an: Sich zusammentun ist ein probates Mittel gegen Ohnmacht. Manchmal jedenfalls.<\/p>\n\n<p class=\"p1\">Unsere erste Aktion zum Klimaschutz fand 1992 statt. Es folgte die Klimavisionsschau \u00abDas blaue Wunder\u00bb, mit der wir 1994\/95 auf Schweizer Tournee gingen und die u. a. auch zehntausend Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler sahen. Die Sch\u00f6nheit des Planeten wollten wir zeigen, warum er wegen der Klimaerw\u00e4rmung bedroht ist mit der Botschaft: \u00abMorgen wird er zerst\u00f6rt sein, wenn du nichts tust\u00bb. So unser Katastrophenp\u00e4dagogik-Ansatz, um Handlung im Kleinen zu erzeugen: Weniger Autofahren, weniger heizen usw. Doch die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler blieben nach der Schau entweder ratlos oder ohnm\u00e4chtig zur\u00fcck. Das war nicht die Absicht. Und also ward das JugendSolarProjekt geboren, das 20 Jahre lang mit jungen Menschen Solaranlagen installierte und sie so handlungsf\u00e4hig machte. Im Juli 2018 wurde es eingestellt.<\/p>\n\n<p class=\"p3\">Zur\u00fcck zur Katastrophen-P\u00e4dagogik: Hinter dem, dass nicht geschieht, was beabsichtigt ist, steckt die Allmende-Klemme. Kurz gesagt handelt es sich bei ihr um das Prinzip \u00abWarum-soll-ausgerechnet-ich-beginnen-und-nicht-die-anderen?\u00bb. Und weil (fast) alle anderen dasselbe denken, wird nichts Merkbares getan, und darum werden \u00f6ffentliche G\u00fcter \u00fcbernutzt. Ein solches war fr\u00fcher die Allmende. Gab es keine Abmachung \u00fcber die Nutzungsrechte, liess jeder Sch\u00e4fer seine Schafe l\u00e4nger weiden als ihm anteilsm\u00e4ssig eigentlich zur Verf\u00fcgung stand und die Allmende konnte sich nicht regenerieren. Im Klimafall ist es heute die Atmosph\u00e4re, die \u00fcberschmutzt wird. Weil die USA oder China oder Indien oder die Fleischproduzenten oder die Urwaldabholzer doch beginnen sollen. Jedenfalls die andern. Zwar g\u00e4be es mit dem Pariser Klimavertrag eine Abmachung, aber er ist bisher Papier geblieben: Sollen doch die anderen beginnen. Ohnm\u00e4chtig.<\/p>\n\n<p class=\"p3\">Wie die Allmende-Klemme \u00fcberwinden? Zusammen konkret tun. Auf allen Ebenen: Politik, Schulhaus, Gemeinde, Siedlung, Haushalt. Den Protest auf den Boden bringen. <span class=\"s2\">Der Protest ist das Pferd, die Bewegung der Pflug. <\/span>Greta &amp; Co zujubeln gen\u00fcgt nicht. Es braucht Millionen Gretas. Sei auch Greta. Sei Pferd, aber auch Pflug, z. B. an deiner Schule oder mit Greenpeace. Das w\u00e4re der Greta-Effekt.<\/p>\n\n<p><strong>Kuno Roth<\/strong>\u00a0arbeitet international als Leiter des globalen Mentoring-System bei Greenpeace. Jahrgang 57, Dr. rer. nat., ehemaliger Chemiker ist er mittlerweile Human\u00f6kologe, Umweltp\u00e4da\u00adgoge sowie auch Schriftsteller.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vier Kolumnisten, zwei Generationen, ein Thema. 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