{"id":45542,"date":"2019-04-16T07:00:00","date_gmt":"2019-04-16T05:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/?p=45542"},"modified":"2020-06-03T15:45:53","modified_gmt":"2020-06-03T13:45:53","slug":"augen-auf-beim-ostereierkauf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/hintergrund\/45542\/augen-auf-beim-ostereierkauf\/","title":{"rendered":"Augen auf beim Ostereierkauf"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Zwischen Selbstverwirklichung, Sinnessuche und sozialen Medien. Irgendwo unter all den Smartphones, Smart-TVs und Smartwatches begraben. Genau da setzt sich Greenpeace-Praktikantin Danielle mit den Hoffnungen, Herausforderungen und Problemen ihrer Generation Y auseinander \u2013 und fragt sich in ihren kommenden Kolumnen: Wie zum Teufel soll das gr\u00fcn gehen?<\/strong><\/p>\n\n<p><em>\u00abQualit\u00e4t der Eier f\u00fcr sich gut, aber leider immer noch diese h\u00e4sslichen Farben :-(.\u00bb<\/em><\/p>\n\n<p>Eigentlich k\u00f6nnte ich diesen Kommentar einfach so stehen lassen. Schwups, fertig ist meine Kolumne f\u00fcr diese Woche. Beine hoch, Feierabenddrink auf, Netflix an. Doch w\u00e4re ich wohl im falschen Beruf, versp\u00fcrte ich nicht den Drang, mich dar\u00fcber ausf\u00fchrlich auszulassen.<\/p>\n\n<p>Aber fangen wir von vorne an. Und damit meine ich ganz vorne, beim Freund aller Menschen, Jesus Christus h\u00f6chstpers\u00f6nlich. Ihm n\u00e4mlich haben wir es zu verdanken, dass vor uns vier ganze Tage Wochenende liegen. Hallelujah. W\u00e4re ich gl\u00e4ubig, w\u00e4re es jetzt wohl an der Zeit f\u00fcr das Kreuzzeichen. Doch wie pflegte Moli\u00e8re zu sagen? \u00abWer aller Menschen Freund, der ist der meine nicht.\u00bb Nichtsdestotrotz bin ich froh, dass die Kirche die Idee des Sohn Gottes ges\u00e4t hat. Denn nur deswegen d\u00fcrfen wir heute einen Feiertag nach dem anderen ernten. So eben auch Ostern.<\/p>\n\n<p>Heutzutage ist Ostern vielerorts nicht mehr nur ein Fest im Namen des Sohn Gottes, sondern auch im Namen des Osterhasen. Meister Lampe versteckt am Ostermontag viele bunte Eier in den G\u00e4rten der Welt und bringt damit Kinderaugen zum Strahlen. Aber Achtung, Spoiler alert: Nat\u00fcrlich gibt es den Osterhasen nicht. Und auch was Jesus betrifft, kann man sich streiten. Das einzig Reale an Ostern sind tats\u00e4chlich die Ostereier \u2013 und die Spur der Verw\u00fcstung, die diese nach sich ziehen.<\/p>\n\n<p>Somit w\u00e4ren wir wieder bei dem Anfangs erw\u00e4hnten Kommentar angelangt. Der wurde n\u00e4mlich als Bewertung von bemalten Bio-Ostereiern auf <a href=\"https:\/\/www.coopathome.ch\/de\/supermarkt\/milchprodukte-eier\/eier\/eier-gekocht\/naturaplan-bio-ostereier-aus-auslaufhaltung-50g-4-st%C3%BCck\/p\/3462940\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">coop@home<\/a> abgegeben. Und zeigt auf eine simple, fast schon sch\u00f6ne Art und Weise, was mit unserer Menschheit schiefl\u00e4uft; ein Sinnbild f\u00fcr unsere Gesellschaft quasi. Denn die heutige Allgemeinheit setzt bei der Nahrungswahl vor allem auf eines: das Auge \u2013 schliesslich isst es ja mit. Die Karotte darf deswegen nicht zu krumm sein, die Kartoffel nicht zu gross und das Ei nicht zu h\u00e4sslich. Diese Einstellung zur Nahrung hat zwei Folgen: Erstens landen weltweit t\u00e4glich unz\u00e4hlige Tonnen an essbaren Esswaren im M\u00fcll. Zweitens sind wir f\u00fcr das Leid von tausenden von Tieren auf der ganzen Welt verantwortlich.&nbsp;So auch f\u00fcr das der Legehennen.<\/p>\n\n<p>Gehen wir mal davon aus, dass die Person, die den oben erw\u00e4hnten Kommentar abgegeben hat, sich an Ostern dazu entscheidet, aufgrund der h\u00e4sslichen Farbe der Bio-Eier im Coop-Regal lieber zu den sch\u00f6n bunten&nbsp;\u00abImport-Ostereier aus Bodenhaltung\u00bb zu greifen. Schliesslich m\u00f6chte sie ihren Kindern ja eine Freude machen. So ist davon auszugehen, dass auch andere Eltern es ihr gleichtun. Denn wer m\u00f6chte seinem Kind schon h\u00e4sslich bemalte Eier vorlegen und an Ostern f\u00fcr ein Tr\u00e4nen- anstatt Farbenmeer sorgen. Und schon haben wir den (Eier)-Salat.<\/p>\n\n<p>Vielen d\u00fcrfte bewusst sein, dass H\u00fchner keine bunten Eier legen (say whaaat). Was aber viele vermutlich nicht wissen \u2013 oder nicht wissen wollen \u2013 ist, dass \u00fcber die H\u00e4lfte der bunten Eier aus dem Coop-Regal importiert wurden und dabei aus der Bodenhaltung stammen. Neben der Bio-Haltung und der Freilandhaltung die schlechteste Form. Schon hier in der Schweiz ist es laut Tierschutzgesetz erlaubt, bei der Bodenhaltung sieben bis siebzehn Legehennen auf einem Quadratmeter zu halten, ohne gesetzlich vorgegebenen Auslauf \u2013 da lachen ja die H\u00fchner. In den St\u00e4llen von Deutschland und der Niederlande, wo \u00fcber die H\u00e4lfte der importierten Ostereier herkommt, sieht es nochmals ganz anders aus. <a href=\"https:\/\/www.srf.ch\/sendungen\/kassensturz-espresso\/themen\/konsum\/importeier-zu-ostern-so-schockierend-ist-die-tierhaltung\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Eine Reportage von SRF<\/a> aus dem Jahr 2014 gibt einen Einblick in das dortige Elend. Bis zu 30 000 Tiere leben zusammen in den St\u00e4llen, Tageslicht gibt es praktisch keines, genauso wenig liegt Stroh auf dem Boden und den Tieren werden sogar teilweise die Schn\u00e4bel abgeschnitten, damit sie einander nicht verletzen k\u00f6nnen. Na frohe Ostern&#8230;<\/p>\n\n<figure class=\"wp-block-image alignnone  caption-style-blue-overlay caption-alignment-center\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2020\/04\/343c1456-gp0stojwi_high_res-scaled.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-7821\"\/><figcaption>Legehennen beim F\u00fctterungsprozess in einem Stall in Deutschland. (\u00a9 Greenpeace)<\/figcaption><\/figure>\n\n<p>Wer seine Ostern also tiergerecht gestalten m\u00f6chte, der greift zum Bio-Ei aus der Schweiz und bemalt es selbst. W\u00e4re das nicht die logische Alternative? Nat\u00fcrlich \u2013 nur hat auch diese einen Haken. Denn selbst die Produktion von Bio-Eiern in der Schweiz sei laut <a href=\"https:\/\/www.tagesanzeiger.ch\/zuerich\/region\/das-85rappenbioei\/story\/21577682\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Tagesanzeiger<\/a> nur m\u00f6glich, wenn die H\u00fchner in unnat\u00fcrlich grossen Gruppen gehalten w\u00fcrden, Soja und Weizen aus dem Ausland als Futter bek\u00e4men und die m\u00e4nnlichen K\u00fcken vergast und die Legehennen nach einem Jahr aussortiert w\u00fcrden. Tiergerecht ist anders. Wer seine Ostern also wirklich ohne Tierleid verbringen m\u00f6chte, greift am besten zu Schokoladeneiern \u2013 nat\u00fcrlich aus Fair-Trade-Produktion und Bio. Und gibt dem Osterhasen ein beachtliches Trinkgeld.<\/p>\n\n<p><strong class=\"no-underline\">Danielle M\u00fcller<\/strong>&nbsp;studierte Journalismus und Unternehmenskommunikation in Berlin und schnuppert nun bei Greenpeace rein. Die 27-J\u00e4hrige Baslerin ist stets im Sattel ihres Rennvelos anzutreffen und sagt nie Nein zu einer guten Umwelt-Doku auf Netflix.<\/p>\n\n<p><em>Vier leckere Rezepte f\u00fcr ein veganes Osterfest findest du <a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/act\/rezepte-fuer-das-klima\/\">hier<\/a>.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zwischen Selbstverwirklichung, Sinnessuche und sozialen Medien. Irgendwo unter all den Smartphones, Smart-TVs und Smartwatches begraben. 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