{"id":45570,"date":"2019-04-30T07:00:00","date_gmt":"2019-04-30T05:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/?p=45570"},"modified":"2020-06-03T16:02:06","modified_gmt":"2020-06-03T14:02:06","slug":"von-sieben-kleinen-kartoffelstuecken-und-fuenf-kilo-food-waste","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/hintergrund\/45570\/von-sieben-kleinen-kartoffelstuecken-und-fuenf-kilo-food-waste\/","title":{"rendered":"Von sieben Kartoffelst\u00fccken (und f\u00fcnf Kilo Food Waste)"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Zwischen Selbstverwirklichung, Sinnessuche und sozialen Medien. Irgendwo unter all den Smartphones, Smart-TVs und Smartwatches begraben. Genau da setzt sich Greenpeace-Praktikantin Danielle mit den Hoffnungen, Herausforderungen und Problemen ihrer Generation Y auseinander \u2013 und fragt sich in ihren kommenden Kolumnen: Wie zum Teufel soll das gr\u00fcn gehen?<\/strong><\/p>\n\n<p>Sonntagabend ist heilig. Mal ehrlich: Am letzten Abend des Wochenendes m\u00f6chte ich weder Besuch bei mir empfangen noch selbst auf Besuch gehen m\u00fcssen. Alles, was ich will, ist, mich auf meiner Couch suhlen, irgendetwas auf Netflix im Hintergrund laufen lassen und mich selbst bemitleiden, weil schon wieder eine neue Arbeitswoche ansteht. Logisch also, dass bei mir Zuhause an einem Sonntagabend relativ selten gekocht wird. Stattdessen wird Sonntag f\u00fcr Sonntag ein Restaurant nach dem anderen auf eat.ch abgeklappert. Und weil die Di\u00e4t auch erst am Montag wieder anf\u00e4ngt, wird bei der Zusammenstellung des Warenkorbs nicht gegeizt. Dass all das bestellte Essen in meinem Magen Platz findet, ist h\u00f6chst unlogisch \u2013 im Abfalleimer aber allemal.<\/p>\n\n<p>J\u00fcngstes Beispiel: Die sieben Kartoffelst\u00fccke, die, w\u00e4hrend ich diese Kolumne schreibe, rechts von meinem Laptop auf einem Teller unangetastet in Erdnusssauce herumd\u00fcmpeln \u2013 und mich schon fast vorwurfsvoll anblicken. Da vor zwei Tagen Sonntag war und ich mich dazu entschieden habe, mal wieder beim Chinesen meines Vertrauens zu bestellen, sind sie wegen \u00dcbers\u00e4ttigung \u00fcbrig geblieben. Es ist aber auch schwierig zu den Vorspeise-Fr\u00fchlingsrollen nein zu sagen. Wenn ich jetzt jeden Sonntag halt mal sieben Kartoffelst\u00fccke wegschmeisse, davon geht die Welt auch nicht unter. Und auch nicht vom Butterzopf-\u00abCh\u00f6pfli\u00bb vom Samstag, das seinen Weg in den \u00abBebbisack\u00bb gefunden hat, weil&nbsp; \u2013 wer mag schon Anschnitt. Und schon gar nicht von der H\u00e4lfte-Preis-Familien-Salatpackung, die ich am Freitag holte, weil sie g\u00fcnstiger war und die nun halbvoll im K\u00fchlschrank vergammelt. Vor lauter Unds ist der Abfallsack schon l\u00e4ngst \u00fcbergequollen.<\/p>\n\n<p>Mein Zweipersonen-Haushalt wirft aber sicherlich nicht so viele Esswaren weg, wie es ein F\u00fcnfpersonen-Haushalt tut. Mit dem Finger auf andere Menschen zeigen, wenn man sich in die Ecke gedr\u00e4ngt f\u00fchlt, klappt doch immer. Noch besser funktioniert aber, weg von den anderen Individuen und auf Konzerne zu verweisen. Man stelle sich deshalb vor, was eine Coop-Filiale pro Tag an Lebensmittel in den M\u00fclleimer schmeissen muss. Wenn man das auf alle Filialen der Schweiz hochrechnet, bin ich mit meinem sieben Kartoffelst\u00fccken ja ganz unten in der Food Waste-Pyramide einzuordnen. Voil\u00e0, Gewissen beruhigt.<\/p>\n\n<p>Wie so oft im Leben wird man schnell eines Besseren belehrt \u2013 so auch ich, als ich am Montagmorgen die 20-Minuten-App \u00f6ffne, um meine Schnell-informiert-Runde zu starten.&nbsp;\u00ab<a href=\"https:\/\/www.20min.ch\/schweiz\/news\/story\/Haushalte-werfen-1-Million-Tonnen-Lebensmittel-weg-24349377\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Haushalte werfen 1 Million Tonnen Lebensmittel weg<\/a>\u00bb. Schon fast h\u00f6re ich die sieben Kartoffelst\u00fccke h\u00e4misch lachen. Der Artikel bezieht sich auf vom <a href=\"https:\/\/www.bafu.admin.ch\/bafu\/de\/home\/themen\/abfall\/abfallwegweiser-a-z\/biogene-abfaelle\/abfallarten\/lebensmittelabfaelle.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Bundesamt f\u00fcr Umwelt neu ver\u00f6ffentlichte Zahlen<\/a> zum Thema Food Waste in der Schweiz. Aus den Zahlen geht hervor, dass die Haushalte hierzulande j\u00e4hrlich eine Million Tonnen Lebensmittel fortwerfen. Pro Person sind das 190 Kilogramm Esswaren im Jahr, die nicht im Magen, sondern in den H\u00e4nden der orangen Abfallabfuhrm\u00e4nner landen. Wobei die Statistik besagt, dass 60 Kilogramm davon vermeidbar w\u00e4ren! Die Gr\u00fcnde f\u00fcr diese immense Verschwendung?&nbsp;\u00abDie fehlende Wahrnehmung der eigenen Lebensmittelabf\u00e4lle, mangelndes Bewusstsein f\u00fcr den Wert von Nahrungsmitteln sowie unzureichendes Wissen \u00fcber die Haltbarkeit, Lagerung und Methoden zur Resteverwertung.\u00bb Wenn ich mich da nicht wiedererkenne\u2026<\/p>\n\n<p>W\u00e4re ich n\u00e4mlich nicht so gierig, w\u00fcrde ich auf die Fr\u00fchlingsrollen verzichten. W\u00fcrde ich auf die Fr\u00fchlingsrollen verzichten, blieben keine sieben Kartoffelst\u00fccke \u00fcbrig. W\u00fcrden keine sieben Kartoffelst\u00fccke \u00fcbrig bleiben, w\u00fcrde ich im Schnitt nicht 48 Kartoffeln im Jahr wegschmeissen. Und w\u00fcrde ich keine 48 Kartoffeln im Jahr wegschmeissen, w\u00fcrde sich mein j\u00e4hrlicher Food Waste-Abdruck bereits um rund f\u00fcnf Kilogramm verkleinern. So einfach k\u00f6nnte es sein.<\/p>\n\n<p>N\u00e4chsten Sonntag lasse ich die Vorspeise deswegen weg. Dann muss ich auch einmal weniger joggen gehen. Wenn das mal nicht verlockender ist als eine Fr\u00fchlingsrolle.<\/p>\n\n<p><strong class=\"no-underline\">Danielle M\u00fcller<\/strong>&nbsp;studierte Journalismus und Unternehmenskommunikation in Berlin und schnuppert nun bei Greenpeace rein. Die 27-J\u00e4hrige Baslerin ist stets im Sattel ihres Rennvelos anzutreffen und sagt nie Nein zu einer guten Umwelt-Doku auf Netflix.<\/p>\n\n<p>Alles zum Thema Food Waste und wie du dich bewusster ern\u00e4hren kannst, findest du <a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/themen\/ernaehrung\/\">hier<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zwischen Selbstverwirklichung, Sinnessuche und sozialen Medien. 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