{"id":45581,"date":"2019-05-14T07:00:00","date_gmt":"2019-05-14T05:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/?p=45581"},"modified":"2025-06-25T15:35:22","modified_gmt":"2025-06-25T13:35:22","slug":"oekologischer-pfotenabdruck-so-ein-furz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/hintergrund\/45581\/oekologischer-pfotenabdruck-so-ein-furz\/","title":{"rendered":"\u00d6kologischer Pfotenabdruck? So ein Furz!"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Zwischen Selbstverwirklichung, Sinnessuche und sozialen Medien. Irgendwo unter all den Smartphones, Smart-TVs und Smartwatches begraben. Genau da setzt sich Greenpeace-Praktikantin Danielle mit den Hoffnungen, Herausforderungen und Problemen ihrer Generation Y auseinander \u2013 und fragt sich in ihren kommenden Kolumnen: Wie zum Teufel soll das gr\u00fcn gehen?<\/strong><\/p>\n\n<p>Seit rund einem Monat geht es in unserem Haushalt drunter und dr\u00fcber: Pflanzen fliegen von Kommoden herunter, \u00fcberall auf dem Boden liegt Sand herum, die Couch wird nach Strich und Faden auseinandergenommen und an Schlaf ist kaum mehr zu denken. Daf\u00fcr verantwortlich ist nicht etwa eine Horde Trolle, die r\u00fccksichtslos durch unsere Wohnung gerannt ist. Nein, f\u00fcr das Chaos ist einzig und allein einer zust\u00e4ndig: Kater Oscar, unser drei Monate alter Neuzugang. Seit der kleine Mann bei uns eingezogen ist, steht unsere Welt regelrecht Kopf \u2013 und nichts mehr dort, wo es einst mal war&#8230;<\/p>\n\n<p>Wie jedes frisch gewordene Elternpaar zeigen mein Freund und ich jedem, der es nicht sehen will, ein Bild von unserem Oscar, wir k\u00f6nnen gar nicht aufh\u00f6ren, von ihm zu erz\u00e4hlen und stellen Google jede noch so l\u00e4cherliche Frage, wenn die kleine Samtpfote miaut. Wer h\u00e4tte gedacht, dass wir mal solche Eltern werden \u2013 und dabei haben wir nicht mal ein Kind. Obwohl \u2013 es f\u00fchlt sich eigentlich genau so an. Denn wenn wir auf Besuch gehen, k\u00f6nnen wir nicht lange bleiben, schliesslich kann der Kater noch nicht so gut alleine sein (immerhin haben wir endlich eine gute Ausrede), wir streiten uns dar\u00fcber, wer damit an der Reihe ist, das Katzenklo zu putzen und hier und da erwische ich mich dabei, wie ich mich in einer mir bisher noch unbekannten Babysprache mit Oscar unterhalte \u2013 shame on me.<\/p>\n\n<p>Doch verhalten wir uns nicht nur, als h\u00e4tten wir ein Kind, nein, auch finanziell zieht Oscar mit einem Baby gleich. Seit vier Wochen nun schwinge ich tagt\u00e4glich die Katzenklo-Schippe und leere dreimal am Tag einen Beutel Nassfutter in Oscars Napf. Dass das auf den Geldbeutel schl\u00e4gt, ist logisch. Doch nicht nur das: Auch unser Abfall f\u00fcllt sich schneller \u2013 und zwar geh\u00f6rig. Irgendwo m\u00fcssen der Katzenstreu und all die leeren Futterverpackungen ja landen. Unweigerlich muss ich daran denken, wie wir uns im Greenpeace-B\u00fcro dar\u00fcber unterhalten hatten, dass ein wirksamer Weg, um klimafreundlich zu leben, <a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/wirtschaft\/klimaschutz-schwedische-kolumnistin-raet-keine-kinder-zu-kriegen-ld.1468347\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">der ohne Kinder w\u00e4re<\/a>. Wenn Oscar einem Kind gleich kommt, w\u00e4re er dann nicht auch ein kleiner Klimaerhitzer?<\/p>\n\n<p>Laut einer <a href=\"https:\/\/www.tagesanzeiger.ch\/wissen\/natur\/haustiere-als-klimasuender\/story\/22044975\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Studie des Geographen Gregory Okin<\/a>, der die Ern\u00e4hrung von Hunden und Katzen untersucht hat, fallen bei der Herstellung der Nahrungsmittel f\u00fcr Haustiere in den USA tats\u00e4chlich j\u00e4hrlich Treibhausgase an, die 64 Millionen Tonnen&nbsp;CO<sub>2<\/sub> entsprechen. Das ist soviel wie \u2013 notabene \u2013 13 Millionen Autos pro Jahr ausstossen. Denn obwohl f\u00fcr die Nahrung von Hunden und Katzen zwar mehrheitlich Fleischbestandteile verwendet werden, die f\u00fcr Menschen ungeniessbar sind, wie Knorpel und Innereien, kommen diese trotzdem aus der Tierhaltung \u2013 und bekanntlich verbraucht die Herstellung von Fleisch erheblich mehr Energie, Landfl\u00e4che und Wasser als Nahrung auf Pflanzenbasis. Hinzu kommt, dass immer h\u00e4ufiger Besitzerinnen und Besitzer ihren Tieren hochwertiges Futter geben und ihre Lieblinge vermenschlichen, d. h. ihnen Futter geben, dass auch f\u00fcr Menschen gut ist. In beiden F\u00e4llen beinhaltet das Futter mehr Fleisch, das ebenso f\u00fcr menschliche Nahrungsmittel geeignet w\u00e4re.<\/p>\n\n<p>Obwohl Gregory Okin diese Zahlen f\u00fcr die USA erhoben hat, spielen sie auch in der Schweiz eine Rolle. Denn hierzulande leben mittlerweile eine halbe Million Hunde und eineinhalb Millionen Katzen. Ein <a href=\"https:\/\/www.s\ueddeutsche.de\/wissen\/co-ausstoss-hund-und-katze-als-klimasuender-1.3617154\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Schweizer Unternehmen hat deswegen die \u00d6kobilanz von Haustieren in der Schweiz berechnet<\/a>. Und kann Entwarnung geben: Heraus kam n\u00e4mlich, dass eine Katze hierzulande im Jahr einer Umweltbelastung von 1300 km Autofahrt entspricht. Wenn man ehrlich ist, geht das noch. Und wenn man weiss, dass ein Baby im Jahr 56 Tonnen&nbsp;CO<sub>2<\/sub>&nbsp;kostet erst recht. Auch machen laut dem Schweizer Unternehmen alle Haustiere der Schweiz nur rund 1 Prozent der totalen durch Konsum verursachten Umweltbelastung aus. Nat\u00fcrlich kann man den \u00f6kologischen Pfotenabdruck seines B\u00fcsis trotzdem verkleinern, indem man auch beim Katzenfutter zu Bio greift \u2013 oder sein Tier gar ganz vegan ern\u00e4hrt. Davon bin ich jedoch kein Fan, schliesslich haben wir der vor langer Zeit eigentlich in Freiheit lebenden Wildkatze schon mehr oder weniger ihre Freiheit genommen und sie zum Haustiger gemacht. Da darf man ihr wenigstens noch die Freiheit des Fleischfressens lassen.<\/p>\n\n<p>So friedlich schlafend, wie der kleine Oscar gerade vor mir liegt, f\u00e4llt es mir so oder so schwer zu glauben, dass er zu so etwas Schlimmen f\u00e4hig ist, wie den Klimawandel voranzutreiben. Allerh\u00f6chstens mit seinen F\u00fcrzen \u2013 denn die stinken so sehr, dass sie denjenigen von K\u00fchen m\u00e4chtig Konkurrenz machen d\u00fcrften.<\/p>\n\n<p><strong class=\"no-underline\">Danielle M\u00fcller<\/strong>&nbsp;studierte Journalismus und Unternehmenskommunikation in Berlin und schreibt nun f\u00fcr Greenpeace. Die 27-J\u00e4hrige Baslerin ist stets im Sattel ihres Rennvelos anzutreffen und sagt nie Nein zu einer guten Umwelt-Doku auf Netflix.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zwischen Selbstverwirklichung, Sinnessuche und sozialen Medien. Irgendwo unter all den Smartphones, Smart-TVs und Smartwatches begraben. 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