{"id":45585,"date":"2019-05-24T07:00:00","date_gmt":"2019-05-24T05:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/?p=45585"},"modified":"2020-06-03T16:24:14","modified_gmt":"2020-06-03T14:24:14","slug":"auf-den-wurm-gekommen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/hintergrund\/45585\/auf-den-wurm-gekommen\/","title":{"rendered":"Auf den Wurm gekommen"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Kompostieren mit W\u00fcrmern und das innerhalb der eigenen vier W\u00e4nde. Auf diese Idee kam vor drei Jahren das Team von WormUp, einem Z\u00fcrcher Startup, das mit seinem wohnungstauglichen Wurmkompost mehr Bioabf\u00e4lle vor dem M\u00fcllsack retten will.<\/strong><\/p>\n\n<p><em>&nbsp;<\/em>\u00abIm Moment sind ca. 5000 W\u00fcrmer hier im Raum\u00bb, sagt Johanna, nachdem sie kurz \u00fcberlegen musste. Wir befinden uns im Dachstock eines Hauses ganz in der N\u00e4he der Tramstation Kappeli in Z\u00fcrich. Hier teilt sich das junge Unternehmen <a href=\"https:\/\/www.wormup.ch\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">WormUp<\/a> ein B\u00fcro mit einem Architekten-Team. Dass neben Johanna R\u00fcegg und Sarah Steiner vom Startup und den paar wenigen Architekten, die an diesem Donnerstag ihrer Arbeit nachgehen, sich ein grosser Haufen W\u00fcrmer im B\u00fcro befinden soll, glaubt man kaum. Denn: Von den Tieren ist weder etwas zu sehen, noch zu h\u00f6ren, und \u2013 das ist fast das Allerwichtigste \u2013 zu riechen.<\/p>\n\n<div class=\"wp-block-image  caption-style-blue-overlay caption-alignment-center\"><figure class=\"aligncenter\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2020\/04\/5710488c-bildschirmfoto-2019-05-23-um-10.49.39.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-8009\"\/><\/figure><\/div>\n\n<p>Wenn man ans Kompostieren denkt, dann d\u00fcrfte den meisten Menschen entweder der grosse, stinkende Haufen an Bio-Abf\u00e4llen im eigenen Garten oder der kleine, gr\u00fcne und stinkende Beh\u00e4lter auf dem Balkon in den Sinn kommen. Nicht aber dem f\u00fcnfk\u00f6pfigen Team von WormUp, denn sie haben den Kompost-Kreislauf im eigenen Zuhause wohlriechend revolutioniert \u2013 und das sogar auf \u00e4sthetische Art und Weise: Ihr dreist\u00f6ckiger Wurmkomposter aus schlichtem Ton k\u00f6nnte geradezu einem IKEA-Katalog entsprungen sein. \u00abDie Funktionalit\u00e4t und Nachhaltigkeit haben nat\u00fcrlich Vorrang\u00bb, betont Mitbegr\u00fcnderin Sarah Steiner, \u00ababer wir wissen, dass wenn etwas sch\u00f6n aussieht, die Menschen mehr Freude daran haben.\u00bb<\/p>\n\n<p>Doch wie funktioniert der Wurmkomposter f\u00fcr die eigenen vier W\u00e4nde? Um das zu zeigen, l\u00fcpft Johanna den Deckel eines Exemplars. \u00abDer Beh\u00e4lter besteht aus drei Etagen, die jeweils durch ein Gitter getrennt sind\u00bb erkl\u00e4rt die Wurmforscherin mit Master in Umweltnaturwissenschaften. \u00abDer Komposter wird von unten nach oben gef\u00fcllt. Dabei wandern die W\u00fcrmer stets mit dem frisch dazugegebenen Abfall nach oben, so, wie sie es auch im Wald tun w\u00fcrden, wo sie das frische Laub an der Erdoberfl\u00e4che erwartet. Das von ihnen abgebaute Material, der n\u00e4hrstoffreiche Humus, bleibt unten zur\u00fcck, wo man es leicht ernten kann.\u00bb Dieser Prozess funktioniere deswegen so gut, weil der Beh\u00e4lter aus Ton und aus diesem Grund sehr atmungsaktiv sei, \u00abso kann das Wasser, welches in den Abf\u00e4llen ist, raus und Luft herein\u00bb. Denn nur mit der richtigen Menge an Luft und Wasser l\u00e4uft die Kompostierung laut Johanna erfolgreich ab.<\/p>\n\n<p>Bis der Wurmkompost reif ist, dauert es bis zu sechs Monaten. Begonnen wird mit 1000 W\u00fcrmern \u2013 die man \u00fcbrigens per Post nach Hause geschickt bekommt und nicht selbst im Garten zusammensuchen muss \u2013, je nach Menge des Abfalls kann der Wurmbestand zunehmen. \u00dcberquellen kann der Kompost aber nicht, denn: \u00abDie W\u00fcrmer passen sich der Menge Abfall an\u00bb, erkl\u00e4rt Johanna. Trotzdem ist es m\u00f6glich, dass ein oder zwei W\u00fcrmer mal entwischen k\u00f6nnen, dies tun sie laut Johanna aber nur dann, wenn es ihnen nicht mehr wohl ist. Damit das nicht passiert, gilt es neben der Menge des Futters auch auf dessen Art zu achten: \u00abDie W\u00fcrmer fressen gerne Gem\u00fcse- und Fr\u00fcchte-Abf\u00e4lle, Eierschalen, Haare, Kaffeesatz, etc. Wichtig ist aber, die Balance zwischen stickstoff- und kohlenstoffreichen Abf\u00e4llen zu halten, d.&nbsp;h. ab und zu auch mal Karton, wie Eierschachteln und WC-Papierrollen, unterzumischen.\u00bb Dann f\u00fchlen sich die W\u00fcrmer pudelwohl.<\/p>\n\n<figure><iframe loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/player.vimeo.com\/video\/281606182\" width=\"640\" height=\"360\" frameborder=\"0\" allowfullscreen=\"allowfullscreen\"><\/iframe><\/figure>\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Vom Wohnzimmer in die Schule bis zur Landwirtschaft<\/h3>\n\n<p><strong>&nbsp;<\/strong>Die Vision hinter dem Wurmkompost ist klar: \u00abUnser Anliegen ist es, dass die Menschen mehr kompostieren und so zu den nat\u00fcrlichen Kreisl\u00e4ufen zur\u00fcckkommen\u00bb erkl\u00e4rt WormUp-Mitinhaberin Sarah. \u00abWir wollen dem St\u00e4dter die Natur wieder n\u00e4her bringen.\u00bb Aus diesem Grund hat das Startup auch bereits einen Wurmkompost f\u00fcr Liegenschaften und Schulen entwickelt, den <a href=\"https:\/\/www.wormup.ch\/wormup-scale\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">WormUp Scale<\/a>. Damit k\u00f6nne Kindern \u00fcber Bildung aber auch Spiel und Spass das Kompostieren aufgezeigt werden. Dass dies gut klappt, hat das Unternehmen schon erprobt: \u00abEine Kinderg\u00e4rtnerin, mit der wir zusammenarbeiten, hat mir erz\u00e4hlt, dass es den Kindern grossen Spass bereitet und sie sogar extra Abf\u00e4lle von Zuhause mitnehmen, den sie den W\u00fcrmern f\u00fcttern wollen\u00bb, erz\u00e4hlt Sarah lachend.<\/p>\n\n<p>In den Schulen angekommen, will WormUp mit dem Thema Kompostieren aber nicht aufh\u00f6ren: \u00abWir m\u00f6chten auch mit St\u00e4dten und Gemeinden zusammenarbeiten und die Landwirtschaft erreichen\u00bb meint Sarah motiviert. Um neue Produkte und Ideen, gerade auch f\u00fcr die Landwirtschaft, zu entwickeln, gibt es neben der GmbH deswegen den Verein WormUp. Johanna ist da sehr engagiert und arbeitet gerade an einem Projekt, das sich mit dem Thema Pferdemistumwandlung mit Kompostw\u00fcrmern auseinandersetzt. Zuviel dar\u00fcber verraten, m\u00f6chte die Baselbieterin aber noch nicht, ausser: \u00abDie Idee dahinter ist, herauszufinden, wie man grosse Mengen an Abf\u00e4llen kompostieren und die Wurmkompostierung in diese Richtung noch weiterentwickeln kann.\u00bb<\/p>\n\n<p>Dass sich die Schweizer Landwirtschaft zuk\u00fcnftig ebenfalls mit dem Thema Boden auseinandersetzt, ist Johanna wichtig, denn: \u00abDie Ackerb\u00f6den der Schweiz enthalten im Oberboden ca. 2,1 % Humus, das ist wenig und hat auch mit der vergangenen Nutzung zu tun.\u00bb Dass man das eigentlich einfach \u00e4ndern k\u00f6nnte, davon ist die 30-J\u00e4hrige \u00fcberzeugt: \u00abEin wichtiger Beitrag hierzu w\u00e4re, die vorhandenen Kreisl\u00e4ufe zu schliessen. Z.&nbsp;B. indem man die n\u00e4hrstoffreichen Abf\u00e4lle aus der Stadt als Kompost wieder aufs Land zur\u00fcckbringt, anstatt sie in Kehrichtverbrennungsanlagen zu entsorgen. So k\u00f6nnte in der Landwirtschaft Kompost anstatt mineralischer D\u00fcnger verwendet werden.\u00bb<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kompostieren mit W\u00fcrmern und das innerhalb der eigenen vier W\u00e4nde. Auf diese Idee kam vor drei Jahren das Team von WormUp, einem Z\u00fcrcher Startup, das mit seinem wohnungstauglichen Wurmkompost mehr&hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":49,"featured_media":55599,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"_planet4_optimize_post_is_variant":false,"_planet4_optimize_experiment_name":"","_planet4_optimize_variant_name":"","ep_exclude_from_search":false,"p4_og_title":"","p4_og_description":"","p4_og_image":"","p4_og_image_id":"","p4_seo_canonical_url":"","p4_campaign_name":"not set","p4_local_project":"not set","p4_basket_name":"not set","p4_department":"","footnotes":""},"categories":[47],"tags":[33],"p4-page-type":[194],"gpch-article-type":[],"class_list":["post-45585","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-greenpeace","tag-ernaehrung","p4-page-type-hintergrund"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/45585","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/49"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=45585"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/45585\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/55599"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=45585"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=45585"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=45585"},{"taxonomy":"p4-page-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/p4-page-type?post=45585"},{"taxonomy":"gpch-article-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/gpch-article-type?post=45585"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}