{"id":45588,"date":"2019-05-31T07:00:00","date_gmt":"2019-05-31T05:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/?p=45588"},"modified":"2020-06-03T16:42:50","modified_gmt":"2020-06-03T14:42:50","slug":"je-verbrecher-desto-arbeitsplatz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/hintergrund\/45588\/je-verbrecher-desto-arbeitsplatz\/","title":{"rendered":"Je Verbrecher desto Arbeitsplatz"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>In seiner letzten Kolumne f\u00fcr das Greenpeace-Magazin setzt sich Kuno Roth mit verbrecherischen Konzernen auseinander.&nbsp;<\/strong><\/p>\n\n<p>Ob Blutdiamanten, Waffen f\u00fcr Saudiarabien, Kohleabbau in Indonesien, Kobaltgewinnung im Kongo \u2013 manch dubioses Gesch\u00e4ft von Schweizer Konzernen wird damit gerechtfertigt, dass Arbeitspl\u00e4tze in der Schweiz erhalten blieben oder geschaffen w\u00fcrden: im Rohstoffhandel, in Banken, in Waffenschmieden. Und weil ja jedes Land gleich denke \u2013 als ob L\u00e4nder denken w\u00fcrden -, m\u00fcssten&nbsp;<em>\u00ab<\/em>wir\u00bb diese Gesch\u00e4fte t\u00e4tigen, sonst tue es ein anderes. Ein Totschlag-Argument. So bestechend, dass es jeder Konzern braucht, wie auch der Wirtschafts\u00administer: Hinter Arbeitspl\u00e4tzen lassen sich die eigenen Interessen oder die der Klientel bestens verstecken.<\/p>\n\n<p>Andrerseits und erstaunlicherweise braucht dagegen der gew\u00f6hnliche Verbrecher dieses Argument bei seiner Verteidigung nicht, obwohl er eigentlich k\u00f6nnte, schafft sein Tun doch Arbeitspl\u00e4tze bei Polizei und Justiz. Aussergew\u00f6hnliche, d.&nbsp;h. versteckte und gedeckte verbrecherische W\u00f6lfe in Arbeitsplatz-Schafspelzen, wie etwa \u00d6lkonzerne, hingegen benutzen es ungestraft zur Rechtfertigung ihrer zerst\u00f6rerischen T\u00e4tigkeiten. Sie werden gedeckt, weil \u00d6l jene dominante Wirtschaft schmiert, die Wachsdumm vor Sorgfalt und Profit vor Menschen stellt.<\/p>\n\n<p>Und kaum werden die Eisdecken der Pole d\u00fcnner, stehen die \u00d6l-Konzerne schon Schlange auch noch Arktis und Antarktis anzubohren, um \u2026, um noch mehr Arbeitspl\u00e4tze zu schaffen. Die \u00d6l- wie auch die Kohleindustrie machen mit der in Kauf genommenen Klimaerw\u00e4rmung arme Menschen im globalen S\u00fcden zu Opfern und Fl\u00fcchtlingen. Seit sp\u00e4testens 1982 wissen sie, dass CO2, das bei der Verbrennung fossiler Brennstoffe entsteht, das Klima erw\u00e4rmt. Damals warnten hausinterne Wissenschaftler den damaligen Exxon-Konzern vor genau dieser Erw\u00e4rmung (siehe BUND vom 17.5.19). Und doch zweifeln sie noch heute an, dass ihr Tun die Klimakrise befeuert. Entgegen gesichertem Wissen, dass diese die gr\u00f6sste Gefahr f\u00fcr die Menschheit ist. Und wir schauen zu, wie weiter nach \u00d6l gebohrt und noch mehr Kohle abgebaut wird. Nach dem Motto:&nbsp;<em>\u00ab<\/em>Die Klimakatastrophe schafft Arbeitspl\u00e4tze, Ihre Kohleindustrie.\u00bb Danke.<\/p>\n\n<p>Wie viel weniger sch\u00e4dlicher und ehrlicher ist da im Prinzip der gemeine Kriminelle, der&nbsp;<em>\u00ab<\/em>nur\u00bb einzelne Menschen gef\u00e4hrdet, nicht aber die Menschheit. Und wie erw\u00e4hnt ebenfalls Arbeitspl\u00e4tze schafft \u2013 f\u00fcr Kriminalbeamten, die ihn verfolgen, f\u00fcr Richter, die ihn verurteilen, f\u00fcr Gef\u00e4ngnisw\u00e4rter, die ihn bewachen, f\u00fcr Sozialarbeitende, die ihn resozialisieren, in der Sicherheitsindustrie, die potenzielle Opfer abschirmt, in der IT-Branche, die \u00fcberwacht. Trotzdem bzw. nat\u00fcrlich wird der Kriminelle zu Recht verfolgt. Aber aus einer reinen Arbeitsplatz-Logik heraus m\u00fcsste auch das Verbrechertum gef\u00f6rdert werden. Ob die Opfer in der Schweiz wohnen oder nicht, sollte ja keine Rolle spielen.<\/p>\n\n<p>Und was k\u00f6nnen gew\u00f6hnliche LeserInnen tun? Z.&nbsp;B. die Konzernverantwortungsinitiative unterst\u00fctzen. Diese verlangt eigentlich nur eine Selbstverst\u00e4ndlichkeit: Vergiften Konzerne bzw. deren Tochterfirmen Trinkwasser oder zerst\u00f6ren Lebensr\u00e4ume, sollen sie f\u00fcrs Getane geradestehen. Auch wenn das nicht auf Schweizer Boden stattfand. Denn sonst, wie heute der Fall, wird verantwortungsloses Verhalten finanziell belohnt und bedeutet eigentlich einen unsittlichen&nbsp;<em>\u00ab<\/em>Konkurrenzvorteil\u00bb.<\/p>\n\n<p>Also, was nun konkret tun?<\/p>\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li>Selber abstimmen (n\u00e4chstes Jahr).<\/li><li>Jemanden im Umfeld \u00fcberzeugen, abstimmen zu gehen.<\/li><li>Noch jemanden \u00fcberzeugen.<\/li><li>Und ab morgen f\u00fcr die Initiative werben: <a href=\"https:\/\/konzern-initiative.ch\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">https:\/\/konzern-initiative.ch\/<\/a><\/li><\/ol>\n\n<p>PS: Ein paar aktuelle Schlagzeilen zum&nbsp;<em>\u00ab<\/em>Lobbying der Erd\u00f6l-Lobby\u00bb:<\/p>\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Gem\u00e4ss dem <a href=\"https:\/\/influencemap.org\/reports\/Reports\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">InfluenceMap report<\/a> \u00abBig Oil\u2019s Real Agenda on Climate Change\u00bb (M\u00e4rz 2019) geben die f\u00fcnf gr\u00f6ssten, wohlgemerkt staatlichen, \u00d6lfirmen BP, Shell, ExxonMobil, Total und Chevron pro Jahr 200 Millionen Dollar f\u00fcrs \u00d6l-Lobbying aus.<\/li><li>Greenpeace UK hat k\u00fcrzlich den Hauptsitz von BP in London blockiert, weil <strong>eine Untersuchung von <\/strong><a href=\"https:\/\/unearthed.greenpeace.org\/2019\/03\/12\/bp-lobbied-trump-climate-methane-obama\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><strong>Unearthed<\/strong><\/a><strong>&nbsp;gezeigt hat, wie BP die Trump Regierung erfolgreich lobbierte&nbsp;<em>\u00ab<\/em>to weaken regulations that would have prevented the release of millions of tonnes of (\u2026) methane.\u00bb <\/strong><strong>Zudem <\/strong>hatte BP die <strong>Ank\u00fcndigung von Trump&nbsp;<em>\u00ab<\/em>to<\/strong>&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.theguardian.com\/business\/2019\/may\/19\/bp-pushed-for-arctic-drilling-rights-after-trump-election\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><strong>open up the Arctic<\/strong><\/a>&nbsp;<strong>National Wildlife Refuge to oil drillers\u00bb begr\u00fcsst.<\/strong><\/li><li>\u00abUngeb\u00fchrliches Benehmen\u00bb warf ebenfalls die niederl\u00e4ndische \u00abShell Must Fall\u00bb-Koalition bei ihrem <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/watch\/?v=609745036194456\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Auftritt an der Aktion\u00e4rsversammlung<\/a> dem Shell-Konzern.<\/li><\/ul>\n\n<p><strong>Kuno&nbsp;<\/strong><strong>Roth<\/strong>&nbsp;schreibt in seinen Kolumnen manchmal unverbl\u00fcmt, manchmal humoristisch, manchmal gar satirisch und immer solidarisch-kritisch&nbsp;\u00fcber das Umfeld und Randerscheinungen der \u00d6kobewegung aus (noch) unkonventioneller Sicht, die naheliegend und \u00fcberraschend&nbsp;zugleich&nbsp;ist. Er arbeitet international als Leiter des globalen Mentoring-System bei Greenpeace.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In seiner letzten Kolumne f\u00fcr das Greenpeace-Magazin setzt sich Kuno Roth mit verbrecherischen Konzernen auseinander.\u00a0 <\/p>\n","protected":false},"author":49,"featured_media":55215,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"_planet4_optimize_post_is_variant":false,"_planet4_optimize_experiment_name":"","_planet4_optimize_variant_name":"","ep_exclude_from_search":false,"p4_og_title":"","p4_og_description":"","p4_og_image":"","p4_og_image_id":"","p4_seo_canonical_url":"","p4_campaign_name":"not set","p4_local_project":"not set","p4_basket_name":"not set","p4_department":"","footnotes":""},"categories":[47],"tags":[],"p4-page-type":[194],"gpch-article-type":[],"class_list":["post-45588","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-greenpeace","p4-page-type-hintergrund"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/45588","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/49"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=45588"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/45588\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/55215"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=45588"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=45588"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=45588"},{"taxonomy":"p4-page-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/p4-page-type?post=45588"},{"taxonomy":"gpch-article-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/gpch-article-type?post=45588"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}