{"id":45619,"date":"2019-08-10T07:00:00","date_gmt":"2019-08-10T05:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/?p=45619"},"modified":"2020-06-03T17:23:47","modified_gmt":"2020-06-03T15:23:47","slug":"die-klimakrise-kennt-keine-grenzen-und-wir-auch-nicht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/hintergrund\/45619\/die-klimakrise-kennt-keine-grenzen-und-wir-auch-nicht\/","title":{"rendered":"\u00abDie Klimakrise kennt keine Grenzen und wir auch nicht\u00bb"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Vom 5. bis 9. August fand in Lausanne der Jugend-Klimagipfel&nbsp;\u00abSmile for Future\u00bb statt. \u00dcber 450 Jugendliche aus 36 L\u00e4ndern und von 6 Kontinenten versammelten sich daf\u00fcr in der Schweiz. Wir haben die Gelegenheit genutzt und uns w\u00e4hrend zwei Tagen unter die Klima-Aktivistinnen und -Aktivisten gemischt.&nbsp;<\/strong><\/p>\n\n<p>\u00abAlso Trump?\u00bb, fragt ein Jugendlicher direkt in die Runde. Es ist Donnerstag, 11 Uhr und ca. 20 junge Erwachsene haben sich im Lesesaal&nbsp;\u00abSilvretta\u00bb eingefunden. Der Raum ist nach dem 3 km langen Alpengletscher im Kanton Graub\u00fcnden benannt. Gleich daneben befindet sich der Saal&nbsp;\u00abPal\u00fc\u00bb, den Gang weiter hinunter auf der linken Seite liegt der&nbsp;\u00abAletsch\u00bb. Dass die Organisatorinnen und Organisatoren des&nbsp;<a href=\"https:\/\/smile-fff.eu\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Summer Meeting in Lausanne Europe<\/a> (kurz SMILE) den Leses\u00e4len der Uni Lausanne Namen von Schweizer Gletschern gegeben haben, d\u00fcrfte kein Zufall sein. Genauso wenig, wie dass der Name des amerikanischen Pr\u00e4sidenten seinen Weg an das Klima-Treffen gefunden hat. Im&nbsp;\u00abSilvretta\u00bb geht es n\u00e4mlich gerade um das Thema Erd\u00f6l und Erdgas.<\/p>\n\n<p>Ganz vorne im Saal hat soeben die 18-j\u00e4hrige Clara den Hellraumprojektor \u00fcbernommen und legt ohne zu z\u00f6gern los. Sie pr\u00e4sentiert eine Statistik zum europ\u00e4ischen Erdgas-Markt und erkl\u00e4rt den Zuh\u00f6renden, wie die USA und Russland bisher um die Regierung dessen k\u00e4mpfen, dass Bundeskanzlerin Merkel erst k\u00fcrzlich dem Druck der USA und Donald Trumps nachgegeben habe, dass nun beschlossen wurde, Terminals in Deutschland zu bauen, die die Lieferung von Gas aus der USA nach Europa mit Schiffen erm\u00f6glichen w\u00fcrden, und, und, und. Die Berlinerin wirft mit Wirtschaftsbegriffen um sich, als h\u00e4tte sie nie im Leben etwas anderes gemacht. Als sie mit ihrer Informationsflut fertig ist, schaut sie schliesslich in die Runde und fragt: \u00abWir wollen diese Schiffe in Deutschland nicht, sind wir uns da einig?\u00bb Alle 20 Jugendlichen im Saal heben die Arme und sch\u00fctteln ihre H\u00e4nde. Eine Geste, die bei der Klima-Jugend f\u00fcr absolute Zustimmung steht .<\/p>\n\n<div class=\"wp-block-image  caption-style-blue-overlay caption-alignment-center\"><figure class=\"alignleft\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2020\/04\/92e9e972-20190808_143357-e1565449125548-scaled.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-8168\"\/><figcaption>Eine brennende Erde am Klimagipfel.<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n<p>Clara Mayer ist keine Unbekannte in der&nbsp;\u00abFridays for Future\u00bb-Bewegung. Im Mai 2019 nahm die kecke Sch\u00fclerin an der VW-Hauptversammlung in Berlin teil und <a href=\"https:\/\/www.aargauerzeitung.ch\/wirtschaft\/tonnenschwere-elektro-suvs-mutige-schuelerin-knoepft-sich-den-vw-chef-vor-134478854\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">las dort dem Konzernchef Herbert Diess wegen seinem mangelnden Umweltbewusstsein die Leviten<\/a>. Ihre Haare trug sie dabei zu einem Zopfkranz geflochten und auch w\u00e4hrend des Klimagipfels ist sie stets mit dieser Frisur anzutreffen. Damit erinnert sie stark an eine weitere Verfechterin des Klimaschutzes: Greta Thunberg. Und diese sitzt sogar nur ein paar H\u00f6rs\u00e4le weiter, denn die 16-j\u00e4hrige Schwedin nimmt ebenfalls am internationalen Treffen teil. Das aber eher unscheinbar \u2013 so gut dies m\u00f6glich ist, wenn einem stets eine Horde von ca. 20 Fans und Journalisten folgt \u2013, und so m\u00f6chte es Greta auch, wie sie an der Pressekonferenz zum Start des&nbsp;\u00abSmile for Future\u00bb betont:&nbsp;\u00abIch bin keine Anf\u00fchrerin, der man folgen soll, ich bin lediglich eine Teilnehmerin der Bewegung, in der jeder einzelne wichtig ist.\u00bb<\/p>\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Von Kanada bis Libanon<\/h3>\n\n<p>Clara und Greta sind nur zwei von \u00fcber 450 Teilnehmenden am Jugend-Klimagipfel. Die Jugendlichen kommen dabei aus aller Welt zusammen: Kanada, Russland, Griechenland. Auch aus dem Libanon haben sich ein paar wenige Aktivisten und Aktivistinnen eingefunden. Unter ihnen Firaaz, der seit M\u00e4rz dieses Jahres bei&nbsp;\u00abFridays for Future\u00bb mitmacht.&nbsp;\u00abIch bin durch ein Video von Greta auf das Thema Klima aufmerksam geworden und das hat mich dazu angestiftet mitzumachen, denn wenn ich es nicht t\u00e4te, w\u00e4re ich Teil des Problems\u00bb, erl\u00e4utert er. In seinem Land sei die Bewegung zwar noch nicht so gross wie sie es beispielsweise in Deutschland ist, doch wollen die Streikenden stetig wachsen, denn&nbsp;\u00abes geht schliesslich um die Zerst\u00f6rung unserer Umwelt, und das k\u00f6nnen wir irgendwann nicht mehr r\u00fcckg\u00e4ngig machen.\u00bb<\/p>\n\n<p>Die Zerst\u00f6rung der Erde ist auch f\u00fcr den 23-j\u00e4hrigen Livio der ausschlaggebende Grund, um an den Klimastreiks teilzunehmen:&nbsp;\u00abIch will nicht Teil einer Spezies sein, die ihre Lebensgrundlage kaputt macht.\u00bb Um am&nbsp;\u00abSmile for Future\u00bb teilzunehmen, hat sich der Berner sogar Ferien genommen, denn eigentlich macht er gerade ein Praktikum. Das bereut er aber auf keinen Fall: \u00abIch habe so viele Menschen kennengelernt, das ist echt toll. Wir sind alle zusammengekommen, um gemeinsam am selben Ziel zu arbeiten.\u00bb Die Antwort auf die Frage, ob er denn wieder an einem solchen Treffen teilnehmen w\u00fcrde, f\u00e4llt ihm deshalb auch nicht schwer:&nbsp;\u00abUnbedingt.\u00bb<\/p>\n\n<p>Von dem Gemeinschaftsgeist ist \u00fcberhaupt viel zu sp\u00fcren am Klimagipfel. W\u00e4hrend dem \u2013 nat\u00fcrlich veganen \u2013 Mittagessen am Donnerstag kommen etwa 100 Jugendliche zusammen, nehmen sich alle bei den H\u00e4nden, bilden einen grossen Kreis, rennen aufeinander zu und springen sich in die Arme. Danach rufen sie im Chor Klimaparolen:&nbsp;\u00abWhat do we want? Climate justice! When do we want it? Now!\u00bb und&nbsp;\u00abPlus chaud, plus chaud, plus chaud que le climat!\u00bb. Immer und immer wieder.&nbsp;\u00abDu kannst zu jeder Minute erwarten, dass jemand damit beginnt, etwas zu rufen und du dann von irgendwo dazu gezogen wirst, um auch mitzumachen\u00bb, kommentiert Allie aus Kanada die Situation lachend.<\/p>\n\n<figure class=\"wp-block-image alignnone  caption-style-blue-overlay caption-alignment-center\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2020\/04\/bcc29736-20190809_122719-scaled.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-8167\"\/><figcaption>Die Jugendlichen beim Malen von Klimastreik-Schildern.<\/figcaption><\/figure>\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Klein aber oho<\/h3>\n\n<p>Doch der Klimagipfel sollte nicht nur ein munteres Zusammentreffen von Jugendlichen aus aller Welt sein, sondern auch zu Ergebnissen f\u00fchren.&nbsp;Deswegen standen w\u00e4hrend den f\u00fcnf Tagen Konferenzen, Workshops und Plenarsitzungen auf dem Programm, an welchen die Teilnehmenden \u00fcber das Thema Klimawandel diskutierten, von Klimatologen, Wissenschaftlern und Professoren neues dar\u00fcber erfuhren und schlussendlich die siebenseitige Lausanner Klima-Erkl\u00e4rung erschufen, die am letzten Tag des&nbsp;\u00abSmile for Future\u00bb der 11-j\u00e4hrige Finley aus Schottland den Medien pr\u00e4sentiert.&nbsp;W\u00e4hrend f\u00fcnf Minuten erl\u00e4utert er mit einer Leichtig- und Furchtlosigkeit den Zuh\u00f6renden, weshalb sich die Jugendlichen in Lausanne zusammengefunden hatten und beendet seinen Auftritt mit den Worten: \u00abDie Klimakrise kennt keine Grenzen und wir auch nicht\u00bb. F\u00fcr so viel Mut applaudieren sogar die anwesenden Journalistinnen und Journalisten.<\/p>\n\n<p>Dass der Einsatz der Klimajugend tats\u00e4chlich keine Grenzen kennt, zeigt sich dann nur wenige Stunden sp\u00e4ter. \u00dcber 2500 Streikende haben sich nach Aufruf der Teilnehmenden des Klimagipfels am Bahnhof von Lausanne zum Klimastreik eingefunden und marschieren gemeinsam hinab zum See. Nicht nur f\u00fcr ihre Zukunft, sondern f\u00fcr die von uns allen.<\/p>\n\n<figure class=\"wp-block-image alignnone  caption-style-blue-overlay caption-alignment-center\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2020\/04\/74b40048-20190809_151846-scaled.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-8164\"\/><figcaption>Der Streik in Lausanne.<\/figcaption><\/figure>\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vom 5. bis 9. August fand in Lausanne der Jugend-Klimagipfel\u00a0\u00abSmile for Future\u00bb statt. \u00dcber 450 Jugendliche aus 36 L\u00e4ndern und von 6 Kontinenten versammelten sich daf\u00fcr in der Schweiz. 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