{"id":45647,"date":"2019-11-01T07:00:00","date_gmt":"2019-11-01T05:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/?p=45647"},"modified":"2020-06-03T17:48:21","modified_gmt":"2020-06-03T15:48:21","slug":"auf-der-falschen-seite-der-giftgrenze","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/hintergrund\/45647\/auf-der-falschen-seite-der-giftgrenze\/","title":{"rendered":"Auf der falschen Seite der Giftgrenze"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Die \u00d6lindustrie pr\u00e4gt in Kanada ganze Landstriche. Die Folgen davon sind verheerend f\u00fcr die Umwelt, f\u00fcrs Klima und f\u00fcr die Bev\u00f6lkerung \u2013 insbesondere f\u00fcr die indigenen V\u00f6lker.<\/strong><\/p>\n\n<p>Ein Gewitter braut sich \u00fcber dem Reservat der Aamjiwnaang First Nation in Sarnia in der Provinz Ontario zusammen, w\u00e4hrend Baskut Tuncak am Ufer des St.&nbsp;Clair River steht. Der UN-Sonderberichterstatter f\u00fcr Menschenrechte und toxische Substanzen hat gerade erfahren, dass 1985 \u00fcber 11 000 Liter giftiges L\u00f6sungsmittel aus einer Fabrik der Firma Dow Chemical in den Fluss gesickert sind. Man nennt die Gegend um Sarnia nicht ohne Grund auch \u00abChemical Valley\u00bb \u2013 62 \u00d6lraffinerien und Chemiefabriken gibt es hier auf einer Fl\u00e4che von etwa 40 Quadratkilometern. Tuncaks einmonatige Reise durch Kanada neigt sich am St. Clair River ihrem Ende zu. Er h\u00f6rte hier Scherze, man solle einen gefangenen Hecht am besten am Schwanz festhalten und zweimal kr\u00e4ftig sch\u00fctteln wie ein altes Thermometer, damit sich das Quecksilber im Kopf des Fisches sammelt. Er sah, wie nahe die \u00d6lraffinerien und die Fabriken im Chemical Valley bei Wohnh\u00e4usern liegen \u2013 einige teilen sich sogar einen Zaun. Ein Indigener erkl\u00e4rte ihm obendrein, wie normal die toxische Umgebung f\u00fcr die Bev\u00f6lkerung geworden ist. Ihm sei bis zur f\u00fcnften Klasse nicht bewusst gewesen, dass Wolken nat\u00fcrlich entstehen. Er habe immer geglaubt, sie k\u00e4men aus den Industrieschornsteinen.<\/p>\n\n<p>Dass so viele Chemiefabriken und Raffinieren auf engstem Raum die Gesundheit der ans\u00e4ssigen Bev\u00f6lkerung gef\u00e4hrden, ist den Aamjiwnaang l\u00e4ngstens klar. In den fr\u00fchen Nullerjahren haben Untersuchungen ergeben, dass das Geschlechterverh\u00e4ltnis bei den Geburten immer mehr auseinanderdriftet. Anstatt bei den \u00fcblichen 50:50 lag das Verh\u00e4ltnis bei 65:35 zugunsten der M\u00e4dchen \u2013 eine Abweichung, die bei anderen Populationen, die den gleichen giftigen Stoffen ausgesetzt waren, ebenfalls beobachtet wurde. 2004 und 2005 befragte die Aamjiwnaang-Aktivistin Ada Lockridge Angeh\u00f6rige ihres Volkes nach ihren Krankheitsgeschichten und bildete die Antworten auf lebensgrossen Darstellungen von K\u00f6rpern ab: gelbe Kreise f\u00fcr Krebsarten, orange f\u00fcr schwere chronische Atemwegs- und Nebenh\u00f6hlenerkrankungen, gelbe Rechtecke f\u00fcr Fehlgeburten und so weiter. Die identifizierten Muster waren eindeutig. Doch die Stichprobengr\u00f6sse von 850 Personen wurde f\u00fcr wissenschaftliche Standards als zu gering erachtet, um daraus Schlussfolgerungen zu ziehen. Als Reaktion darauf liess das County 2007 eine eigene Studie erstellen, die keine alarmierenden Resultate lieferte \u2013 was angesichts der Tatsache, dass die meisten der 123 000 Einwohnerinnen und Einwohner des Countys nicht in einem Umkreis von 25 Kilometern um die Chemieanlagen wohnen, nicht weiter erstaunt. \u00abWarum muss ich bloss so einen harten Kampf f\u00fchren?\u00bb, fragt sich Lockridge. \u00abEs sollte nicht in unserer Verantwortung liegen, \u00fcber alles Bescheid zu wissen, alles beweisen zu k\u00f6nnen. Wenn \u00fcberhaupt, dann sollten wir nicht mehr tun m\u00fcssen, als Alarm zu schlagen. Es ist doch die Aufgabe der Regierung, zu forschen und entsprechende Regeln zu erlassen.\u00bb<\/p>\n\n<figure class=\"wp-block-image alignnone  caption-style-blue-overlay caption-alignment-center\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2020\/04\/29df6169-irw14903-scaled.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-8295\"\/><figcaption>Mitglieder der Aamjiwnaang First Nation beim j\u00e4hrlichen Hechtfisch-Derby am St. Clair River in ihrem Reservat in der Provinz Ontario.<\/figcaption><\/figure>\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Quecksilber, Arsen und Unmengen Wasser<\/h3>\n\n<p>Das \u00d6l, das in Sarnia verarbeitet wird, gelangt mit Pipelines aus weit entfernten Gebieten ins Chemical Valley. Eine der wichtigsten Quellen liegt in der mehrere tausend Kilometer nordwestlich von Sarnia gelegenen Provinz Alberta, wo sich riesige Erd\u00f6lvorkommen im Untergrund befinden. Doch es ist nicht fl\u00fcssiges \u00d6l, das sich einfach mit Bohrt\u00fcrmen an die Oberfl\u00e4che pumpen l\u00e4sst. Was hier auf einer Fl\u00e4che gr\u00f6sser als England im Untergrund lagert, sind \u00d6lsande. Das heisst, das \u00d6l steckt in der Form von Bitumen \u2013 im Prinzip Strassenasphalt \u2013 im Boden. Es wird entweder im Tagebau abgebaut, was riesige, h\u00e4ssliche Narben in der Landschaft hinterl\u00e4sst, oder mit sogenannten In-situ-Verfahren im Untergrund verfl\u00fcssigt und anschliessend hochgepumpt. Dabei kommen hochgiftige Chemikalien wie Quecksilber oder Arsen zum Einsatz. Wie in Sarnia, Ontario, ist es auch in Alberta vor allem die indigene Bev\u00f6lkerung, die unter der \u00d6lindustrie leidet.<\/p>\n\n<figure class=\"wp-block-image alignnone  caption-style-blue-overlay caption-alignment-center\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2020\/04\/0d31480a-14_l1003994-scaled.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-8302\"\/><figcaption>Anthony Cormier beim Rauchen in einem Camp f\u00fcr \u00d6larbeiter n\u00f6rdlich von Fort McMurray.<\/figcaption><\/figure>\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Alarmierend viele Krebsf\u00e4lle<\/h3>\n\n<p>Fort Chipewyan liegt gut 200 Kilometer stromabw\u00e4rts vom riesigen Athabasca-\u00d6lsandfeld in Alberta. Die Bev\u00f6lkerung des Weilers setzt sich haupts\u00e4chlich aus Indigenen zusammen. Hier arbeitete Dr.&nbsp;John O\u2019Connor von 2000 bis 2015 als Hausarzt. In dieser Zeit konnte er eine auff\u00e4llige H\u00e4ufung von Gallengangkrebs beobachten, obwohl normalerweise nur eine von 200 000 Personen von dieser seltenen Krebsart betroffen ist. \u00abSeit ich in Fort Chipewyan zu arbeiten begonnen habe, wurden f\u00fcnf F\u00e4lle registriert \u2013 bei einer Bev\u00f6lkerungsgr\u00f6sse von 1200 Einwohnern\u00bb, sagt O\u2019Connor. Er glaubt nicht, dass es sich dabei um einen Zufall handelt, angesichts der Umweltver\u00e4nderungen aufgrund des \u00d6lsandabbaus stromaufw\u00e4rts.<\/p>\n\n<p>Die kanadischen Beh\u00f6rden und \u00d6lfirmen weisen jegliche Zusammenh\u00e4nge zwischen den Umweltver\u00e4nderungen und der Erd\u00f6lindustrie von der Hand. Sorgen der Bev\u00f6lkerung oder Beobachtungen, wie sich die Krankheitsf\u00e4lle h\u00e4ufen, w\u00fcrden vom Tisch gefegt, sagen hier viele. Auch Dr. O\u2019Connor hat entsprechende Erfahrungen gemacht, als er seine Sorgen \u00f6ffentlich \u00e4usserte. 2007 erhielt er ein Beschwerdeschreiben vom Alberta College of Physicians and Surgeons, der \u00e4rztlichen Regulierungsbeh\u00f6rde der Region. In diesem Schreiben wurde O\u2019Connor unterstellt, dass er voreilig Alarm geschlagen, Informationen zur\u00fcckgehalten und Misstrauen ges\u00e4t habe. Es dauerte zwei Jahre, bis er rehabilitiert war. Die Krebsbeh\u00f6rde der Provinz Alberta hatte zwar in Fort Chipewyan 30 Prozent mehr Krebsf\u00e4lle festgestellt als in einer vergleichbaren Gemeinde dieser Gr\u00f6sse und mit \u00e4hnlichen demografischen Verh\u00e4ltnissen, doch sie rechtfertigte sich umgehend damit, dass \u00abaufgrund der geringen Bev\u00f6lkerungsgr\u00f6sse von Fort Chipewyan keine Interpretationen der Resultate m\u00f6glich sind\u00bb. Der beh\u00f6rdliche Druck auf die \u00d6lindustrie bleibt entsprechend gering; sie muss nicht beweisen, dass die Umwelt nicht unter der \u00d6lf\u00f6rderung leidet. \u00abDas Vorsorgeprinzip ist auf der Strecke geblieben\u00bb, meint Dr.&nbsp;O\u2019Connor entschieden. Zwar werden die Firmen dazu angehalten, die regional festgelegten Luftqualit\u00e4tsstandards einzuhalten, doch f\u00fcr das Erstellen der entsprechenden Studien sind sie selbst verantwortlich und es ist nirgends festgelegt, welche Messmethoden sie anwenden sollen \u2013 es gibt strenge und weniger strenge.<\/p>\n\n<figure class=\"wp-block-image alignnone  caption-style-blue-overlay caption-alignment-center\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2020\/04\/74fa13d0-l1004442-scaled.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-8296\"\/><figcaption>Arianna im Garten ihres Grossvaters in Little Buffalo, Alberta. Das M\u00e4dchen ist blind und leidet an Gehirntumoren. Ihre Eltern sind u\u0308berzeugt, dass ihre Gesundheitsprobleme mit der Umweltverschmutzung durch die \u00d6lsandf\u00f6rderung zusammenh\u00e4ngen.<\/figcaption><\/figure>\n\n<figure class=\"wp-block-image alignnone  caption-style-blue-overlay caption-alignment-center\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2020\/04\/b89b3e49-22_l1001855-scaled.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-8297\"\/><figcaption>Chelsea und Wade nehmen Abschied von ihrem toten Kind: Fehl- und Totgeburten geh\u00f6ren in Fort McKay, Alberta, zum traurigen Alltag.<\/figcaption><\/figure>\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Verhandeln statt k\u00e4mpfen<\/h3>\n\n<p>\u00abMan hat nicht viel davon, wenn man gegen die \u00d6lfirmen ank\u00e4mpft\u00bb, meint Lisa Tssessaze nachdenklich. Die Direktorin des Dene Lands and Resource Management vertrat die Interessen der Athabasca Cree First Nation in Fort Chipewyan w\u00e4hrend zehn Jahren. \u00abSie werden die Genehmigungen ohnehin erhalten.\u00bb Tssessaze setzte deshalb auf Verhandlungen mit der Industrie. Nachdem sich die Athabasca Cree jahrzehntelang gegen s\u00e4mtliche umweltgef\u00e4hrdenden Projekte gestellt hatten, unterschrieben sie letztes Jahr eine Beteiligungsvereinbarung mit der Firma Teck Resources Limited, die damit rechnet, 30 Kilometer ausserhalb des Indigenen-Reservats t\u00e4glich 260 000 F\u00e4sser \u00d6l zu f\u00f6rdern. Das Ziel der Indigenen: gen\u00fcgend Mittel zur Gr\u00fcndung eines souver\u00e4nen Staats beschaffen. \u00abWenn wir autark werden und unseren eigenen Plan f\u00fcr saubere Energie umsetzen k\u00f6nnen, dann schaffen wir es, uns aus der Abh\u00e4ngigkeit von den \u00d6lsanden zu l\u00f6sen\u00bb, ist die erfahrene Verhandlungsf\u00fchrerin Lisa Tssessaze \u00fcberzeugt.<\/p>\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Mit H\u00fctten gegen Pipelines<\/h3>\n\n<p>Andernorts in Kanada setzen die Indigenen weiterhin auf Widerstand. Verschiedene Gruppierungen versuchen, mit Besetzungen die Errichtung neuer Pipelines zu verhindern. Seit Herbst 2017 baute die Secwepemc First Nation in British Columbia zehn H\u00fctten auf der geplanten Route der Trans-Mountain-Pipeline, die durch Territorium f\u00fchrt, das sich im Besitz der First Nations befindet. Die Erweiterung der Trans-Mountain-Pipeline erhielt erst Mitte Juni dieses Jahres gr\u00fcnes Licht von der kanadischen Regierung \u2013 18 Stunden, nachdem Premierminister Justin Trudeau den Klimanotstand ausgerufen hatte. Ein \u00e4hnliches Camp wie in British Columbia, wenn auch um einiges kleiner, steht in der kanadischen Provinz Manitoba \u00fcber der Enbridge-Pipeline Nummer&nbsp;3, einer 1660 Kilometer langen R\u00f6hre, die f\u00fcr den Transport von Roh\u00f6l aus den \u00d6lsanden zu den Raffinerien im Chemical Valley von zentraler Bedeutung ist und die durch eine neue Pipeline mit nahezu doppelter Transportkapazit\u00e4t ersetzt werden soll. \u00abAuf einer Pipeline zu sitzen, ist nicht unbedingt, was ich mir f\u00fcr meine Pension vorgestellt habe\u00bb, lacht Geraldine McManus, \u00ababer die Ahnen haben mich darum gebeten.\u00bb Sie gr\u00fcndete das \u00abSpirit of the Buffalo\u00bb-Camp im Juli 2018, um darauf aufmerksam zu machen, was unter der Erde fliesst, um den kanadischen Energietransportmulti Enbridge zu behindern \u2013 und um zu beten. \u00abOb ich hier irgendwas erreichen werde?\u00bb, fragt sie. \u00abWer weiss. So kann ich jedenfalls zeigen, dass wir unzufrieden sind. Und ich bete. Ich bete, dass die Pipeline weder bricht noch leckt und dass sie keinen Schaden anrichtet. Derzeit fliesst kein \u00d6l hindurch. Habe ich dazu beigetragen? Das kann ich nicht sagen. Aber ich glaube an die Kraft des Betens.\u00bb<\/p>\n\n<figure class=\"wp-block-image alignnone  caption-style-blue-overlay caption-alignment-center\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2020\/04\/65fb0a7d-irw22893-scaled.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-8298\"\/><figcaption>Beten gegen die R\u00f6hre: Geraldine McManus und Alma Kakikepinac bitten die G\u00f6tter um Wohlwollen.<\/figcaption><\/figure>\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Beispielloses Gerichtsverfahren<\/h3>\n\n<p>Der Abbau von Bodensch\u00e4tzen war ein Eckpfeiler in der Entwicklung der Siedlernation Kanada. Die Energiebranche erwirtschaftet beinahe zehn Prozent des kanadischen Bruttoinlandprodukts \u2013 und gef\u00e4hrdet ganze Bev\u00f6lkerungsgruppen. Eine gr\u00fcndliche \u00dcberpr\u00fcfung der gesamten Staatsb\u00fcrokratie w\u00e4re vonn\u00f6ten, um eine Korrektur vornehmen zu k\u00f6nnen. Mit Blick darauf stellt die ganz im S\u00fcden des \u00d6lsandgebiets von Alberta gelegene Beaver Lake Cree Nation einen beispiellosen Antrag vor Gericht: Die zunehmende Belastung durch die Gewinnung von fossilen Brennstoffen innerhalb ihres traditionellen Territoriums ist f\u00fcr sie eine direkte Bedrohung ihrer Lebensweise und verletzt ihrer Ansicht nach Artikel 35 des Verfassungsgesetzes, der die vertraglich definierten Rechte der indigenen Menschen anerkennt. Vertr\u00e4ge mit dem kanadischen Staat garantieren ihnen n\u00e4mlich das Recht, auf unbestimmte Zeit in ihrem gesamten Gebiet zu jagen, Fallen auszulegen, zu fischen und Arzneipflanzen zu sammeln. S\u00e4mtliche Handlungen, die sie am Aus\u00fcben dieser T\u00e4tigkeiten hindern, gelten als Vertragsbruch. Es geht in diesem Fall nicht nur um die Giftbr\u00fche, der die Angeh\u00f6rigen der Beaver Lake Cree ausgesetzt sind, sondern um deren Folgen: Sie verlieren ihre traditionelle Nahrungsquelle, m\u00fcssen mitansehen, wie ihr Land, mit dem sie in einer symbiotischen Beziehung stehen, zerst\u00f6rt wird, sind t\u00e4glichem Stress ausgesetzt, weil sie nicht wissen, was in der Luft, im Wasser und im Boden ist, und werden an der Aus\u00fcbung wichtiger Br\u00e4uche gehindert.<\/p>\n\n<p>Es sind heftige Vorw\u00fcrfe, welche die Indigenen erheben, und die Beschuldigten versuchen, die Cree-Nationen mit Verz\u00f6gerungstaktiken zu schw\u00e4chen. \u00abDie Regierung hat bereits jedes Werkzeug aus der Kiste genommen, das sie hat. Sie weiss genau, dass die Ressourcen der Cree bald ersch\u00f6pft sind, wenn sie so weitermacht\u00bb, sagt Anw\u00e4ltin Karey Brooks, welche die Indigenen vertritt, und f\u00fcgt an, dass das Vorgehen des Staats auch die Frage aufwerfe, ob allen Menschen der Zugang zum Recht gew\u00e4hrt ist. Das Recht auf eine gesunde Umwelt in der Verfassung zu verankern, w\u00e4re in dieser Angelegenheit hilfreich f\u00fcr die Indigenen. Schon \u00fcber hundert L\u00e4nder haben dies getan. Nationale Umweltorganisationen fordern Kanada in einer Kampagne dazu auf, sich bereits vor den Wahlen im Oktober 2019 diesen L\u00e4ndern anzuschliessen.<\/p>\n\n<figure class=\"wp-block-image alignnone  caption-style-blue-overlay caption-alignment-center\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2020\/04\/029cf4ed-irw_0587-scaled.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-8299\"\/><figcaption>Ausgebrannte Autos warten auf dem Abschleppplatz in Fort McKay auf die Identifikation durch ihre ehemaligen Besitzer.<\/figcaption><\/figure>\n\n<figure class=\"wp-block-image alignnone  caption-style-blue-overlay caption-alignment-center\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2020\/04\/f4cf8c78-irw_1319-scaled.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-8300\"\/><figcaption>Brandwu\u0308ste: Die \u00dcberreste eines Wohnblocks in einem Vorort von Fort McKay nach dem Grossfl\u00e4chenbrand 2016. Der Abbau von<br>fossilen Brennstoffen treibt den Klimawandel voran, die Br\u00e4nde werden stets extremer.<\/figcaption><\/figure>\n\n<p>UN-Sonderberichterstatter Baskut Tuncak h\u00e4lt am Ende seiner Kanadareise fest: \u00abEs ist auffallend, wie h\u00e4ufig sich Minderheiten, im Speziellen indigene V\u00f6lker, auf der falschen Seite einer Giftgrenze wiederfinden und dort unter Bedingungen leben m\u00fcssen, die in anderen Gegenden Kanadas als unzumutbar g\u00e4lten.\u00bb<\/p>\n\n<p><strong>Autorin<\/strong>: Laurence Butet-Roch, freischaffende Journalistin und Fotografin, dokumentiert seit Jahren die gelebte Wirklichkeit der Aamjiwnaang First Nation in ihrem Heimatland Kanada.<\/p>\n\n<p><strong>Fotograf<\/strong>: Ian Willms arbeitet als Fotojournalist u.a. f\u00fcr \u00abThe New York Times\u00bb und \u00abGeo\u00bb. Er gewann den Greenpeace Photo Award 2018 f\u00fcr sein Projekt \u00fcber die \u00d6lsande in Alberta.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die \u00d6lindustrie pr\u00e4gt in Kanada ganze Landstriche. Die Folgen davon sind verheerend f\u00fcr die Umwelt, f\u00fcrs Klima und f\u00fcr die Bev\u00f6lkerung \u2013 insbesondere f\u00fcr die indigenen V\u00f6lker. <\/p>\n","protected":false},"author":49,"featured_media":45649,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"_planet4_optimize_post_is_variant":false,"_planet4_optimize_experiment_name":"","_planet4_optimize_variant_name":"","ep_exclude_from_search":false,"p4_og_title":"","p4_og_description":"","p4_og_image":"","p4_og_image_id":"","p4_seo_canonical_url":"","p4_campaign_name":"not set","p4_local_project":"not set","p4_basket_name":"not set","p4_department":"","footnotes":""},"categories":[47],"tags":[50],"p4-page-type":[194],"gpch-article-type":[],"class_list":["post-45647","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-greenpeace","tag-klima","p4-page-type-hintergrund"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/45647","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/49"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=45647"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/45647\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/45649"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=45647"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=45647"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=45647"},{"taxonomy":"p4-page-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/p4-page-type?post=45647"},{"taxonomy":"gpch-article-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/gpch-article-type?post=45647"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}