{"id":45664,"date":"2019-11-15T07:00:00","date_gmt":"2019-11-15T05:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/?p=45664"},"modified":"2020-06-03T17:55:22","modified_gmt":"2020-06-03T15:55:22","slug":"zwei-generationen-weltverbesserer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/hintergrund\/45664\/zwei-generationen-weltverbesserer\/","title":{"rendered":"Zwei Generationen Weltverbesserer"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Beide kommen aus dem Z\u00fcrcher Oberland, beide sind Vision\u00e4re und setzen sich f\u00fcr eine \u00f6kologisch gerechte Landwirtschaft und ein faires System ein. In dem, was sie bis jetzt getan haben und immer noch tun, k\u00f6nnte man sie als Pioniere bezeichnen \u2013 nur wollen sie das nicht.<\/strong><\/p>\n\n<p>Interview Tanja Keller<\/p>\n\n<p><em>Ernst Frischknecht (EF), Sie sind einer der ersten Bauern, der 1972 auf Bio umgestiegen ist und werden oft als Biopionier bezeichnet. Dominik Waser (DW), du hast mit deinen j\u00fcngsten Lebensmittel-Rettungsaktionen und deinem Verein grassrooted einiges ausgel\u00f6st.<\/em><\/p>\n\n<p>EF: Ich sehe mich nicht als Pionier. Ich bin nur dank der Generation vor mir auf Bio umgestiegen. Sie waren die echten Pioniere.<\/p>\n\n<p>DW: Erst seit ich mich mit dem Landwirtschaftssystem auseinandersetze, ist mir bewusst, welchen Stein Ernst damals wirklich ins Rollen gebracht hat. Ich hoffe, mit meinen Aktionen und Menschen wie Ernst, auf eine nachhaltige Landwirtschaft mit Zukunft.<\/p>\n\n<p><em>Wer sind die echten Pioniere?<\/em><\/p>\n\n<p>EF: Der Biolandbau wurde schon mit Justus von Liebig (deutscher Chemiker) am Ende seiner Laufbahn ins Leben gerufen. Liebig hatte schon damals Pflanzen verbrannt und festgestellt, dass die Asche Stickstoff, Phosphor und Kalium enth\u00e4lt. Er hat dann eine N\u00e4hrstoffentzugstheorie aufgestellt. Pflanzen ziehen N\u00e4hrstoffe aus dem Boden, die der Mensch wieder ersetzen muss. Seine wichtigste Erkenntnis war, dass diese \u00abPerfektionierung der Pflanzenern\u00e4hrung den Bed\u00fcrfnissen der Pflanzen nicht gerecht werden kann\u00bb. Das Einzige, aus dem wir Menschen Kraft sch\u00f6pfen und unsere Nahrungsmittel sichern k\u00f6nnen, ist ein fruchtbarer Boden. Seine Mineralstofftheorie wurde von der Wissenschaft zum Dogma gemacht. Seine sp\u00e4teren Einsichten wurden nicht ernstgenommen. Sp\u00e4ter kamen dann Rudolf Steiner, Mina Hofstetter und das Ehepaar M\u00fcller dazu, die alle im 19. Jahrhundert mit Vortr\u00e4gen \u00fcber landwirtschaftliche Experimente und biologisch-dynamischen und organisch-biologischen Landbau Liebigs sp\u00e4te Einsichten hinterfragten und eine neue Richtung der Pflanzenern\u00e4hrung einl\u00e4uteten. Diese Leute waren Pioniere, nicht ich.<\/p>\n\n<p><em>So bescheiden?<\/em><\/p>\n\n<p>EF: Ich wurde bekannt, weil ich mich schon fr\u00fch aktiv dem konventionellen Landbau widersetzte und dem \u00abGsp\u00fcri\u00bb vieler Bauern und B\u00e4uerinnen, die noch auf die Hinweise der Natur h\u00f6rten, eine Stimme gegeben habe. F\u00fcr die damals zunehmende Industrialisierung der Landwirtschaft war Bio eine Gefahr.<\/p>\n\n<p><em>Herr Frischknecht, wie hat Ihr Vater reagiert, als Sie den Hof auf Bio umstellen wollten?<\/em><\/p>\n\n<p>EF: Als ich einen Kurs in Biolandbau besuchte, sagte er: \u00abDas isch scho recht, aber mached de Seich dann nachher n\u00f6d.\u00bb Trotz seiner Skepsis stand er mir aber nie im Weg.<\/p>\n\n<p>DW: Genau das ist doch eine Pionierleistung. Es braucht Durchsetzungsverm\u00f6gen und eine Vision. Wir haben Menschen wie dir viel zu verdanken.<\/p>\n\n<p><em>Was war der Ausl\u00f6ser sich gegen das System zu wehren?<\/em><\/p>\n\n<p>DW: Bei mir waren es verschiedene Prozesse, die dazu gef\u00fchrt haben. Zuerst die Wahl des Berufs als Landschaftsg\u00e4rtner. In der Lehre war zwar Bio ein Thema, aber in der Umsetzung war alles konventionell. Ich habe dann im Garten-Center Meier versucht, eine neue Sichtweise, eine nachhaltigere Beratung rund um das G\u00e4rtnern einzubringen. Sp\u00e4ter habe ich mich entschieden, Umweltingenieur mit Biologischer Landwirtschaft zu studieren, denn mir war klar, dass ich meinen Fokus auf die Landwirtschaft ausrichten muss, um etwas zu bewegen.<\/p>\n\n<p>EF: Ich war zuerst ein grosser Schw\u00e4rmer der technisierten und chemisierten Landwirtschaft. F\u00fcr mich war es ein Wunder des Himmels, dass ich nicht mehr j\u00e4ten musste. Aber dann, als wir an der Meisterpr\u00fcfung aufzeigen mussten, wie sich die Pestizide auf die Pflanzen und den Boden auswirken, wurde ich stutzig und habe angefangen einiges zu hinterfragen. Damals gab es nur Kontaktmittel, die als Schutz aufs Blatt gespritzt und bei Regen wieder abgewaschen wurden. Dann aber kamen die systemischen Mittel, die in die Saftbahnen der Pflanzen eindringen und in jede Zelle der Pflanzen verteilt werden. Am Anfang war das nat\u00fcrlich wahnsinnig spannend, ein Maisacker, den man nicht j\u00e4ten musste. Sp\u00e4ter aber machte ich negative Erfahrungen mit dem Herbizid Anthrazin. Der Vater unseres Lehrlings hatte Weizen anges\u00e4t, der zuerst wunderbar wuchs, dann aber seltsamerweise verk\u00fcmmerte. Er hat den Landwirtschaftsberater gefragt, was passiert sein k\u00f6nnte und dieser fragte zur\u00fcck, ob er auf der Vorjahreskultur, welche Mais war, Anthrazin gespritzt habe. Er belehrte uns, dass nach einem Anthrazin-Einsatz als Nachkultur nur Kartoffeln infrage k\u00e4men. Meine Frau war entsetzt und meinte, ich ern\u00e4hre meine Kinder doch nicht mit Lebensmitteln, die dieses Gift vertragen. Das war der Ausl\u00f6ser, das scheinbar Unm\u00f6gliche, 1972 umzusteigen und Bio ernsthaft zu pr\u00fcfen. Die Angst vor dem Risiko hat meine Frau und mich zu einem Team zusammengeschweisst. Wir gaben uns vier Jahre f\u00fcr die Umstellung und hatten Gl\u00fcck. Wir konnten definitiv beim Bio bleiben.<\/p>\n\n<p><em>Herr Frischknecht, irgendwann haben Sie entschieden, in die Politik einzusteigen.<\/em><\/p>\n\n<p>EF: Eigentlich wollte ich nie in die Politik. Das war f\u00fcr mich ein Graus. Dann aber wurde ich f\u00fcr die Kommission der damaligen Waldzusammenlegung angefragt. Weil ich gegen die Art der Waldzusammenlegung war, entschied ich mich erst gegen den Kommissionssitz, dann wurde mir aber bewusst, dass eine kritische Stimme wichtig ist und pl\u00f6tzlich hatte ich den Mumm, da mitzureden. Dies war die Initialz\u00fcndung, um in der Politik aktiv zu werden.<\/p>\n\n<div class=\"wp-block-image  caption-style-blue-overlay caption-alignment-center\"><figure class=\"aligncenter\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2020\/04\/3c2032c0-dwa_portra\u0308t-e1571993611945.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-8337\"\/><figcaption>Dominik Waser von grassrooted. (\u00a9 zvg)<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n<p><em>Dominik, du hast dich als JuSo-Kandidat f\u00fcr einen Nationalratssitz aufstellen lassen.<\/em><\/p>\n\n<p>DW: Ja, weil ich finde, die Politik hat in den letzten 50 Jahren die Verantwortung nicht hinreichend wahrgenommen. F\u00fcr uns Jungen ist das sehr schwer verst\u00e4ndlich, anderseits bringt es nichts, dass wir uns dar\u00fcber aufregen, was falsch gelaufen ist. Wir fordern von der \u00e4lteren Generation Verst\u00e4ndnis, dass wir nun radikale Ver\u00e4nderungen brauchen. Ich pers\u00f6nlich sp\u00fcre eine unfassbar grosse Verantwortung f\u00fcr unsere Nachkommen. Darum m\u00f6chte ich in die Politik und mit meinen Lebensmittel-Rettungsaktionen darauf aufmerksam machen, dass etwas am System nicht mehr stimmt. Ich finde, unserer Generation darf es nicht egal sein, wie die Welt in zwanzig Jahren aussieht.<\/p>\n\n<p><em>Wieso ist das landwirtschaftliche Produktionssystem aus dem Ruder gelaufen?<\/em><\/p>\n\n<p>EF: Anfangs 1900 kam die Industrialisierung so richtig in Fahrt. In der Textilindustrie, in der meine beiden Br\u00fcder t\u00e4tig waren, wurde pl\u00f6tzlich das 600-fache einer Mannesleistung mit einer einzigen Maschine umgesetzt. Bei den Bauern aber blieb lange immer noch alles beim Alten. Wir waren nach wie vor den Launen der Natur ausgeliefert. Dann wurde man mit den Pestiziden zum Zauberer. Die richtigen Mittelchen zum richtigen Zeitpunkt und alle Probleme waren gel\u00f6st. Doch das war der Untergang. Die Bauern h\u00f6rten nicht mehr auf ihre Gef\u00fchle und Instinkte, sondern glaubten nur noch an die Mittel.<\/p>\n\n<p><em>Wie kam es dann zur \u00dcberproduktion in der Landwirtschaft?<\/em><\/p>\n\n<p>EF: In der Nachkriegszeit hat der Bund zu den Bauern gesagt, produziert so viel ihr k\u00f6nnt. F\u00fcr den Verkauf sorgte der Bund. Dann wurden den Bauern in der Berufsschule beigebracht, \u00fcberall den Mengenertrag zu maximieren. Neue technische Errungenschaften und chemische Wundermittel unterst\u00fctzten diesen Trend. Es galt der Vorsatz: Viel ist gut, mehr ist besser. Es wurde mehr auf das Aussehen der Fr\u00fcchte, als auf die innere ern\u00e4hrungsphysiologische Qualit\u00e4t geachtet.<\/p>\n\n<p><em>Dominik, euer Verein hinterfragt das System und stellt den Produktions\u00fcberschuss der Bauern infrage. Gleichzeitig habt ihr zusammen mit anderen die Initiative&nbsp;\u00abLandwirtschaft mit Zukunft\u00bb lanciert.<\/em><\/p>\n\n<p>DW: Die Frage nach der \u00dcberproduktion ist sehr komplex, denn solange wir uns nicht selber versorgen k\u00f6nnen, sind wir auf Importe angewiesen. Gleichzeitig werden aber in der Schweiz zu viele landwirtschaftliche Produkte hergestellt, sodass die Produzenten immer wieder auf Tonnen von Gem\u00fcse sitzen bleiben, das entweder in der Biogasanlage endet oder untergeackert wird. Da stimmt doch einfach etwas nicht.<\/p>\n\n<p>EF: Bis 1975 hat der Bund die Abnahme von Milch und Getreide garantiert und die Preise f\u00fcr die Bauern mit Subventionen hoch und f\u00fcr den Markt tief gehalten. Wir Bauern wurden getrimmt, dass eine Kuh nicht nur 4000\u2009 Liter Milch geben darf; angestrebt wurden 8000, dann 10\u2009000 und zuletzt 12\u2009000 Liter. Das f\u00fchrte zu \u00dcberproduktion und Marktschwemme. Aber die damals \u00fcbliche Agrarpolitik f\u00fchrte uns Bauern zu solchen Missst\u00e4nden. In einem Exportland wie der Schweiz hat die Landwirtschaft einzig die Aufgabe f\u00fcr den Boden und die Natur zu sorgen und so weit als m\u00f6glich, eine Versorgung mit Nahrungsmitteln in Zeiten gest\u00f6rter Zufuhr sicherzustellen. Aber in Zeiten gest\u00f6rter Zufuhr gibt es keine Importe von Sojafuttermitteln aus Brasilien und keine Importe von D\u00fcnger. Die Landwirtschaft wird von den vor- und nachgelagerten Betrieben diktiert.<\/p>\n\n<p>DW: Ja, der Grossverteiler diktiert den Verband.<\/p>\n\n<div class=\"wp-block-image  caption-style-blue-overlay caption-alignment-center\"><figure class=\"alignright\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2020\/04\/efd25678-dsc4652-e1544086767218-scaled.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6666\"\/><figcaption>Gerettetes, fermentiertes Gem\u00fcse von grassrooted. (\u00a9 grassrooted)<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n<p><em>Dominik: Ist denn Lebensmittel zu retten die L\u00f6sung?<\/em><\/p>\n\n<p>DW: Lebensmittel zu retten ist nur Symptombek\u00e4mpfung. Ich mache diese Aktionen, um den Wert hinter einem landwirtschaftlichen Produkt aufzuzeigen. Ich m\u00f6chte informieren, wie krank das System ist, denn niemand schmeisst gerne Lebensmittel weg. Aber auch wenn ich unz\u00e4hlige Tonnen Tomaten rette, kaufe ich diese einem Grossproduzenten ab und verkaufe sie wieder. Aber am System \u00e4ndert sich dadurch nichts. Der Sinn hinter grassrooted ist, zu informieren, zu bilden und die Gesellschaft zu sensibilisieren. Jeder schiebt alles dem anderen in die Schuhe. Der Konsument sagt, der Bauer ist der B\u00f6se, weil er Gift einsetzt. Der Grossverteiler sagt, ich verkaufe nur das, was die Konsumenten wollen, und die Bauern sagen, der Grossverteiler kauft uns nur die beste Qualit\u00e4t ab. Nur wenn die Leute besser informiert sind, kann sich etwas ver\u00e4ndern.<\/p>\n\n<p><em>Herr Frischknecht, ist Bio die L\u00f6sung?<\/em><\/p>\n\n<p>EF: Es braucht von der Gesellschaft einen Denkprozess, der eingeleitet werden muss. Darum sehe ich nur eines: die Aufkl\u00e4rung. Zwischen den Rahmenbedingungen setzenden Institutionen braucht es dringend einen Dialog und koordinierte Forschung. Denn erst wurde Bio von der Wissenschaft ignoriert und von der Politik bek\u00e4mpft, sp\u00e4ter stellte der Bund eine eigene, abgeschw\u00e4chte Biorichtlinie auf. Biobauern und Zulieferer von grossen Biohandelspartnern werden angeleitet, D\u00fcnger und Reststoffe aus den Biogasanlagen f\u00fcr den Biolandbau einzusetzen. Dies hat mit Bio \u00fcberhaupt nichts mehr zu tun. Das ist eine Stickstoffform, die direkt auf die Pflanze wirkt und sie daran hindert, Spurenelemente und Mineralstoffe aufzunehmen. Bio ist eben nicht gleich Bio und leider muss ich sagen: Bio wurde konventionalisiert. Als Biobauer frage ich mich, wenn ich einen Pilz oder ein unerw\u00fcnschtes Insekt auf meinen Kulturen finde, was ich falsch gemacht habe, dass diese \u00fcberhandnehmen konnten. Noch nie haben wir auf unserem Betrieb Kupfer eingesetzt, obwohl dies in den Bio-Richtlinien erlaubt w\u00e4re. Wenn wir vorbeugend mit Fungizid spritzen, ist das etwas vom Schlimmsten. Wir machen die Pilze im Boden kaputt, die in den Zellen f\u00fcr die Regeneration, also das Immunsystem der Pflanzen, verantwortlich sind. Wir k\u00f6nnen so gar nie ohne Pestizide funktionieren. Wann wollen wir denn endlich lernen, ohne den \u00abKarsumpel\u00bb zu leben? In Zeiten des Mangels oder in Zeiten des \u00dcberflusses ertrinken wie heute?<\/p>\n\n<p>DW: Bio ist heute so sehr verw\u00e4ssert, dass es schon fast wieder konventionell ist. Das heutige Bio ist meiner Meinung nach nicht die L\u00f6sung.<\/p>\n\n<div class=\"wp-block-image  caption-style-blue-overlay caption-alignment-center\"><figure class=\"alignleft\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2020\/04\/99db2334-02_s_t2r6151-scaled.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-8353\"\/><figcaption>Ernst Frischknecht glaubt, dass es gut kommt. (\u00a9 elfundzehn \/ Sasi Subramaniam)<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n<p><em>Sind die beiden Pestizidinitiativen eine L\u00f6sung?<\/em><\/p>\n\n<p>DW: Wenn wir die Initiativen annehmen, ist es ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung.<\/p>\n\n<p>EF: Wenn ich nicht \u00fcber 40 Jahre erlebt h\u00e4tte, dass es ohne Pestizide geht, oder wenn ich meinen Biostatus gegen\u00fcber der IP (integrierte Produktion) verteidigen m\u00f6chte, w\u00e4re ich gegen diese Initiativen. Es ist aber das einzig Richtige, die Initiativen anzunehmen. Politik reagiert nur auf Druck. So wie mir heute unser Sohn dankt f\u00fcr unseren Mut zum Risiko, werden einmal Nachfolger danken f\u00fcr einen mutigen Entscheid.<\/p>\n\n<p><em>Was ist der Glaube, dass es \u00abgut kommt\u00bb?<\/em><\/p>\n\n<p>EF: Es braucht \u00abGiele\u00bb wie den Dominik. Dann scheint die Sonne.<\/p>\n\n<p>DW: Ich glaube an die junge Generation und dass sie etwas erreicht.<\/p>\n\n<p><em>Das Interview ist im <a href=\"https:\/\/www.pflanzenfreund.ch\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Pflanzenfreund 10\/19<\/a> erschienen<\/em><\/p>\n\n<p><strong>Ernst<\/strong> <strong>Frischknecht<\/strong>, der Biopionier,&nbsp;ist zusammen mit vier Geschwistern auf dem Bauernhof aufgewachsen. Durch besondere Umst\u00e4nde erhielt er als Bauer viele Einblicke hinter die Kulissen der wissenschaftlichen Forschung und der Politik, erlebte, wie die urspr\u00fcnglich breite Forschung sich auf immer begrenztere, spezialisierte Bereiche fokussierte, und sich deshalb selber einschr\u00e4nkte. Weil Bauern und G\u00e4rtner bei der Arbeit Erlebnisse haben, die im Laboratorium nie m\u00f6glich sind, setzt er sich f\u00fcr einen positiven Dialog zwischen Praktikern und Wissenschaftern ein.<\/p>\n\n<p><strong>Dominik<\/strong> <strong>Waser<\/strong>, Gr\u00fcnder des Vereins grassrooted Z\u00fcrich,&nbsp;ist eigentlich Landschaftsg\u00e4rtner, doch w\u00fcrde man ihn eher als Aktivisten beschreiben. Nach der Lehre als G\u00e4rtner zog es ihn immer mehr Richtung Landwirtschaft, so begann er ein Studium an der ZHAW, n\u00e4mlich Biologische Landwirtschaft. 2018 startete er mit Freunden grassrooted, dies war dann auch der Grund f\u00fcr das vorzeitige Beenden des Studiums. Mit grassrooted hat Waser den Anspruch, Systemrelevanz zu erlangen. Nur so lasse sich die n\u00f6tige Ver\u00e4nderung herbeirufen. Nebenbei ist er beim Klimastreik aktiv und initiierte daraus die Bewegung \u00abLandwirtschaft mit Zukunft\u00bb.<\/p>\n\n<div class=\"wp-block-image  caption-style-blue-overlay caption-alignment-center\"><figure class=\"alignleft\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2020\/04\/ccd2df38-unknown.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-8346\"\/><\/figure><\/div>\n\n<p>Buchtipp:&nbsp;\u00abDamit wir auch in Zukunft eine Zukunft haben\u00bb. Ernst Frischknecht ist Biopionier geworden. Christine Loriol stellt ihn, sein Wissen und seinen Weg ins Zeitgeschehen: Die Klimabewegung sowie die ju\u0308ngste \u00abgru\u0308ne Welle\u00bb verleihen diesem Buch Aktualit\u00e4t und Dringlichkeit. Es geht um Verantwortung und Vertrauen, um Zukunft und um Zuversicht.<\/p>\n\n<p>Bestelle das Buch unter&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.zuversicht.ch\/\">www.zuversicht.ch\/<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Beide kommen aus dem Z\u00fcrcher Oberland, beide sind Vision\u00e4re und setzen sich f\u00fcr eine \u00f6kologisch gerechte Landwirtschaft und ein faires System ein. 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