{"id":5429,"date":"2016-12-18T00:00:00","date_gmt":"2016-12-17T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/5429\/keine-experimente-in-leibstadt\/"},"modified":"2019-05-30T07:00:49","modified_gmt":"2019-05-30T05:00:49","slug":"keine-experimente-in-leibstadt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/medienmitteilung\/5429\/keine-experimente-in-leibstadt\/","title":{"rendered":"Keine Experimente in Leibstadt!"},"content":{"rendered":"<p><b>Die Betreiberin des Atomkraftwerks Leibstadt hat der Atomaufsichtsbeh\u00f6rde ENSI einen Bericht zu den Brennelementsch\u00e4den eingereicht und w\u00fcnscht sich die Freigabe zum Wiederanfahren mit einer neuen Kernbeladung. Die Leibstadt-Betreiberin tut diese ohne abschliessende Kenntnis der Ursachen. Greenpeace Schweiz verurteilt dieses Vorgehen und fordert die Ver\u00f6ffentlichung des Berichts.<\/b><\/p>\n<div>\n<p>Am Ende der Jahresrevision des AKW Leibstadt war von acht schadhaften Brennelementen die Rede, nun sind es sechsmal so viele. 47 Befunde an neuen Brennelementen \u2013 nach nur einj\u00e4hrigem Einsatz \u2013 bedeuten in diesem Ausmass eine neue Dimension in der Atomtechnologie.<\/p>\n<p>Die Leibstadt-Betreiberin spricht verharmlosend von \u00abVerf\u00e4rbungen an den H\u00fcllrohren\u00bb. Dabei handelt es sich um eine vorzeitige, rost\u00e4hnliche Oxidation. Das wiederum bedeutet eine Schw\u00e4chung der ersten Sicherheitsbarriere. Als Ursache f\u00fcr die Brennelementsch\u00e4den wird ein \u00abDryout\u00bb genannt \u2013 das Austrocknen an der Oberfl\u00e4che, welches auf eine unzureichende K\u00fchlung der Brennelemente schliessen l\u00e4sst. \u00abDas kann zu einer \u00dcberhitzung und Ausdehnung des Uranbrennstoffs f\u00fchren, und das ist alles andere als harmlos\u00bb, sagt Stefan F\u00fcglister, Atomexperte f\u00fcr Greenpeace Schweiz.<\/p>\n<p><strong>Ursache weiterhin im Dunkeln<\/strong><br \/> Weder ENSI noch Leibstadt \u00e4ussern sich heute zur eigentlichen Ursache, dem Grund f\u00fcr das \u00abDryout\u00bb. Die Mitteilung der Leibstadt-Betreiberin deutet darauf hin, dass man diesbez\u00fcglich noch immer im Dunkeln tappt. Die Ursachenanalyse werde fortgesetzt, heisst es im Communiqu\u00e9. Dass das AKW dennoch gr\u00fcnes Licht f\u00fcrs Wiederanfahren vom ENSI verlangt, ist f\u00fcr Greenpeace Schweiz nicht annehmbar: \u00abLeibstadt wieder ans Netz zu nehmen ohne die Gr\u00fcnde f\u00fcr die Brennelementsch\u00e4den zu kennen w\u00e4re schlicht fahrl\u00e4ssig\u00bb, sagt Experte F\u00fcglister.<\/p>\n<p><strong>Fehler nicht wiederholen<br \/><\/strong>Die Leibstadt-Betreiberin baut offenbar auf die Praxis und die Kooperationsbereitschaft des ENSI. Die Aufsichtsbeh\u00f6rde hatte letztes Jahr die Freigabe trotz fehlender Ursachenkl\u00e4rung eines Brennelementschadens erteilt \u2013 und sich bei der Beurteilung der Sachlage m\u00e4chtig get\u00e4uscht:<\/p>\n<p><em>Angesichts der noch nicht abgeschlossenen Ursachenabkl\u00e4rung hat das ENSI die Freigabe f\u00fcr das Wiederanfahren zum 32. Zyklus mit der Auflage eines MCPR-Werts von \u00fcber 1,45 verbunden. Diese versch\u00e4rfte Sicherheitsgrenze bedeutet einen erh\u00f6hten Abstand zu kritischen Siedezust\u00e4nden<\/em> <em>und damit eine Reduktion der Gefahr weiterer \u00fcberm\u00e4ssiger H\u00fcllrohroxidation oder H\u00fcllrohrsch\u00e4den. (Aufsichtsbericht 2015)<\/em>\u00a0<\/p>\n<p>Heute wissen wir: Das Gegenteil war der Fall. Statt weniger Sch\u00e4den, wie das ENSI annahm, vervielfachte sich die Anzahl der Befunde. Greenpeace Schweiz fordert, dass die Atomaufsichtsbeh\u00f6rde jetzt genauer hinschaut und Leibstadt erst gr\u00fcnes Licht gibt, wenn die Ursachen gekl\u00e4rt sind. Zudem verlangt Greenpeace die Ver\u00f6ffentlichung des Berichts der Betreiberin und die Pr\u00fcfung der Unterlagen durch unabh\u00e4ngige Experten.<\/p>\n<p>F\u00fcr weitere Informationen:<\/p>\n<p>Stefan F\u00fcglister, Atomexperte f\u00fcr Greenpeace Schweiz, 079 773 19 31<\/p>\n<p>Thomas M\u00e4der, Medienverantwortlicher Greenpeace Schweiz, 044 447 41 74, <img decoding=\"async\" class=\"obfimg Eoi_1\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/57875c95b6fc2e74d8009bdd274dbda2.png\" alt=\"\"><script type=\"text\/javascript\"><!--\ndocument.write(dc('Eoi_1', '82_E5_F0_ED_AC_E7_E1_E3_E7_F2_EC_E7_E7_F0_E5_C2_F0_E7_E6_E7_E3_EF_AC_F1_E3_EF_ED_EA_F6'));\/\/--><\/script><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Betreiberin des Atomkraftwerks Leibstadt hat der Atomaufsichtsbeh\u00f6rde ENSI einen Bericht zu den Brennelementsch\u00e4den eingereicht und w\u00fcnscht sich die Freigabe zum Wiederanfahren mit einer neuen Kernbeladung. 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