{"id":5441,"date":"2016-12-20T00:00:00","date_gmt":"2016-12-19T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/5441\/was-geschieht-mit-dem-unternehmensteil-axpo-problems\/"},"modified":"2019-05-30T07:01:05","modified_gmt":"2019-05-30T05:01:05","slug":"was-geschieht-mit-dem-unternehmensteil-axpo-problems","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/medienmitteilung\/5441\/was-geschieht-mit-dem-unternehmensteil-axpo-problems\/","title":{"rendered":"Was geschieht mit dem Unternehmensteil \u00abAxpo Problems\u00bb?"},"content":{"rendered":"<p><b>Die Axpo pr\u00e4sentiert erneut ein tr\u00fcbes Jahresergebnis. Wegen der tiefen Energiepreise steht die Rentabilit\u00e4t des Stromproduktions-Sektors des Energiekonzerns stark unter Druck. Die Probleme sind hausgemacht. Mit \u00abAxpo Solutions\u00bb strebt der Energiekonzern nun ein Bad-Bank-Modell an. Greenpeace Schweiz fordert deshalb die Kantonsvertreter im Axpo-Verwaltungsrat auf, die schlechten Anteile der Axpo nicht den SteuerzahlerInnen aufzub\u00fcrden und den Konzern endlich von seiner fatalen AKW-Abh\u00e4ngigkeit zu kurieren.<\/b><\/p>\n<p>F\u00fcnf Milliarden Wertberichtigungen in den letzten vier Gesch\u00e4ftsjahren, die Kraftwerke Linth-Limmern, Beznau 1 und Leibstadt nicht am Netz, ein schrumpfendes Eigenkapital \u2013 die Fakten sprechen eine deutliche Sprache. Entsprechend d\u00fcster sieht es f\u00fcr die Axpo finanziell aus. Nach dem heute bekannt gegebenen Minus von 1,25 Milliarden Schweizer Franken im laufenden Jahr m\u00fcssen sich die Axpo-Aktion\u00e4re auf weitere magere Jahre einstellen.<\/p>\n<p>An den Problemen ist aber nicht, wie oft postuliert, die Energiewende-Politik des deutschen Nachbars schuld. Bei der Axpo fehlt nach wie vor eine aktualisierte Eigentu\u0308merstrategie der Kantone [1] \u2013 die letzte stammt aus dem Jahr 2008. Die fr\u00fcher ausgesch\u00fctteten Dividenden fehlen den kantonalen Staatshaushalten. \u00abDer SVP- und FDP-dominierte Kern des Axpo-Verwaltungsrats ist mit ein Grund daf\u00fcr, dass die Axpo an Ort verharrte, statt konsequent in die Energiewende zu investieren\u00bb, meint Stefan F\u00fcglister, Atomexperte f\u00fcr Greenpeace Schweiz.<\/p>\n<h2><strong>Atomgesch\u00e4fte bleiben im Dunkeln<\/strong><\/h2>\n<p>Ein Grund f\u00fcr das schlechte Betriebsergebnis sind die ungeplanten Stillst\u00e4nde von Beznau 1 (seit Juli 2015) und Leibstadt (seit August 2016). An dieser Situation wird sich nicht viel \u00e4ndern: Beznau geht nicht vor Fr\u00fchling wieder ans Netz, Leibstadt plant eine zus\u00e4tzliche, verl\u00e4ngerte Revision von 2 Monaten (ab September 2017). Mit beinahe 23 TWh entfallen (bei Normalbetrieb aller AKW) etwa zwei Drittel der gesamten Stromproduktion der Axpo auf Atomenergie. Genaue Zahlen der Sparte Atomkraft werden nicht ausgewiesen. Wegen der unzul\u00e4nglichen Datenverfu\u0308gbarkeit ist ihr Anteil am Verlustgesch\u00e4ft schwer zu beziffern. Ob etwa \u2013 wie stets behauptet wird \u2013 in Beznau tats\u00e4chlich ein Deckungsbeitrag an die Kosten herausspringt, ist nicht belegt.<\/p>\n<h2><strong>\u00abAxpo Solutions\u00bb als Entziehungskur?<\/strong><\/h2>\n<p>Wenn es noch einen Gesch\u00e4ftsbereich gibt, der rentiert, dann sind es Anlagen in erneuerbare Energie im Ausland und der Stromhandel. Die B\u00fcndelung von lukrativen Gesch\u00e4ftsfeldern wie den Erneuerbaren in einer neuen Einheit \u00abAxpo Solutions\u00bb kann ein Anfang sein, l\u00e4sst aber die Frage offen, was mit dem alten, unrentablen Atomgesch\u00e4ft geschieht. \u00abEs darf nicht sein, dass die Axpo mit der neuen Unternehmenseinheit Neuinvestoren lockt, aber die Schulden Kantonen und Steuerzahlenden \u00fcberl\u00e4sst\u00bb, sagt Atomexperte F\u00fcglister. \u00abOhne klare Z\u00e4sur \u2013 wie einem zeitlich verbindlichen Ausstieg aus der Atomenergie \u2013 bleibt das alles St\u00fcckwerk.\u00bb Der Anschluss an Europa ist nicht mit alten Atomkraftwerken herzustellen.<\/p>\n<hr>\n<h3>F\u00fcr weitere Informationen:<\/h3>\n<p><strong>Stefan F\u00fcglister<\/strong>, Atomexperte f\u00fcr Greenpeace Schweiz, 079 773 19 31<br \/>\n<strong>Thomas M\u00e4der<\/strong>, Medienverantwortlicher Greenpeace Schweiz, 044 447 41 74, <a href=\"mailto:thomas.maeder@greenpeace.org\">thomas.maeder@greenpeace.org<\/a><\/p>\n<h3>Weiterf\u00fchrende Dokumente:<\/h3>\n<p><a href=\"http:\/\/www.greenpeace.org\/switzerland\/de\/Publikationen\/Reports-Atom\/Finanzanalyse-der-Axpo-Gruppe\/\">Finanzanalyse der Axpo-Gruppe<\/a> (Profundo, 2015)<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.greenpeace.org\/switzerland\/de\/Publikationen\/Reports-Atom\/kantone-und-gouvernance-axpo\/\">Bericht zur mangelhaften Steuerung der Axpo<\/a> (F\u00fcglister, 2015)<\/p>\n<hr>\n<p>[1] Der Regierungsrat des Kantons Z\u00fcrich hat f\u00fcr heute Nachmittag eine Medienkonferenz zum Thema \u00abEigent\u00fcmerstrategien EKZ und Axpo\u00bb angek\u00fcndigt \u2013 Greenpeace Schweiz ist gespannt auf das Resultat.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Axpo pr\u00e4sentiert erneut ein tr\u00fcbes Jahresergebnis. 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