{"id":5462,"date":"2016-11-22T00:00:00","date_gmt":"2016-11-21T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/5462\/ausmass-der-brennelement-schaeden-in-leibstadt-erfordert-externes-expertengremium\/"},"modified":"2022-02-15T08:10:48","modified_gmt":"2022-02-15T07:10:48","slug":"ausmass-der-brennelement-schaeden-in-leibstadt-erfordert-externes-expertengremium","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/medienmitteilung\/5462\/ausmass-der-brennelement-schaeden-in-leibstadt-erfordert-externes-expertengremium\/","title":{"rendered":"Ausmass der Brennelement-Sch\u00e4den in Leibstadt erfordert externes Expertengremium"},"content":{"rendered":"<p><b>Der Brennelementschaden im AKW Leibstadt nimmt immer gr\u00f6ssere Ausmasse an. Wie heute bekannt wurde, ist schon an 45 Brennst\u00e4ben rost\u00e4hnliche Oxidation entdeckt worden \u2013 nachdem erst ein Drittel davon untersucht worden ist. Greenpeace Schweiz beobachtet diese Entwicklung mit wachsender Sorge und fordert, dass ein externes Expertengremium beigezogen wird.<\/b><\/p>\n<div>\n<p>Ende August dieses Jahres teilt die Betreiberin des AKW Leibstadt (KKL AG) mit, es sei an acht Brennelementen eine beschleunigte Oxidation entdeckt worden. Gut einen Monat sp\u00e4ter gab es dann erste Indizien, dass das Ausmass der Sch\u00e4den viel gr\u00f6sser ist: Die Wiederinbetriebnahme wurde auf voraussichtlich Februar 2017 verschoben. Mittlerweile ist ein Drittel der Brennst\u00e4be aus dem Reaktor untersucht, wie die KKL AG <a href=\"http:\/\/1708.seu.cleverreach.com\/c\/24993758\/87389de1b9b5-oh35dd\">auf Anfrage der \u00abAargauer Zeitung\u00bb sagt<\/a>. Dabei wurden an nicht weniger als 45 Brennst\u00e4ben diese rost\u00e4hnlichen Sch\u00e4den entdeckt. \u00abDas ist meines Wissens nach ein europ\u00e4ischer, wenn nicht sogar weltweiter Negativrekord\u00bb, sagt Stefan F\u00fcglister, Atomexperte f\u00fcr Greenpeace Schweiz, zum Ausmass der Sch\u00e4den.<\/p>\n<p><strong>\u00dcber eine Viertelmilliarde Verlust<br \/>\n<\/strong>Atomexperte F\u00fcglister rechnet damit, dass die Sch\u00e4den weitreichende Folgen haben werden f\u00fcr das AKW: \u00abWenn die Untersuchungen weiterhin so viel Zeit beanspruchen, wird Leibstadt wohl noch einmal sp\u00e4ter als vorgesehen wieder in Betrieb gehen k\u00f6nnen\u00bb, sch\u00e4tzt er. Damit w\u00fcrde der finanzielle Schaden auf \u00fcber eine Viertelmilliarde Schweizer Franken anwachsen.<\/p>\n<p>Bevor eine Wiederinbetriebnahme in Betracht gezogen werden kann, muss aber erst die Ursache f\u00fcr die Sch\u00e4den gekl\u00e4rt werden. Greenpeace Schweiz fordert eine l\u00fcckenlose Aufkl\u00e4rung in einem transparenten Verfahren. Aufgrund des riesigen Ausmasses der Sch\u00e4den soll zudem ein externes Expertengremium beigezogen werden \u2013 so wie dies bei den Schwachstellen im Reaktordruckbeh\u00e4lter des AKW Beznau geschieht. \u00abBei Problemen dieser Gr\u00f6ssenordnung ist eine unabh\u00e4ngige Zweitmeinung unabdingbar\u00bb, sagt F\u00fcglister. Die Atomaufsichtsbeh\u00f6rde ENSI selbst hat sich in j\u00fcngster Vergangenheit in der Einsch\u00e4tzung der Lage m\u00e4chtig get\u00e4uscht und den Betrieb trotz einem im Sommer 2015 gefundenen Brennelementschaden freigegeben, bevor die Ursache gekl\u00e4rt war.<\/p>\n<p><strong>Weiterbetrieb nur mit Leistungsreduktion?<br \/>\n<\/strong>Eine m\u00f6gliche Ursache f\u00fcr die oxidierten Brennst\u00e4be ist die sukzessive Leistungssteigerung, die im AKW Leibstadt durchgef\u00fchrt worden ist. F\u00fcglister vermutet deshalb, dass ein Weiterbetrieb nur mit einer Leistungsreduktion von ca. 15% denkbar ist. \u00abDas w\u00fcrde wiederum den Verlust des ohnehin defizit\u00e4ren AKW noch weiter vergr\u00f6ssern\u00bb, so Stefan F\u00fcglister. Der zus\u00e4tzliche Verlust w\u00fcrde gesch\u00e4tzte 50 Millionen Schweizer Franken pro Jahr betragen.<\/p>\n<p>F\u00fcr weitere Informationen:<\/p>\n<p>Stefan F\u00fcglister, Atomexperte f\u00fcr Greenpeace Schweiz, 079 773 19 31<br \/>\nThomas M\u00e4der, Mediensprecher Greenpeace Schweiz, 044 447 41 74<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Brennelementschaden im AKW Leibstadt nimmt immer gr\u00f6ssere Ausmasse an. 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