{"id":5496,"date":"2016-10-27T00:00:00","date_gmt":"2016-10-26T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/5496\/der-gentechnisch-vera%cc%88nderte-weizen-bringt-der-schweizer-landwirtschaft-wenig-ein-weiterer-freisetzungsversuch-im-reckenholz-bewilligt\/"},"modified":"2019-05-30T07:02:28","modified_gmt":"2019-05-30T05:02:28","slug":"der-gentechnisch-vera%cc%88nderte-weizen-bringt-der-schweizer-landwirtschaft-wenig-ein-weiterer-freisetzungsversuch-im-reckenholz-bewilligt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/medienmitteilung\/5496\/der-gentechnisch-vera%cc%88nderte-weizen-bringt-der-schweizer-landwirtschaft-wenig-ein-weiterer-freisetzungsversuch-im-reckenholz-bewilligt\/","title":{"rendered":"Der gentechnisch vera\u0308nderte Weizen bringt der Schweizer Landwirtschaft wenig: Ein weiterer Freisetzungsversuch im Reckenholz bewilligt"},"content":{"rendered":"<p><b>Das Bundesamt fu\u0308r Umwelt bewilligt einen weiteren Freisetzungsversuch auf der Protected Site im Reckenholz. Noch diesen Herbst wird gentechnisch vera\u0308nderter Winterweizen auf der mit Stacheldraht gesicherten Versuchsfla\u0308che ausgesa\u0308t. Die Schweizer Allianz Gentechfrei, der u.a. Greenpeace angeh\u00f6rt, nimmt Stellung.<\/b><\/p>\n<div>\n<p>Die Schweizer Bev\u00f6lkerung hat sich in der Univox Umfrage Umwelt von 2015 deutlich gegen Gentechnikpflanzen ausgesprochen. Fast drei Viertel der Befragten nehmen Gentechnik in der Lebensmittelherstellung als Gefahr wahr. Trotz-dem wird auf der Protected Site im z\u00fcrcherischen Reckenholz intensiv mit Gentechpflanzen experimentiert. Zu den Versuchen mit Weizen, Kartoffeln und \u00c4pfeln kommt einer mit Winterweizen hinzu. Entwickelt wurde der Weizen vom deutschen Leibniz-Institut f\u00fcr Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK). Nun wird er nach Versuchen im Gew\u00e4chshaus der IPK w\u00e4hrend der n\u00e4chsten sechs Jahre bei Agroscope im Freiland getestet. In Deutschland gibt es seit 2013 keinen einzigen Freisetzungsversuch mehr, in der gesamten EU wurden 2016 lediglich sieben neue Versuche gemeldet, da gentechnisch ver\u00e4nderte Pflanzen polarisieren und ihr Marktpotential als gering eingesch\u00e4tzt wird. Anders in der Schweiz, sie stellt den Forschenden die mit \u00f6ffentlichen Geldern finanzierte Protected Site zur Verf\u00fcgung.\u00a0<\/p>\n<p>Umstrittene Ertragssteigerung<\/p>\n<p>Agroscope macht geltend, dass beim Weizen eine j\u00e4hrliche Steigerung des Ertrages um etwa 1,4 Prozent n\u00f6tig sei, um die wachsende Weltbev\u00f6lkerung zu ern\u00e4hren. Diese Ertragssteigerung soll durch eine Modifikation des Stoffwechsels des Weizens erreicht werden. Im Labor wurde ihm ein Gen der Gerste eingef\u00fcgt. Die Fokussierung auf Ertragssteigerung erscheint fraglich. Das World Food Programme WFP bezeichnet Armut, Klima, Krieg, Nahrungsmittelverschwendung und fehlende Investitionen in Infrastrukturen als Hauptursachen f\u00fcr Hunger, nicht das Ertragsniveau. Und gem\u00e4ss Weltagrarbericht dienen weltweit nur 43 Prozent des Getreides als Lebensmittel. Der Rest wird zu Tierfutter, Sprit und Industrierohstoffen verarbeitet.<\/p>\n<p>Geringe Akzeptanz<\/p>\n<p>Bislang gibt es weltweit keine kommerzialisierte gentechnisch ver\u00e4nderte Wei-zensorte. Das Weizen-Genom ist rund 35-mal gr\u00f6sser als das von Reis und die Manipulation an dessen Erbgut h\u00f6chst komplex und unvorhersehbare Effekte k\u00f6nnen daher nicht ausgeschlossen werden. Fremdproteine haben immer auch ein allergenes Potential. Allergien entstehen aber erst im Laufe mehrerer Jahre. Pr\u00fcfmethoden, um eine allergene Wirkung mit Sicherheit auszuschliessen, sind nicht verf\u00fcgbar. Weizen geh\u00f6rt zu den Grundnahrungsmitteln. Gentechnische Ver\u00e4nderungen finden daher bei der Bev\u00f6lkerung wenig Sympathie, sei es in Europa, Asien oder Nordamerika. Versuche, GV-Weizen in den USA und Kanada zu kommerzialisieren, wurden von den Agrarkonzernen aufgrund der schlechten Vermarktungsperspektiven bereits 2004 fallen gelassen.<\/p>\n<p>Koexistenz fraglich<\/p>\n<p>Weizenk\u00f6rner bleiben im Boden w\u00e4hrend Jahren keimf\u00e4hig. Die Gefahr ist gross, dass es zu Transgen-\u00dcbertragungen durch Pollen oder Samen kommen kann. In den USA wurde 2013 verwilderter gentechnisch ver\u00e4nderter Weizen aus einem \u00fcber zw\u00f6lf Jahre zur\u00fcckliegenden Freisetzungsversuch entdeckt. Studien aus Kanada vergleichen das Auskreuzungspotential von Weizen mit Raps. Ein kommerzieller Anbau von gentechnisch ver\u00e4ndertem Weizen wird in Frage gestellt, da wie beim Raps eine Koexistenz nicht praktikabel erscheint. Dies trifft besonders auf die Schweiz zu mit ihrer kleinr\u00e4umig strukturierten Landwirtschaft.<\/p>\n<p>Kosten der Freisetzungsversuche<\/p>\n<p>Eine britische Studie errechnete Entwicklungskosten von durchschnittlich 136 Mio USD f\u00fcr jede gentechnisch ver\u00e4nderte Pflanze. Diese werden bei kommerziellen Entwicklungen durch den Verkauf von Saatgut und \u00fcber Abgaben auf Patente abgegolten. Die Frage nach allf\u00e4lligen Patenten bleibt im Gesuch unerw\u00e4hnt. F\u00fcr die \u00abProtected Site\u00bb fallen zudem j\u00e4hrliche Betriebskosten von 750\u2019000 CHF an. Diese wurden vom Parlament \u00fcber eine Sonderfinanzierung bis 2017 gesprochen. Die Versuche mit Winterweizen dauern aber bis 2022 und werden das unter Spardruck stehende Forschungsbudget zus\u00e4tzlich belasten.<\/p>\n<p class=\"p1\">Weitere Informationen unter <a href=\"http:\/\/www.gentechfrei.ch\/\">www.gentechfrei.ch<\/a>:<\/p>\n<p class=\"p1\">Paul Scherer, Gesch\u00e4ftsleiter SAG, 078 621 48 52\u00a0<\/p>\n<p class=\"p1\">Greenpeace-Medienstelle, 044 447 41 11<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Bundesamt fu\u0308r Umwelt bewilligt einen weiteren Freisetzungsversuch auf der Protected Site im Reckenholz. Noch diesen Herbst wird gentechnisch vera\u0308nderter Winterweizen auf der mit Stacheldraht gesicherten Versuchsfla\u0308che ausgesa\u0308t. 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