{"id":5500,"date":"2016-11-13T00:00:00","date_gmt":"2016-11-12T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/5500\/klima-allianz-schweiz-sagt-ja-zur-atomausstiegsinitiative\/"},"modified":"2019-05-30T07:02:40","modified_gmt":"2019-05-30T05:02:40","slug":"klima-allianz-schweiz-sagt-ja-zur-atomausstiegsinitiative","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/medienmitteilung\/5500\/klima-allianz-schweiz-sagt-ja-zur-atomausstiegsinitiative\/","title":{"rendered":"Klima-Allianz Schweiz sagt JA zur Atomausstiegsinitiative"},"content":{"rendered":"<p><b>Im Rahmen der Abstimmung zur Initiative \u00abf\u00fcr den geordneten Ausstieg aus der Atomenergie\u00bb vom 27. November 2016 werden auch deren Auswirkungen auf die Klimaerw\u00e4rmung diskutiert. Die Klima-Allianz Schweiz nimmt dazu wie folgt Stellung:<\/b><\/p>\n<div>\n<p><strong>Effektiver Klimaschutz erfordert einen Gesamtumbau des Energiesystems<br \/><\/strong>Die Klima-Allianz setzt sich f\u00fcr eine 100% erneuerbare Energie-Versorgung und einen sparsameren Energieverbrauch ein (<a href=\"https:\/\/assets.wwf.ch\/downloads\/klima_allianz_schweiz_masterplan.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Klima-Masterplan 2016<\/a>). Die nukleare Stromproduktion ist keine Zukunftsoption, sie f\u00fchrt zu \u00e4hnlichen Problemen wie die Nutzung fossiler Energien:<\/p>\n<ul type=\"disc\">\n<li><strong>Mangelnde Ber\u00fccksichtigung von Risiken und Kosten:<\/strong> nicht versicherbares Katastrophen-Risiko, Endlagerungsproblematik<\/li>\n<li><strong>Falsche Hoffnungen: <\/strong>Seit Jahrzehnten werden \u201cL\u00f6sungen\u201d versprochen, die weder technisch noch wirtschaftlich bereit sind (safe nuclear, carbon capture and storage). <\/li>\n<li><strong>Untersch\u00e4tzung der Alternativen:<\/strong> Die M\u00f6glichkeiten der erneuerbaren Energien, der Energieeffizienz sowie der Speicher werden systematisch untersch\u00e4tzt. Die Annahme, dass es in Zukunft weiterhin entweder Nuklear- oder Fossil-Kraftwerke braucht, ist durch unz\u00e4hlige Energieszenarien (z.B. <a href=\"http:\/\/www.ethlife.ethz.ch\/archive_articles\/111114_energiestudie_rok\/energiestudie_def\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">ETH<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.swissgrid.ch\/dam\/swissgrid\/company\/publications\/de\/sn2025_technischer_bericht_de.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">SWISSGRID<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.strom.ch\/fileadmin\/user_upload\/Dokumente_Bilder_neu\/010_Downloads\/Stromzukunft\/Poyry_Studie-Flexibilitaet_2012.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">VSE<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.greenpeace.ch\/energyrevolution\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Greenpeace<\/a>) widerlegt.<\/li>\n<li><strong>Grosse Umweltsch\u00e4den:<\/strong> Atomstrom hat im Vergleich mit fossilen Energien eine bessere CO2-Bilanz, <a href=\"http:\/\/treeze.ch\/fileadmin\/user_upload\/downloads\/Publications\/Case_Studies\/Energy\/itten-2014-PEF-Energiesysteme-v2.2plus.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">belastet die Umwelt aber stark<\/a> (Umweltbelastungspunkte).<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Schweizer Atomausstieg: f\u00fcr CO\u2082-Bilanz nicht relevant<br \/><\/strong>Schon heute betr\u00e4gt die CO\u2082-Belastung des in der Schweiz verbrauchten Stroms mehrere Millionen Tonnen pro Jahr und hat wenig mit der Schweizer Stromproduktion zu tun. Sie ist durch ausl\u00e4ndische Fossil-Kraftwerken gepr\u00e4gt. Der Grund: Die Versorger verkaufen die saubere Schweizer Wasserkraft ins Ausland und beschaffen stattdessen Fossil-Strom auf dem europ\u00e4ischen Markt. Die Klima-Allianz fordert hier Gegensteuer und unterst\u00fctzt die Einf\u00fchrung einer Dreckstrom-Abgabe auf Strom. Wer nicht auf die Politik warten will, kann unabh\u00e4ngig davon \u00fcber Herkunftsnachweise sicherstellen, dass Importe durch eine saubere Produktion gedeckt werden. Einige Energieversorger \u2013 etwa in Basel, Z\u00fcrich und Genf \u2013 machen das schon und investieren \u00fcberdies in riesige erneuerbare Kapazit\u00e4ten im In- und Ausland. Fazit: Wir k\u00f6nnen die Klimabelastung des importierten Stroms unabh\u00e4ngig vom Atomausstieg reduzieren. \u00a0<\/p>\n<p><strong>Unbegrenzte Laufzeiten stehen der Energiewende im Weg<br \/><\/strong>Das vielleicht gr\u00f6sste Manko der bisherigen Energiewende ist die fehlende Abschaltung \u00abkonven\u00adtioneller\u00bb Kraftwerke trotz des signifikanten Wachstums der erneuerbaren Kapazit\u00e4ten. Das hat zu einem \u00dcberangebot an Strom, zu einer unn\u00f6tigen CO\u2082-Belastung und zu einem Zusammenbruch der Strompreise gef\u00fchrt. Tiefe Strompreise wiederum reduzieren die Wirtschaftlichkeit von Effizienz-Massnahmen, sie schaden der einheimischen Wasserkraft und verteuern die F\u00f6rderung der erneuer\u00adbaren Energien. Die geordnete Abschaltung der Schweizer Atomkraftwerke hilft, diesen Trend zu durchbrechen. Durch den unbefristeten Weiterbetrieb der Atomkraftwerke droht hingegen eine weitere Aufschiebung des dringend n\u00f6tigen Komplett-Umbaus der Energieversorgung.<\/p>\n<p>Sowohl Atom- als auch Kohlekraftwerke vertragen sich nicht mit einem hohen Anteil an neuen erneuerbaren Energien, weil sie deren fluktuierende Produktion nicht rasch genug ausgleichen k\u00f6nnen. Die Schweiz verf\u00fcgt hingegen \u00fcber eine Vielzahl \u00e4usserst flexibler Wasserkraftwerke, welche daf\u00fcr sehr gut geeignet sind. Ihre Rolle w\u00fcrde bei einem geordneten Atomausstieg gest\u00e4rkt. <\/p>\n<p>Das Tempo der Stilllegung von fossilen Kraftwerken wird vor allem aufgrund des fehlenden politischen Willens und der fehlenden Kostenwahrheit f\u00fcr CO\u2082-Emissionen verlangsamt und nicht aus Gr\u00fcnden der <a href=\"http:\/\/www.umweltallianz.ch\/fileadmin\/user_upload\/Energiezukunft\/Faktenblaetter\/Faktenblatt_Versorgungssicherheit.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Versorgungssicherheit<\/a>. Mit der Umsetzung des Pariser Klimaschutz-Abkommens werden unsere Nachbarl\u00e4nder aus der Nutzung der fossilen Kraftwerke aussteigen m\u00fcssen. \u00a0\u00a0<\/p>\n<p><em><br \/>Kontakt: <\/em><\/p>\n<p><em>Georg Klingler, 079 785 07 38, Koordinator Klima-Allianz und Leiter Klima bei Greenpeace (Deutsch)<\/em><\/p>\n<p><em>Christian L\u00fcthi, 076 580 44 99, Gesch\u00e4ftsleiter Klima-Allianz (Deutsch und Franz\u00f6sisch)<\/em><\/p>\n<hr>\n<p><em>Die Klima-Allianz Schweiz umfasst 67 Organisationen aus den Bereichen Umwelt-, Entwicklungs- und Sozialpolitik sowie aus Politik und Kirchen. Zusammen setzen sie sich ein f\u00fcr eine gerechte, zukunftsf\u00e4hige Klimapolitik der Schweiz.\u00a0<\/em><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Rahmen der Abstimmung zur Initiative \u00abf\u00fcr den geordneten Ausstieg aus der Atomenergie\u00bb vom 27. November 2016 werden auch deren Auswirkungen auf die Klimaerw\u00e4rmung diskutiert. 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