{"id":5507,"date":"2016-09-26T00:00:00","date_gmt":"2016-09-25T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/5507\/greenpeace-findet-pestizide-im-schweizer-weinbau\/"},"modified":"2019-05-30T07:02:43","modified_gmt":"2019-05-30T05:02:43","slug":"greenpeace-findet-pestizide-im-schweizer-weinbau","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/medienmitteilung\/5507\/greenpeace-findet-pestizide-im-schweizer-weinbau\/","title":{"rendered":"Greenpeace findet Pestizide im Schweizer Weinbau"},"content":{"rendered":"<p><b>Wein, Weintrauben und Weinberge in der Deutschschweiz, der Romandie und dem Tessin sind h\u00e4ufig mit Pestiziden belastet. Das zeigen neue Greenpeace-Analysen. Bodenproben konventioneller Betriebe enthielten bis zu 18 verschiedene Pestizide gleichzeitig. Und: Sie enthielten auch mehr Kupfer als die Bodenproben aus Bio-Parzellen.<\/b><\/p>\n<div>\n<p>Greenpeace Schweiz hat zehn Schweizer Weine (acht konventionell, zwei Bio) aus den wichtigsten Rebbauregionen (Bielersee, Graub\u00fcnden, Genfersee, Schaffhausen, Tessin, Wallis, Z\u00fcrichsee) sowie sechs Rebberge (Bielersee, Genfersee, Schaffhausen, Z\u00fcrichsee) durch ein unabh\u00e4ngiges Labor auf Pestizide untersuchen lassen. In den Rebbergen wurden Proben der (noch unreifen) Trauben sowie Bodenproben genommen, um ein Bild der Belastung der Umwelt zu erhalten.<\/p>\n<p>Insgesamt wurden 33 verschiedene Pestizide gefunden, wie der Bericht \u00abPestizide im Schweizer Weinbau\u00bb zeigt: <span style=\"text-decoration: underline;\"><a href=\"http:\/\/bit.ly\/2dlDAJZ\">http:\/\/bit.ly\/2dlDAJZ<\/a>.<\/span> Viele der gefundenen Stoffe sind auf der Greenpeace-Blacklist<a title=\"\" name=\"_ftnref1\" href=\"#_ftn1\">[1]<\/a> oder w\u00fcrden die Kriterien f\u00fcr diese erf\u00fcllen. So stehen vier gefundene Pestizide im Verdacht, krebserregend zu sein, und sechs gefundene Wirkstoffe sind giftig f\u00fcr Bienen und N\u00fctzlinge. Pestizide, die in der Blacklist aufgef\u00fchrt sind, sollten priorit\u00e4r verboten werden, da sie eine zu hohe Toxizit\u00e4t f\u00fcr den Menschen und\/oder die Umwelt aufweisen.<\/p>\n<p>In allen acht konventionellen <strong>Weinen<\/strong> wurden R\u00fcckst\u00e4nde von mindestens zwei Pestiziden gefunden, die beiden Bio-Proben sind ohne Befund. Am st\u00e4rksten belastet sind ein Merlot aus dem Tessin, ein Hallauer Blauburgunder sowie ein Pinot Noir aus Maienfeld. In sieben der acht konventionellen Weine wurden Spuren des umstrittenen Herbizids Glyphosat gefunden. Alle gefundenen Pestizide sind zugelassen und \u00fcberschreiten keine Grenzwerte.<\/p>\n<p>Alle konventionell angebauten <strong>Weintrauben<\/strong> waren sehr hoch mit Pestiziden belastet. Es wurden zwischen 4 und 13 Wirkstoffe gefunden, und dies in teilweise sehr hohen Konzentrationen. F\u00fcr den Konsum w\u00e4ren diese Trauben nicht zugelassen, es gilt jedoch zu beachten, dass die Traubenproben im unreifen Zustand genommen wurden. Es ist damit zu rechnen, dass bis zur Ernte ein Grossteil der Pestizide ausgewaschen bzw. abgebaut werden. Eine Bio-Probe war komplett befundfrei, bei der anderen konnten Spuren zweier Wirkstoffe nachgewiesen werden. Es ist davon auszugehen, dass es sich dabei um Abdrift benachbarter konventioneller Parzellen handelt.\u00a0<\/p>\n<p>In den <strong>Bodenproben<\/strong> aus konventionell bewirtschafteten Parzellen konnten zwischen 10 und 18 Pestizide nachgewiesen werden, teilweise auch Substanzen, die in den Trauben oder im Wein nicht gefunden wurden. Dies zeigt, dass Pestizide teilweise persistent sind und sich im Boden anreichern k\u00f6nnen. In den Proben aus Bio-Parzellen konnte ausschliesslich Kupfer gefunden werden. Interessant ist, dass der Kupfergehalt der Bio-Parzellen unter demjenigen konventioneller Parzellen liegt. Somit scheint das oft angebrachte Argument, dass Bio-Weinbauern mehr Kupfer einsetzen, zumindest fragw\u00fcrdig.<\/p>\n<p>Philippe Schenkel, Leiter der Landwirtschaftskampagne bei Greenpeace Schweiz, sagt dazu: \u00abWieder einmal zeigt sich die Pestizid-Intensit\u00e4t der Schweizer Landwirtschaft. Die in grossen Mengen in den Weinbergen ausgebrachten Pestizide sch\u00e4digen N\u00fctzlinge, gef\u00e4hrden unsere Gew\u00e4sser und landen schliesslich in unseren Weingl\u00e4sern. Die untersuchten Bio-Parzellen zeigen, dass ein anderer Weg m\u00f6glich ist. Wir fordern die Politik auf, endlich mutige Schritte f\u00fcr eine Pestizidreduktion zu unternehmen.\u00bb<\/p>\n<p>Diese neueste Untersuchung best\u00e4tigt fr\u00fchere Studien<a title=\"\" name=\"_ftnref2\" href=\"#_ftn2\">[2]<\/a> und bezeugt den hohen Einsatz von Agrochemikalien in der Schweizer Landwirtschaft. Greenpeace fordert einen grunds\u00e4tzlichen Wandel in der Schweizer Agrarpolitik: weg von einer auf synthetische Inputs angewiesenen industriellen Landwirtschaft hin zu einer echten Agrar\u00f6kologie, welche die Produktion gesunder Lebensmittel und den Schutz der Biodiversit\u00e4t unter einen Hut bringt. Dazu braucht es einen Ausstiegsplan f\u00fcr chemisch-synthetische Pestizide, Investitionen in die Bio-Forschung, die F\u00f6rderung der Umstellung sowie ein Umdenken bei Grossverteilern, KonsumentInnen und B\u00e4uerinnen und Bauern. Der sich in Arbeit befindende \u00abAktionsplan zur Risikoreduktion und nachhaltigen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln\u00bb ist eine grosse Gelegenheit, diesen Wandel anzustossen.\u00a0<\/p>\n<p><strong>Weitere Infos:<\/strong><\/p>\n<p>Mehr dazu unter\u00a0<a href=\"http:\/\/www.greenpeace.ch\/\">www.greenpeace.ch<\/a>\u00a0und\u00a0<a href=\"http:\/\/www.giftfrei.org\/\">www.giftfrei.org<\/a>.<\/p>\n<p>Medienbilder der untersuchten Weine und von Helikopter-Spr\u00fchfl\u00fcgen (Fungizide) am Bielersee finden Sie zum Download unter <a href=\"http:\/\/media.greenpeace.org\/collection\/27MDHUHIJKT\">media.greenpeace.org\/collection\/27MDHUHIJKT<\/a>\u00a0<\/p>\n<p><strong>Kontakt:<\/strong><\/p>\n<p>Philippe Schenkel, Leiter Landwirtschaftskampagne Greenpeace Schweiz, +41 78 790 52 84 Yves Zenger, Mediensprecher Greenpeace Schweiz, +41 78 682 00 91<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<div>\n<hr align=\"left\" size=\"1\" width=\"33%\">\n<div id=\"ftn1\">\n<p><a title=\"\" name=\"_ftn1\" href=\"#_ftnref1\">[1]<\/a> <a href=\"http:\/\/www.greenpeace.org\/switzerland\/de\/News_Stories\/Newsblog\/pestizide-schwarze-liste\/blog\/57182\/\">http:\/\/www.greenpeace.org\/switzerland\/de\/News_Stories\/Newsblog\/pestizide-schwarze-liste\/blog\/57182\/<\/a><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn2\">\n<p><a title=\"\" name=\"_ftn2\" href=\"#_ftnref2\">[2]<\/a> <a href=\"http:\/\/www.greenpeace.org\/switzerland\/de\/Publikationen\/Landwirtschaft\/Erdbeertest-2016\/\">http:\/\/www.greenpeace.org\/switzerland\/de\/Publikationen\/Landwirtschaft\/Erdbeertest-2016\/<\/a><\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wein, Weintrauben und Weinberge in der Deutschschweiz, der Romandie und dem Tessin sind h\u00e4ufig mit Pestiziden belastet. Das zeigen neue Greenpeace-Analysen. Bodenproben konventioneller Betriebe enthielten bis zu 18 verschiedene Pestizide&hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":23,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"_planet4_optimize_post_is_variant":false,"_planet4_optimize_experiment_name":"","_planet4_optimize_variant_name":"","ep_exclude_from_search":false,"p4_og_title":"","p4_og_description":"","p4_og_image":"","p4_og_image_id":"","p4_seo_canonical_url":"","p4_campaign_name":"","p4_local_project":"","p4_basket_name":"","p4_department":"","footnotes":""},"categories":[1],"tags":[33],"p4-page-type":[71],"gpch-article-type":[],"class_list":["post-5507","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-unkategorisiert","tag-ernaehrung","p4-page-type-medienmitteilung"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5507","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/23"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5507"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5507\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5507"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5507"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5507"},{"taxonomy":"p4-page-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/p4-page-type?post=5507"},{"taxonomy":"gpch-article-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/gpch-article-type?post=5507"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}