{"id":5593,"date":"2016-06-21T00:00:00","date_gmt":"2016-06-20T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/5593\/pestizid-cocktail-in-schweizer-erdbeeren-belastung-insbesondere-fuer-kinder-problematisch\/"},"modified":"2019-05-30T07:05:00","modified_gmt":"2019-05-30T05:05:00","slug":"pestizid-cocktail-in-schweizer-erdbeeren-belastung-insbesondere-fuer-kinder-problematisch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/medienmitteilung\/5593\/pestizid-cocktail-in-schweizer-erdbeeren-belastung-insbesondere-fuer-kinder-problematisch\/","title":{"rendered":"Pestizid-Cocktail in Schweizer Erdbeeren: Belastung insbesondere f\u00fcr Kinder problematisch"},"content":{"rendered":"<p><b>Schweizer Erdbeeren aus konventionellem Anbau sind h\u00e4ufig mit Pestiziden belastet. Das ist das Resultat von Analysen, die Greenpeace Schweiz bei einem unabh\u00e4ngigen Labor in Auftrag gegeben hat. Boden- und Pflanzenproben von Erdbeerfeldern in den Obstbaugebieten des Thurgaus und des Berner Seelands sowie Schweizer Erdbeeren aus dem Supermarkt weisen meist Mehrfachbelastungen auf. Die gefundenen R\u00fcckst\u00e4nde sind insbesondere f\u00fcr Kinder problematisch. Proben aus Bio-Anbau waren alle r\u00fcckstandsfrei.<\/b><\/p>\n<div>\n<p class=\"normal\">Die Mehrfachbelastung durch Pestizide reduziert die Biodiversit\u00e4t<a title=\"\" name=\"_ftnref1\" href=\"#_ftn1\">[1]<\/a> massiv und kann schwer krank<a title=\"\" name=\"_ftnref2\" href=\"#_ftn2\">[2]<\/a> machen. Auch Schweizer Fr\u00fcchte<a title=\"\" name=\"_ftnref3\" href=\"#_ftn3\">[3]<\/a> sind belastet \u2014 nicht zuletzt die verf\u00fchrerischen, von Kindern heiss geliebten Erdbeeren, die jetzt Saison haben. Greenpeace Schweiz hat Boden- und Pflanzenproben aus Erdbeerfeldern der Obstbaugebiete im Thurgau und im Berner Seeland sowie Schweizer Erdbeeren aus Superm\u00e4rkten von einem unabh\u00e4ngigen Labor auf Pestizid-R\u00fcckst\u00e4nde untersuchen lassen.<\/p>\n<p class=\"normal\"><a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/dc3869e7-dc3869e7-erdbeerreport.pdf\">Die Resultate<\/a> lassen aufhorchen: Die Boden- und Pflanzen-Proben aus Erdbeerfeldern best\u00e4tigen den hohen Pestizideinsatz im konventionellen Anbau: Es wurden insgesamt 20 verschiedene Pestizide gefunden, wobei Fungizide am h\u00e4ufigsten vertreten waren. Die Unterschiede zwischen den Standorten ist gross: An einem Standort wurde bloss eine Substanz gefunden, an einem anderen elf verschiedene Wirkstoffe. Etliche der gefundenen Pestizide gelten als gesundheitsgef\u00e4hrdend und schaden N\u00fctzlingen und Wasser-Organismen.<\/p>\n<p class=\"normal\"><strong>Kumulation der Pestizide<\/strong><\/p>\n<p class=\"normal\">Bei den in den L\u00e4den gekauften Erdbeeren wurden in 12 der 13 untersuchten Proben aus konventionellem Anbau \u2013 zum Teil krebserregende \u2013 Pestizide gefunden. Acht Proben (61.2%) enthielten vier oder mehr Pestizide. Dabei handelte es sich keineswegs um Spuren: Die H\u00e4lfte aller konventionellen Proben wiesen insgesamt Pestizidgehalte von \u00fcber 0.5 mg\/kg auf. F\u00fcr die Herstellung f\u00fcr Baby-Nahrung w\u00e4ren aufgrund der strengen Herstellungs-Richtlinien nur die Bioproben und eine einzige konventionelle Erdbeerprobe geeignet. F\u00fcr Kinder, die einen besonders hohen Konsum an Erdbeeren aufweisen, sind die gemessenen Werte zweier konventioneller Proben toxikologisch bedenklich \u2014\u00a0obwohl die g\u00fcltigen Grenzwerte in allen Proben eingehalten wurden. In den drei Bio-Proben konnten keine R\u00fcckst\u00e4nde nachgewiesen werden.<\/p>\n<p class=\"normal\">Bei der staatlichen Bewertung von Risiken durch Pestizide und Pestizidr\u00fcckst\u00e4nde wird jeder R\u00fcckstand und jeder Stoff einzeln f\u00fcr sich betrachtet. Das spiegelt jedoch nicht die Realit\u00e4t wieder \u00a0\u2013 wie die Erdbeertests zeigen \u2013 \u00a0und darf nicht als wissenschaftlich angesehen werden. Menschen sind heute einer Vielzahl von Chemikalien ausgesetzt und durch die t\u00e4gliche Nahrung nehmen einige Bev\u00f6lkerungsgruppen mehr dieser Schadstoffe auf als toxikologisch vertretbar ist.<\/p>\n<p class=\"normal\">Philippe Schenkel, Umweltwissenschaftler ETH und Leiter der Landwirtschaftskampagne bei Greenpeace Schweiz, sagt dazu: \u00abDie gefundenen Pestizid-Cocktails beweisen einmal mehr, dass die Schweizer Landwirtschaft nicht so naturnah ist, wie sie sich gerne gibt. Pestizide in den Erdbeeren k\u00f6nnen nicht gesund sein. Und da Erdbeeren nur einen kleinen Teil der t\u00e4glich konsumierten Lebensmittel ausmachen, akkumulieren sich bei einem Mix aus konventionell hergestellten Lebensmitteln die potenziell krankmachenden Wirkstoffe im K\u00f6rper. Wer ausschliesslich biologisch produzierte Lebensmittel einkauft, tut sich und der Umwelt einen Gefallen, denn der Bio-Anbau hat wesentliche Vorteile f\u00fcr die Biodiversit\u00e4t und die Gesundheit.\u00bb<\/p>\n<p class=\"normal\">Greenpeace fordert einen grunds\u00e4tzlichen Wandel in der Agrarpolitik: Es ist h\u00f6chste Zeit, aus der industriellen Chemie-Landwirtschaft auszusteigen und auf eine nachhaltige Landwirtschaft zu setzen, die gesunde Lebensmittel f\u00fcr uns alle produzieren kann. Die L\u00f6sung liegt in der \u00f6kologischen Landwirtschaft, wie sie neben dem Weltagrarrat<a title=\"\" name=\"_ftnref4\" href=\"#_ftn4\">[4]<\/a> k\u00fcrzlich auch die Agrarexperten des International Panel of Experts on Sustainable Food Systems (iPES)<a title=\"\" name=\"_ftnref5\" href=\"#_ftn5\">[5]<\/a> pr\u00e4sentierten. Die Grossverteiler stehen in der Verantwortung, den Wandel gemeinsam mit ihren Lieferanten unverz\u00fcglich anzugehen.\u00a0<\/p>\n<p class=\"normal\"><strong>Mehr dazu unter <\/strong><strong><a href=\"http:\/\/www.greenpeace.ch\/\">www.greenpeace.ch<\/a>\u00a0und\u00a0<\/strong><strong><a href=\"http:\/\/www.giftfrei.org\/\">www.giftfrei.org<\/a>. Pressebilder unter\u00a0<\/strong><span class=\"s1\"><a href=\"http:\/\/photo.greenpeace.org\/shoot\/27MZIFJJK5T_I\">photo.greenpeace.org\/shoot\/27MZIFJJK5T_I<\/a><\/span><\/p>\n<p class=\"normal\"><strong>Der ganze Report:<\/strong><\/p>\n<p class=\"normal\"><a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/dc3869e7-dc3869e7-erdbeerreport.pdf\">http:\/\/www.greenpeace.orghttps:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/dc3869e7-dc3869e7-erdbeerreport.pdf<\/a><\/p>\n<p class=\"normal\"><strong>Kontakt:<\/strong><\/p>\n<p class=\"normal\">Philippe Schenkel, Leiter Landwirtschaftskampagne Greenpeace Schweiz, +41 78 790 52 84<\/p>\n<p class=\"normal\">Yves Zenger, Mediensprecher Greenpeace Schweiz, +41 78 682 00 91<\/p>\n<div><br clear=\"all\"><\/p>\n<hr align=\"left\" size=\"1\" width=\"33%\">\n<div id=\"ftn1\">\n<p><a title=\"\" name=\"_ftn1\" href=\"#_ftnref1\">[1]<\/a> <a href=\"http:\/\/www.greenpeace.org\/switzerland\/de\/Publikationen\/Landwirtschaft\/Bienenstudie\/\">http:\/\/www.greenpeace.org\/switzerland\/de\/Publikationen\/Landwirtschaft\/Bienenstudie\/<\/a><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn2\">\n<p><a title=\"\" name=\"_ftn2\" href=\"#_ftnref2\">[2]<\/a> <a href=\"http:\/\/www.greenpeace.org\/switzerland\/de\/Publikationen\/Landwirtschaft\/Pestizide-und-unsere-Gesundheit\/\">http:\/\/www.greenpeace.org\/switzerland\/de\/Publikationen\/Landwirtschaft\/Pestizide-und-unsere-Gesundheit\/<\/a><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn3\">\n<p><a title=\"\" name=\"_ftn3\" href=\"#_ftnref3\">[3]<\/a> <a href=\"http:\/\/www.greenpeace.org\/switzerland\/de\/Publikationen\/Landwirtschaft\/Pestizid-Cocktails-in-Aepfeln-gefunden\/\">http:\/\/www.greenpeace.org\/switzerland\/de\/Publikationen\/Landwirtschaft\/Pestizid-Cocktails-in-Aepfeln-gefunden\/<\/a><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn4\">\n<p><a title=\"\" name=\"_ftn4\" href=\"#_ftnref4\">[4]<\/a> <a href=\"http:\/\/www.globalagriculture.org\/report-topics\/about-the-iaastd-report.html\">http:\/\/www.globalagriculture.org\/report-topics\/about-the-iaastd-report.html<\/a><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn5\">\n<p><a title=\"\" name=\"_ftn5\" href=\"#_ftnref5\">[5]<\/a> <a href=\"http:\/\/www.ipes-food.org\/images\/Reports\/UniformityToDiversity_FullReport.pdf\">http:\/\/www.ipes-food.org\/images\/Reports\/UniformityToDiversity_FullReport.pdf<\/a><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schweizer Erdbeeren aus konventionellem Anbau sind h\u00e4ufig mit Pestiziden belastet. 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