{"id":56115,"date":"2020-06-11T10:08:00","date_gmt":"2020-06-11T08:08:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/?p=56115"},"modified":"2020-06-11T15:18:24","modified_gmt":"2020-06-11T13:18:24","slug":"schutzgebiete-unter-druck","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/56115\/schutzgebiete-unter-druck\/","title":{"rendered":"Schutzgebiete unter Druck"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Die Waldzerst\u00f6rung in Brasilien nimmt unter Bolsonaro immer bedrohlichere Ausmasse an. Eine Greenpeace-Fallstudie zeigt, wie Rinderfarmen illegal gerodete Schutzgebiete nutzen.<\/strong><\/p>\n\n<p>Der Hyazinth-Ara ist die l\u00e4ngenm\u00e4ssig gr\u00f6sste Papageienart der Welt. Einen Meter lang werden die beeindruckenden Tiere, und bis zu 90 Jahre alt. Ihr leuchtendes Blau erfreut auch Menschen, die mit Ornithologie wenig anfangen k\u00f6nnen \u2013 wie gef\u00e4hrdet sie sind, ist leider weniger erfreulich. Und ihr Bestand nimmt weiter ab. Aktuell gibt es in S\u00fcdamerika noch drei gr\u00f6ssere Vorkommen. Eines davon liegt im Serra Ricardo Franco State Park im brasilianischen Bundesstaat Mato Grosso.&nbsp;<\/p>\n\n<p>Ein State Park ist ein staatlich anerkanntes Schutzgebiet. Eigentlich. Doch unter Brasiliens Pr\u00e4sident Jair Bolsonaro sind solche Aussagen nicht mehr viel wert. Bolsonaros Regierung baut Schutz- und Kontrollinstitutionen ab und reduziert deren Eins\u00e4tze im Regenwald mit drastischen Folgen. Die Waldzerst\u00f6rung hat in den vergangenen Monaten \u00fcberall erheblich zugenommen, auch in Schutzgebieten um 55 Prozent und in indigenen Gebieten sogar um 62 Prozent.&nbsp;<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Fleischhunger gleich Fl\u00e4chenhunger <\/h2>\n\n<p>Der Serra Ricardo Franco State Park existiert seit 1997 und ist Heimat seltener und einziger Arten, darunter neben dem Hyazinth-Ara etwa auch der Riesenotter. Doch der Schutzstatus des Parks wird kaum verteidigt. <a href=\"https:\/\/www.greenpeace.org.br\/hubfs\/Ricardo%20Franco%20State%20Park_ReportFinal.pdf\">Greenpeace hat recherchiert,<\/a> dass Landwirtinnen und Landwirte f\u00fcr 71 Prozent der Fl\u00e4che Besitzanspr\u00fcche geltend machen. 25 Prozent des Schutzgebietes sind bereits gerodet, 33 Prozent davon seit Einrichtung des Parks. Statt Aras und Riesenottern wohnen auf diesen teils illegal abgeholzten Fl\u00e4chen nun: Rinder.&nbsp;<\/p>\n\n<p>Einige der Rinderfarmen hat Greenpeace genauer untersucht und nachgewiesen, dass sie tausende Rinder \u00fcber einen Zwischenh\u00e4ndler an Schlachth\u00e4user der Fleischkonzerne JBS, Marfrig und Minerva verkaufen. Diese Konzerne exportieren auch in die EU: Im April 2018 bis August 2019 gingen knapp 13 Prozent ihrer Fleischexporte nach Europa, darunter Deutschland. Firmen, die Rindfleisch der drei Konzerne importieren, k\u00f6nnen derzeit nicht ausschlie\u00dfen, dass das Fleisch im Zusammenhang mit der Waldzerst\u00f6rung in Schutzgebieten wie dem Serra Ricardo Franco State Park stehen. Denn die Lieferketten sind sehr intransparent.&nbsp;<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Endlich handeln beim Handel<\/h2>\n\n<p>Die aktuelle Greenpeace-Studie steht beispielhaft f\u00fcr zahlreiche F\u00e4lle im gesamten Amazonasgebiet. \u00abIm ganzen Land f\u00e4llt auf, wie sehr Bolsonaro den Regenwaldschutz zugunsten der Waldzerst\u00f6rer mit F\u00fcssen tritt\u00bb, sagt Greenpeace Amazonas-Campaignerin Gesche J\u00fcrgens. \u00abSein Umweltminister bef\u00fcrwortet sogar die Umweltzerst\u00f6rung \u2013 vollkommen absurd, aber wahr. Der Wald ist so stark unter Druck wie selten zuvor.\u00bb Und <a href=\"https:\/\/www.greenpeace.de\/themen\/waelder\/ueberholspur-der-zerstoerung\">in solchen Zeiten wollen die EU (und auch die Schweiz) ein Freihandelsabkommen mit dem s\u00fcdamerikanischen Mercosur-Verbund schliessen<\/a>, zu dem derzeit neben Brasilien Argentinien, Paraguay und Uruguay geh\u00f6ren. Dieses Abkommen soll unter anderem Z\u00f6lle auf Rindfleischimporte nach Europa senken, ebenso Z\u00f6lle auf Pestizidexporte nach S\u00fcdamerika.&nbsp;<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Was kann ich tun<strong>?<\/strong><\/h2>\n\n<p>N\u00e4chste Woche findet die&nbsp; \u00abWorld Meat Free Week\u00bb statt, eine tolle Gelegenheit bewusst eine Woche auf den Konsum von Fleisch zu verzichten. Dazu haben wir spannende <a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/handeln\/rezepte-fuer-das-klima\/\">klimafreundlichen Rezepte, die Greenpeace Schweiz <\/a>&nbsp;zusammen mit Tibits entworfen hat. Folge uns durch die \u00abWorld Meat Free Week\u00bb auf Social Media und teile die Beitr\u00e4ge. Willst du noch mehr \u00fcber die Zusammenh\u00e4nge von Umweltzerst\u00f6rung und Fleischkonsum erfahren? Dann nimm am Donnerstag 18.Juni 2020 am <a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/event\/e-talk-zu-futtermittel-wie-haengen-amazonas-schweizer-viehhaltung-und-trinkwasserqualitaet-zusammen\/\">E-Talk rund um das Thema Futtermittelimporte teil<\/a>!&nbsp;<\/p>\n\n<div class=\"wp-block-buttons is-layout-flex wp-block-buttons-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-button\"><a class=\"wp-block-button__link\" href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/event\/e-talk-zu-futtermittel-wie-haengen-amazonas-schweizer-viehhaltung-und-trinkwasserqualitaet-zusammen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">E-Talk Anmeldung<\/a><\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Waldzerst\u00f6rung in Brasilien nimmt unter Bolsonaro immer bedrohlichere Ausmasse an. 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