{"id":5676,"date":"2015-12-16T00:00:00","date_gmt":"2015-12-15T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/5676\/korrektur-in-bilanzen-der-akw-goesgen-und-leibstadt-etappensieg-fuer-tras-und-greenpeace\/"},"modified":"2019-05-30T07:06:58","modified_gmt":"2019-05-30T05:06:58","slug":"korrektur-in-bilanzen-der-akw-goesgen-und-leibstadt-etappensieg-fuer-tras-und-greenpeace","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/medienmitteilung\/5676\/korrektur-in-bilanzen-der-akw-goesgen-und-leibstadt-etappensieg-fuer-tras-und-greenpeace\/","title":{"rendered":"Korrektur in Bilanzen der AKW G\u00f6sgen und Leibstadt: Etappensieg f\u00fcr TRAS und Greenpeace"},"content":{"rendered":"<p><b>Die Betreibergesellschaften der Atomkraftwerke G\u00f6sgen und Leibstadt haben gestern Abend bekannt gegeben, dass sie ihre Bilanzierungsmethode f\u00fcr die Mittel in den Stilllegungs- und Entsorgungsfonds korrigieren. Damit reagieren sie auf Strafanzeigen, die der Trinationale Atomschutzverband TRAS und Greenpeace Schweiz in den Jahren 2012 und 2014 erstattet haben. Die beiden Organisationen begr\u00fcssen die Anpassung, weisen aber darauf hin, dass nur halbe Arbeit geleistet wurde.<\/b><\/p>\n<div>\n<p>In den Bilanzen der AKW G\u00f6sgen und Leibstadt waren die Finanzmittel in den Stilllegungs- und Entsorgungsfonds bisher k\u00fcnstlich aufgebl\u00e4ht: Die Gelder wurden mit einer hypothetischen, rein rechnerischen Verzinsung von 5 Prozent ausgewiesen. Nach Auffassung von TRAS und Greenpeace verstiess diese Praxis klar gegen das Obligationenrecht (OR), welches eine Bilanzierung einzig nach dem Marktwert zul\u00e4sst. Aus diesem Grund hatten die beiden Organisationen Strafanzeigen erstattet gegen die beiden AKW-Betreiber (2012) und ihre jeweiligen Revisionsgesellschaften (2014). Die beiden AKW-Betreiber haben nun Ihre Praxis ge\u00e4ndert, was wir begr\u00fcssen und als Teilerfolg betrachten. \u00abWenn die Bilanzen nicht mehr k\u00fcnstlich aufgebl\u00e4ht werden, w\u00e4re das ein Schritt in Richtung mehr Kostenwahrheit beim Atomstrom\u00bb, sagt Florian Kasser, Atomexperte von Greenpeace Schweiz.<\/p>\n<p><strong>Auf halber Strecke stehen geblieben<br \/><\/strong>Trotz der Korrektur der Bilanzierungsmethode bleiben Probleme bestehen. TRAS und Greenpeace weisen auf die folgenden Punkte hin:<\/p>\n<ul>\n<li>Die Korrektur bleibt gem\u00e4ss der Mitteilung der beiden Betreiber auf halber Strecke stehen: G\u00f6sgen und Leibstadt betrachten ihre <em>Kosten<\/em> f\u00fcr Stilllegung und Entsorgung offenbar weiterhin als Aktiven. Dies verst\u00f6sst aus Sicht der beiden Umweltorganisationen ebenfalls klar gegen das OR, welches die zul\u00e4ssigen Aktivierungsm\u00f6glichkeiten eindeutig und abschliessend aufz\u00e4hlt. Kosten f\u00fcr die Entsorgung von Atomm\u00fcll geh\u00f6ren nicht dazu. TRAS und Greenpeace fordern die beiden AKW auf, diesen zweiten Verstoss gegen das OR unverz\u00fcglich zu beheben.<\/li>\n<li>Anders als von den beiden Betreibern in ihrer Mitteilung dargestellt, stehen im OR nicht zwei Bewertungsmethoden zur Auswahl. Nur die Bewertung nach dem Marktwert ist zul\u00e4ssig. Zudem hat die vorgenommene Korrektur nichts mit dem neuen OR zu tun. Das alte wie das neue OR lassen nur eine Bewertung nach dem Marktwert zu.<\/li>\n<li>Schliesslich ist zu betonen, dass erst die Ver\u00f6ffentlichung der Bilanzen im Fr\u00fchjahr 2016 zeigen wird, inwiefern die beiden Betreibergesellschaften die Bestimmungen des OR einhalten. Bis dann l\u00e4sst sich die vorgenommene Anpassung nicht abschliessend beurteilen.<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Strafverfahren h\u00e4ngig<br \/><\/strong>Ausserdem erinnern Greenpeace und TRAS daran, dass Bilanzen Urkunden sind. Unseres Erachtens liegen weiterhin unwahre Bilanzen vor, was ohne weiteres den Tatbestand der mehrfachen Urkundenf\u00e4lschung erf\u00fcllt. Diese motivierte die Strafanzeigen gegen die Betreiber. Beide Verfahren wurden durch die Staatsanwaltschaften SO (G\u00f6sgen) und AG (Leibstadt) jedoch eingestellt.<\/p>\n<p>Nach Auffassung von Greenpeace und TRAS wurde das Verfahren allerdings mit Verfahrensfehlern gef\u00fchrt. Deswegen erstatteten Greenpeace und TRAS neue Strafanzeigen: Es geht um Vorw\u00fcrfe wegen Amtsgeheimnisverletzung, Amtsmissbrauch und Beg\u00fcnstigung, die durch Staatsanw\u00e4lte der beiden Kantone begangen wurden. In den beiden Kantonen f\u00fchren ausserordentliche Staatsanw\u00e4lte Verfahren, die noch laufen. Greenpeace und TRAS halten auch nach der Praxis\u00e4nderung der beiden AKW-Betreiber an diesen Vorw\u00fcrfen fest. Die jetzt vorgenommene Praxis\u00e4nderung ist ein indirektes Eingest\u00e4ndnis, dass sie berechtigt sind.<\/p>\n<p>F\u00fcr weitere\u00a0Informationen:<\/p>\n<p>Florian Kasser, Atomexperte Greenpeace Schweiz,\u00a0076 345 26 55<br \/>J\u00fcrg St\u00f6cklin, Pr\u00e4sident TRAS, 079 817 57 33<br \/>Kaspar M\u00fcller, Finanzexperte,\u00a0061 263 93 91<br \/>Thomas M\u00e4der, Mediensprecher Greenpeace Schweiz, 044 447 41 74<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Betreibergesellschaften der Atomkraftwerke G\u00f6sgen und Leibstadt haben gestern Abend bekannt gegeben, dass sie ihre Bilanzierungsmethode f\u00fcr die Mittel in den Stilllegungs- und Entsorgungsfonds korrigieren. Damit reagieren sie auf Strafanzeigen,&hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":23,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"_planet4_optimize_post_is_variant":false,"_planet4_optimize_experiment_name":"","_planet4_optimize_variant_name":"","ep_exclude_from_search":false,"p4_og_title":"","p4_og_description":"","p4_og_image":"","p4_og_image_id":"","p4_seo_canonical_url":"","p4_campaign_name":"","p4_local_project":"","p4_basket_name":"","p4_department":"","footnotes":""},"categories":[1],"tags":[42],"p4-page-type":[71],"gpch-article-type":[],"class_list":["post-5676","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-unkategorisiert","tag-energie","p4-page-type-medienmitteilung"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5676","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/23"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5676"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5676\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5676"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5676"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5676"},{"taxonomy":"p4-page-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/p4-page-type?post=5676"},{"taxonomy":"gpch-article-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/gpch-article-type?post=5676"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}