{"id":5678,"date":"2015-12-16T00:00:00","date_gmt":"2015-12-15T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/5678\/finanzanalyse-zeigt-beznau-droht-ein-sargnagel-fuer-die-axpo-zu-werden\/"},"modified":"2019-05-30T07:07:01","modified_gmt":"2019-05-30T05:07:01","slug":"finanzanalyse-zeigt-beznau-droht-ein-sargnagel-fuer-die-axpo-zu-werden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/medienmitteilung\/5678\/finanzanalyse-zeigt-beznau-droht-ein-sargnagel-fuer-die-axpo-zu-werden\/","title":{"rendered":"Finanzanalyse zeigt: Beznau droht ein Sargnagel f\u00fcr die Axpo zu werden"},"content":{"rendered":"<p><b>Das AKW Beznau ist ein grosses finanzielles Risiko f\u00fcr den Axpo-Konzern. Das geht aus einer Studie im Auftrag von Greenpeace Schweiz hervor, welche die Finanzlage und die Perspektiven des Stromkonzerns untersucht. Anl\u00e4sslich der Jahresergebnisse der Axpo-Gruppe, die morgen Freitag bekannt gegeben werden, fordert Greenpeace die Regierungsr\u00e4te im Axpo-Verwaltungsrat auf, die Risikoanalysen des Konzerns offenzulegen. Ein Weiterbetrieb von Beznau kann die Axpo zu Fall bringen.<\/b><\/p>\n<div>\n<p>Die wirtschaftlichen Probleme der Axpo haben in der Vergangenheit bereits viel zu reden gegeben. Ausdruck dieser Schwierigkeiten sind die dieses Jahr erstmals ausgebliebenen Dividenden-Zahlungen an die Kantone, in deren Besitz sich der Stromkonzern befindet. Die heute ver\u00f6ffentlichte Studie des holl\u00e4ndischen Finanzinstituts Profundo im Auftrag von Greenpeace best\u00e4tigt die schwierige Situation der Axpo und zeigt auf, wie das AKW Beznau die finanzielle Gesundheit des Konzerns bedroht. \u00abBeharrt die Axpo auf dem Weiterbetrieb von Beznau, kann das Atomkraftwerk zum Sargnagel des Stromkonzerns werden\u00bb, sagt Florian Kasser, Atomexperte von Greenpeace Schweiz.<\/p>\n<p><strong>Beznau ist ein Verlustgesch\u00e4ft<br \/><\/strong>Seit dem Fr\u00fchling dieses Jahres steht Block 1 des AKW Beznau still. Grund f\u00fcr die lange Ausserbetriebnahme sind Materialfehler im Druckbeh\u00e4lter, deren Untersuchung derzeit weiter andauert. Beznau 1 wird deshalb nicht vor Ende Juli des kommenden Jahres wieder ans Netz gehen. Ungeachtet der weiterhin offenen Frage, ob der Reaktor aus sicherheitstechnischen Gr\u00fcnden \u00fcberhaupt wieder angefahren werden kann \u2013 eine Wiederinbetriebnahme ist in jedem Fall mit erheblichen Finanzrisiken verbunden, wie die Studie von Profundo klar aufzeigt. Die Produktion einer Kilowattstunde Beznau-Strom kostet 7 Rappen. Auf dem Strommarkt bekommt die Axpo daf\u00fcr aber nur rund 4 Rappen. Diese Verluste kann die Axpo nicht mehr auf ihre Kunden \u00fcberw\u00e4lzen, weil sie sie seit Januar 2014 zu Marktpreisen beliefern muss. Der Weiterbetrieb des AKW ist also in jedem Fall defizit\u00e4r.<\/p>\n<p><strong>Tr\u00fcbe Aussichten<br \/><\/strong>Wie die Studie weiter zeigt, w\u00e4re ein Weiterbetrieb des Atomkraftwerks dennoch solange \u00f6konomisch zu rechtfertigen, wie die Verkaufspreise h\u00f6her liegen als die variablen Betriebskosten. Solange dies der Fall ist, deckt der Verkauf zumindest einen kleinen Teil der Fixkosten; sie leisten einen Deckungsbeitrag. \u00abDer Betrieb des AKW dient derzeit noch dazu, den Verlust etwas zu verkleinern\u00bb, erkl\u00e4rt Kasser. Doch die Perspektiven sind mehr als tr\u00fcb: Auf den M\u00e4rkten \u2013 und auch bei der Axpo selbst \u2013 geht man davon aus, dass die Strompreise in den n\u00e4chsten Jahren weiter sinken werden. In absehbarer Zeit wird das AKW Beznau deshalb nicht einmal mehr einen Deckungsbeitrag erwirtschaften. Zudem verursacht ein Weiterbetrieb auch zus\u00e4tzliche Kosten, welche die Rechnung nochmals belasten: Neue Investitionen in Instandhaltung und Nachr\u00fcstungen sind erforderlich. Zum Beispiel wurden Nachr\u00fcstungen, die nach dem AKW-Unfall in Fukushima angeordnet wurden, noch nicht umgesetzt. Die Axpo weist diese Kosten nirgends aus.<\/p>\n<p><strong>Risiken f\u00fcr die Nordostschweizer Kantone<br \/><\/strong>Die Verluste von Beznau zehren an der Substanz, der Innovations- und Investitionskraft der Axpo. Dies ist besonders gravierend, weil die Axpo den Nordostschweizer Kantonen geh\u00f6rt: \u00abEs darf nicht der Axpo-Chefetage allein \u00fcberlassen werden, die Risikoabsch\u00e4tzung eines Weiterbetriebs von Beznau vorzunehmen\u00bb, sagt Florian Kasser. Greenpeace fordert die Regierungsr\u00e4te im Axpo-Verwaltungsrat auf, die \u00f6konomischen Risikoanalysen den Kantonsparlamenten offenzulegen. Diese m\u00fcssen transparent \u00fcber finanzielle Perspektiven und Risiken informiert werden. Ohne eine nachvollziehbare und transparente Darstellung der Sachlage seitens der Axpo ist an einen Weiterbetrieb von Beznau nicht zu denken. Dies gilt sowohl f\u00fcr die \u00f6konomischen als auch f\u00fcr die \u2013 von Greenpeace in der Vergangenheit wiederholt dargestellten \u2013 sicherheitstechnischen Risiken.<\/p>\n<p>Eine ausf\u00fchrliche Interpretation der Studie finden Sie in\u00a0<a href=\"http:\/\/1708.seu.cleverreach.com\/c\/20982452\/87389de1b9b5-nzgmpe\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">diesem Hintergrund-Dokument<br \/><\/a>Die vollst\u00e4ndige Studie von Profundo finden Sie\u00a0<a href=\"http:\/\/1708.seu.cleverreach.com\/c\/20982453\/87389de1b9b5-nzgmpe\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">hier<\/a><\/p>\n<p>F\u00fcr weitere Informationen:<\/p>\n<p>Florian Kasser, Atomexperte Greenpeace Schweiz, 076 345 26 55<br \/>Thomas M\u00e4der, Mediensprecher Greenpeace Schweiz, 044 447 41 74<br \/>Barbara K\u00fcpper, Studienautorin Profundo (deutschsprachig): Kontakt via T. M\u00e4der<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das AKW Beznau ist ein grosses finanzielles Risiko f\u00fcr den Axpo-Konzern. 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