{"id":56890,"date":"2020-07-09T17:23:36","date_gmt":"2020-07-09T15:23:36","guid":{"rendered":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/?p=56890"},"modified":"2020-07-20T12:41:39","modified_gmt":"2020-07-20T10:41:39","slug":"waldbraende-flammen-auf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/56890\/waldbraende-flammen-auf\/","title":{"rendered":"Waldbr\u00e4nde flammen auf"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Ob Norden oder S\u00fcden \u2013 auf der Welt lodern erneut grossfl\u00e4chig Waldbr\u00e4nde, die nicht oder nicht ausreichend bek\u00e4mpft werden. Zum Beispiel in Brasilien und Russland.<\/strong><\/p>\n\n<p>2019 erschrak die internationale Gemeinschaft \u00fcber grossfl\u00e4chige Waldbr\u00e4nde weltweit, und dieses Jahr kann es noch schlimmer kommen. In L\u00e4ndern wie Russland und Brasilien stehen bereits wieder riesige Gebiete in Flammen. Das Amazonasbecken verzeichnet hierbei ein trauriges Hoch: 2248 \u00fcber Satellit identifizierte sogenannte Feuer-Hotspots, die h\u00f6chste Zahl im Vergleich zum selben Monat seit 2007. Im Juni 2019 waren es 1880 Hotspots, das bedeutet eine Steigerung um fast 20 Prozent.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Amazonasbecken brennt wie lange nicht<\/h2>\n\n<p>Mit dem Beginn der Trockenzeit ist damit das Bild in der Amazonasregion in vielerlei Hinsicht&nbsp;noch katastrophaler als 2019. \u00abDiese Br\u00e4nde sind kein Unfall\u00bb, sagt R\u00f4mulo Batista, der sich bei Greenpeace Brasilien f\u00fcr Amazonien einsetzt. \u00abBrasiliens Pr\u00e4sident, Jair Bolsonaro, hat die Landwirtschaft ermutigt, das Amazonasgebiet weiter auszubeuten. W\u00e4hrend der Covid-19-Pandemie hat die Abholzung der W\u00e4lder stark zugenommen. Br\u00e4nde werden absichtlich gelegt, um Land, insbesondere f\u00fcr die industrielle Landwirtschaft, zu roden.\u00bb<\/p>\n\n<p>Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben k\u00fcrzlich ihre bisher sch\u00e4rfste Warnung ausgesprochen, dass&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.theguardian.com\/environment\/2019\/oct\/23\/amazon-rainforest-close-to-irreversible-tipping-point\" target=\"_blank\">sich der Amazonas dem Kipppunkt n\u00e4hert<\/a>, ab dem er grossfl\u00e4chig versteppen w\u00fcrde. Dies w\u00fcrde Millionen wildlebender Tierarten ausl\u00f6schen \u2013 zahlreiche davon bisher noch unentdeckt. Zudem w\u00fcrde es die Existenz indigener Gruppen bedrohen, die bereits mit vielen Problemen k\u00e4mpfen, darunter jetzt auch&nbsp;Covid-19.&nbsp;<\/p>\n\n<p>Greenpeace fordert daher von der Europ\u00e4ischen Kommission noch in diesem Jahr einen\u00a0Gesetzesvorschlag f\u00fcr waldzerst\u00f6rungsfreie Lieferketten. Es muss sichergestellt werden, dass Produkte wie Soja, Rindfleisch, Palm\u00f6l und Kakao nur dann auf die europ\u00e4ischen M\u00e4rkte gelangen k\u00f6nnen, wenn in der Herstellung Menschen und Umwelt geachtet werden. Was aktuell in Brasilien geschieht, ist ein deutliches Signal daf\u00fcr, wie wichtig eine gesetzliche Verpflichtung ist. Gleichermassen fordert Greenpeace, dass der Abschluss des\u00a0Mercosur-Handelsabkommen gestoppt wird. Der Deal w\u00fcrde Z\u00f6lle auf die Produkte senken, f\u00fcr die in Brasilien grossfl\u00e4chig der Regenwald zerst\u00f6rt wird.\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Der Link zum Schweizer Fleisch<\/h2>\n\n<p>Zusammen mit Extinction Rebellion, Gesellschaft f\u00fcr bedrohte V\u00f6lker (GfbV), Incomindios, Climatestrike Switzerland und Landwirtschaft mit Zukunft haben wir im Juni die Petition&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/stopp-dem-import-von-umweltzerstoerendem-futtermittel-und-fleisch\/\">\u00abStopp dem Import von umweltzerst\u00f6rendem Futtermittel und Fleisch\u00bb<\/a>&nbsp;mit 33\u2019287 Unterschriften in Bern eingereicht.&nbsp;Diese richtet sich an Bundesrat und Parlament, denn im Artikel 104a der Bundesverfassung ist beschrieben, dass grenz\u00fcberschreitende Handelsbeziehungen zur \u00abnachhaltigen Entwicklung der Land- und Ern\u00e4hrungswirtschaft\u00bb beizutragen haben. Durch skandal\u00f6se Entwaldung und Zerst\u00f6rung von \u00d6kosystemen produziertes Fleisch oder Futtermittel \u2013 das ist nicht nachhaltig. Umweltzerst\u00f6rung und Menschenrechtsverletzungen m\u00fcssen mit klaren Mindeststandards in den Handelsbeziehungen verhindert werden. Entsetzlicherweise droht uns mit dem Abschluss des&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.greenpeace.de\/themen\/waelder\/ueberholspur-der-zerstoerung\" target=\"_blank\">Mercosur Freihandelsabkommen<\/a>&nbsp;ein riesiger Schritt in die falsche Richtung!<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Schlechte Nachrichten auch aus Sibirien<\/h2>\n\n<p>Brasilien ist nicht das einzige Land, in dem die verheerenden Br\u00e4nde von 2019 sogar noch getoppt werden k\u00f6nnten. Auch aus Russland,&nbsp;wo es 2019 ebenfalls heftig brannte, gibt es erneut schlechte Nachrichten: Die sommerliche Trockensaison begann auch hier mit starker Zunahme der von Waldbr\u00e4nden betroffenen Gebiete. Haupts\u00e4chlich w\u00fcten die Br\u00e4nde in Kiefern- und L\u00e4rchenw\u00e4ldern, in denen Tiere wie B\u00e4ren, W\u00f6lfe und Luchse ihre Heimat haben. Die Gesamtfl\u00e4che erreicht derzeit 3,2 Millionen Hektar, das entspricht der Gr\u00f6sse von Slowenien. In der Mehrzahl sind W\u00e4lder im entlegenen \u00f6stlichen Russland und in Sibirien betroffen. Ausl\u00f6ser f\u00fcr die Br\u00e4nde ist eine Hitzewelle in Kombination mit Trockenheit, wodurch sich die Vegetation leichter entflammt. Am 20. Juni wurden in der sibirischen Stadt Werchowjansk, eigentlich eine der k\u00e4ltesten St\u00e4dte der Erde, 37 Grad Celsius gemessen und damit s\u00e4mtliche Hitzerekorde gebrochen.&nbsp;<\/p>\n\n<p>Die abgelegenen Gebiete sind schwer zu erreichen und die meisten Br\u00e4nde werden gar nicht erst bek\u00e4mpft \u2013&nbsp;mit der Begr\u00fcndung, dass der Eingriff sehr aufw\u00e4ndig und teuer w\u00e4re. Greenpeace und andere Organisationen sind in Russland zwar aktiv, um Br\u00e4nde zu verhindern und zu bek\u00e4mpfen. Aber dort, wo Menschen und Ausr\u00fcstung meist per Flugzeug angeliefert werden m\u00fcssen, k\u00f6nnen die fehlenden staatlichen Stellen nicht ersetzt werden.<\/p>\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ob Norden oder S\u00fcden \u2013 auf der Welt lodern erneut grossfl\u00e4chig Waldbr\u00e4nde, die nicht oder nicht ausreichend bek\u00e4mpft werden. 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