{"id":5747,"date":"2015-09-07T00:00:00","date_gmt":"2015-09-06T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/5747\/gefaehrliche-chemikalien-in-naturparadiesen-outdoor-industrie-und-natur-chemie-stimmt-nicht\/"},"modified":"2019-05-30T07:08:42","modified_gmt":"2019-05-30T05:08:42","slug":"gefaehrliche-chemikalien-in-naturparadiesen-outdoor-industrie-und-natur-chemie-stimmt-nicht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/medienmitteilung\/5747\/gefaehrliche-chemikalien-in-naturparadiesen-outdoor-industrie-und-natur-chemie-stimmt-nicht\/","title":{"rendered":"Gef\u00e4hrliche Chemikalien in Naturparadiesen: Outdoor-Industrie und Natur: Chemie stimmt nicht"},"content":{"rendered":"<p><b>Greenpeace hat weltweit in acht Gebirgsregionen \u2013 darunter das Engadin &#8211;  Seewasser und frischen Schnee auf R\u00fcckst\u00e4nde von PFC-Chemikalien getestet. Die Outdoor-Hersteller setzen diese bei der Herstellung ihrer Produkte ein. Sie bauen sich kaum ab und k\u00f6nnen gesundheitssch\u00e4dlich sein. Das bedenkliche Resultat: Die gef\u00e4hrlichen Chemikalien fanden sich in allen Naturgebieten. Sie verbreiten sich global.<\/b><\/p>\n<div>\n<p>Im Mai und Juni 2015 hatten acht Greenpeace-Teams in acht entlegenen Gebirgsregionen auf drei Kontinenten verschiedene Wasser- und Schneeproben entnommen. Sie liessen sie durch unabh\u00e4ngige Labors auf R\u00fcckst\u00e4nde von umwelt- und gesundheitsgef\u00e4hrdenden per- und polyfluorierten Chemikalien (PFC) testen. Diese setzen unter anderem ausgerechnet die mit Natur werbenden Outdoor-Firmen ein f\u00fcr die Herstellung ihrer schmutz- und wasserabweisenden Produkte.<\/p>\n<p>Die im Bericht \u00abChemie in unber\u00fchrter Natur\u00bb publizierten Analysen belegen nun, dass sich PFC-Chemikalien weit \u00fcber den Globus verteilen. Sie waren in allen Regionen nachweisbar. <strong>Die h\u00f6chsten Konzentrationen hatten Schneeproben aus den Alpen (Macuner Seenplatte im Schweizerischen Nationalpark), der Hohen Tatra in der Slowakei sowie beim Lago Pilato im italienischen Apennin.<\/strong> Der Schnee an den Haba Snow Mountains in China wies in 5000 Metern zwar die geringsten PFC-Konzentrationen auf. Allerdings war ein besonders toxisches, langkettiges PFC deutlich nachweisbar. Auch in Hochgebirgsseen sind sie zu finden: <strong>Die in diesen Wasserproben gefundenen Substanzen haben sich \u00fcber die Jahre akkumuliert, daher \u2028sind die Konzentrationen deutlich h\u00f6her als in den Schneeproben. Es \u00fcberwiegen kurzkettige PFC, die die Outdoor-Industrie als harmlos abtut und zunehmend einsetzt. Besonders hoch waren deren R\u00fcckst\u00e4nde in den Proben aus Patagonien, Russland und der Schweiz.<\/strong><\/p>\n<p>Julia Bangerter, Leiterin der Chemie-Kampagne von Greenpeace Schweiz, sagt: \u00abOutdoor-Marken werben mit Naturverbundenheit und Bildern von den sch\u00f6nsten Orten der Welt, von abgelegenen Bergseen und schneebedeckten Gebirgsmassiven. Doch zwischen ihren Produkten und der Natur stimmt die Chemie nicht. PFC-Chemikalien bauen sich nur sehr langsam ab, akkumulieren sich und k\u00f6nnen gesundheitssch\u00e4dlich sein. Es ist dringend n\u00f6tig, dass die Outdoor-Branche glaubhafte und ambiti\u00f6se Verpflichtungen eingeht, um auf unbedenklichere Alternativen umzustellen.\u00bb<\/p>\n<p>Einmal in die Umwelt freigesetzt, verteilen PFC sich \u00fcber den gesamten Globus. Sie k\u00f6nnen bei der Herstellung, dem Transport, der Lagerung und der Nutzung freigesetzt werden, gelangen mit Abw\u00e4ssern aus Fabriken aber auch aus der heimischen Waschmaschine in die Kanalisation. L\u00e4ngst nicht alle lassen sich herausfiltern. In die Luft oder in Asche gelangen sie, wenn PFC-haltige Produkte in der M\u00fcllverbrennung entsorgt werden, durch das Ausgasen bestimmter PFC aus den Fabriken oder auch aus den fertigen Produkten. Ins Wasser k\u00f6nnen sie etwa beim Auswaschen gelangen. Die Schadstoffe sammeln sich im Blut und in Organen von Menschen und Tieren. Einige PFC k\u00f6nnen die Fortpflanzung beeintr\u00e4chtigen, das Wachstum von Tumoren f\u00f6rdern und das Hormonsystem beeinflussen.<\/p>\n<p>Diese Tests sind Teil der Detox-Kampagne von Greenpeace. Seit 2011 fordert die internationale, unabh\u00e4ngige Umweltorganisation die Bekleidungsindustrie auf, alle gef\u00e4hrlichen Chemikalien inklusive PFC, aus der Produktions- und Lieferkette zu verbannen. Das findet breite Unterst\u00fctzung bei Naturwissenschaftlern. Einige Produzenten von Outdoor-Produkten, etwa Puma und Adidas, haben sich bereits verpflichtet, PFC aus ihren Produktionsketten zu eliminieren. <strong>Einige kleinere Unternehmen wie Fj\u00e4llr\u00e4ven, Paramo, Puya, sowie die beiden Schweizer Firmen Rotauf und R\u2019ADYS haben bereits PFC-freie wasserabweisende Outdoor-Kollektionen.<\/strong> F\u00fchrende Marken wie The North Face, Columbia, Patagonia, Salewa and Mammut haben bisher aber wenig Verantwortung gezeigt, gef\u00e4hrliche Chemikalien wie PFC zu eliminieren.<\/p>\n<p>NaturliebhaberInnen, WandererInnen, SkifahrerInnen \u2013 alle, denen die Zukunft unber\u00fchrter Gegenden und die eigene Gesundheit wichtig ist, k\u00f6nnen der Bewegung beitreten und von der Outdoor-Branche verlangen, auf gef\u00e4hrliche Chemikalien zu verzichten.<\/p>\n<div class=\"fulltextText\">\n<div class=\"fulltextText\">\n<p>Weiteres Medienmaterial (multimedia):<\/p>\n<p>Infografik, die das Problem der Verbreitung von PFC erkl\u00e4rt: <a href=\"http:\/\/1708.seu.cleverreach.com\/c\/19657053\/d9421824a6a-nub8fx\">greenpeace.box.com\/s\/58s2mbjzfin8sauqksz6buqc1i9z6juc<\/a><\/p>\n<p>Bildmaterial der Expeditionen zum Downloaden direkt in unserer Fotodatenbank: <a href=\"http:\/\/1708.seu.cleverreach.com\/c\/19657054\/d9421824a6a-nub8fx\">photo.greenpeace.org\/collection\/27MZIFJ61DU72<\/a><\/p>\n<p>Youtube-Video, das die Problematik veranschaulicht: <a title=\"Video Problem PFC-Chemikalien\" href=\"http:\/\/1708.seu.cleverreach.com\/c\/19657055\/d9421824a6a-nub8fx\">youtu.be\/C_YJEEBC_Hk<\/a><\/p>\n<p>Roh-Videomaterial (1.9 GB) der Expedition in der Schweiz, Macun Seen (Engadin): <a href=\"http:\/\/1708.seu.cleverreach.com\/c\/19657056\/d9421824a6a-nub8fx\">greenpeace.box.com\/s\/k62tph58ivzpk5a575isektssvd1db7c<br \/><\/a><\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><strong>Weitere Informationen (z. B. Testresultate und Report) finden Sie unter <a href=\"http:\/\/1708.seu.cleverreach.com\/c\/19657057\/d9421824a6a-nub8fx\">www.greenpeace.ch<\/a>\u00a0und\u00a0<a href=\"http:\/\/1708.seu.cleverreach.com\/c\/19657058\/d9421824a6a-nub8fx\">detox-outdoor.org\/<\/a>.\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Kontakte:\u00a0<\/strong><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"fulltextText\">\n<p><strong>Julia Bangerter, Leiterin Chemie-Kampagne Greenpeace Schweiz, +41 79 735 24 23<\/strong><\/p>\n<p><strong>Yves Zenger, Mediensprecher Greenpeace Schweiz, +41 78 682 00 91<\/strong><\/p>\n<p class=\"paragraph\">\u00a0<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Greenpeace hat weltweit in acht Gebirgsregionen \u2013 darunter das Engadin &#8211; Seewasser und frischen Schnee auf R\u00fcckst\u00e4nde von PFC-Chemikalien getestet. 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