{"id":57493,"date":"2020-08-12T10:28:35","date_gmt":"2020-08-12T08:28:35","guid":{"rendered":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/?p=57493"},"modified":"2020-08-12T10:29:07","modified_gmt":"2020-08-12T08:29:07","slug":"neuer-bericht-deckt-auf-schweizer-banken-finanzieren-den-handel-mit-umstrittenem-amazonas-oel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/57493\/neuer-bericht-deckt-auf-schweizer-banken-finanzieren-den-handel-mit-umstrittenem-amazonas-oel\/","title":{"rendered":"Neuer Bericht deckt auf: Schweizer Banken finanzieren den Handel mit umstrittenem Amazonas-\u00d6l"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Ein neuer Bericht der amerikanischen NGOs Stand.earth und Amazon Watch zeigt auf, welch zentrale Rolle die Schweizer Banken CS und UBS sowie die Genfer Filialen weiterer europ\u00e4ischen Banken beim Handel von \u00d6l aus dem Amazonasgebiet in Ecuador spielen. Dort f\u00fchrt die \u00d6lf\u00f6rderung zu \u00d6lpest, Regenwaldzerst\u00f6rung, Menschenrechtsverletzungen und Klimaerw\u00e4rmung. Schweizer NGOs schliessen sich den Forderungen an die Banken an, aus solch schmutzigen Gesch\u00e4ften auszusteigen, s\u00e4mtliche Gesch\u00e4ftsbeziehungen klimafreundlich auszurichten und die allgemeinen Menschenrechte sowie insbesondere Indigenenrechte in all ihren Aktivit\u00e4ten vorbehaltlos zu respektieren.<\/strong><\/p>\n\n<p>Ein <a href=\"https:\/\/www.stand.earth\/publication\/amazon-banks-report-en\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">neuer Bericht <\/a>der heute von den amerikanischen Umweltorganisationen <a href=\"https:\/\/www.stand.earth\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Stand.earth<\/a> und <a href=\"https:\/\/amazonwatch.org\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Amazon Watch<\/a> ver\u00f6ffentlicht wird, beschreibt im Detail, wie europ\u00e4ische und insbesondere Schweizer Banken den Handel mit umstrittenem \u00d6l aus der Amazonasregion in die USA finanzieren. Der Bericht untersucht auch, welche Auswirkungen die von den Banken finanzierte \u00d6lindustrie auf den Amazonas-Regenwald hat: \u00d6lpest, Sch\u00e4den f\u00fcr indigene V\u00f6lker und Klimaerw\u00e4rmung. Besonders betroffen ist eine Region, welche die ecuadorianischen Indigenen als \u00abheilige Quellgebiete\u00bb bezeichnen. Die Ver\u00f6ffentlichung des Berichts erfolgt nur eine Woche, nachdem eine Koalition indigener Organisationen in Ecuador eine weltweite Kampagne gestartet und rechtliche Schritte eingeleitet hat, um ein Moratorium f\u00fcr die Roh\u00f6lf\u00f6rderung aus diesem Gebiet zu erreichen.<\/p>\n\n<p>Die wichtigsten Banken, die den \u00d6lhandel aus dieser Region finanzieren, sind die Genfer Filiale der ING Belgien, Credit Suisse, UBS und die Genfer Filiale der BNP Paribas, Natixis und die Rabobank. Fast alle der im Bericht zitierten Banken bekennen sich zur Nachhaltigkeit oder haben Selbstverpflichtungen wie die \u00c4quator-Prinzipien unterzeichnet. Vor wenigen Tagen k\u00fcndigte die Credit Suisse ihre<a href=\"https:\/\/cdnext.credit-suisse.com\/media\/assets\/corporate\/docs\/about-us\/media\/media-release\/2020\/07\/credit-suisse-launches-key-initiatives-reinforce-strategy-de.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"> Schl\u00fcsselinitiative<\/a> an, die unter anderem auf die \u00abVerst\u00e4rkung der Ber\u00fccksichtigung von Biodiversit\u00e4t\u00bb sowie die \u00abUmstellung unseres Firmenkundengesch\u00e4fts im \u00d6l-und Gassektor, indem das Engagement in traditionellen Gesch\u00e4ftsfeldern reduziert wird\u00bb, abzielt. Die Finanzierung des \u00d6lhandels im Amazonasgebiet verst\u00f6sst eindeutig gegen den Geist solcher Verpflichtungen.<\/p>\n\n<p>Seit 2009 haben diese Banken und andere private Finanzinstitutionen Handelsfinanzierungen f\u00fcr rund 155 Millionen Barrel \u00d6l aus Ecuador an Raffinerien in den USA f\u00fcr insgesamt 10 Milliarden USD bereitgestellt. Dieses \u00d6l enthielt etwa 66 Millionen Tonnen CO<sub>2<\/sub>, was den j\u00e4hrlichen Emissionen von 17 Kohlekraftwerken entspricht.<\/p>\n\n<p>Mehrere im Bericht genannte Banken \u00e4usserten sich zu den aufgeworfenen Fragen. Bis heute hat keine Bank ihre Richtlinien aktualisiert. Die Rabobank sagte, sie finanziere den Handel aus der Region der Heiligen Hauptquartiere des Amazonas nicht mehr, aber sie habe sich nicht verpflichtet, ihre Richtlinien zu aktualisieren. UBS und ING Belgien verpflichteten sich, mit Interessenvertretern zusammenzuarbeiten, ohne sich zur Aktualisierung ihrer Richtlinien zu verpflichten. Die Credit Suisse erkannte die Bedeutung der Ergebnisse des Berichts an, sagte aber, dass ihre Richtlinien nur f\u00fcr die Projektfinanzierung gelten.<\/p>\n\n<p>Die unterzeichnenden Nichtregierungsorganisationen fordern daher, dass die Banken und Finanzinstitute folgende Schritte unternehmen:<\/p>\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Respektierung der Rechte indigener V\u00f6lker in allen Bankgesch\u00e4ften, insbesondere der freien, vorherigen und informierten Zustimmung indigener Gemeinschaften;<\/li><li>Transparenz \u00fcber jegliche Handelsfinanzierung und \u00fcber den physischen Handel mit Rohstoffen;<\/li><li>Einstellung der Finanzierung der \u00d6lf\u00f6rderung und des \u00d6lhandels aus der gesamten Amazonasregion, bis eine angemessene Sanierung verschmutzter Gebiete erfolgt, das Recht auf Gesundheit der lokalen Gemeinschaften gew\u00e4hrleistet ist und Schutzmassnahmen zur Verhinderung k\u00fcnftiger \u00d6lverschmutzungen getroffen wurden;<\/li><li>Ver\u00f6ffentlichung eines Ausstiegsplans aus der Finanzierung, F\u00f6rderung und des Handels mit Energietr\u00e4gern.<\/li><\/ul>\n\n<p>Die betroffenen L\u00e4nder sollen sich verpflichten, die \u00d6lf\u00f6rderung nicht mehr auszuweiten und die vorhandenen Bohrl\u00f6cher im Einklang mit den indigenen Visionen und den globalen Klimazielen stillzulegen.<\/p>\n\n<figure class=\"wp-block-image size-medium is-resized  caption-style-blue-overlay caption-alignment-center\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2020\/08\/630bebe5-1536-1024-300x200.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-57494\" width=\"685\" height=\"457\" srcset=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2020\/08\/630bebe5-1536-1024-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2020\/08\/630bebe5-1536-1024-1024x683.jpg 1024w, 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