{"id":5762,"date":"2015-07-21T00:00:00","date_gmt":"2015-07-20T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/5762\/akw-beznau-mit-herzschwaeche-greenpeace-verlangt-unabhaengige-expertenkommission\/"},"modified":"2019-05-30T07:09:05","modified_gmt":"2019-05-30T05:09:05","slug":"akw-beznau-mit-herzschwaeche-greenpeace-verlangt-unabhaengige-expertenkommission","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/medienmitteilung\/5762\/akw-beznau-mit-herzschwaeche-greenpeace-verlangt-unabhaengige-expertenkommission\/","title":{"rendered":"AKW Beznau mit Herzschw\u00e4che: Greenpeace verlangt unabh\u00e4ngige Expertenkommission"},"content":{"rendered":"<p><b>An einem Mediengespr\u00e4ch hat Greenpeace Schweiz heute die Bedeutung der k\u00fcrzlich entdeckten Schwachstellen im Reaktordruckbeh\u00e4lter von Beznau 1 er\u00f6rtert. Diese schw\u00e4chen das Herzst\u00fcck des \u00e4ltesten AKW der Welt und erh\u00f6hen das Unfallrisiko. Die von Greenpeace seit l\u00e4ngerem geforderte definitive Ausserbetriebnahme beider Reaktoren ist deshalb dringlicher denn je. Greenpeace fordert, dass mindestens ein unabh\u00e4ngiges Expertengremium eingesetzt wird, um die Aufsichtsbeh\u00f6rde \u00fcber den Weiterbetrieb des Reaktors zu beraten.<\/b><\/p>\n<div>\n<p>Derzeit herrscht viel Unklarheit bez\u00fcglich der letzten Donnerstag bekannt gewordenen Schwachstellen im Reaktordruckbeh\u00e4lter des AKW Beznau. Sowohl die Betreiberin Axpo als auch die Atomaufsichtsbeh\u00f6rde ENSI schweigen zu Anzahl, Gr\u00f6sse und Eigenschaften der Schwachstellen. Auch die Ursache dieser Sch\u00e4den ist unbekannt. Klar ist aber, dass es diese Schwachstellen gibt und dass sie sich im Herzst\u00fcck der Anlage befinden: dem Reaktordruckbeh\u00e4lter. Diese Komponente beinhaltet die radioaktiven Brennelemente und darf auf keinen Fall versagen. Wenn der Reaktordruckbeh\u00e4lter versagt, sind keine wirksamen Notfallmassnahmen vorgesehen. Weil Beznau 1 schon 46 Jahre auf dem Buckel hat und deshalb stark abgenutzt ist, erh\u00f6hen solche Schwachstellen das Risiko f\u00fcr einen katastrophalen Atomunfall. \u00abDie vern\u00fcnftigste Massnahme ist eine definitive Ausserbetriebnahme des AKW\u00bb, sagt Greenpeace-Atomexperte Florian Kasser.<\/p>\n<p><strong>Grosse Verantwortung f\u00fcr ENSI<br \/><\/strong>Ob Beznau 1 wieder hochgefahren werden darf, entscheidet das ENSI. Es tr\u00e4gt damit eine sehr grosse Verantwortung, und besonders delikat macht diese Aufgabe, dass die Befunde in Beznau f\u00fcr die Schweiz neuartig sind. In Belgien wird seit zwei Jahren nach Ursachen und Bedeutung von Schwachstellen im Reaktordruckbeh\u00e4lter zweier AKW geforscht (siehe Box). \u00abIch bezweifle, dass das ENSI solche Schwachstellen innert weniger Wochen korrekt untersuchen kann\u00bb, sagt Kasser.\u00a0<\/p>\n<p>Auf den Schultern des ENSI lastet ein grosser Druck: Die Axpo hat in Beznau gerade \u00fcber 700 Millionen Schweizer Franken f\u00fcr Nachr\u00fcstungen ausgegeben. Diese Investitionen werden angesichts der heutigen Strommarkt-Preise ohnehin schwierig zu amortisieren sein. Geht die Anlage nicht mehr ans Netz, drohen der Axpo massive Verluste.<\/p>\n<p><strong>Unabh\u00e4ngige Expertenkommission n\u00f6tig<br \/><\/strong>Greenpeace fordert daher, dass das ENSI eine unabh\u00e4ngige Expertenkommission einsetzt, die der Aufsichtsbeh\u00f6rde eine Empfehlung abgibt. So kann das ENSI den Druck, der auf ihm lastet, reduzieren und seine eigene Unabh\u00e4ngigkeit st\u00e4rken. \u00abDie Kommission muss aus Experten bestehen, die v\u00f6llig unabh\u00e4ngig sind von den Atomkraftwerk-Betreibern\u00bb, betont Florian Kasser.\u00a0<\/p>\n<p><strong>Die Forderungen von Greenpeace Schweiz im \u00dcberblick:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Definitive Abschaltung von Beznau 1 und 2<\/li>\n<li>Einsetzung einer unabh\u00e4ngigen Expertenkommission bei der \u00dcberpr\u00fcfung der Schwachstellen in Beznau 1<\/li>\n<li>Umfassende Transparenz: Ver\u00f6ffentlichung aller verf\u00fcgbarer sicherheitstechnischer Analysen; Bekanntgabe von Anzahl und Gr\u00f6sse der Schwachstellen in Beznau 1<\/li>\n<li>Vollst\u00e4ndige \u00dcberpr\u00fcfung der Reaktordruckbeh\u00e4lter s\u00e4mtlicher Schweizer AKW<\/li>\n<\/ul>\n<p>F\u00fcr weitere Informationen:<\/p>\n<p>Florian Kasser, Atom-Experte Greenpeace Schweiz, 076 345 26 55<br \/>Thomas M\u00e4der, Medienverantwortlicher Greenpeace Schweiz, 044 447 41 74<\/p>\n<hr>\n<div>\n<p><strong>Risse in Reaktordruckbeh\u00e4ltern belgischer AKW<\/strong><\/p>\n<p>Im Reaktordruckbeh\u00e4lter der belgischen AKW Doel 3 und Tihange 2 wurden 2012 Risse festgestellt. Die beiden Anlagen wurden 2014 heruntergefahren und bleiben abgeschaltet, bis die belgische Aufsichtsbeh\u00f6rde FANC die Untersuchungen abgeschlossen hat. Die FANC wird von zahlreichen Gremien unterst\u00fctzt:<\/p>\n<ul>\n<li>technische Tochtergesellschaft Bel V<\/li>\n<li>drei internationale Arbeitsgruppen<\/li>\n<li>Review durch den Wissenschaftsrat der Aufsichtsbeh\u00f6rde, Meinung von vier Professoren eingeholt<\/li>\n<li>Review durch eine internationale Expertengruppe: sieben Experten aus sieben verschiedenen L\u00e4ndern mit verschiedenen Fachrichtungen\u00a0<\/li>\n<\/ul>\n<\/div>\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>An einem Mediengespr\u00e4ch hat Greenpeace Schweiz heute die Bedeutung der k\u00fcrzlich entdeckten Schwachstellen im Reaktordruckbeh\u00e4lter von Beznau 1 er\u00f6rtert. 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