{"id":57741,"date":"2020-08-21T21:26:53","date_gmt":"2020-08-21T19:26:53","guid":{"rendered":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/?p=57741"},"modified":"2020-08-21T21:29:12","modified_gmt":"2020-08-21T19:29:12","slug":"agrarlobby-setzt-sich-durch-es-droht-jahrelanger-stillstand-auf-kosten-von-mensch-und-umwelt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/medienmitteilung\/57741\/agrarlobby-setzt-sich-durch-es-droht-jahrelanger-stillstand-auf-kosten-von-mensch-und-umwelt\/","title":{"rendered":"Agrarlobby setzt sich durch: Es droht jahrelanger Stillstand auf Kosten von Mensch und Umwelt"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Die vier Umweltorganisationen Pro Natura, WWF Schweiz, BirdLife Schweiz und Greenpeace Schweiz sind entsetzt, dass die Wirtschaftskommission des St\u00e4nderates die Beratung der Agrarpolitik AP22+ stoppen will. Das heisst, jahrelang soll nichts gegen die gravierenden Missst\u00e4nde in der Landwirtschaft unternommen werden. Die Kommission weigert sich damit, den Verfassungsauftrag zur Ern\u00e4hrungssicherheit umzusetzen. Durch die Verz\u00f6gerung werden die Umweltprobleme weiter zunehmen, wird die Biodiversit\u00e4t weiter abnehmen und wird der R\u00fcckhalt f\u00fcr die Landwirtschaft in der Bev\u00f6lkerung gef\u00e4hrdet. Inakzeptabel!<\/strong><\/p>\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Die st\u00e4nder\u00e4tliche Wirtschaftskommission will die Beratung zur AP22+ stoppen und um Jahre hinaus schieben.<\/li><li>Folgt der St\u00e4nderat seiner Kommission w\u00e4re das ein dramatischer R\u00fcckschlag f\u00fcr die Natur, aber auch f\u00fcr alle B\u00e4uerinnen und Bauern, die schon heute mit der Natur statt gegen sie produzieren.<\/li><li>Der Entscheid der WAK-S zeigt: Mit ihrer Kampagne <a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/medienmitteilung\/57394\/agrarlobby-stoppen-es-braucht-einen-wandel-in-der-agrarpolitik\/\">\u00abAgrarlobby stoppen\u00bb<\/a> treffen die Umweltverb\u00e4nde ins Schwarze.<\/li><\/ul>\n\n<p>\u00abMit diesem Entscheid tritt die Kommission s\u00e4mtliche Umweltanliegen mit F\u00fcssen und gef\u00e4hrdet damit unsere Ern\u00e4hrungssicherheit\u00bb, betont Marcel Liner, Landwirtschaftsexperte bei Pro Natura. Die Verwaltung hat fast sechs Jahre lang an der AP22+ gearbeitet. Eine Vernehmlassung wurde durchgef\u00fchrt und unz\u00e4hlige Workshops wurden abgehalten &#8211; unter Einbezug aller Akteure, auch des Schweizerischen Bauernverbands. Die \u00fcberw\u00e4ltigende Mehrheit der Akteure der Land- und Ern\u00e4hrungswirtschaft, darunter die Label-Produzentinnen und -Produzenten, die Konsumentinnen und Konsumenten sowie die Kantone unterst\u00fctzen die AP22+ und haben eine rasche Umsetzung gefordert.<\/p>\n\n<p>\u00abDass jetzt eine Mehrheit der Kommission alles verhindert und blockiert, ist inakzeptabel!\u00bb, erkl\u00e4rt Eva Wyss, Projektleiterin Landwirtschaft beim WWF Schweiz. Der St\u00e4nderat muss diesen Entscheid seiner vorberatenden Kommission jetzt dringend korrigieren und die Sistierung ablehnen. Das w\u00e4re auch im Interesse der vielen engagierten B\u00e4uerinnen und Bauern, die naturnah produzieren m\u00f6chten und den R\u00fcckhalt und die Unterst\u00fctzung der Bev\u00f6lkerung brauchen.<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die Umwelt kann nicht l\u00e4nger warten<\/h2>\n\n<p>Kein einziges der 13 Umweltziele ist erreicht. Mit Milliarden wird eine Landwirtschaft finanziert, welche die Umwelt zerst\u00f6rt. Der Selbstversorgungsgrad wird mit steigenden Futtermittel-Importen k\u00fcnstlich hochgehalten. Immer mehr Fl\u00e4chen werden mit Remisen, Masthallen und gr\u00f6sseren St\u00e4llen zugebaut oder gleich eingezont. B\u00f6den werden verdichtet und Lebensr\u00e4ume vernichtet. \u00abImmer mehr Insekten, V\u00f6gel und Pflanzen sind aufgrund der intensiven Landwirtschaft gef\u00e4hrdet und finden im Kulturland kaum noch geeignete Lebensr\u00e4ume\u00bb, sagt Patrik Peyer, Projektleiter Landwirtschaft bei BirdLife Schweiz. All dies ist seit Jahrzehnten bekannt, soll aber nach dem Willen der Mehrheit der St\u00e4nderatskommission nicht ge\u00e4ndert werden. Stattdessen soll ein neuer Bericht erstellt werden.<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Zukunftsf\u00e4hige Landwirtschaft auf die lange Bank geschoben<\/h2>\n\n<p>Dabei m\u00fcsste ein anderer Weg eingeschlagen werden: mehr Schweizer Nahrungsmittel durch standortangepasste Produktion statt sch\u00e4dlicher Fleischproduktion mit Importfutter. Mehr Innovation in der Produktion und Klimaschutz dank neuen Produktionssystemen. Mehr Biodiversit\u00e4t dank weniger Pestiziden und weniger Stickstoffeintr\u00e4gen. Attraktive Erholungsgebiete dank mehr Strukturen und Vielfalt. Dass dies m\u00f6glich ist, zeigen schon heute Tausende von B\u00e4uerinnen und Bauern. Statt sie zu unterst\u00fctzen, schliesst sich die Mehrheit der st\u00e4nder\u00e4tlichen Kommission der Agrarlobby an und schiebt eine zukunftsf\u00e4hige Landwirtschaft auf die lange Bank. Den Schaden haben die Umwelt und die k\u00fcnftigen Generationen.<\/p>\n\n<p>Folgt auch der St\u00e4nderat seiner Kommission und sistiert die AP22+, w\u00e4re dies ein dramatischer R\u00fcckschlag f\u00fcr die Natur, aber auch f\u00fcr die gesamte Branche. Der Entscheid ist v\u00f6llig unverst\u00e4ndlich, denn mit der AP22+ h\u00e4tte die Ern\u00e4hrungssicherheit gest\u00e4rkt und es h\u00e4tten soziale Fortschritte f\u00fcr die B\u00e4uerinnen und Bauern erzielt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Kontakt<\/h2>\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Medienstelle Greenpeace Schweiz, +41 44 447 41 11, <a href=\"mailto:pressestelle.ch@greenpeace.org\">pressestelle.ch@greenpeace.org<\/a><\/li><li>Eva Wyss, Landwirtschaftsexpertin WWF, WWF Schweiz, <a href=\"mailto:eva.wyss@wwf.ch\">eva.wyss@wwf.ch<\/a>, 079 352 09 47<\/li><li>Marcel Liner, Verantwortlicher Agrarpolitik bei Pro Natura, <a href=\"mailto:marcel.liner@pronatura.ch\">marcel.liner@pronatura.ch<\/a>, 079 730 76 64<\/li><li><span style=\"font-size: 1.125rem;\">Patrik Peyer, Projektleiter Landwirtschaft, BirdLife Schweiz, <a href=\"mailto:patrik.peyer@birdlife.ch\">patrik.peyer@birdlife.ch<\/a>, 079 810 04 80<\/span><\/li><\/ul>\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die vier Umweltorganisationen Pro Natura, WWF Schweiz, BirdLife Schweiz und Greenpeace Schweiz sind entsetzt, dass die Wirtschaftskommission des St\u00e4nderates die Beratung der Agrarpolitik AP22+ stoppen will. 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