{"id":5800,"date":"2015-05-21T00:00:00","date_gmt":"2015-05-20T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/5800\/sieben-grundsaetze-fuer-eine-oekologische-landwirtschaft-internationaler-tag-der-artenvielfalt\/"},"modified":"2019-05-30T07:10:04","modified_gmt":"2019-05-30T05:10:04","slug":"sieben-grundsaetze-fuer-eine-oekologische-landwirtschaft-internationaler-tag-der-artenvielfalt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/medienmitteilung\/5800\/sieben-grundsaetze-fuer-eine-oekologische-landwirtschaft-internationaler-tag-der-artenvielfalt\/","title":{"rendered":"Sieben Grunds\u00e4tze f\u00fcr eine \u00f6kologische Landwirtschaft: Internationaler Tag der Artenvielfalt"},"content":{"rendered":"<p><b>Z\u00fcrich, 22. Mai 2015. Ein Grossteil der in Europa beheimateten Tier- und Pflanzenarten ist bedroht. Eine der Gr\u00fcnde sind industrielle Landwirtschaftspraktiken. Die dabei verwendeten Pestizide t\u00f6ten nicht nur Sch\u00e4dlinge, sie schaden auch anderen Lebewesen und Pflanzen. Oder k\u00f6nnen den Menschen krank machen. Das zeigt: Es braucht eine Agrarwende! Heute am internationalen Tag der Artenvielfalt ver\u00f6ffentlicht Greenpeace \u00abDie Grunds\u00e4tze \u00f6kologischer Lebensmittelerzeugung. Sieben Elemente der Landwirtschaft der Zukunft\u00bb. Der Bericht zeigt, dass sich moderne Wissenschaft und der Respekt vor der Natur vereinbaren lassen. \u2028<\/b><\/p>\n<div>\n<p>Monokulturen, Gentechnik, Kunstd\u00fcnger und der massive Einsatz von Pestiziden sind Symptome eines kranken Systems, das von wenigen internationalen Agrochemiekonzernen kontrolliert wird. Diese Art von Landwirtschaft zerst\u00f6rt nat\u00fcrliche Ressourcen: Sie vernichtet Flora und Fauna \u2013 beispielsweise Bienen oder andere wichtige Best\u00e4uber \u2013 und vergiftet unsere Gew\u00e4sser, unsere B\u00f6den und unsere Nahrung. Sie gef\u00e4hrdet unsere Gesundheit und treibt B\u00e4uerinnen und Bauern in den Ruin. Und sie verringert unsere Lebensmittelvielfalt dramatisch. Dieser Teufelskreis muss durchbrochen werden. Es braucht einen tiefgreifenden Wandel.<\/p>\n<p> Greenpeace ist \u00fcberzeugt, dass nur eine an \u00f6kologischen Prinzipien ausgerichtete Landwirtschaft, welche Menschen, Tiere, Gew\u00e4sser und B\u00f6den sch\u00fctzt, zukunftsf\u00e4hig ist und die Weltern\u00e4hrung dauerhaft sichern kann.\u00a0Sieben Grunds\u00e4tze stehen dabei im Zentrum:<\/p>\n<p> <strong>1. Souver\u00e4nit\u00e4t \u00fcber die Erzeugung von Lebensmitteln: <\/strong>Die Kontrolle \u00fcber die komplette\u00a0 Produktionskette in der Landwirtschaft und Lebensmittelwirtschaft liegt bei den Produzenten und Konsumenten. Sie\u00a0entscheiden, wie und was sie essen oder produzieren, nicht die allein an \u00f6konomischen Interessen ausgerichteten Konzerne.<\/p>\n<p> <strong>2. Eintr\u00e4gliche Einkommen und l\u00e4ndliche Entwicklung:<\/strong> Es geh\u00f6rt zur Absurdit\u00e4t des aktuellen Systems agrarindustrieller Produktion, dass Bauern und Landarbeiter als Erzeuger landwirtschaftlicher Produkte am meisten unter Armut und einem unzureichenden Zugang zu ausreichend hochwertigen Lebensmitteln leiden.<\/p>\n<p> <strong>3. Stabile Ertr\u00e4ge und effiziente Nutzung:<\/strong> Ausreichend Nahrungsmittel f\u00fcr eine wachsende Weltbev\u00f6lkerung zu erzeugen, verf\u00fcgbar zu machen, diese gerecht zu verteilen und dabei gleichzeitig die nat\u00fcrlichen Ressourcen zu schonen und zu erhalten, ist eine enorme Herausforderung. Diese zu meistern, kann nur gelingen, wenn mit \u00f6kologisch nachhaltigen Methoden ausreichend stabile Ertr\u00e4ge erwirtschaftet werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p> <strong>4. (Arten-)Vielfalt: <\/strong>Vielfalt auf allen Ebenen der Produktion, vom Saatgut bis zur Landschaft, ist eine wesentliche Grundlage \u00f6kologischer Landwirtschaft. Die Biodiversit\u00e4t wird sowohl gesch\u00fctzt als auch genutzt. Mit ihrer Hilfe wird auch eine Vielfalt der Nahrung sichergestellt, die Basis einer ausgewogenen und gesunden Ern\u00e4hrung.<\/p>\n<p> <strong>5. Gesunde B\u00f6den und sauberes, verf\u00fcgbares Wasser: <\/strong>\u00d6kologische Landwirtschaft erh\u00f6ht und erh\u00e4lt die Bodenfruchtbarkeit ohne den Einsatz von Agrochemikalien. B\u00f6den werden vor Erosion, Verschmutzung und Versauerung gesch\u00fctzt. Humusgehalt und Wasserhalteverm\u00f6gen erh\u00f6hen sich.<\/p>\n<p> <strong>6. \u00d6kologische Kontrolle von Sch\u00e4dlingen:<\/strong> Die Kontrolle von Sch\u00e4dlingen, Krankheiten und Unkr\u00e4utern gelingt in der \u00f6kologischen Landwirtschaft ohne Agrochemikalien.<\/p>\n<p> <strong>7. Widerstandsf\u00e4higkeit der Produktionssysteme im Klimawandel:<\/strong> \u00d6kologische Landwirtschaft kann sich nicht nur besser auf den fortschreitenden Klimawandel einstellen, sie reduziert auch die Klimaeffekte der Landwirtschaft.<\/p>\n<p> \u00abInnovative, \u00f6kologische Produktionsmodelle m\u00fcssen den einzelnen Menschen wieder ins Zentrum stellen\u00bb, sagt Yves Zenger von Greenpeace Schweiz. \u00abEs braucht Nahrung f\u00fcr alle \u2013 ohne die Umwelt zu belasten, ohne Menschen und Tiere unn\u00f6tigen Chemikalien und Medikamenten auszusetzen, ohne grossfl\u00e4chige Monokulturen, ohne Biodiversit\u00e4tsverluste. Die Bauern sollen nicht einfach Landarbeiter sein, sondern Fachleute, die unsere Lebensgrundlagen pflegen und gesunde Lebensmittel herstellen. \u00d6kologische Landwirtschaft sch\u00fctzt die Biodiversit\u00e4t statt sie zu zerst\u00f6ren. Sie verbindet wissenschaftliche Innovation mit dem Wissen lokaler Bauern.\u00bb<\/p>\n<p> Weiter Informationen finden Sie unter <a class=\"moz-txt-link-abbreviated\" href=\"http:\/\/www.greenpeace.ch\/\">www.greenpeace.ch<\/a>. Eine deutsche Zusammenfassung des Berichts finden Sie hier: <a href=\"http:\/\/bit.ly\/1FrqTBk\">http:\/\/bit.ly\/1FrqTBk<\/a>.\u00a0Die ausf\u00fchrliche (englische) Originalversion finden Sie unter <span lang=\"EN-US\"><a class=\"moz-txt-link-freetext\" href=\"http:\/\/bit.ly\/1JDx9sP\">http:\/\/bit.ly\/1JDx9sP<\/a><\/span><\/p>\n<p>oder bei<\/p>\n<p>Marianne K\u00fcnzle, Leiterin Landwirtschaftskampagne Greenpeace Schweiz, +41 79 410 76 48<\/p>\n<p>Yves Zenger, Mediensprecher Greenpeace Schweiz, +41 78 682 00 91<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Z\u00fcrich, 22. Mai 2015. Ein Grossteil der in Europa beheimateten Tier- und Pflanzenarten ist bedroht. Eine der Gr\u00fcnde sind industrielle Landwirtschaftspraktiken. 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