{"id":5804,"date":"2015-02-16T00:00:00","date_gmt":"2015-02-15T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/5804\/risse-in-belgischen-akw-schweizer-reaktoren-muessen-dringend-ueberprueft-werden\/"},"modified":"2019-05-30T07:10:10","modified_gmt":"2019-05-30T05:10:10","slug":"risse-in-belgischen-akw-schweizer-reaktoren-muessen-dringend-ueberprueft-werden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/medienmitteilung\/5804\/risse-in-belgischen-akw-schweizer-reaktoren-muessen-dringend-ueberprueft-werden\/","title":{"rendered":"Risse in belgischen AKW \u2013 Schweizer Reaktoren m\u00fcssen dringend \u00fcberpr\u00fcft werden"},"content":{"rendered":"<p><b>In zwei belgischen AKW sind bei Untersuchungen tausende weitere Risse im Reaktordruckbeh\u00e4lter gefunden worden. Aufgrund dieser alarmierenden Feststellung empfiehlt der Leiter der belgischen Atomaufsichtsbeh\u00f6rde eine genaue Untersuchung aller Atomreaktoren weltweit. Greenpeace Schweiz fordert die hiesige Aufsichtsbeh\u00f6rde ENSI auf, sofort und konsequent zu handeln. Ein Versagen des Druckbeh\u00e4lters h\u00e4tte eine Kernschmelze zur Folge.<\/b><\/p>\n<div>\n<p>Wie sicher sind die Schweizer AKW? Diese Frage stellt sich nach den neusten Befunden in Belgien dringender denn je. Denn bisher ging man davon aus, dass die in den belgischen Reaktoren Doel 3 und Tihange 2 schon 2012 festgestellten Risse auf einen Mangel in der Herstellung zur\u00fcckzuf\u00fchren sind und deshalb kein akuter Handlungsbedarf besteht. Nun zeigt aber eine vertiefte \u00dcberpr\u00fcfung, dass \u00a0die beiden AKW tausende weitere Risse im Reaktordruckbeh\u00e4lter aufweisen, dem Herzst\u00fcck der Anlage. Und zwei f\u00fchrende belgische Wissenschaftler sind zum Schluss gekommen, dass die Risse nicht allein auf einen Herstellungsmangel zur\u00fcckzuf\u00fchren sind, sondern vom Betrieb massgeblich beeinflusst wurden. Es muss deshalb bef\u00fcrchtet werden, dass die Reaktordruckbeh\u00e4lter der Schweizer AKW in einem \u00e4hnlich schlechten Zustand sein k\u00f6nnten \u2013 zumal diese mehrheitlich schon l\u00e4nger in Betrieb sind als die betroffenen zwei belgischen Reaktoren.<\/p>\n<p><strong>Tragweite des Problems wurde verkannt<br \/><\/strong>Die Untersuchungen der belgischen AKW zeigen, dass die Reaktordruckbeh\u00e4lter offenbar viel anf\u00e4lliger sind auf Korrosion als bisher angenommen. Der Leiter der belgischen Atomaufsichtsbeh\u00f6rde FANC Jan Bens bezeichnete dies als m\u00f6gliches \u00abglobales Problem der Atomkraftwerke\u00bb und empfiehlt eine genaue Untersuchung aller Atomreaktoren weltweit. \u00abEs ist dringend notwendig, die Risse im Metall ernster zu nehmen als bisher und bei allen Reaktoren umfangreiche Untersuchungen durchzuf\u00fchren\u00bb, sagt Florian Kasser, Atomexperte bei Greenpeace Schweiz. \u00abDie Tragweite des Problems wurde offensichtlich verkannt \u2013 auch in der Schweiz. Alle Reaktoren m\u00fcssen nun rasch und komplett \u00fcberpr\u00fcft werden.\u00bb<\/p>\n<p><strong>Es braucht mehr als nur Stichproben<br \/><\/strong>2013 hatte das ENSI aufgrund der in Belgien entdeckten Risse \u00dcberpr\u00fcfungsmassnahmen angeordnet. Doch diese erweisen sich nun als v\u00f6llig ungen\u00fcgend \u2013 insbesondere bei den Reaktoren in Beznau und M\u00fchleberg, die schon seit \u00fcber 40 Jahren in Betrieb sind. In M\u00fchleberg wurde gerade einmal 5 Prozent des Reaktordruckbeh\u00e4lters untersucht, in Beznau ist eine teilweise \u00dcberpr\u00fcfung f\u00fcr die n\u00e4chsten Jahre geplant; ebenso in G\u00f6sgen. \u00abSolche Stichproben gen\u00fcgen nicht\u00bb, sagt Atomexperte Kasser. \u00abDie Reaktordruckbeh\u00e4lter m\u00fcssen nun genau unter die Lupe genommen werden.\u00bb \u00dcberpr\u00fcft werden muss auch das AKW Leibstadt. Dort hatte das ENSI bisher keine Massnahmen angeordnet aufgrund der Annahme, dass Produktionsm\u00e4ngel und nicht der Betrieb zu Rissen f\u00fchrt. Wenn bei der \u00dcberpr\u00fcfung der Schweizer AKW Risse in \u00e4hnlichem Ausmass zu Tage kommen wie in Belgien, m\u00fcssen die betroffenen Reaktoren sofort abgestellt werden, bis Ursache und Gef\u00e4hrlichkeit der Risse restlos gekl\u00e4rt sind.<\/p>\n<p><strong>Versagen des Druckbeh\u00e4lters h\u00e4tte katastrophale Folgen<br \/><\/strong>Der Druckbeh\u00e4lter ist das Herzst\u00fcck eines Atomreaktors. Er beinhaltet unter anderem die hochradioaktiven Brennelemente, und hier findet die nukleare Kettenreaktion statt. Ein pl\u00f6tzliches Versagen des Druckbeh\u00e4lters ist in der Auslegung der Atomreaktoren nicht vorgesehen und k\u00f6nnte zu katastrophalen Freisetzungen radioaktiver Strahlung f\u00fchren. Gegenmassnahmen sind nicht vorgesehen.<\/p>\n<p>F\u00fcr weitere Informationen:<\/p>\n<p>Florian Kasser, Leiter Atom-Kampagne Greenpeace Schweiz,\u00a0<a href=\"tel:%2B41%2076%20345%2041%2023\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">+41 76 345 41 23<\/a><br \/>Thomas M\u00e4der, Mediensprecher Greenpeace Schweiz,\u00a0<a href=\"tel:%2B41%2076%20454%2008%2051\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">+41 4<\/a>4 447 41 74<\/p>\n<p><em>Ausf\u00fchrliche Hintergrundinformationen (auf Englisch) sind auf Anfrage erh\u00e4ltlich<\/em><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In zwei belgischen AKW sind bei Untersuchungen tausende weitere Risse im Reaktordruckbeh\u00e4lter gefunden worden. Aufgrund dieser alarmierenden Feststellung empfiehlt der Leiter der belgischen Atomaufsichtsbeh\u00f6rde eine genaue Untersuchung aller Atomreaktoren weltweit.&hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":23,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"_planet4_optimize_post_is_variant":false,"_planet4_optimize_experiment_name":"","_planet4_optimize_variant_name":"","ep_exclude_from_search":false,"p4_og_title":"","p4_og_description":"","p4_og_image":"","p4_og_image_id":"","p4_seo_canonical_url":"","p4_campaign_name":"","p4_local_project":"","p4_basket_name":"","p4_department":"","footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"p4-page-type":[71],"gpch-article-type":[],"class_list":["post-5804","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-unkategorisiert","p4-page-type-medienmitteilung"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5804","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/23"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5804"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5804\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5804"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5804"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5804"},{"taxonomy":"p4-page-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/p4-page-type?post=5804"},{"taxonomy":"gpch-article-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/gpch-article-type?post=5804"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}