{"id":5840,"date":"2014-12-07T00:00:00","date_gmt":"2014-12-06T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/5840\/ein-atomausstieg-der-keiner-ist\/"},"modified":"2019-05-30T07:11:01","modified_gmt":"2019-05-30T05:11:01","slug":"ein-atomausstieg-der-keiner-ist","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/medienmitteilung\/5840\/ein-atomausstieg-der-keiner-ist\/","title":{"rendered":"Ein Atomausstieg, der keiner ist"},"content":{"rendered":"<p><b>Der Nationalrat hat es im Rahmen der Beratung der Energiestrategie 2050 verpasst, einen klaren Ausstiegsplan f\u00fcr alle Schweizer AKW festzulegen. Schlimmer noch: Mit dem Verzicht auf die Forderung nach einer steigenden Sicherheit der AKW bef\u00fcrwortet die grosse Kammer ein unverantwortliches Experiment auf Kosten der Bev\u00f6lkerung. Es ist nun am St\u00e4nderat, diesen Entscheid zu korrigieren. Sonst muss das Volk seinen Schutz vor einer Atomkatastrophe selbst einfordern.<\/b><\/p>\n<div>\n<p>Zum Schluss seiner Debatte \u00fcber die Energiestrategie 2050 hat der Nationalrat heute die Variante eines Langzeitbetriebskonzepts bef\u00fcrwortet. Ein Antrag, der eine Beschr\u00e4nkung der Laufzeit f\u00fcr die Uralt-Reaktoren in Beznau und M\u00fchleberg auf 50 Jahre forderte, fand keine Mehrheit. Einzig zu einer Laufzeitbeschr\u00e4nkung auf 60 Jahre f\u00fcr diese AKW konnte sich der Nationalrat durchringen. Somit m\u00fcssen die AKW-Betreiber bloss nach 40 Jahren Laufzeit ein Langzeitbetriebskonzept vorlegen, das dann alle 10 Jahre erneuert werden muss und \u00ab\u00fcber die verbleibende Laufzeit die Sicherheit gew\u00e4hrleistet\u00bb. Die urspr\u00fcngliche Variante, die eine \u00absteigende Sicherheit\u00bb verlangt h\u00e4tte, hat der Nationalrat verworfen. Dieser Grundsatz h\u00e4tte garantiert, dass die AKW-Betreiber immer eine gen\u00fcgend grosse Sicherheitsreserve vorweisen m\u00fcssten \u2013 so aber verkommt das Gesetz zum Papiertiger.<\/p>\n<p><strong>Brandgef\u00e4hrliches Experiment<br \/><\/strong>Greenpeace Schweiz \u00fcbt heftige Kritik am Entscheid des Nationalrats. Die AKW-Betreiber erhalten so einen Freipass, um ihre Anlagen noch \u00fcber Jahrzehnte weiter zu betreiben. \u00abDer vom Nationalrat beschlossene Atomausstieg verdient diesen Namen nicht\u00bb, sagt Greenpeace-Atomexperte Florian Kasser. Die uralten Atomkraftwerke in Beznau und M\u00fchleberg werden mit jedem Tag, der vergeht, unsicherer. \u00abUnter diesen Bedingungen keine steigende Sicherheit zu verlangen ist in h\u00f6chstem Masse unverantwortlich. Und eine Laufzeitbegrenzung auf 60 Jahre f\u00fcr die altersschwachen Reaktoren ist absolut ungen\u00fcgend\u00bb, so Kasser. Der Nationalrat macht einen Kniefall vor den AKW-Betreibern und bef\u00fcrwortet ein brandgef\u00e4hrliches Experiment auf Kosten der Bev\u00f6lkerung.<\/p>\n<p><strong>St\u00e4nderat muss korrigieren<br \/><\/strong>Es bleibt zu hoffen, dass der St\u00e4nderat das Sicherheitsbed\u00fcrfnis der Schweizer Bev\u00f6lkerung ernster nimmt als der Nationalrat. Im Minimum muss die kleine Kammer die steigenden Sicherheitsanforderungen wieder im Langzeitbetriebskonzept verankern. Echten Schutz bietet aber nur ein Ausstieg mit einem klaren Fahrplan, also mit einem \u00a0Abschaltdatum in naher Zukunft mindestens f\u00fcr die drei Uralt-Reaktoren in Beznau und M\u00fchleberg. Falls der St\u00e4nderat die unverantwortliche Haltung des Nationalrats best\u00e4tigt, muss das Volk selbst das Heft in die Hand nehmen und den Schutz vor einem AKW-Ungl\u00fcck einfordern.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>F\u00fcr weitere Informationen:<\/p>\n<p>Florian Kasser, Atom-Experte Greenpeace Schweiz, +41\u00a076 345 26 55<br \/>Thomas M\u00e4der, Medienverantwortlicher Greenpeace Schweiz, +41\u00a044 447 41 74<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Nationalrat hat es im Rahmen der Beratung der Energiestrategie 2050 verpasst, einen klaren Ausstiegsplan f\u00fcr alle Schweizer AKW festzulegen. 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