{"id":5861,"date":"2014-10-20T00:00:00","date_gmt":"2014-10-19T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/5861\/seit-schadstofffunden-2006-durch-greenpeace-trinkwasser-iwb-hardwasser-ag-haben-analytik-heruntergefahren\/"},"modified":"2019-05-30T07:11:38","modified_gmt":"2019-05-30T05:11:38","slug":"seit-schadstofffunden-2006-durch-greenpeace-trinkwasser-iwb-hardwasser-ag-haben-analytik-heruntergefahren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/medienmitteilung\/5861\/seit-schadstofffunden-2006-durch-greenpeace-trinkwasser-iwb-hardwasser-ag-haben-analytik-heruntergefahren\/","title":{"rendered":"Seit Schadstofffunden 2006 durch Greenpeace: Trinkwasser: IWB\/Hardwasser AG haben Analytik heruntergefahren"},"content":{"rendered":"<p><b>Greenpeace hat 2006 im Basler Trinkwasser Schadstoffe nachgewiesen. Der Bund hat daraus die Konsequenzen gezogen und 2009 einen neuen Grenzwert (Toleranzwert) fu\u0308r Schadstoffe im Trinkwasser erlassen. Pikant: Diesen neuen Grenzwert kontrollieren die Industriellen Werke Basel (IWB) bzw. die Hardwasser AG nicht. Warum? Seit dem Greenpeace-Nachweis von Schadstoffen im Trinkwasser haben die IWB\/Hardwasser AG ihre Analytik bei den GC\/MS- Screenings runtergefahren. Diese Trinkwasser-Untersuchungen sind heute so unsensibel, dass der neue Grenzwert des Bundes gar nicht kontrolliert werden kann.<\/b><\/p>\n<div>\n<div>\n<p>Rund 230&#8217;000 Menschen aus der Stadt und Agglomeration Basel trinken t\u00e4glich das Wasser der IWB\/Hardwasser AG. Dieses Trinkwasser stammt teilweise aus der Muttenzer Hard, wo es in unmittelbarer Nachbarschaft der Muttenzer Chemiem\u00fclldeponien von Novartis, BASF und Syngenta gewonnen wird. In diesem Trinkwasser hat\u00a0<a href=\"http:\/\/martinforter.ch\/news\/2013_04_29\/greenpeace\/greenpeace.html\">Greenpeace 2006 Schadstoffe<\/a>\u00a0wie das genotoxische Hexachlorbutadien nachgewiesen, die mit grosser Wahrscheinlichkeit\u00a0<a href=\"http:\/\/martinforter.ch\/news\/2013_04_29\/referate\/130509_WildiSanierungsprojektFeldrebenGeologieHydrogeologie.pdf\">aus der benachbarten Chemiem\u00fclldeponie Feldreben<\/a>\u00a0stammen.<\/p>\n<h3>Trinkwasserverschmutzung mit technischem Trick verschwinden lassen<\/h3>\n<p>Wie haben aber die IWB\/Hardwasser AG auf diese Schadstoffe im Trinkwasser reagiert? Zu erwarten w\u00e4re, dass sie die Untersuchungen intensivieren. Die beiden staatlichen Trinkwasserversorger aber machten das Gegenteil: Haben IWB\/Hardwasser AG\u00a0<a href=\"http:\/\/martinforter.ch\/news\/2014_10_21\/050830_IWB_GC_MS_Screening.pdf\">2005 noch Schadstoffe mit 1 ng\/l<\/a>\u00a0im GC\/MS-Screening ausgewiesen, so schneiden sie heute Substanzen mit Konzentrationen\u00a0<a href=\"http:\/\/martinforter.ch\/news\/2014_10_21\/130628_IWB_Bericht_an_ADM.pdf\">von kleiner 100 ng\/l einfach weg<\/a>. Mit anderen Worten: Die Schadstoffe mit einer Konzentration unter 100 ng\/l Trinkwasser schauen die IWB\/Hardwasser AG gar nicht mehr an. Sie haben somit bei dieser Analysemethode die Bestimmungsgrenze um einen Faktor 100 verschlechtert. Die IWB\/Hardwasser AG haben also mit einem Trick die Trinkwasserverunreinigung verschwinden lassen. Dies haben die Kantonalen Laboratorien Baselland und Basel-Stadt als Trinkwasserbeh\u00f6rden offensichtlich gutgeheissen.<\/p>\n<h3>Grenzwert der Lebensmittelverordnung seit 2010 nicht kontrolliert<\/h3>\n<p>Mit dieser Praxis\u00e4nderung kontrollieren die IWB\/Hardwasser AG einen Grenzwert (Toleranzwert ) nicht, den das Bundesamt f\u00fcr Gesundheit (BAG) als Folge des Nachweises von Schadstoffen im Basler Trinkwasser\u00a0<a href=\"http:\/\/martinforter.ch\/news\/2014_10_21\/090211_BAG_Informationsschreiben_Nr_145_75_ng_l.pdf\">2009 erlassen hat<\/a>. Danach darf im Trinkwasser die Konzentration einer Substanz, die das Potential hat, das Erbgut zu ver\u00e4ndern und\/oder Krebs ausl\u00f6sen (genotoxisches Potential),\u00a0<a href=\"http:\/\/martinforter.ch\/news\/2014_10_21\/2014_Fremd_und_Inhaltstoffverordnung_FIV.pdf\">maximal 100 ng\/l<\/a>\u00a0betragen. Zur \u00dcberwachung dieses Grenzwerts reicht es nicht aus, nur Substanzen mit gr\u00f6sser 100 ng\/l im GC\/MS auszuwerten: \u201eMan muss bei dieser Analysemethode GC\/MS-Screening deutlich unter 100 ng\/l gehen, um den Grenzwert von 100 ng\/l zu \u00fcberwachen\u00bb, sagt Pierre Studer vom Bundesamt f\u00fcr Lebensmittelsicherheit und Veterin\u00e4rwesen (BLV) zum Vorgehen der IWB\/Hardwasser AG. Und Professor Michael Oehme, einst an der Universit\u00e4t Basel und heute als weltweit anerkannter Analytikexperte t\u00e4tig, betont: \u201eWenn man bei 100 ng\/l abschneidet und die Substanzen darunter nicht auswertet, ignoriert man die Messunsicherheit der Screeningmethode, welche bei \u00b1100% liegt. So l\u00e4sst sich ein Grenzwert von 100 ng\/l nicht kontrollieren. Das ist nicht Stand der Technik und nicht in \u00dcbereinstimmung mit internationalen Normen. Eine Auswertung bis auf 50 ng\/l ist absolut notwendig und ja auch f\u00fcr Grundwasser bei Chemiem\u00fclldeponien \u00fcblich. Es macht wenig Sinn, Grundwasser bei Deponien besser zu untersuchen als Trinkwasser.\u00bb<\/p>\n<h3>ADM konfrontieren IWB\/Hardwasser AG<\/h3>\n<p>\u201eDiese ewige Trickserei mit dem Trinkwasser geht mir gegen den Strich\u201c, nervt sich Hanspeter Meier, Co-Pr\u00e4sident der Allianz Deponien Muttenz (ADM). Und Mirjam Kopp Greenpeace Schweiz meint: \u201eDas ist eine veritable Ohrfeige f\u00fcr die Trinkwasser-KonsumentInnen, dass die IWB\/Hardwasser AG ihre Analysen unempfindlicher fahren, als vor unseren Schadstofffunden von 2006..\u201c Deshalb hat die ADM die IWB\/Hardwasser AG in zwei Gespr\u00e4chen mit ihren Erkenntnissen konfrontiert. Als Folge davon werden IWB\/Hardwasser AG die Nachweisgrenze beim GC\/MS-Screening auf 50 ng\/l Liter absenken. Dazu brauche es aber gewisse Anpassungen, die ca. drei Monate beanspruchen w\u00fcrden. Diese sp\u00e4te Einsicht ist erfreulich, kann aber nur ein erster Schritt sein. Denn: Die Analytik die IWB\/Hardwasser AG k\u00fcnftig anwenden wollen, ist immer noch rund 50 Mal unsensibler als jene, die sie\u00a0<a href=\"http:\/\/martinforter.ch\/news\/2014_10_21\/050830_IWB_GC_MS_Screening.pdf\">2005<\/a>\u00a0durchgef\u00fchrt haben.<\/p>\n<h3>ADM fordert:<\/h3>\n<ul>\n<li>Eine r\u00fcckwirkende Auswertung der GC\/MS-Daten von 2009\u20132014 mit der Bestimmungsgrenze von 50 ng\/l.<\/li>\n<li>Eine zuk\u00fcnftige Auswertung der GC\/MS-Screenings bis auf 20 ng\/l, was dem heutigen Stand der Technik entspricht.<\/li>\n<li>Die Anwendung des seit 2002 existierenden Qualit\u00e4tssicherungssystems f\u00fcr Analysen von Prof. Michael Oehme auch bei den IWB\/Hardwasser AG.<\/li>\n<li>Eine systematische Kontrolle auf die Einhaltung aller Grenz- und Toleranzwerte der Lebensmittelverordnung durch die Kantonalen Laboratorien Baselland und Basel-Stadt.<\/li>\n<li>Keine Billigsanierung der Feldrebengrube. Um das Trinkwasser zu sch\u00fctzen m\u00fcssen die Verursacher Novartis, Basf und Syngenta richtig, sicher und vollst\u00e4ndig aufr\u00e4umen.<\/li>\n<\/ul>\n<h3>Kontakt:<\/h3>\n<div>\n<div>Hanspeter Meier, Co-Pr\u00e4sident ADM,\u00a0061 461 37 10<br \/>Martin Forter, Dr. Geograf und Altlastenexperte,\u00a0061 691 55 83<\/div>\n<\/div>\n<h3>Weiteres zum Thema<\/h3>\n<ul>\n<li>03.12.2013 &#8211; BASF, Novartis und Syngenta wollen sich davon schleichen \u2013\u00a0<a href=\"http:\/\/martinforter.ch\/index.html#a03_12_2013\">die Kosten sollen die Steuerzahler\/innen tragen<\/a><\/li>\n<li>26.11.2013 &#8211; Teilsanierung Chemiem\u00fclldeponie Feldreben:\u00a0<a href=\"http:\/\/martinforter.ch\/index.html#a26_11_2013\">BASF, Novartis, Syngenta und der Kanton Basel-Land nehmen Trinkwasserverschmutzung weiterhin in Kauf<\/a><\/li>\n<li>29.04.2013 &#8211; Bisher unver\u00f6ffentlichte, Industrie-interne Dokumente zeigen:\u00a0<a href=\"http:\/\/martinforter.ch\/index.html#a29_04_2013\">Chemie verheimlicht in Muttenz Grenzwerte aus Monthey (VS) f\u00fcr Risikoschadstoffe<\/a><\/li>\n<li>22.01.2013 &#8211; Sanierungsgremien Chemiem\u00fclldeponie Feldreben Muttenz:\u00a0<a href=\"http:\/\/martinforter.ch\/index.html#a22_01_2013\">Dreistes Doppelspiel<\/a><\/li>\n<li>18.07.2012 &#8211; Arbeitspl\u00e4tze und Chemiem\u00fclldeponien in der Region Basel:\u00a0<a href=\"http:\/\/martinforter.ch\/index.html#a18_07_2012\">Novartis und Roche r\u00e4umen auf, BASF spielt auf Zeit \u2013 und zieht schrittweise ab<\/a><\/li>\n<li>04.06.2012 &#8211;\u00a0<a href=\"http:\/\/martinforter.ch\/index.html#a04_06_2012\">ADM lehnt eine Teilnahme an der Begleitkommission Feldreben zum jetzigen Zeitpunkt ab<\/a><\/li>\n<li>12.11.2010 &#8211;\u00a0<a href=\"http:\/\/martinforter.ch\/index.html#a12_11_2010\">Von den Chemiem\u00fclldeponien in das Trinkwasser von 200&#8217;000 Menschen<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<\/div>\n<div>\u00a0<\/div>\n<div><strong>Mitglieder ADM:<\/strong><\/div>\n<div>Aktionskomitee Chemiemu\u0308ll weg!; BastA!; Forum besorgter TrinkwasserkonsumentInnen; Greenpeace; Gru\u0308ne Partei BL; Gru\u0308ne Partei BS; Gru\u0308ne Partei Muttenz; NWA Region Basel; O\u0308kostadt Basel; ReGru Basel Greenpeace; SP BL; SP BS; SP Muttenz; Syna; Unabha\u0308ngige Pratteln; VCS beider Basel; WWF Region Basel\u00a0<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Greenpeace hat 2006 im Basler Trinkwasser Schadstoffe nachgewiesen. 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