{"id":5868,"date":"2014-10-27T00:00:00","date_gmt":"2014-10-26T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/5868\/jodtabletten-schuetzen-nur-bedingt-und-schaffen-keine-sicherheit\/"},"modified":"2019-05-30T07:11:47","modified_gmt":"2019-05-30T05:11:47","slug":"jodtabletten-schuetzen-nur-bedingt-und-schaffen-keine-sicherheit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/medienmitteilung\/5868\/jodtabletten-schuetzen-nur-bedingt-und-schaffen-keine-sicherheit\/","title":{"rendered":"Jodtabletten sch\u00fctzen nur bedingt und schaffen keine Sicherheit"},"content":{"rendered":"<p><b>Jodtabletten sind kein Wundermittel: Fr\u00fchzeitig eingenommen sch\u00fctzen sie zwar gegen radioaktives Jod, nicht aber gegen weitere gef\u00e4hrliche Stoffe, die bei einem Atomunfall wie in Fukushima freigesetzt werden. Greenpeace Schweiz, die \u00c4rztinnen und \u00c4rzte f\u00fcr Umweltschutz (AefU) sowie die \u00c4rztInnen f\u00fcr soziale Verantwortung und zur Verh\u00fctung eines Atomkrieges (PSR\/IPPNW Schweiz) haben heute an einem Mediengespr\u00e4ch in Bern \u00fcber den Nutzen und die Grenzen der Verteilaktion informiert: Sie fordern die Beh\u00f6rden und Politik auf, wirksamere Massnahmen gegen die Risiken der Altreaktoren zu beschliessen.<\/b><\/p>\n<div>\n<p>\u00abBisher war die Informationspolitik der Beh\u00f6rden irref\u00fchrend: Im Notfall ist niemand gut gesch\u00fctzt und wir m\u00fcssten voraussichtlich ganze St\u00e4dte evakuieren, obwohl keine entsprechende Pl\u00e4ne vorhanden sind\u00bb, so Florian Kasser, Atomexperte von Greenpeace Schweiz. \u00abDie Jodtabletten bieten einen minimalsten Schutz gegen radioaktives Jod, gegen die anderen Folgen einer Atomkatastrophe haben die Beh\u00f6rden keinerlei Antworten\u00bb.<\/p>\n<p>Es sei zwar sinnvoll, Jodtabletten bereitzuhalten und im Katastrophenfall einzunehmen, sagte Alfred Weidmann, Hausarzt und Vorstandsmitglied von AefU. Das Problem sei aber, dass die Tabletten kurz vor dem Kontakt mit radioaktivem Jod eingenommen werden und deshalb immer griffbereit sein m\u00fcssten. Die Beh\u00f6rden h\u00e4tten ein extrem kurzes Zeitfenster zum Entscheiden. \u00abDie Bev\u00f6lkerung der Stadt Bern h\u00e4tte bei einer Freisetzung in M\u00fchleberg je nach Windrichtung eine Stunde Zeit. In Tschernobyl hat es Tage gedauert, bis die Menschen informiert wurden\u00bb, so Weidmann.<\/p>\n<p>Laut Jean-Jacques Fasnacht, Pr\u00e4sident von PSR\/IPPNW Schweiz, ist die\u00a0Freisetzung von radioaktivem Jod nur eine der m\u00f6glichen Gefahren bei einem nuklearen Unfall. \u00abZahlreiche weitere radioaktive Substanzen gef\u00e4hrden die Gesundheit der Betroffenen und ihrer Nachkommen: Dagegen gibt es noch keine Pr\u00e4ventionsmassnahmen und wir wissen immer noch wenig \u00fcber die langfristigen Auswirkungen der Radioaktivit\u00e4t\u00bb.<\/p>\n<p>Eine verbindliche Laufzeitbeschr\u00e4nkung f\u00fcr alle Schweizer AKW und die sofortige Stilllegung der Altreaktoren seien f\u00fcr unsere Sicherheit wirksamer als Jodtabletten, sagte auch Nationalr\u00e4tin Martina Munz (SP\/SH): \u00abJodtabletten sind nur das \u00abPfl\u00e4sterli\u00bb zur Politik gegen das Abschalten der AKW\u00bb. Die zust\u00e4ndige Kommission des Nationalrates habe zwar einen ersten Schritt getan und sich grunds\u00e4tzlich von unbeschr\u00e4nkten Betriebsbewilligungen abgewendet. \u00abLaufzeiten von 60 und noch mehr Jahren sind allerdings immer noch m\u00f6glich: Dieser Entscheid ist fahrl\u00e4ssig und gef\u00e4hrdet die Bev\u00f6lkerung in h\u00f6chstem Mass\u00bb, so Munz.<strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Neue Website www.jodverteilung.ch<\/strong><\/p>\n<p>Um die Politik zum Handeln zu bewegen, lanciert Greenpeace heute eine neue Kampagne-Website, die \u00fcber die Grenzen der Jodtabletten-Verteilung informiert und der Bev\u00f6lkerung neben einer Petition mehrere konkrete Handlungsoptionen anbietet: Wer die alten Jodtabletten nicht mehr braucht, kann sie symbolisch spenden und damit auf die Absurdit\u00e4t der Tabletten-Verteilung innerhalb willk\u00fcrlich festgelegter Grenzen aufmerksam machen; wer keine Jodtabletten erh\u00e4lt, kann sie beim Bund bestellen und die Rechnung den AKW-Betreibern schicken lassen.<\/p>\n<h3><strong>Expertenreferate zum herunterladen:<\/strong><\/h3>\n<p><strong><a title=\"Expertenreferate Atomexperte Greenpeace\" href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/referat-GP_d_Florian_Kasser.pdf\">Viele L\u00fccken und keine Informationen zum Schutz im Katastrophenfall<\/a><\/strong>, Florian Kasser, Atomexperte bei Greenpeace Schweiz<\/p>\n<p><strong><a title=\"Referat Martina Munz\" href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/5d3bccab-5d3bccab-referat-munz_d.pdf\">Jodtablette: Nukleares \u00abPfl\u00e4sterli\u00bb gegen das Abschalten<\/a><\/strong>; Martina Munz, Nationalr\u00e4tin SP\/SH<\/p>\n<p><strong><a title=\"Referat Dr. Weidmann AefU\" href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/0d7ccd47-0d7ccd47-referat-weidmann_d.pdf\">Jodtabletten sind sinnvoll, sch\u00fctzen aber nur bedingt<\/a><\/strong>,\u00a0Dr. med. Alfred Weidmann (AefU)<\/p>\n<p class=\"Text\"><strong><a title=\"PSR\" href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/84f73d80-84f73d80-referat-psr_ippnw.pdf\">Die Abgabe von Jod-Tabletten alleine reicht nicht aus<\/a><\/strong>, PSR\/IPPNW Schweiz<\/p>\n<p><strong>F\u00fcr weitere Informationen:<\/strong><\/p>\n<p>Alfred Weidmann, Vorstandsmitglied AefU, 078 714 45 29<\/p>\n<p>Jean-Jacques Fasnacht, Pr\u00e4sident von PSR\/IPPNW Schweiz, 052 319 14 00<\/p>\n<p>Martina Munz, SP-Nationalr\u00e4tin, 079\u00a0744 44 10<\/p>\n<p>Florian Kasser, Atomexperte von Greenpeace Schweiz, 076 345 26 55<\/p>\n<p>Marco F\u00e4hndrich, Medienbeauftragter von Greenpeace Schweiz, 079 374 59 73<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jodtabletten sind kein Wundermittel: Fr\u00fchzeitig eingenommen sch\u00fctzen sie zwar gegen radioaktives Jod, nicht aber gegen weitere gef\u00e4hrliche Stoffe, die bei einem Atomunfall wie in Fukushima freigesetzt werden. 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