{"id":59016,"date":"2020-10-08T11:19:37","date_gmt":"2020-10-08T09:19:37","guid":{"rendered":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/?p=59016"},"modified":"2020-10-22T14:44:33","modified_gmt":"2020-10-22T12:44:33","slug":"klimaseniorinnen-ziehen-vor-den-europaeischen-gerichtshof-fuer-menschenrechte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/medienmitteilung\/59016\/klimaseniorinnen-ziehen-vor-den-europaeischen-gerichtshof-fuer-menschenrechte\/","title":{"rendered":"KlimaSeniorinnen ziehen vor den Europ\u00e4ischen Gerichtshof f\u00fcr Menschenrechte"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Im Fr\u00fchling dieses Jahres lehnte das Bundesgericht die Beschwerde der KlimaSeniorinnen und von vier einzelnen, besonders verletzlichen \u00e4lteren Frauen ab. Sie r\u00fcgten die Unterlassungen des Bundes im Klimaschutz und forderten zum Schutz ihres Rechts auf Leben und Gesundheit verst\u00e4rkte Klimaziele und wirkungsvollere Massnahmen. Nun ziehen sie den Fall an den Europ\u00e4ischen Gerichtshof f\u00fcr Menschenrechte. Die Schweizer Klimaklage ist am Gerichtshof eine der ersten ihrer Art und k\u00f6nnte zu einem Pr\u00e4zedenzfall f\u00fcr ganz Europa werden. Um ihr Anliegen zu unterstreichen, werden Mitglieder der KlimaSeniorinnen pers\u00f6nlich mit dem Greenpeace-Segelschiff Beluga nach Strassburg reisen.&nbsp;<\/strong><\/p>\n\n<p><em>Medienmitteilung von den\u00a0<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/klimaseniorinnen.ch\/\" target=\"_blank\">KlimaSeniorinnen Schweiz<\/a>\u00a0und Greenpeace Schweiz<\/em><\/p>\n\n<p>Die KlimaSeniorinnen k\u00e4mpfen seit 2016 f\u00fcr Klimagerechtigkeit. Das Eidgen\u00f6ssische Departement f\u00fcr Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation UVEK war nicht bereit, sich mit dem Begehren inhaltlich zu befassen. Das Bundesgericht best\u00e4tigte im Ergebnis diesen Entscheid. Es stellte zudem nebenbei fest, dass die Menschenrechte der Seniorinnen durch die derzeitige Klimapolitik der Schweiz nicht verletzt seien. Der Entscheid f\u00fcr den Weiterzug der Klimaklage an den Europ\u00e4ischen Gerichtshof f\u00fcr Menschenrechte (EGMR) fiel im Verein der KlimaSeniorinnen deshalb mit grosser Mehrheit. <\/p>\n\n<p>\u00abIm Gegensatz zu den Schweizer Gerichten ist der Europ\u00e4ische Gerichtshof f\u00fcr Menschenrechte auf Menschenrechtsfragen spezialisiert<em>. <\/em>Wir hoffen, dass sich dieses Gericht nun tats\u00e4chlich mit der Pflicht der Schweiz auseinandersetzt, unser Leben und unsere Gesundheit vor den negativen Folgen der Klimaerw\u00e4rmung zu sch\u00fctzen. Unser Ziel ist es, dass der Staat seine Schutzpflichten uns gegen\u00fcber wahrnimmt und den Klimaschutz verst\u00e4rkt\u00bb, sagt Rosmarie Wydler-W\u00e4lti, Co-Pr\u00e4sidentin der KlimaSeniorinnen.<\/p>\n\n<p>\u00abWir beobachten beim Gerichtshof ein wachsendes Bewusstsein f\u00fcr den Zusammenhang von Klimaschutz und Menschenrechten und erhoffen uns deshalb, dass der Mut der KlimaSeniorinnen belohnt wird\u00bb, sagt Georg Klingler, Klimaexperte bei Greenpeace Schweiz. Die Umweltorganisation unterst\u00fctzt die KlimaSeniorinnen seit Beginn. \u00abAus unserer Sicht sind die Chancen intakt, dass die Schweizer Klimaklage die erste Klage ihrer Art werden k\u00f6nnte, welche vom EGMR behandelt wird. Damit k\u00f6nnte sie zum wegweisenden Pr\u00e4zedenzfall f\u00fcr Europa und die Welt werden.\u00bb<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Mit dem Greenpeace-Schiff von Basel nach Strassburg<\/h2>\n\n<p>Ihre Reise nach Strassburg starteten die KlimaSeniorinnen heute in Bern, wo sie einen offenen Brief an den Bundesrat pr\u00e4sentierten. Darin erl\u00e4utern die Seniorinnen, warum sie in Strassburg Beschwerde gegen die Schweiz einlegen. Sie erinnern daran, welche Folgen der zu schwache Klimaschutz auf ihr Leben und ihre Gesundheit hat, und sie fordern Bundesrat und Beh\u00f6rden dazu auf, \u00abbeim Klimaschutz endlich so viel zu tun, wie es braucht, um uns heute schon Betroffenen sowie auch die zuk\u00fcnftig Lebenden gen\u00fcgend sch\u00fctzen zu k\u00f6nnen\u00bb.&nbsp;<\/p>\n\n<p>Einzelne KlimaSeniorinnen werden pers\u00f6nlich mit dem Greenpeace-Segelschiff Beluga von Basel nach Strassburg reisen. Mit der Schifffahrt und der \u00dcbergabe am Gerichtshof bekommt der Schweizer Fall internationale Bedeutung. Eine Annahme und Behandlung der Beschwerde w\u00e4re ein Signal f\u00fcr die vielen weltweiten Klagen, in denen Betroffene Regierungen oder Konzerne wegen des ausbleibenden Klimaschutzes verklagen. Die KlimaSeniorinnen wollen darum zusammen mit Greenpeace ein hoffnungsvolles Zeichen setzen: Eine bunte Wimpelkette, welche die W\u00fcnsche und Hoffnungen der Menschen in der Klimakrise symbolisiert, soll die KlimaSeniorinnen begleiten. Die ersten Teile dieser Kette wurden heute in Bern gezeigt. Nun soll diese mit zahlreichen Wimpeln und Fahnen von der Bev\u00f6lkerung verl\u00e4ngert werden, um schliesslich in Strassburg die grosse Bedeutung des Falles als einer der ersten Klimaf\u00e4lle am Gericht hervorzuheben.&nbsp;<\/p>\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die Beluga in Basel<\/h2>\n\n<p>Das Greenpeace-Segelschiff Beluga ankert in Basel. Am Mittwoch, 21. Oktober 2020 und am Samstag, 24. Oktober 2020 steht sie f\u00fcr eine kostenlose Besichtigung offen. Aufgrund von COVID-19 findet die Besichtigung in Kleingruppen von maximal sieben Personen statt. Vorg\u00e4ngig m\u00fcssen <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/shop.greenpeace.ch\/besichtigung-beluga-2020\" target=\"_blank\">das gew\u00fcnschte Datum und die gew\u00fcnschte Uhrzeit gebucht werden<\/a><a href=\"https:\/\/shop.greenpeace.ch\/besichtigung-beluga-2020\">. <\/a><\/p>\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Von den Niederlanden inspiriert<\/h2>\n\n<p>Vor vier Jahren reichten die KlimaSeniorinnen und vier Einzelkl\u00e4gerinnen beim Eidgen\u00f6ssischen Departement f\u00fcr Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) und weiteren Bundesbeh\u00f6rden ihre Klimaklage ein und ersuchten um einen verst\u00e4rkten Klimaschutz zum Schutz ihrer Grundrechte auf Leben und Gesundheit. Denn die durch die Klimakrise zunehmenden Hitzeextreme im Sommer f\u00fchren erwiesenermassen zu einer erh\u00f6hten Sterblichkeit und mehr Erkrankungen von \u00e4lteren Menschen und insbesondere \u00e4lteren Frauen.&nbsp;<\/p>\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Nach dem Erfolg der niederl\u00e4ndischen Stiftung Urgenda im Jahr 2015: Pr\u00fcfung und Schaffung der juristischen Grundlagen f\u00fcr eine Schweizer Klage durch eine Kanzlei im Auftrag von Greenpeace.<\/li><li>Fr\u00fchjahr 2016: Aufbau der Bewegung von Kl\u00e4gerinnen<\/li><li>August 2016: Gr\u00fcndung des Vereins KlimaSeniorinnen Schweiz<\/li><li>November 2016: Formelle Einreichung des \u00abBegehrens um Einstellung von Unterlassungen im Klimaschutz\u00bb beim Eidgen\u00f6ssische Departement f\u00fcr Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) und weiteren Bundesbeh\u00f6rden<\/li><li>April 2017: Das UVEK weist das Gesuch aus formalen Gr\u00fcnden ab. Begr\u00fcndung: Die KlimaSeniorinnen w\u00fcrden etwas verlangen, was global angegangen werden m\u00fcsse, sie seien deswegen nicht klageberechtigt.&nbsp;<\/li><li>Mai 2017: Einreichung der Beschwerde gegen den Beschluss des UVEK beim Bundesverwaltungsgericht.&nbsp;<\/li><li>Dezember 2018: Das Bundesverwaltungsgericht lehnt die Beschwerde wiederum aus formalen Gr\u00fcnden ab. Laut Urteil sind Frauen \u00fcber 75 Jahre nicht st\u00e4rker von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen als andere Bev\u00f6lkerungsgruppen.&nbsp;<\/li><li>Januar 2019: Die KlimaSeniorinnen ziehen mit ihrer Klimaklage vors Bundesgericht<\/li><li>Mai 2020: Das Bundesgericht weist die Beschwerde der KlimaSeniorinnen nochmals aus anderen Gr\u00fcnden ab. Gerichtlichen Schutz f\u00fcr die Seniorinnen sieht das Bundesgericht erst, wenn die Folgen des Klimawandels unabwendbar sind.&nbsp;<\/li><li>Oktober 2020: Die KlimaSeniorinnen ziehen vor den Europ\u00e4ischen Gerichtshof f\u00fcr Menschenrechte in Strassburg.<\/li><\/ul>\n\n<p>Die Urteile s\u00e4mtlicher Instanzen sowie die Reaktionen des Vereins KlimaSeniorinnen <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/klimaseniorinnen.ch\/pressedokumente\/\" target=\"_blank\">sind auf der Webseite  zu finden<\/a>. <\/p>\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Weitere Informationen<\/h2>\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Bildmaterial vom heutigen Point de Presse finden Sie in unserer <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/media.greenpeace.org\/collection\/27MDHUGOQ6V\" target=\"_blank\">Mediendatenbank<\/a> (wird laufend erg\u00e4nzt) <\/li><li><a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2020\/10\/8e6cbdf3-reden-point-de-presse.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Point de Presse: Reden<\/a> der Co-Pr\u00e4sidentinnen Rosmarie Wydler-W\u00e4lti und Anne Mahrer, von Rechtsanw\u00e4ltin Cordelia B\u00e4hr und von Yvonne Anliker, Greenpeace Schweiz<\/li><li><a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2020\/10\/d4795f16-offener-brief-lettre-ouverte.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Offener Brief der KlimaSeniorinnen an den Bundesrat <\/a>auf Deutsch und Franz\u00f6sisch<\/li><li>Faktenblatt zu den KlimaSeniorinnen auf <a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2020\/10\/9f572016-broschu\u0308re_klage_klimaseniorinnen-de.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Deutsch<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2020\/10\/42156f8a-brochure_ainees_climat_revue.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Franz\u00f6sisch<\/a><\/li><\/ul>\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Kontakte<\/h2>\n\n<p>Deutsch<\/p>\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Rosmarie Wydler-W\u00e4lti, Co-Pr\u00e4sidentin des Vereins KlimaSeniorinnen, 061 302 96 35, <a href=\"mailto:rosmariewydler@sunrise.ch\">rosmariewydler@sunrise.ch<\/a>&nbsp;<\/li><li>Cordelia B\u00e4hr, Rechtsanw\u00e4ltin der KlimaSeniorinnen, 078 801 70 34, <a href=\"mailto:baehr@ettwein.ch\">baehr@ettwein.ch<\/a>&nbsp;<\/li><li>Martin Looser, Rechtsanwalt der KlimaSeniorinnen, 079 481 76 88, <a href=\"mailto:looser@ettlersuter.ch\">looser@ettlersuter.ch<\/a>&nbsp;<\/li><li>Georg Klingler, Leiter Klima Greenpeace Schweiz, 079 785 07 38, <a href=\"mailto:georg.klingler@greenpeace.org\">georg.klingler@greenpeace.org<\/a>&nbsp;<\/li><\/ul>\n\n<p>Franz\u00f6sisch<\/p>\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Anne Mahrer, Co-Pr\u00e9sidente des A\u00een\u00e9es pour la protection du climat, 079 249 72 17, <a href=\"mailto:anne.mahrer@bluewin.ch\">anne.mahrer@bluewin.ch<\/a>&nbsp;<\/li><li>Rapha\u00ebl Mahaim, Avocat au Barreau, 079 769 70 33, <a href=\"mailto:rmahaim@r-associes.ch\">rmahaim@r-associes.ch<\/a>&nbsp;<\/li><\/ul>\n\n<p>Italienisch<\/p>\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Norma Bargetzi, Anziane per la protezione del clima, 079 352 98 89, <a href=\"mailto:normaba@bluewin.ch\">normaba@bluewin.ch<\/a>&nbsp;<\/li><\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Fr\u00fchling dieses Jahres lehnte das Bundesgericht die Beschwerde der KlimaSeniorinnen und von vier einzelnen, besonders verletzlichen \u00e4lteren Frauen ab. 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