{"id":5932,"date":"2014-04-15T00:00:00","date_gmt":"2014-04-14T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/5932\/bienensterben-greenpeace-report-zeigt-giftigen-pestizidcocktail-in-pollen\/"},"modified":"2022-02-28T14:29:21","modified_gmt":"2022-02-28T13:29:21","slug":"bienensterben-greenpeace-report-zeigt-giftigen-pestizidcocktail-in-pollen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/medienmitteilung\/5932\/bienensterben-greenpeace-report-zeigt-giftigen-pestizidcocktail-in-pollen\/","title":{"rendered":"Bienensterben: Greenpeace-Report zeigt giftigen Pestizidcocktail in Pollen"},"content":{"rendered":"<p><b>Z\u00fcrich, 16. April 2014 \u2013 \u00dcber zwei Drittel des Pollens, den Bienen auf europ\u00e4ischen Feldern sammeln und in die Bienenst\u00f6cke zur F\u00fctterung der Larven bringen, sind mit einem Cocktail bestehend aus bis zu 17 verschieden toxischen Pestiziden kontaminiert. Das ist das schockierende Ergebnis einer Studie von Greenpeace, die heute als Teil ihrer europaweiten Kampagne zum Schutz der Bienen und der Landwirtschaft ver\u00f6ffentlicht wird. Bei den Chemikalien, die im Pollen nachgewiesen wurden, handelt es sich um Insektizide, Akarizide, Fungizide und Herbizide von grossen Chemiekonzernen, darunter Bayer, Syngenta und BASF.<\/b><\/p>\n<div>\n<p>Die Studie \u00abDas giftige Gep\u00e4ck der Bienen. Analyse von Pestizidr\u00fcckst\u00e4nden in Bienenbrot und Pollenh\u00f6schen von Honigbienen\u00bb [1] ist mit \u00fcber 100 Proben aus 12 L\u00e4ndern die gr\u00f6sste Untersuchung dieser Art in Europa. Insgesamt wurden 53 verschiedene Chemikalien nachgewiesen. Die Studie spiegelt die Toxizit\u00e4t des aktuellen landwirtschaftlichen Systems in Europa wider. Nebst Proben aus der Schweiz, die mit diversen Pestiziden kontaminiert sind, fallen weitere Ergebnisse in der Studie auf: so zum Beispiel die hohen Konzentrationen und die grosse Bandbreite an Fungiziden, die in italienischen Weinbaugebieten in Pollenproben nachgewiesen wurden, der verbreitete Einsatz von bienengef\u00e4hrlichen Insektiziden in Polen, der erstaunliche Nachweis von DDE (ein toxisches, bioakkumulatives Abbauprodukt des vor Jahrzehnten verbotenen DDT) und das h\u00e4ufige Vorkommen des insektiziden Nervengifts Thiacloprid, ein bekanntes Neonicotinoid, in Proben aus Deutschland.<\/p>\n<p>Marianne K\u00fcnzle, Landwirtschafts-Expertin bei Greenpeace Schweiz: \u00abKontaminierter Pollen ist schweres Gep\u00e4ck, das Bienen und andere Best\u00e4uber tragen m\u00fcssen. Bienen sind einem toxischen Pestizidcocktail ausgesetzt. Die Studie ist ein weiterer Beweis daf\u00fcr, dass in einem landwirtschaftlichen System, das auf intensivem Einsatz von toxischen Pestiziden, Monokulturen und dem Einfluss von Konzernen wie Bayer, Syngenta &amp; Co. basiert, etwas fundamental schief l\u00e4uft. Die Studie zeigt die Notwendigkeit f\u00fcr einen Wandel hin zu einer \u00f6kologischenLandwirtschaft.\u00bb<\/p>\n<p>Die Ergebnisse einer k\u00fcrzlich von der Europ\u00e4ischen Lebensmittelsicherheitsbeh\u00f6rde (EFSA) ver\u00f6ffentlichten Studie [2] werden mit diesen neuen Resultaten best\u00e4tigt: die EFSA weist auf erhebliche Wissensl\u00fccken zur Gesundheit von Bienen und anderen Best\u00e4ubern hin, vor allem zu den Auswirkungen von chemischen Cocktails. Sie ruft die EU und die einzelnen Mitgliedsstaaten auf, diese Wissensl\u00fccken zu schliessen.<\/p>\n<p>Handeln ist dringender denn je, auch hierzulande! Greenpeace fordert von der Schweizer Regierung:<br \/>\n\u2022\u00a0\u00a0 \u00a0die bereits bestehenden Teilverbote der bienensch\u00e4dlichsten Pestizide, namentlich Clothianidin, Imidacloprid, Thiamethoxam zu einem vollst\u00e4ndigen Verbot zu erweitern.<br \/>\n\u2022\u00a0\u00a0 \u00a0Alle weiteren Pestizide, die f\u00fcr Bienen und andere Best\u00e4uber gef\u00e4hrlich sind zu verbieten (vorab Chlorpyrifos, Cypermethrin und Deltamethrin).<br \/>\n\u2022\u00a0\u00a0 \u00a0einen klar definierten Reduktionsplan f\u00fcr den Einsatz von chemischen Pestiziden in der Schweizer Landwirtschaft<br \/>\n\u2022\u00a0\u00a0 \u00a0die Unterst\u00fctzung ambitionierter europaweiter Aktionspl\u00e4ne zur \u00dcberwachung der Gesundheit von Bienen und anderen Best\u00e4ubern und genauere Untersuchungen zu den Risiken von Pestiziden.<br \/>\n\u2022\u00a0\u00a0 \u00a0Die F\u00f6rderung der Forschung f\u00fcr chemiefreie Alternativen und eine Umverteilung der Agrargelder hin zu einer \u00f6kologischen Landwirtschaft<\/p>\n<p>[1]<em> \u00abThe Bees\u00b4 Burden \u2013 an analysis of pesticide residues in comb pollen (beebread) and trapped pollen from honey bees (Apis mellifera) in 12 European countries\u00bb <a title=\"bees burden\" href=\"http:\/\/sos-bees.org\/reports\">http:\/\/sos-bees.org\/reports<\/a><strong>Deutsche Zusammenfassung<\/strong>:<a title=\"Pollenreport\" href=\"http:\/\/www.greenpeace.ch\/Pollenreport\"> http:\/\/www.greenpeace.ch\/Pollenreport<\/a><\/em><br \/>\n[2] <em>\u00abTowards an integrated environmental risk assessment of multiple stressors on bees: review of research projects in Europe, knowledge gaps and recommendations\u00bb <a title=\"efsa\" href=\"http:\/\/www.efsa.europa.eu\/en\/efsajournal\/pub\/3594.htm\">http:\/\/www.efsa.europa.eu\/en\/efsajournal\/pub\/3594.htm <\/a><\/em><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Z\u00fcrich, 16. 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