{"id":59400,"date":"2020-10-26T10:37:48","date_gmt":"2020-10-26T08:37:48","guid":{"rendered":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/?p=59400"},"modified":"2020-10-26T10:37:50","modified_gmt":"2020-10-26T08:37:50","slug":"klimagerechtigkeit-ahoi","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/59400\/klimagerechtigkeit-ahoi\/","title":{"rendered":"Klimagerechtigkeit ahoi!"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Verluste sorgen manchmal f\u00fcr kr\u00e4ftigen Aufwind. Das haben mich mein Leben und das Engagement mit den KlimaSeniorinnen gelehrt: Drei Mal hat die Schweiz unsere Klage abgewiesen, jetzt geht\u2019s volle Kraft voraus. Wir segeln nach Strassburg und verklagen am Europ\u00e4ischen Gerichtshof f\u00fcr Menschenrechte unser eigenes Land.<\/strong><\/p>\n\n<p>Sekuru zeigte auf den Damm, der noch in Umrissen erkennbar war. \u00abSiehst du, da vorne, dieser Damm f\u00fcllte sich jedes Jahr mit Regenwasser. Aber jetzt nicht mehr. Der letzte Regen fiel vor drei Jahren, die Erde ist ausgetrocknet!\u00bb<\/p>\n\n<p>Auf den Feldern des Kleinbauers Sekuru im Osten Simbabwes, beginnt meine Reise zu Umweltthemen. Das war 1990. Jetzt, dreissig Jahre sp\u00e4ter, geht es um den Klimawandel schlechthin. Der von Menschen verursachte Klimawandel!&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n<p>In meiner Kindheit lernte ich fr\u00fch, dass die Gletscher unser Wasserreservoir sind und dass unsere Alpen voll davon sind. Doch sie schmelzen: Der Pizol-Gletscher, der zu meiner unmittelbaren Heimat geh\u00f6rte, ist weg, einfach verschwunden. Die sommerlichen Wanderungen hinauf &nbsp;in die damalige weisse Pracht gibt es nicht mehr. Stattdessen klafft dort eine weitere Wunde auf unserem zutiefst geschundenen Planeten.<\/p>\n\n<p>Es ist allgemein bekannt, dass Handeln gegen Hoffnungslosigkeit und Ohnmacht hilft. Ich st\u00fcrzte mich in den Umwelt-Aktivismus. Den Job an der Universit\u00e4t gab ich auf und verbrachte das folgende Jahrzehnt damit, finanzielle Unterst\u00fctzung f\u00fcr gr\u00fcne Start-up-Unternehmen zu finden. Wir scheiterten bitter, aber die Plattform f\u00fcr Umweltbelange, von vielen zusammen aufgebaut, hatte Bestand. Und so blieb meine Motivation, ja, sie erlebte einen neuen H\u00f6hepunkt dank der Bewegung der jungen Generation \u00abFridays for Future\u00bb. K\u00f6nnte es f\u00fcr mich mit 72 Jahren dort vielleicht einen Platz geben? Wohl eher nicht!<\/p>\n\n<p>Doch dann entdeckte ich eine sehr engagierte, gleichaltrige Frauengruppe. Die KlimaSeniorinnen. Was f\u00fcr eine mutige Gruppe \u00e4lterer Frauen. Einige m\u00f6gen k\u00f6rperlich geschw\u00e4cht sein, doch ihr Geist ist stark geblieben, ihr Engagement f\u00fcr Gerechtigkeit unersch\u00fctterlich. Es ist ihre Altersgruppe \u2013 meine! &#8211; die am meisten unter den langen Hitzewellen leidet. Deshalb klagen wir den Staat an, der zu wenig gegen den Klimawandel unternimmt, immer noch relativiert und abwimmelt.<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Das kann eine historische Wende einl\u00e4uten<\/h2>\n\n<p>Wir KlimaSeniorinnen richteten unseren Appell erstmals im November 2016 an den Schweizer Staat und forderten strengere Klimaziele, weil unsere Gesundheit gef\u00e4hrdet ist. Die Regierung hat unsere Beschwerde drei Mal abgewiesen. Das Oberste Gericht erkl\u00e4rte, das Pariser Abkommen sei zwar noch nicht erf\u00fcllt, aber es bleibe noch gen\u00fcgend Zeit, es zu erreichen. Ein recht abenteuerliches Argument.<\/p>\n\n<p>In der Schweiz ist die Pr\u00e4vention von Lawinen und Hochwasser tief verankert. Warum gilt dasselbe nicht f\u00fcr den akuten Klimawandel? Wir warten ja auch nicht unvorbereitet auf den Lawinenniedergang und k\u00fcmmern uns erst im Nachgang der Katastrophe ums Problem, Nein, wir investieren im Voraus in Verbauungen. Warum fehlt die Pr\u00e4vention beim Klima? Das l\u00e4sst mich verwirrt und sogar ver\u00e4rgert zur\u00fcck.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n<p>Unsere Regierung l\u00e4sst uns im Stich \u2013 deshalb bringen wir unseren Fall ausserhalb der Schweiz vor den Europ\u00e4ischen Gerichtshof f\u00fcr Menschenrechte. Wir geben nicht auf! Wir haben einen starken Wind im R\u00fccken, den Zuspruch von 2&#8217;000 KlimaSeniorinnen und zahlreichen Unterst\u00fctzerinnen und Unterst\u00fctzern. Mit diesem Wind segeln wir rheinabw\u00e4rts von Basel nach Strassburg, um unsere Klage einzureichen. Eine wahre Inspiration waren f\u00fcr uns die vielen anderen Gruppen, die ihre Regierung erfolgreich vor Gericht brachten. Wenn wir unseren Fall in Strassburg gewinnen, so sagt man uns, k\u00f6nnten wir in Sachen Klima-Recht Geschichte schreiben. Wir hoffen, dass auch wir andere ermutigen k\u00f6nnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Verluste sorgen manchmal f\u00fcr kr\u00e4ftigen Aufwind. 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