{"id":5945,"date":"2014-04-23T00:00:00","date_gmt":"2014-04-22T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/5945\/zierpflanzen-aus-gartenzentren-massiv-mit-bienenkiller-pestiziden-belastet\/"},"modified":"2019-05-30T07:13:36","modified_gmt":"2019-05-30T05:13:36","slug":"zierpflanzen-aus-gartenzentren-massiv-mit-bienenkiller-pestiziden-belastet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/medienmitteilung\/5945\/zierpflanzen-aus-gartenzentren-massiv-mit-bienenkiller-pestiziden-belastet\/","title":{"rendered":"Zierpflanzen aus Gartenzentren massiv mit Bienenkiller-Pestiziden belastet"},"content":{"rendered":"<p><b>Z\u00fcrich, 24.04.2014 \u2013 Fast 80 Prozent der europaweit getesteten bl\u00fchenden Pflanzen sind mit bienensch\u00e4dlichen Pestiziden belastet. In der Schweiz liegt der Wert sogar bei 100 Prozent. Zudem ist \u00fcber die H\u00e4lfte der Pestizide, die in den Schweizer Proben nachgewiesen wurden, im Zierpflanzenbau nicht zugelassen. Zu diesen schockierenden Ergebnissen kommt eine heute ver\u00f6ffentlichte Greenpeace-Studie. Greenpeace fordert von den betroffenen Firmen, umgehend auf bienensch\u00e4dliche Pestizide zu verzichten und ihr Gartensortiment auf \u00f6kologische Produkte auszurichten. In der Schweiz wurden Blumen-Proben von Jumbo, Migros, Coop und den Garten- und Baum\u00e4rkten Obi, Bauhaus und Hauenstein getestet.<\/b><\/p>\n<div>\n<p>Pestizide sind neben Parasiten und weit verbreiteten Monokulturen ein massgeblicher Faktor f\u00fcr den Best\u00e4uberr\u00fcckgang. Der Greenpeace-Report \u00ab\u00a0Giftiger Garten Eden\u00a0\u00bb hat 35 verschiedene bienenattraktive Pflanzenarten wie Veilchen, Lavendel und Primeln aus Gartenzentren, Baum\u00e4rkten und Superm\u00e4rkten in zehn europ\u00e4ischen L\u00e4ndern auf chemische Gifte untersucht. Nur zwei der 86 Proben waren frei von Chemikalien, der Rest wies einen regelrechten Cocktail an Pestiziden auf. 14 Prozent der getesteten Blumen-Proben enthielten Pestizide, die in Europa keine Zulassung im Zierpflanzenbau haben. Ausserdem wurden die umstrittenen Bienenkiller-Pestizide aus der Gruppe der Neonicotinoide (Imidacloprid, Thiamethoxam und Clothianidin) in 60 Prozent der europaweit getesteten Blumen festgestellt. Diese systemischen Pestizide wurden in der EU und der Schweiz teilweise verboten und gelten als inakzeptables Risiko f\u00fcr Bienen und andere Best\u00e4uber, wobei die Produktion in Gew\u00e4chsh\u00e4usern vom Verbot ausgenommen ist.<\/p>\n<p>Zehn Proben aus der Schweiz wurden ebenfalls getestet. Darunter Narzissen, Krokusse und Glockenblumen von Jumbo, Migros, Coop und den Garten- und Baum\u00e4rkten Obi, Bauhaus und Hauenstein. Jede Schweizer Probe enthielt R\u00fcckst\u00e4nde von mindestens zwei und bis zu f\u00fcnfzehn verschiedenen Pestiziden. Alle Proben enthielten bienensch\u00e4dliche Pestizide, vier davon R\u00fcckst\u00e4nde von Imidacloprid, das in der Schweiz teilweise verboten ist. Die h\u00f6chsten Imidacloprid-Werte wiesen die Blumen von Obi und Jumbo auf.<\/p>\n<p>\u00abGartenfreunde werden ungewollt zu Mitt\u00e4tern gemacht, selbst wenn sie keine Pestizide verwenden wollen. \u00bb, warnt Marianne K\u00fcnzle, Landwirtschaftsexpertin bei Greenpeace Schweiz. \u00ab\u00a0Es ist absurd, Pestizide im landwirtschaftlichen Bereich f\u00fcr bienenattraktive Pflanzen zu verbieten und sie im eigenen Blumenbeet wieder zu finden.\u00a0\u00bb Der Einsatz von Neonicotinoiden bei Blumen, die zwar in Gew\u00e4chsh\u00e4usern gezogen, aber im Garten oder auf dem Balkon ausgesetzt werden, ist nicht im Sinne der gesetzlichen Einschr\u00e4nkung. Das Teilverbot muss deswegen dringend ausgeweitet werden. Von 32 nachgewiesenen Pestiziden in den Proben, die hierzulande gekauft wurden, sind 19 nicht f\u00fcr den Zierpflanzenbau in der Schweiz zugelassen; vier Wirkstoffe sind gar ganz verboten.<\/p>\n<p>F\u00fcr besorgte Pflanzenliebhaber hat K\u00fcnzle einen Tipp bereit: \u00ab\u00a0Wer Bienen sch\u00fctzen will, kauft in Biog\u00e4rtnereien ein oder greift auf das (noch kleine) Angebot an Bio-Pflanzen in Superm\u00e4rkten oder Gartencentern zur\u00fcck.\u00a0\u00bb Nicht nur in der Landwirtschaft, auch im Garten- und Zierpflanzensektor braucht es einen Wandel hin zu \u00f6kologischen Pflanzenschutzmassnahmen. Zudem m\u00fcssen die L\u00fccken im Teilverbot dringend geschlossen werden. \u00ab\u00a0Der Einsatz von Bienenkiller-Pestiziden muss ausnahmslos verboten und eine generelle Pestizidreduktion angegangen werden\u00a0\u00bb, schliesst K\u00fcnzle ab.<\/p>\n<p><strong>Den Report mit weiteren Informationen\u00a0finden Sie <a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/20140424_Greenpeace_Rapport_GiftigerGartenEden.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">hier<\/a>.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Marianne K\u00fcnzle<\/strong> &#8211; Landwirtschafts-Kampagne Greenpeace Schweiz<\/p>\n<p><strong>Natalie Favre<\/strong> &#8211; Greenpeace Schweiz Mediensprecherin<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Z\u00fcrich, 24.04.2014 \u2013 Fast 80 Prozent der europaweit getesteten bl\u00fchenden Pflanzen sind mit bienensch\u00e4dlichen Pestiziden belastet. In der Schweiz liegt der Wert sogar bei 100 Prozent. 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