{"id":59924,"date":"2020-11-04T06:30:00","date_gmt":"2020-11-04T04:30:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/?p=59924"},"modified":"2025-06-25T15:32:08","modified_gmt":"2025-06-25T13:32:08","slug":"umweltverschmutzung-und-kranke-menschen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/59924\/umweltverschmutzung-und-kranke-menschen\/","title":{"rendered":"\u00abEine Schweinerei\u00bb"},"content":{"rendered":"\n<p><strong><strong>122 F\u00e4lle von Umweltverschmutzung und Menschenrechtsverletzungen in 34 L\u00e4ndern, f\u00fcr die der Schweizer Konzern LafargeHolcim verantwortlich ist oder Verantwortung \u00fcbernehmen m\u00fcsste. Das ist das Ergebnis von Recherchen von Greenpeace Schweiz. Die Annahme der Konzernverantwortungsinitiative am 29. November ist n\u00f6tig.&nbsp;<\/strong><\/strong><\/p>\n\n<figure class=\"wp-block-embed-youtube wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<lite-youtube style=\"background-image: url('https:\/\/i.ytimg.com\/vi\/g1pEAVbS5tw\/hqdefault.jpg');\" videoid=\"g1pEAVbS5tw\" params=\"rel=0&#038;enablejsapi=1&#038;origin=https%3A%2F%2Fwww.greenpeace.ch&#038;cc_load_policy=1\"><\/lite-youtube>\n<\/div><figcaption>Video zum Report<\/figcaption><\/figure>\n\n<p>\u00abDie aufgedeckten F\u00e4lle sind brisant und die Missachtung grundlegender Standards nicht w\u00fcrdig f\u00fcr einen Schweizer Konzern wie LafargeHolcim. Die gezeigten Staubemissionen sind schlichtweg eine Schweinerei. Tats\u00e4chlich muss ich feststellen, dass sich die Standards des Konzerns seit der Fusion von Holcim mit Lafarge leider in vielen Bereichen verschlechtert haben.\u00bb Das sagt kein Greenpeace-Campaigner, sondern der ehemalige Holcim-Ingenieur und Zementwerk-Emissionsexperte <a href=\"https:\/\/ch.linkedin.com\/in\/josef-waltisberg-0303a915\">Josef Waltisberg<\/a>, der heute als selbst\u00e4ndiger Berater f\u00fcr Energie- und Umweltfragen des Zementprozesses t\u00e4tig ist.<\/p>\n\n<p>Mit \u00abSchweinerei\u00bb sind Skandale gemeint, die trotz Protesten seit Jahren andauern: insgesamt 122 F\u00e4lle von Umweltverschmutzung und Menschenrechtsverletzungen in 34 L\u00e4ndern &#8211; vor allem in Afrika, Asien und Lateinamerika -, f\u00fcr die der Schweizer Konzern LafargeHolcim verantwortlich ist oder Verantwortung \u00fcbernehmen m\u00fcsste. Zumeist werden lokale Gesetze missachtet und internationale Standards nicht eingehalten. H\u00e4ufig verwenden der Zementhersteller bzw. dessen Tocherfirmen veraltete Technologien, sodass Menschen, Tiere und die Umwelt von sch\u00e4dlichen Emissionen betroffen sind.&nbsp;<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong><strong>Feldrecherchen in drei L\u00e4ndern<\/strong><\/strong><\/h2>\n\n<p>In Kamerun, Indien und Brasilien hat Greenpeace Schweiz vertiefte Feldrecherchen (LINK Report) durchgef\u00fchrt: Interviews, Probenahmen, weiterf\u00fchrende Abkl\u00e4rungen, Foto- und Videodokumentationen. Obwohl die Recherche durch die COVID-19-Pandemie, starke Regenf\u00e4lle oder Angst der AnwohnerInnen vor negativen Konsequenzen erschwert wurde, ist das Bild eindeutig.&nbsp;<\/p>\n\n<p>Beim LafargeHolcim-Werk der Cimencam S.A. im Norden von Kamerun gibt es einen technischen Defekt im Kaminfiltersystem. Dadurch fallen grosse Mengen Sta\ubabf\u00e4lle an. Diese l\u00e4sst die LafargeHolcim-Tochter unter anderem auf dem Gebiet eines \u00f6ffentlichen Wochenmarktes abkippen. Menschen beklagen sich dar\u00fcber, dass die St\u00e4ube bei Wind aufgewirbelt werden, ihre Waren bedecken und teils Reizungen ausl\u00f6sen. Laboranalysen von Greenpeace Schweiz weisen in den Sta\ubabf\u00e4llen aus dem Zementofen tats\u00e4chlich sehr hohe pH-Werte und hochgiftiges, krebserregendes Chrom(VI) nach. Die Vorg\u00e4nge im LafargeHolcim-Zementwerk widersprechen internationalen Standards.<\/p>\n\n<p>In Punjab, im Norden von Indien, verf\u00fcgt die LafargeHolcim-Tochter Ambuja Cement offenbar nicht einmal \u00fcber eine Bau- und Betriebsbewilligung f\u00fcr ihre Flugaschen-Trocknungsanlage. Sowohl das Trocknen und Mahlen als auch das Transportieren von Flugasche und Klinker f\u00fchren zu massiven Schadstoff-Emissionen, die jenseits g\u00e4ngiger internationaler Standards liegen und auch im Inneren von Privatwohnungen zu gesundheitlichen Problemen f\u00fchren. Die indischen Beh\u00f6rden sind offenbar nicht in der Lage, geltendes Recht durchzusetzen und die AnwohnerInnen vor den sch\u00e4dlichen Emissionen zu sch\u00fctzen. Zum Schutz von Mensch und Umwelt braucht es daher zus\u00e4tzliche L\u00f6sungsans\u00e4tze.<\/p>\n\n<p><br>Im LafargeHolcim-Werk in Barroso (Brasilien) gehen die Konflikte auf die 1950er-Jahre zur\u00fcck, doch auch heute noch kommt es immer wieder zu St\u00f6rf\u00e4llen und Schadstoff-Emissionen, welche die D\u00e4cher der Stadt mit einer staubigen Schicht bedecken. Sogar die Staatsanwaltschaft beklagt sich dar\u00fcber, dass LafargeHolcim in Barroso Standards nicht anwendet, welche anderswo in Brasilien gelten. Es gibt starke Indizien f\u00fcr Gesundheitsbeeintr\u00e4chtigungen epidemischen Ausmasses.<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong><strong>Freiwilligkeit reicht nicht<\/strong><\/strong><\/h2>\n\n<p>Matthias W\u00fcthrich, Leiter der Kampagne f\u00fcr Konzernverantwortung bei Greenpeace Schweiz kommentiert: \u00abNur schon die schiere Anzahl der in diesem Holcim-Report aufgedeckten Skandalf\u00e4lle ist ein Skandal, denn sie zeugen von einer systematischen Missachtung von Umweltstandards und Menschenrechten. LafargeHolcim muss jetzt umgehend bei ihren Tochterfirmen intervenieren und daf\u00fcr sorgen, dass die Umweltverschmutzung und Gesundheitsbelastungen ein Ende haben und betroffene Menschen entsch\u00e4digt werden.\u00bb Bez\u00fcglich der Versprechungen von LafargeHolcim, \u00fcberall h\u00f6chste Standards anzuwenden, sagt W\u00fcthrich: \u00abDer Fall Holcim zeigt exemplarisch, dass wohlklingende Beteuerungen und freiwillige Firmen-Versprechen nicht reichen. Zum Schutz der Umwelt und der betroffenen Menschen braucht es dringend bessere und verbindliche Regeln zur Unternehmensverantwortung und Schadenshaftung von global operierenden Konzernen.\u00bb<\/p>\n\n<p>F\u00fcr Greenpeace Schweiz ist klar: Die Konzernverantwortungsinitiative, \u00fcber die der Schweizer Souver\u00e4n am 29. November abstimmt, verlangt eine Selbstverst\u00e4ndlichkeit: Wer die Umwelt verschmutzt, muss wieder sauber machen. Wer anderen einen Schaden zuf\u00fcgt, muss daf\u00fcr geradestehen. <\/p>\n\n<p>Die Stimmunterlagen f\u00fcr die Konzernverantwortungsinititive sind bereits eingetroffen. Und Umfragen zeigen: Die Abstimmung wird enorm knapp.<strong>&nbsp;Stimme deshalb jetzt JA&nbsp;<\/strong>zur Konzernverantwortungsinitiative und mobilisiere auch deine Familie, alle deine Bekannten und Freunde \u00fcber digitale Kan\u00e4le!&nbsp;<\/p>\n\n<p><a href=\"https:\/\/mailing.greenpeace.ch\/d?o00bmmjq00000s0qd0000lh0000000000000j2guovdvcd2jth4s745qsle9&amp;supporter_number=2796229624\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><strong>Abstimmungserinnerung auf WhatsApp weiterleiten<\/strong><\/a><br><a href=\"https:\/\/mailing.greenpeace.ch\/d\/d.php?o00bmmk000000s0qd0000lh0000000000000j2guovdvcd2jth4s745sgn09&amp;supporter_number=2796229624\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><strong>Abstimmungserinnerung \u00fcber Facebook teilen<\/strong><\/a><\/p>\n\n<p><strong><strong>122 F\u00e4lle von Umweltverschmutzung und Menschenrechtsverletzungen in 34 L\u00e4ndern, f\u00fcr die der Schweizer Konzern LafargeHolcim verantwortlich ist oder Verantwortung \u00fcbernehmen m\u00fcsste. Das ist das Ergebnis von Recherchen von Greenpeace Schweiz.<\/strong><\/strong><\/p>\n\n<figure class=\"wp-block-embed-issuu wp-block-embed is-type-rich is-provider-issuu\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<div data-url=\"https:\/\/issuu.com\/greenpeace-switzerland\/docs\/derholcimreport_greenpeaceschweiz_okt2020\" style=\"width: 500px; height: 347px;\" class=\"issuuembed\"><\/div><script type=\"text\/javascript\" src=\"\/\/e.issuu.com\/embed.js\" async=\"true\"><\/script>\n<\/div><\/figure>\n\n<div class=\"wp-block-button\"><a class=\"wp-block-button__link\" href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2020\/11\/6171a8d5-derholcimreport_greenpeaceschweiz_4nov2020.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Holcim-Report PDF herunterladen (deutsch)<\/a><\/div>\n\n<div class=\"wp-block-buttons is-layout-flex wp-block-buttons-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-button\"><a class=\"wp-block-button__link\" href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2020\/11\/306f5644-lafargeholcimreport-gp_execsummaryen_greenpeace_4nov2020.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><strong>Holcim-Report PDF download (english)<\/strong><\/a><\/div>\n<\/div>\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>122 F\u00e4lle von Umweltverschmutzung und Menschenrechtsverletzungen in 34 L\u00e4ndern, f\u00fcr die der Schweizer Konzern LafargeHolcim verantwortlich ist oder Verantwortung \u00fcbernehmen m\u00fcsste. Das ist das Ergebnis von Recherchen von Greenpeace Schweiz. <\/p>\n","protected":false},"author":30,"featured_media":59930,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"_planet4_optimize_post_is_variant":false,"_planet4_optimize_experiment_name":"","_planet4_optimize_variant_name":"","ep_exclude_from_search":false,"p4_og_title":"","p4_og_description":"","p4_og_image":"","p4_og_image_id":"","p4_seo_canonical_url":"","p4_campaign_name":"not set","p4_local_project":"not set","p4_basket_name":"not set","p4_department":"","footnotes":""},"categories":[47,3],"tags":[72],"p4-page-type":[75],"gpch-article-type":[],"class_list":["post-59924","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-greenpeace","category-weitere-themen","tag-konzernverantwortung","p4-page-type-story"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/59924","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/30"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=59924"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/59924\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":122508,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/59924\/revisions\/122508"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/59930"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=59924"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=59924"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=59924"},{"taxonomy":"p4-page-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/p4-page-type?post=59924"},{"taxonomy":"gpch-article-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/gpch-article-type?post=59924"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}