{"id":60069,"date":"2020-11-04T06:45:00","date_gmt":"2020-11-04T04:45:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/?p=60069"},"modified":"2025-06-25T15:32:06","modified_gmt":"2025-06-25T13:32:06","slug":"greenpeace-recherche-umweltverschmutzung-und-kranke-menschen-wegen-lafargeholcim-zementstaub","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/medienmitteilung\/60069\/greenpeace-recherche-umweltverschmutzung-und-kranke-menschen-wegen-lafargeholcim-zementstaub\/","title":{"rendered":"Greenpeace-Recherche: Umweltverschmutzung und kranke Menschen wegen LafargeHolcim-Zementstaub"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>122 F\u00e4lle von Umweltverschmutzung und Menschenrechtsverletzungen in 34 L\u00e4ndern, f\u00fcr die der Schweizer Konzern LafargeHolcim verantwortlich ist oder Verantwortung \u00fcbernehmen m\u00fcsste. Das ist das <a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2020\/11\/6171a8d5-derholcimreport_greenpeaceschweiz_4nov2020.pdf\">Ergebnis von Recherchen<\/a> von Greenpeace Schweiz. Es braucht dringend bessere und verbindliche Regeln zur Unternehmensverantwortung und Schadenshaftung von global operierenden Konzernen &#8211; damit die Umweltverschmutzung gestoppt und gesch\u00e4digte Menschen Wiedergutmachung geltend machen k\u00f6nnen.<\/strong><\/p>\n\n<p>Die meisten Skandale dauern an und ereignen sich in Afrika, Asien und Lateinamerika. Zumeist werden lokale Gesetze missachtet und internationale Standards nicht eingehalten. H\u00e4ufig verwenden der Schweizer Zementhersteller LafargeHolcim bzw. dessen Tocherfirmen veraltete Technologien, sodass Menschen, Tiere und die Umwelt von sch\u00e4dlichen Emissionen betroffen sind. Einige F\u00e4lle l\u00f6sten massive und langj\u00e4hrige Proteste aus.&nbsp;<\/p>\n\n<p><strong>Feldrecherchen in drei L\u00e4ndern<\/strong><\/p>\n\n<p>In Kamerun, Indien und Brasilien hat Greenpeace Schweiz vertiefte Feldrecherchen durchgef\u00fchrt: Interviews, Probenahmen, weiterf\u00fchrende Abkl\u00e4rungen, Foto- und Videodokumentationen. Obwohl die Recherche durch die COVID-19-Pandemie, starke Regenf\u00e4lle oder Angst der AnwohnerInnen vor negativen Konsequenzen erschwert wurde, ist das Bild eindeutig.&nbsp;<\/p>\n\n<p>Beim LafargeHolcim-Werk der Cimencam S.A. im Norden von Kamerun gibt es einen technischen Defekt im Kaminfiltersystem. Dadurch fallen grosse Mengen Sta\ubabf\u00e4lle an. Diese l\u00e4sst die LafargeHolcim-Tochter unter anderem auf dem Gebiet eines \u00f6ffentlichen Wochenmarktes abkippen. Menschen beklagen sich dar\u00fcber, dass die St\u00e4ube bei Wind aufgewirbelt werden, ihre Waren bedecken und Reizungen ausl\u00f6sen. Laboranalysen weisen in den Sta\ubabf\u00e4llen aus dem Zementofen tats\u00e4chlich sehr hohe pH-Werte und hochgiftiges, krebserregendes Chrom(VI) nach. Die Vorg\u00e4nge im LafargeHolcim-Zementwerk widersprechen internationalen Standards. Um zu erfahren, wie die auf dem Gel\u00e4nde des Wochenmarktes abgekippten Sta\ubabf\u00e4lle in der Schweiz und in Europa korrekt entsorgt werden m\u00fcssten, hat Greenpeace eine Offerte eingeholt: Gem\u00e4ss einer renommierten internationalen Entsorgungsfirma handelt es sich demnach um Sonderabfall, welcher in einer Sonderm\u00fcllldeponie entsorgt werden m\u00fcsste. Kosten: ca. CHF 900\u2019000.-. (1)<\/p>\n\n<p>In Punjab, im Norden von Indien, verf\u00fcgt die LafargeHolcim-Tochter Ambuja Cement offenbar nicht einmal \u00fcber eine Bau- und Betriebsbewilligung f\u00fcr ihre Flugaschen-Trocknungsanlage. Sowohl das Trocknen und Mahlen als auch das Transportieren von Flugasche und Klinker f\u00fchren zu massiven Schadstoff-Emissionen, die jenseits g\u00e4ngiger internationaler Standards liegen und auch im Inneren von Privatwohnungen zu gesundheitlichen Problemen f\u00fchren. Die indischen Beh\u00f6rden sind offenbar nicht in der Lage, geltendes Recht durchzusetzen und die AnwohnerInnen vor den sch\u00e4dlichen Emissionen zu sch\u00fctzen. Zum Schutz von Mensch und Umwelt braucht es daher zus\u00e4tzliche L\u00f6sungsans\u00e4tze.<\/p>\n\n<p>Im LafargeHolcim-Werk in Barroso (Brasilien) gehen die Konflikte auf die 1950er-Jahre zur\u00fcck, doch auch heute noch kommt es immer wieder zu St\u00f6rf\u00e4llen und Schadstoff-Emissionen, welche die D\u00e4cher der Stadt mit einer staubigen Schicht bedecken. Sogar die Staatsanwaltschaft beklagt sich dar\u00fcber, dass LafargeHolcim in Barroso Standards nicht anwendet, welche anderswo in Brasilien gelten. Es gibt starke Indizien f\u00fcr Gesundheitsbeeintr\u00e4chtigungen epidemischen Ausmasses.&nbsp;<\/p>\n\n<p>Der ehemalige Holcim-Ingenieur und Zementwerk-Emissionsexperte <a href=\"https:\/\/ch.linkedin.com\/in\/josef-waltisberg-0303a915\">Josef Waltisberg<\/a>, heute selbst\u00e4ndiger Berater f\u00fcr Energie- und Umweltfragen des Zementprozesses, kommentiert den Greenpeace-Bericht wie folgt: \u00abDie aufgedeckten F\u00e4lle sind brisant und die Missachtung grundlegender Standards nicht w\u00fcrdig f\u00fcr einen Schweizer Konzern wie LafargeHolcim. Die gezeigten Staubemissionen sind schlichtweg eine Schweinerei. Tats\u00e4chlich muss ich feststellen, dass sich die Standards des Konzerns seit der Fusion von Holcim mit Lafarge leider in vielen Bereichen verschlechtert haben.\u00bb (2)<\/p>\n\n<p><strong>Freiwilligkeit reicht nicht<\/strong><\/p>\n\n<p>Matthias W\u00fcthrich, Leiter der Kampagne f\u00fcr Konzernverantwortung bei Greenpeace Schweiz kommentiert: \u00abNur schon die schiere Anzahl der in diesem Holcim-Report aufgedeckten Skandalf\u00e4lle ist ein Skandal, denn sie zeugen von einer systematischen Missachtung von Menschenrechten und internationalen Umweltstandards. LafargeHolcim muss jetzt umgehend bei ihren Tochterfirmen intervenieren und daf\u00fcr sorgen, dass die Umweltverschmutzung und Gesundheitsbelastungen ein Ende haben und betroffene Menschen entsch\u00e4digt werden.\u00bb Bez\u00fcglich der Versprechungen von LafargeHolcim, \u00fcberall h\u00f6chste Standards anzuwenden, sagt W\u00fcthrich: \u00abDer Fall Holcim zeigt exemplarisch, dass wohlklingende Beteuerungen und freiwillige Firmen-Versprechen nicht reichen. Zum Schutz der Umwelt und der betroffenen Menschen braucht es dringend bessere und verbindliche Regeln zur Unternehmensverantwortung und Schadenshaftung von global operierenden Konzernen.\u00bb<\/p>\n\n<p>F\u00fcr Greenpeace Schweiz ist klar: Die Konzernverantwortungsinitiative, \u00fcber die der Schweizer Souver\u00e4n am 29. November abstimmt, verlangt eine Selbstverst\u00e4ndlichkeit: Wer die Umwelt verschmutzt, muss wieder sauber machen. Wer anderen einen Schaden zuf\u00fcgt, muss daf\u00fcr geradestehen.<\/p>\n\n<p>(1) Ausz\u00fcge aus der <a href=\"https:\/\/drive.google.com\/file\/d\/1kqTB4RwA8eb3th2qViPSn4eTKlOiFBSi\/view?usp=sharing\">Entsorgungsofferte<\/a>.&nbsp;<\/p>\n\n<p>(2) <a href=\"https:\/\/drive.google.com\/file\/d\/1Xj_7TtLmNIJKpUwwet_OSdL4Vk_K0Ax3\/view\">Detaillierte Einsch\u00e4tzung<\/a> durch Zementwerk-Emissionsexperten Josef Waltisberg.<\/p>\n\n<p><strong>Weitere Informationen:<\/strong><\/p>\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li><a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2020\/11\/6171a8d5-derholcimreport_greenpeaceschweiz_4nov2020.pdf\">Report<\/a><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2020\/11\/6171a8d5-derholcimreport_greenpeaceschweiz_4nov2020.pdf\" target=\"_blank\"> <\/a>zur Greenpeace-Recherche<\/li><li><a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=g1pEAVbS5tw&amp;feature=youtu.be\">Erkl\u00e4rvideo<\/a><\/li><li><a href=\"https:\/\/media.greenpeace.org\/shoot\/27MDHU49UXR\">Bildmaterial<\/a>.<\/li><\/ul>\n\n<p><strong>Kontakt:<\/strong><\/p>\n\n<p>Matthias W\u00fcthrich, Leiter Kampagne Konzernverantwortung Greenpeace Schweiz,<\/p>\n\n<p>+41 44 447 41 31, <a href=\"mailto:matthias.wuethrich@greenpeace.org\">matthias.wuethrich@greenpeace.org<\/a><\/p>\n\n<p>Medienstelle Greenpeace Schweiz, +41 44 447 41 11, <a href=\"mailto:pressestelle.ch@greenpeace.org\">pressestelle.ch@greenpeace.org<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>122 F\u00e4lle von Umweltverschmutzung und Menschenrechtsverletzungen in 34 L\u00e4ndern, f\u00fcr die der Schweizer Konzern LafargeHolcim verantwortlich ist oder Verantwortung \u00fcbernehmen m\u00fcsste. 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