{"id":60399,"date":"2020-11-11T09:20:00","date_gmt":"2020-11-11T07:20:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/?p=60399"},"modified":"2022-07-26T09:52:21","modified_gmt":"2022-07-26T07:52:21","slug":"greenpeace-feldstudie-pestizide-verbreiten-sich-kilometerweit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/medienmitteilung\/60399\/greenpeace-feldstudie-pestizide-verbreiten-sich-kilometerweit\/","title":{"rendered":"Greenpeace-Feldstudie: Pestizide verbreiten sich kilometerweit"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Die neue Greenpeace-Untersuchung<\/strong><a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/publikation\/59501\/pestizide-in-der-schweizer-luft\/\"><strong> \u00abPestizide in der Schweizer Luft<\/strong><\/a><strong>\u00bb ist besorgniserregend. Sie zeigt: Pestizide verbreiten sich st\u00e4rker via Luft als gedacht. Die Drift von teils hochbedenklichen chemisch-synthetischen Substanzen ist f\u00fcr Bio-Bauern ein grosses Problem und stellt f\u00fcr LandwirtInnen sowie f\u00fcr AnwohnerInnen ein erhebliches Gesundheitsrisiko dar. Greenpeace fordert ein Massnahmenpaket zum Schutz der Umwelt, der Bev\u00f6lkerung und des Biolandbaus.<\/strong><\/p>\n\n<p>Von Mai bis November 2019 haben WissenschaftlerInnen des Umweltinstituts M\u00fcnchen im Auftrag von Greenpeace Schweiz auf vier Bio-Betrieben mit so genannten Passivsammlern die Drift von Pestiziden in der Luft untersucht. Ausgew\u00e4hlt wurden biologisch bewirtschaftete Betriebe: ein Weinbaubetrieb im Wallis, je ein Ackerbaubetrieb in der Nordwestschweiz und im Mittelland (beide im Kanton Aargau) sowie ein Obstbaubetrieb in der Ostschweiz (Thurgau). An allen Standorten wurde eine Mehrfach-Belastung festgestellt: Insgesamt wurden 25 verschiedene Pestizide nachgewiesen, die teilweise als sehr giftig f\u00fcr den Menschen gelten und hochproblematisch sind f\u00fcr die Umwelt. Die h\u00f6chste Belastung wurde in den Walliser Bio-Reben gemessen. Nicht-Bio-Winzer in der Gegend bringen Pestizide teils mit Helikoptern und Drohnen aus. David Herrmann, Verantwortlicher Medienstelle bei Bio Suisse, dem Dachverband der Schweizer Bio-Produzenten, stellt klar: \u00abBio Suisse war nicht an der Erstellung der Studie beteiligt. Abdrift ist f\u00fcr Bio-Bauern ein Problem. Sie bringen vollen Einsatz f\u00fcr eine Landwirtschaft ohne chemisch-synthetische Pestizide und trotzdem belastet die Abdrift ihre Kulturen. Im schlimmsten Fall m\u00fcssen sie ihre Produkte deklassieren, mit dramatischen finanziellen Konsequenzen. Das wollen wir so nicht hinnehmen.\u00bb<\/p>\n\n<p><strong>Kilometerweite Verbreitung von problematischen Pestiziden<\/strong><\/p>\n\n<p>Die Messungen best\u00e4tigen k\u00fcrzlich in Deutschland<a href=\"http:\/\/www.umweltinstitut.org\/aktuelle-meldungen\/meldungen\/2020\/pestizide\/pestizidrueckstaende-in-der-luft-wir-haben-nachgemessen.html\"> ver\u00f6ffentlichte Recherchen<\/a>. Auch bei korrekter Anwendung&nbsp; kommt es zu Ferntransport von Pestiziden. Selbst Stoffe, die kaum fl\u00fcchtig sind, wie zum Beispiel das Herbizid Glyphosat, verbreiten sich, an Staubpartikeln haftend, mit dem Wind. Sie kontaminieren \u00d6kosysteme sowie andere landwirtschaftliche Kulturen und stellen ein erhebliches Gesundheitsrisiko f\u00fcr LandwirtInnen und AnwohnerInnen dar. \u00abUnsere Untersuchung zeigt, dass es in der Schweiz &#8211; wie in anderen L\u00e4ndern auch &#8211; ein Problem mit der Luftverfrachtung von Pestiziden gibt. Die chemisch-synthetischen Substanzen verbleiben nicht an ihrem Einsatzort, sondern werden zum Teil mehrere Kilometer weit getragen\u00bb, sagt Alexandra Gavilano, Leiterin Landwirtschaft und Klima bei Greenpeace Schweiz. \u00abDoch das Problem wird einfach ignoriert: Weder gibt es ein nationales Monitoring zur Abdrift von Pestiziden noch Untersuchungen zu den gesundheitlichen Auswirkungen f\u00fcr LandwirtInnen und AnwohnerInnen.\u00bb<\/p>\n\n<p><strong>Bund und Kantone sind gefordert<\/strong><\/p>\n\n<p>Die Politik muss endlich aus ihrem agrarpolitischen Lockdown erwachen. Greenpeace fordert von Bund und Parlament ein Massnahmenpaket: Die im Rahmen der AP22+ diskutierte \u00d6kologisierung der Landwirtschaft ist trotz Widerstands der Agrarlobby schleunigst anzugehen. Das Ausbringen von Pestiziden mit Helikoptern muss verboten, der Drohnen-Einsatz st\u00e4rker reglementiert werden. Beh\u00f6rden und Politik sollen sicherstellen, dass der Biolandbau vor Pestizid-Drift gesch\u00fctzt wird und die Bio-KonsumentInnen ihre Wahlfreiheit behalten. Unabh\u00e4ngige Studien, die untersuchen, ob bestimmte, immer wieder mit Pestiziden in Verbindung gebrachte Erkrankungen wie Parkinson, ALS und NH-Lymphome in Regionen mit hohem Pestizid-Einsatz \u00fcberdurchschnittlich oft vorkommen, sind \u00fcberf\u00e4llig \u2013 ebenso wie ein permanentes, landesweites digitales Monitoring der Verwendung und Luftverbreitung von Pestiziden, um entsprechend dem Vorsorgeprinzip die Bev\u00f6lkerung besser sch\u00fctzen zu k\u00f6nnen. Wer biologisch produzierte Lebensmittel einkauft, unterst\u00fctzt den dringend n\u00f6tigen Wandel unseres Ern\u00e4hrungssystems.&nbsp;<\/p>\n\n<p><strong>Weitere Informationen:<\/strong><\/p>\n\n<p>Den Report \u00abPestizide in der Schweizer Luft\u00bb finden Sie<a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/publikation\/59501\/pestizide-in-der-schweizer-luft\/\"> hier<\/a>.<\/p>\n\n<p>Allgemeine Bilder zum Thema Pestizide finden Sie auf unserer<a href=\"https:\/\/media.greenpeace.org\/\"> Fotodatenbank<\/a>.<\/p>\n\n<p><strong>Kontakte:<\/strong><\/p>\n\n<p>Alexandra Gavilano, Leiterin Landwirtschaft Greenpeace Schweiz, Tel. +41 44 447 41 38, <a href=\"mailto:alexandra.gavilano@greenpeace.org\">alexandra.gavilano@greenpeace.org<\/a><\/p>\n\n<p>David Herrmann, Verantwortlicher Medienstelle Bio Suisse, Tel. 061 204 66 46, <a href=\"mailto:david.herrmann@bio-suisse.ch\">david.herrmann@bio-suisse.ch<\/a><\/p>\n\n<p>Medienstelle Greenpeace Schweiz, Tel. 044 447 41 11, <a href=\"mailto:pressestelle.ch@greenpeace.org\">pressestelle.ch@greenpeace.org<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die neue Greenpeace-Untersuchung \u00abPestizide in der Schweizer Luft\u00bb ist besorgniserregend. 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